Stimmen der Rettung - Der Podcast über die zivile Seenotrettung im Mittelmeer

Stimmen der Rettung - Der Podcast über die zivile Seenotrettung im Mittelmeer

By Andreas Hanna-KrahlSociety & CultureEducationHistory
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Stimmen der Rettung - Der Podcast über die zivile Seenotrettung im Mittelmeer episodes

  • Folge 22 - Abschied & Rückblick – Warum dieses Projekt hier endet
    Was bleibt, wenn die Stimmen gesprochen sind

    n dieser abschließenden Folge von Stimmen der Rettung reflektiere ich das Podcastprojekt als Ganzes. Ohne Gast, ohne Interview, ohne neue Analyse – dafür mit einem klaren Rückblick auf die Themen, Stimmen und Erkenntnisse der vergangenen Episoden.

    🧭 Themen der Folge

    1. Warum dieser Podcast entstanden ist
    2. Die Idee eines begrenzten, dokumentarischen Projekts
    3. Was zwanzig Gespräche über zivile Seenotrettung zeigen
    4. Die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure
    5. Psychische Belastung und Verantwortung humanitärer Arbeit
    6. Flucht als Folge politischer Entscheidungen
    7. Warum das Projekt hier bewusst endet
    8. Was bleibt – auch nach der letzten Folge

    12 min
  • Folge 21 - Alltag auf einem Rettungsschiff – mit Annika Schlingheider
    Was zivile Seenotrettung jenseits der Schlagzeilen wirklich bedeutet

    Was bedeutet zivile Seenotrettung jenseits politischer Debatten und medialer Schlagzeilen?

    In dieser Folge von Stimmen der Rettung gibt Annika Schlingheider einen seltenen, detaillierten Einblick in den Alltag auf einem zivilen Rettungsschiff im Mittelmeer.
    Annika war mehrfach als Protection Officer bei SOS Humanity auf der Humanity 1 im Einsatz und arbeitete zuvor für Ärzte ohne Grenzen (MSF) auf der Geo Barents. Ihre Aufgabe: den Schutz besonders vulnerabler Menschen sicherzustellen, Fluchtgeschichten zu dokumentieren und dafür zu sorgen, dass Würde auch unter extremen Bedingungen gewahrt bleibt.

    Der Weg in die Seenotrettung

    Annikas Weg in die zivile Seenotrettung begann nicht auf dem Meer, sondern an Land. Durch ihr Leben in Italien und ihre Arbeit in der humanitären Hilfe kam sie früh in Kontakt mit Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa geflohen waren. Zunächst engagierte sie sich in Öffentlichkeitsarbeit und Advocacy, bevor sie über den Einsatzpool von Ärzte ohne Grenzen erstmals selbst auf ein Rettungsschiff ging.
    Die Erfahrungen an Bord prägten sie nachhaltig. Später wechselte sie zu SOS Humanity und übernahm dort die Rolle der Schutzbeauftragten – eine Funktion, die oft im Hintergrund bleibt, für die Arbeit an Bord aber zentral ist.

    Vorbereitung, Training und Teamarbeit

    Bevor ein Rettungsschiff überhaupt in das Einsatzgebiet ausläuft, steht eine intensive Vorbereitungsphase. Die internationalen Crews kennen sich häufig nicht, arbeiten unter hohem Zeitdruck und auf engem Raum zusammen. Trainings zu Sicherheit, Rettungsszenarien, medizinischer Erstversorgung und Massenanfall von Verletzten gehören ebenso dazu wie das gegenseitige Kennenlernen und die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten.
    Annika beschreibt, wie wichtig Vertrauen, klare Kommunikation und gegenseitige Unterstützung sind – denn im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.

