Die Polizei in NRW hatte diese Woche nicht wenig zu tun. Das ging am Samstag los.
Razzia gegen Clan-Kriminalität in NRW
Von Samstagmorgen bis Sonntagmorgen führte sie eine riesige Aktion gegen Clankriminalität durch. Das Innenministerium spricht von einem “Clan-Marathon”. Es gab reichlich Durchsuchungen und Personenkontrollen im Umfeld krimineller Clans. Knapp 160 Objekte, zum Beispiel Shisha-Bars, Spielhallen, Wettbüros und Barber-Shops, wurden durchsucht. 18 Menschen wurden verhaftet, 27 vorläufig festgenommen. Und die Ermittler stellten einiges sicher: 100.000 Euro Bargeld, 35 illegale Spielgeräte, vier Messer und ca. 60 Kilo unversteuerten Tabak. Ein Finanzermittler sagte unserer Redaktion, mit einem manipulierten Spielautomaten könne man 10.000 Euro schwarz im Monat verdienen. Wenn die wegfallen, tut das natürlich ziemlich weh. Hier gibt es eine Reportage von unserem Reporter Christian Schwerdtfeger dazu.
Razzia gegen Drogenproduzenten - Polizist im Visier
Weiter ging es dann unter anderem am Mittwoch mit einer großen Razzia in Mönchengladbach, Düsseldorf und im Kreis Viersen. Insgesamt wurden 28 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Polizei nahm sechs Männer fest. Sie sollen zu einem Drogenhändlerring gehören. 10.000 Cannabispflanzen wurden bei der Razzia sichergestellt. Drei Drogenplantagen wurden gefunden.
Pikant an der Sache ist noch, dass die Polizei auch gegen einen ihrer eigenen Leute ermittelt. Es handelt sich um einen 60 Jahre alten Kriminalbeamten. So richtig viele Details sind nicht bekannt. Der Mann arbeitet eigentlich bei der Kreispolizeibehörde Viersen, ist aber nun suspendiert. Er soll in Kontakt mit der Tätergruppe gestanden haben. Daraus habe sich, so die Polizei, der Anfangsverdacht eines „strafrechtlich relevanten Verhaltens“ ergeben. Auch sein Arbeitsplatz und seine Wohnung wurden durchsucht.
121 Straftaten mit Bezug zum russischen Krieg in der Ukraine
Eine Meldung aus dem Innenministerium: Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die Sicherheitsbehörden in NRW 121 Straftaten registriert, die mit dem Krieg zu tun haben. Laut Innenminister Herbert Reul geht es um Taten wie „Beleidigungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen, aber auch Volksverhetzung - und zwar verübt von beiden Seiten“.
Zum Beispiel gab es in Essen und Düsseldorf Farbschmierereien an russisch-orthodoxen Kirchen. In Düsseldorf wurde ein Auto mit ukrainischem Kennzeichen beschädigt. Ein russischer Fernfahrer in Gelsenkirchen berichtete von vier Ukrainern, die seine Reifen zerstechen wollten.
Für besonderes Entsetzen sorgte die mutmaßliche Vergewaltigung einer geflüchteten jungen Frau. Die Tat soll sich am 6. März auf einem Hotelschiff ereignet haben, das in Düsseldorf am Rheinufer liegt und das die Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzt. Zwei Verdächtige sind in Untersuchungshaft. Mehr Infos dazu hier im Artikel und in der aktuellen Folge unseres Düsseldorf-Podcasts Rheinpegel.
Leichenfund in Neuss - Ermittlungen wegen Totschlags
Im Rhein-Kreis Neuss wird wegen eines Tötungsdelikts ermittelt. Am Sonntag fanden Verwandte eine 48 Jahre alte Frau leblos in einer Wohnung in Neuss. Eine Ärztin stellte Verletzungen fest, die den Verdacht nahelegen, dass die Frau umgebracht wurde. Am Montagnachmittag wurde dann der 47 Jahre alte Ex-Partner der Frau festgenommen. Laut Haftbefehl geht es um Totschlag. Die Polizei geht von einem Beziehungsdelikt zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen aus. Mehr Informationen wollte die Staatsanwaltschaft nicht preisgeben. Unsere Kollegen haben hier das Wichtigste aufgeschrieben.
Crime-Story der Woche: Leiche zum "Mord ohne Leiche" gefunden
In Krefeld hat die Polizei am Montag eine Leiche in einem Keller entdeckt. Eingemauert in eine Wand. Relativ schnell war klar, um wen es sich handelt: Anna S., zum Todeszeitpunkt 35 Jahre alt, aus Gelsenkirchen. Und es ist auch klar, wer sie umgebracht hat. Der Mörder sitzt nämlich bereits hinter Gittern. Die Details dieses aufsehenerregenden Falls kennt Jens Voss, Chef der Krefelder Lokalredaktion der Rheinischen Post, und erzählt sie in dieser Episode. Hier geht es um Artikel.
Zum Schluss noch eine Meldung aus der Kategorie "Euer Ernst!?"
In Kerpen sind ein Mann und eine Frau nach einem Streit zur Polizei gefahren - er am Steuer, sie auf der Motorhaube. Beide betrunken. Die beiden arbeiten der Polizei zufolge in einem Kerpener Nachtclub und gerieten dort am frühen Samstagmorgen in einen Streit. Er, 27, schnappte sich daraufhin ihren Autoschlüssel und fuhr mit ihrem Cabrio ein bisschen durch die Gegend. Was die Frau, 20 Jahre alt, bemerkte und daraufhin auf die Motorhaube sprang. Er soll dann in Schrittgeschwindigkeit die paar Meter bis zur Polizei gefahren sein. Wie sich dort herausstellte, standen beide unter Drogeneinfluss. Weitere Details hat die Polizei bislang nicht mitgeteilt, aber das Ganze wird vermutlich ein Nachspiel haben.
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