Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. 2021 haben in Nordrhein-Westfalen mehr als 150.000 Menschen diesen Schritt getan. Das sind so viele wie nie in den vergangenen zehn Jahren.
Die Statistik sagt nichts darüber, ob mehr Katholiken oder mehr Protestanten die Kirche verlassen. Aber es ist ja kein Geheimnis: Besonders die katholische Kirche ist in der Krise.
Das kann man ganz gut im Erzbistum Köln sehen, dem größten deutschen Bistum. Dort gab es vergangenes Jahr sehr viel Ärger um ein Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte sich entschieden, es nicht zu veröffentlichen, weil er rechtliche Bedenken hatte.
Danach stiegen die Austrittszahlen rapide an. 2021 traten beim Amtsgericht Köln fast 20.000 Personen aus. Das waren doppelt so viel wie 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie. 2020 waren es nicht ganz so viele - denn damals waren Behördengänge wegen Corona ja relativ schwierig.
Doris Bauer hat es damals trotzdem getan: Sie hat die Katholische Kirche verlassen. In dieser Episode erzählt die 53 Jahre alte Sozialarbeiterin aus Köln, was sie zu diesem Schritt getrieben hat.
Außerdem sprechen wir mit Lothar Schröder. Er leitet das Kulturressort bei der Rheinischen Post und berichtet seit Jahren über die katholische Kirche in Deutschland und im Rheinland sowie über Erzbischof Rainer Maria Woelki.
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