    Wie Rettungen ablaufen

    Rettungen entstehen auf unterschiedliche Weise: durch eigene Sichtungen, Notrufe über Funk, Meldungen von Seenotrettungsleitstellen oder Hinweise des Alarm Phone. Auch zivile Aufklärungsflugzeuge spielen eine wichtige Rolle bei der Lokalisierung von Booten in Seenot.
    In der Folge schildert Annika eine konkrete Rettung von über 100 Menschen von einem instabilen Holzboot bei schwierigen Wetterbedingungen. Die Situation war hochgefährlich, die Gefahr des Kenterns allgegenwärtig. Erst nach der erfolgreichen Evakuierung und medizinischen Erstversorgung an Bord wich die Anspannung – ein Moment großer Erleichterung für die gesamte Crew.

    Schutzarbeit nach der Rettung

    Mit der Rettung endet die Arbeit nicht – sie beginnt oft erst richtig. Annika erklärt, wie Schutzarbeit an Bord aussieht: die Identifikation unbegleiteter Minderjähriger, schwangerer Frauen, Überlebender von Folter oder sexualisierter Gewalt. In enger Zusammenarbeit mit medizinischem Personal und Kulturmediator*innen werden Bedürfnisse erfasst und Informationen über die nächsten Schritte vermittelt.
    Ein weiterer wichtiger Teil ist die freiwillige und anonymisierte Dokumentation von Fluchtgeschichten. Diese Berichte sind nicht nur Zeugnisse individueller Schicksale, sondern auch Belege systematischer Gewalt entlang der Fluchtrouten.

    Würde im Alltag an Bord

    Ein zentrales Thema der Folge ist Würde. Annika macht deutlich, dass Würde nicht erst in politischen Programmen beginnt, sondern in kleinen, konkreten Handlungen: trockene Kleidung, eine warme Mahlzeit, eine Zahnbürste, sauberes Wasser. Selbst ein improvisierter Barbershop an Deck kann für gerettete Menschen ein Stück Selbstbestimmung und Normalität zurückgeben.
    Diese scheinbar kleinen Gesten haben eine enorme Bedeutung – gerade nach Monaten oder Jahren von Entwürdigung, Gewalt und Ausbeutung.

    Geschichten hinter den Zahlen

    Annika berichtet von Begegnungen mit Menschen aus dem Sudan, Eritrea und Äthiopien. Sie erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der vor Krieg floh, entführt, gefoltert und in Libyen ausgebeutet wurde. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele – und zeigt, warum es nicht reicht, über Migration nur in Zahlen und Statistiken zu sprechen.

    Verantwortung, Belastung und Solidarität

    Die Arbeit an Bord ist emotional belastend. Annika beschreibt, wie wichtig es ist, Erlebnisse im Team zu teilen, Verantwortung gemeinsam zu tragen und Solidarität nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb der Crew zu leben.
    Gleichzeitig betont sie die politische Dimension dieser Arbeit: Seenotrettung macht sichtbar, was an Europas Außengrenzen geschieht. Sie ist Zeugenschaft – und damit auch eine Form politischer Verantwortung.

    Diese Folge zeigt eindrücklich:

    Zivile Seenotrettung ist keine abstrakte Debatte, sondern konkrete Humanität.
    Jeder Mensch bringt eine eigene Geschichte mit.
    Und Würde beginnt bei den kleinen Dingen.
    Oder, wie Annika es auf den Punkt bringt:
    Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

    SOS Humanity – https://sos-humanity.org

    Ärzte ohne Grenzen – https://www.aerzte-ohne-grenzen.de
    United for Rescue – https://united4rescue.org
    Alarm Phone – https://alarmphone.org

    49 min
  • Folge 20 - Zivile Seenotrettung und radikale Demokratie – mit Dr. Mareike Gebhardt
    Warum Seenotrettung politische Praxis ist – und was Solidarität wirklich bedeutet

    In Episode 19 von Stimmen der Rettung tauchen wir tief ein in die Wissenschaft hinter der Seenotrettung.

    Politikwissenschaftlerin Dr. Mareike Gebhardt erklärt, wie zivile Seenotrettung zum Brennpunkt gesellschaftlicher Konflikte über Demokratie, Zugehörigkeit und Solidarität wurde.

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    🧭 Themen im Überblick

    1. Radikale Demokratie – ein theoretischer Einstieg

    2. • Was bedeutet radikale Demokratie wirklich?
      • Warum auch liberale Demokratien strukturelle Ausschlüsse produzieren.
      • Seenotrettung als demokratische Praxis, nicht als Ausnahmehandlung .

    3. Wie Mareike zum Thema kam

    4. • Akademischer Hintergrund in feministischer und postkolonialer Theorie.
      • Forschung zur Konstruktion des „Anderen“ in europäischen Gesellschaften.
      • Entstehung des Projekts ZIFDEM während der Corona-Zeit .

    5. Die zivile Seenotrettung als Lückenfüller

    6. • Warum NGOs staatliche Verantwortung ersetzen.
      • Die Idee der „Lücke“ nach dem Ende von Mare Nostrum.
      • Unterschiedliche Mandate: humanitär vs. politisch – und warum NGOs entlang eines Spektrums agieren (von MSF bis Louise Michel) .

    7. Das Konzept der „unmöglichen Solidarität“

    8. • Warum Solidarität im öffentlichen Diskurs dauernd auftaucht – in Interviews aber kaum.
      • Solidarität mit Menschen, die völlig unterschiedlich sind – und warum genau das politisch ist.
      • Un-möglich: Eine Praxis, die oft unmöglich gemacht wird, aber trotzdem passiert .
      • Beispiel Lampedusa und die Gedenkfeiern zum 3. Oktober.

    9. Rechte Narrative und politische Instrumentalisierung

    10. • Warum Seenotrettung als „Chiffre“ funktioniert.
      • Wieso eine rein humanitäre Argumentation rechte Narrative nicht aushebelt.
      • Kriminalisierung in Italien und Europa – und was Gerichtsverfahren wie im Fall Juventa zeigen .

    11. Solidarität im Alltag

    12. • Wie Solidarität auch jenseits der Seenotrettung sichtbar wird.
      • Warum kleine solidarische Gesten gesellschaftlich bedeutsam sind.
      • Was demokratische Gesellschaften von der Seenotrettung lernen können.

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      🔗 Weiterführende Links

      • Forschungsprojekt ZIFDEM: https://zifdem.org
      • MSF – Médecins Sans Frontières: https://www.msf.org
      • Louise Michel: https://mvlouisemichel.org
      • Doku zum „Juventa“-Verfahren: Projekt „Jugend rettet“ / Crew Juventa
      • Bundeszentrale für politische Bildung – Migration & Demokratie: https://www.bpb.de

      47 min
    13. Folge 19 - Kein Land für Niemand – Filmemacher Maik Lüdemann über Migration, Medien und Verantwortung
      Wie ein Dokumentarfilm die Realität an Europas Außengrenzen sichtbar macht

      🧭 Themen der Folge

      1. Maiks Weg in die Seenotrettung

      2. Der Film „Kein Land für Niemand“

      3. Wie entsteht ein politischer Dokumentarfilm?

      4. Geschichten, die nicht in den Film passten

      5. Politische Analyse & medienkritischer Blick

      6. Reaktionen auf den Film

      7. Wie geht es weiter?

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        🔗 Links aus der Folge

        🎬 Film & Projekt

        • Film-Website: https://kein-land-fuer-niemand.de

        📚 Unterstützende NGOs

        • Sea-Eye: https://sea-eye.org
        • Sea-Watch: https://sea-watch.org
        • Pro Asyl: https://www.proasyl.de
        • United4Rescue: https://united4rescue.com
        • German Doctors: https://www.german-doctors.de
        • Nothilfe / Diakonie Katastrophenhilfe: https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de

        49 min
      9. Folge 18 - Langfristige Lösungen für Flucht und Migration – mit Andrea Stäritz von borderline-europe
        Warum wir Fluchtursachen bekämpfen müssen, statt Grenzen zu schließen

        Worum geht’s in dieser Folge?

        Fluchtbewegungen entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Entscheidungen. Gemeinsam mit Andrea Stäritz von borderline-europe beleuchte ich die Hintergründe globaler Migration – und wir diskutieren, welche politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen wirklich helfen könnten.

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        🧭 Themen im Überblick

        1. Ursachen und Dynamiken von Fluchtbewegungen
        • Kriege, bewaffnete Konflikte und politische Verfolgung.
        • Wirtschaftliche Ungleichheit als Nährboden für Migration.
        • Der Klimawandel als wachsender Fluchtfaktor.
        • Wie sich Migrationsrouten verändern – und wie die EU-Politik darauf reagiert.
        • Abkommen mit Drittstaaten wie Libyen oder der Türkei: Verantwortung abgeben statt lösen.
        2. Nachhaltige Lösungsansätze
        • Warum kurzfristige Abschottungspolitik keine Lösung ist.
        • Welche politischen Reformen notwendig wären:
        faire Handelsabkommen, wirtschaftliche Partnerschaften, Investitionen in Bildung und Infrastruktur.
        • Sichere und legale Wege: Humanitäre Visa, Resettlement-Programme, Familiennachzug.
        • Positive Beispiele aus anderen Ländern: Kanada, Portugal und kommunale Aufnahmeinitiativen in Europa.
        • Die Rolle internationaler Klimapolitik: Klimagerechtigkeit als Migrationspolitik.
        3. Die Rolle der Zivilgesellschaft
        • Wie NGOs wie borderline-europe politische Verantwortung einfordern.
        • Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und Öffentlichkeitsarbeit als Form von politischem Druck.
        • Kooperationen zwischen NGOs, Wissenschaft und Politik.
        • Warum Medien entscheidend sind, um Narrative zu verändern.
        • Was Bürger*innen tun können – vom Engagement in lokalen Initiativen bis zur politischen Teilhabe.

        🔗 Weiterführende Links:

        • borderline-europe: https://www.borderline-europe.de
        • Sea-Watch e.V.: https://sea-watch.org
        • Sea-Eye e.V.: https://sea-eye.org
        • United4Rescue – Gemeinsam Retten: https://united4rescue.com
        • Amnesty International – Flucht & Asyl: https://www.amnesty.de/themen/flucht-asyl
        • UNHCR Deutschland: https://www.unhcr.org/de

        46 min
      10. Folge 17 - Mehr Schiffe braucht das Mittelmeer – Thomas Nuding über den Aufbau von SARAH
        Von Baden aufs Mittelmeer: Wie aus einer Idee eine Rettungsorganisation wurde

        🎙 Worum geht’s?

        Diese Folge erzählt die Geschichte einer Neugründung: Wie entsteht aus privatem Engagement eine funktionierende Rettungsorganisation?
        Mein Gast Thomas Nuding berichtet, wie er mit einem kleinen Team die NGO SARAH – Search and Rescue for All Humans aufbaute, ein eigenes Schiff kaufte und inzwischen selbst auf Mission geht.

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        🧭 Themen im Überblick

        1. Von der Idee zur Organisation
        • Erste Erfahrungen bei Sea-Eye und Mission Lifeline
        • Entschluss: „Wir brauchen mehr Schiffe.“
        • Warum SARAH als gemeinnützige UG gegründet wurde – Haftung, Struktur und Motivation
        2. Das richtige Schiff finden
        • Entscheidung für ein kleines motorisiertes Schiff unter 24 Metern
        • Vorteile: geringere Betriebskosten, keine Port-State-Controls
        • Kauf einer ehemaligen Luxusjacht – und der Umbau zum Rettungsschiff
        3. Finanzierung und Bürokratie
        • Von der Notargründung bis zur Spendenkampagne
        • GoFundMe-Erfolg mit Unterstützung eines bekannten YouTubers
        • Großspender, Kleinspender, laufende Schiffspatenschaften
        • Ziel: 2.000 Pat*innen × 12,50 € monatlich = 300.000 € Jahresbudget
        4. Kooperationen & Netzwerke
        • Zusammenarbeit mit Mission Lifeline, Leave No One Behind, United4Rescue
        • Austausch und Solidarität unter den kleinen NGOs
        • Herausforderungen durch fehlende staatliche Förderung
        5. Erste Einsätze auf dem Mittelmeer
        • Zwei erfolgreiche Missionen 2024 ab Licata (Italien)
        • Wettlauf mit der libyschen Küstenwache, Zusammenarbeit mit Sea-Bird
        • 19 Gerettete beim ersten, 32 beim zweiten Einsatz – keine Todesopfer
        6. Reaktionen im Heimatort
        • Skepsis und teils offene Ablehnung in Messkirch (BW)
        • Lokale Desinformation und wachsende Gleichgültigkeit
        • SARAHs Gegenstrategie: Bildungsveranstaltungen, politische Aufklärung, Artikel 1–20 GG
        7. Vision & Zukunft
        • Einsatzkonzept mit Fokus auf medizinische Versorgung, Schutzräume und Hygiene
        • Langfristige Hoffnung: staatliche Seenotrettung
        • Realismus: „Wenn es keine staatliche Rettung gibt, fahren wir weiter.“

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        🗣 Zitat aus der Folge:

        „Wenn Schiffe im Hafen bleiben müssen, während Menschen ertrinken, ist das ein untragbarer Zustand. Helft uns zu helfen.“

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        💬 Spenden & Unterstützung für SARAH:

        • Website: https://sarah-seenotrettung.de (falls vorhanden – sonst ergänzen)
        • Instagram: https://instagram.com/sarah.seenotrettung
        • Spenden über Better Place (Suchbegriff SARAH Seenotrettung)
        • Direkte Überweisung:
        IBAN: DE68 6905 1620 0000 5949 86
        (Angabe laut Interview – bitte vor Veröffentlichung prüfen!)

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        🔗 Weiterführende Links:

        [https://sarah-seenotrettung.org](https://sarah-seenotrettung.org)
        1. Unterstützt SARAH mit einer Spende oder Patenschaft.
        2. Folgt @sarah.seenotrettung und @stimmenderrettung auf Instagram.
        3. Teilt diese Folge – jede Reichweite hilft, dass Schiffe weiterfahren können.
        4. Bewertet den Podcast auf Spotify / Apple Podcasts.
        46 min
      11. Folge 16 - In eigener Sache
        Warum „Stimmen der Rettung“ ab jetzt alle zwei Wochen erscheint

        1. Worum es geht

        Rückblick auf den wöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus und Dank an die Community.
        Offene Erklärung der Umstellung auf zweiwöchentlich: mehr Raum für gründliche Vorbereitung, Nachbearbeitung und eigene Reflexion.
        Einladung an die Hörer*innen, die Zukunft des Podcasts aktiv mitzugestalten.

        2. Warum die Umstellung sinnvoll ist

        Jede Folge erfordert Recherche, Vorgespräche, Aufnahme, Schnitt und Faktencheck.
        Der inhaltliche Anspruch bleibt hoch: Menschlichkeit, journalistische Sorgfalt, kontextstarke Gespräche.
        Zweiwöchentlich ermöglicht bessere Gesprächsführung, saubere Dramaturgie und mehr Tiefgang.

        3. Eure Mitarbeit – konkrete Fragen

        Wann hört ihr den Podcast (Arbeitsweg, Spaziergang, Sonntagskaffee)?
        Welche Themen wünscht ihr euch (Einsätze, Politik, Psychologie, Recht, Finanzierung, Perspektiven Geretteter)?
        Welche Gäste wollt ihr hören (Crew, Medics, Pilots, RCC-Expertinnen, Juristinnen, Politikerinnen, Journalistinnen)?
        Mehr Solo-Folgen zur Einordnung aktueller Entwicklungen – ja oder nein?
        Welche Formate zusätzlich: Q&A, Kurzupdates, thematische Miniserien?

        4. So erreicht ihr mich

        Instagram: @stimmenderrettung

        Erinnerung: Alle zwei Wochen, Sonntag 8 Uhr.

        Wir bleiben an den Geschichten, die gehört werden müssen.

        14 min
      12. Folge 15 - Politik, Narrative, Verantwortung in der Seenotrettung – mit Erik Marquardt, MdEP
        Über die Zukunft der Seenotrettung in Europa

        🧭 Worum geht’s in dieser Folge?

        Einordnung: Politische Reaktionen auf Seenotrettung zwischen Humanität und Abschottung.

        Erik Marquardt: MEP seit 2019, Schwerpunkte Migration, Asyl, Menschenrechte; vorher Einsätze in der zivilen Seenotrettung.
        Kernthese: Nicht Fakten, sondern Narrative und Mehrheiten entscheiden die Praxis an Europas Außengrenzen.

        🔹 Gesprächsschwerpunkte

        Parlamentarische Realität:

        Unterschied zwischen Ausschüssen mit Grundkonsens (z. B. Haushalt, Entwicklung, Kultur) und dem konflikthaften Innenausschuss.
        Nationale Öffentlichkeiten prägen die EU-Debatte – kein einheitlicher europäischer Diskurs.

        Mythen und Deutungshoheit:

        Warum die Pull-Faktor-Erzählung verfängt: scheinbar einfache Antwort auf komplexe Realität.
        Gefahr der „Take back control“-Logik: Rechtsstaatlichkeit vs. vermeintliche totale Kontrolle.
        Strategischer Vorschlag: Seenotrettung aus der Asyl-Grabendebatte herauslösen und als elementare Menschlichkeitsfrage erzählen.

        Unterschiedliche nationale Kontexte:

        Spannweite zwischen Ländern wie Ungarn und Portugal/Spanien.
        Italien/Malta/Griechenland: Verweigerung, Verzögerung, Kriminalisierung – variierende Praxis in den SAR-Zonen.

        Frontex & Leitstellen:

        Wandel von Schiffspräsenz zur Luftaufklärung – und die Konsequenzen.
        Praxisproblem: Meldungen an RCCs, ohne zeitgleich nahe Handelsschiffe/NGOs zu alarmieren.
        Ergebnis: De-facto-Externalisierung, wenn europäische Leitstellen nicht reagieren und Libyen agiert.

        Drittstaaten-Deals:

        Geld gegen „Migrationskontrolle“ – Menschenrechtskosten werden ausgeblendet.
        Beispiele: Wüste-Aussetzungen, Pushbacks, Gewalt – und europäische Mitverantwortung.

        Rolle der Zivilgesellschaft:

        Mehr Kooperation, strategische Narrativarbeit, geringerer Binnenkonsum von Kritik.
        Ziel: Deutungshoheit zurückgewinnen, nicht nur reagieren.

        Konkrete EU-Hebel (Handlungsoptionen):

        Luftaufklärung mit Verpflichtung zur sofortigen Alarmierung aller in der Nähe befindlichen Schiffe.
        Staatliche Seenotrettung und verlässliche Häfen; Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure.
        Finanzierung durch Mitgliedstaaten und Optionen der EU-Kommission; klare Standards für RCC-Praxis.

        Schlussgedanke:

        Öffentlicher Druck und klare Sprache sind nötig.

        🔗 Weiterführende Links

        Sea-Watch: https://sea-watch.org
        Sea-Eye: https://sea-eye.org
        SOS Humanity: https://sos-humanity.org
        United4Rescue: https://united4rescue.com
        Alarm Phone: https://alarmphone.org
        PRO ASYL: https://www.proasyl.de
        UNHCR Deutschland: https://www.unhcr.org/de

        43 min
      13. Folge 14 - Von Teheran nach Bayern – Negims Weg in die Freiheit
        Eine junge Frau erzählt von Mut, Angst und Neubeginn

        🎙 Worum geht’s in dieser Folge?

        Mein Gast ist Negim, die von ihrer Flucht aus dem Iran über die Türkei und Griechenland bis nach Deutschland erzählt. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die für ihre Freiheit und Selbstbestimmung alles riskierte.

        🧭 Themen dieser Folge im Überblick:

        Kindheit und Jugend im Iran

        Leben als Afghanin ohne Papiere in Teheran
        Schulabbruch, Schneiderei, fehlende Perspektiven
        Der Entschluss zur Flucht
        Inspiration durch eine Freundin in Deutschland
        Zustimmung des Vaters, Sorge der Mutter
        Der Weg nach Europa
        Dezember 2015: Überquerung der verschneiten Berge
        Aufenthalt in Izmir, Vorbereitung auf die Überfahrt
        Schlauchboot mit 28 Menschen, Wasser dringt ein
        Rettung und Zwischenstation Griechenland
        Dramatische Rettung vor Samos
        Erste Monate in einem Camp, vergebliche Grenzversuche
        Arbeit ohne Papiere und erneute Fluchtversuche
        Neunter Versuch per Flug nach Wien gelingt
        Weiterreise nach Stuttgart und München
        Sprachkurse, Ausbildung, Integration in Oberbayern

        43 min
      14. Folge 13 - Die Crew - Juventa vor Gericht – mit Dariush Beigui
        7 Jahre Gerichtsprozess in 45 Minuten erzählt

        🎙 Worum geht’s in dieser Folge?

        Mein Gast ist Dariush Beigui, Crewmitglied der Juventa und einer der Angeklagten im Fall „Juventa 10“. Im Podcast berichtet er von seinen Einsätzen auf dem Mittelmeer, von der Beschlagnahmung des Schiffes 2017, vom Prozess in Italien und von den Folgen für die Crew.

        🧭 Themen dieser Folge im Überblick:

        Von der Binnenschifffahrt zur Seenotrettung
        Erste Erfahrungen mit Sea-Watch in Hamburg
        Einstieg bei Jugend Rettet und Missionen auf der Juventa
        Die Beschlagnahmung der Juventa
        Der angeblich fingierte Notruf durch MRCC Rom
        Durchsuchung des Schiffs und Präventivbeschlagnahme in Lampedusa
        Abhöraktionen und Vorwürfe von „Waffenschmuggel“ als Vorwand
        Der lange Weg durch die Justiz
        Ermittlungen gegen zehn Crewmitglieder
        Anklageschrift mit 29 Punkten, zentrale Anschuldigung: „Beihilfe zur illegalen Einreise“
        Vorverhandlung 2022–2024: die längste in der Geschichte Italiens
        Einstellung des Verfahrens im April 2024 – mit einem 500-seitigen Freispruchsurteil
        Psychische Belastungen & Solidarität
        Sieben Jahre Ungewissheit und drohende Haftstrafen bis zu 20 Jahren
        Unterstützung durch Familie, Freundeskreis und den FC St. Pauli
        Solidarität innerhalb der Crew – und auch Konflikte unter Druck
        Politische Dimension
        Warum der Fall „Juventa“ ein Symbol für die Kriminalisierung der Seenotrettung ist
        Repression gegen linke und solidarische Bewegungen in Europa
        Parallelen zu heutigen Verfahren gegen Klima- und Antifa-Aktivist*innen
        Gesellschaftlicher Blick

        🔗 Weiterführende Links:

        Fall „Juventa 10“: https://juventa-crew.de
        Sea-Watch e.V.: https://sea-watch.org
        Sea-Eye e.V.: https://sea-eye.org
        United4Rescue – Gemeinsam Retten: https://united4rescue.com
        Amnesty International: https://www.amnesty.de

        46 min

      About Stimmen der Rettung - Der Podcast über die zivile Seenotrettung im Mittelmeer

      From the publisher's feed

      Was treibt Menschen an, ihr Leben zu riskieren? Warum wird Hilfe kriminalisiert? Und wer sind die Gesichter hinter der zivilen Seenotrettung? „Stimmen der Rettung“ geht diesen Fragen nach – ehrlich, bewegend und politisch wach.