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Mit aufgerissenen Augen unter der Schlafmaske von hundert rückwärts zählen, oder hunderte, zig-tausende male blinzeln am Tag, um sich zu vergewissern, vielleicht, um sich zu erinnern. Loszulassen. Auf der Verkehrsinsel stehenbleiben und lauschen, die Gesichter untersuchen: Wer schon, wer noch unterwegs ist. Nachtschicht oder Rausch, die umgekehrte Uhr in den Gliedern. Die erste Wache. Die Stunde zwischen vier und fünf. Dämmerung, oder die Räume, in denen die Lichtverhältnisse sich nie verändern. Ihr wagt nicht zu schlafen. Ihr wollt noch nicht. Und dann der Traum.
In dieser Folge geht es ums Schlafen und Wachliegen. Um Nachtschicht, Schlaflosigkeit, überschüssige Energie oder den dauernden Mangel, Wachehalten und Wachsam-Bleiben, Träume und den nächsten Morgen.
Mit Lilian Robl, Anuri Tharayil, Nhã Thuyên, Hieu Hoang, Ricarda Messner, Jacinta Nandi und Nalan.
Diese Bonusfolge versammelt alle arabischsprachigen Texte aus Folge 13 - Das Verschwinden in der Originalversion, gesprochen von ihren Autor*innen.
Abdalrahman Alqalaq: Im Land der Anderen
Du würdest ja ein Gedicht schreiben, das nicht — aber du hörst die Vögel nicht mehr. Du wolltest gerade etwas sagen, aber dann war der Strom abgestellt. Du weißt, dass da etwas war. Gerade eben noch. Dann nicht mehr. Du weißt, dass da etwas war, seit Generationen schon.
In dieser Folge geht es um Auslöschung. Es geht um plötzliche Stille in den Häuserschluchten, zwischen einander, ums Verstummen, sich irgendwie nicht mehr begegnen, um verlorene Bibliotheken und Worte, die sich im eigenen Mund verdrehen. Und es geht um das Aufbegehren dagegen. Ums Erinnern, die Wiederholung der Namen, das Überleben, sprechen, schreiben, trotz; um die Versuche.
Mit Abdalrahman Alqalaq, Sandra Hetzl, Maha El Hissy, Mahmoud Darwish, Haidar Ghazali, Asmaa Azaizeh, Marwa Younes Almokbel, Miriam Rainer und Ghayat Almadhoun
Übersetzungen von Günther Orth, Abdalrahman Alqalaq, Sandra Hetzlund Larissa Bender
Sound und Komposition: Fabian Saul
In der Folge erwähnt:
Omar Al Akkad: One Day, Everyone Will Have Always Been against this
Sandra Hetzl: Arabische Black Boxes
Ghassan Kanafani
Vor Millionen von Jahren begann das Leben auf der Erde im Wasser. Ich hab es in einem Meme gesehen: Started out as a fish, how did it end up like this, jetzt, auf dem Planeten im gleichen Blau verschwindet das Wasser, regnet es in Bächen oder trocknen Landstriche aus. Gilt das Mittelmeer als das größte Massengrab Europas, wird Wasser zur Waffe gemacht, privatisiert, verschluck dich nicht.
In dieser Folge geht es um Wasser in all seinen Bedeutungen und Aggregaten. Um das Fließen und sich Verändern, die Metaphern der Bedrohung und des Aufbrandens,
Im Interview: Kaleb Erdmann
Sound und Komposition: Fabian Saul
Gefördert durch den Deutschen Literaturfonds
Ich habe einen Spruch aufgesagt, habe eine Hand gehoben, habe gemacht, dass du dich drehst. Ich habe einen Fluch ausgesprochen, dir meinen Segen gegeben, alle Spuren auf meinem Körper beseitigt und fortan geschwiegen. Ich habe mich für diese Nacht verwandelt, habe ein letztes mal hoch gesehen, als sich das Wasser schloss.
In unserer neuen Folge, die wir im Sommer live auf dem Droste Festival am Center For Literature aufgenommen haben, geht es um die Verführung und den Zwang, geht es um den Körper, der immer da ist. Den Körper als Angriffsfläche, Produkt und Bedrohung. Um die verhexte Mehrheits-gesellschaft, die einzige mietfreie Fläche dieses Landes in ihrem Kopf. Es ist eine Folge über Arbeit, Obsession, Mythos und Widerstand.
Gesprochen haben wir dafür mit der Autorin und Hörspielproduzentin Tia Morgen. Mit Texten und Musik zu hören sind Simoné Goldschmidt-Lechner, Logan February, Norwin Tharayil, Mira Mann und Aylin Çelik.
Es ist die letzte Folge der ersten Staffel Stoff aus Luft, und es geht ums Versuchen: Versuchen wie ein winzges Insekt das beharrlich die ersten zwei Drittel deiner Wohnzimmerwand hochkriecht und wieder abrutscht, versuchen wie ein Kostüm, wie das ehrlichste, das du hervorbringen kannst, wie eine Bitte. I’m really trying here.
Es geht um unmögliche Gespräche, Gedichte auf dem Klo der Gurkenfabrik, Kälte, um das Zusehen und Verstummen, das Handeln angesichts großer Gewalt, um Ahnungen und Zusammenarbeit in Freundschaft, und es geht um den Versuch, der dieses Magazin ist.
Mit: Nazanin Noori, Sara Hauser, Lütfiye Güzel, Fatima Moumouni und Laurin Buser, Kinga Tóth, und mit uns.
Hast du das auch gehört?
In unserer 9. Folge geht es um Geister. Um den Spuk der Erinnerung und der Schuld, klingelnde Telefone und ausbleibende Antworten, um Besessenheit und Beistand.
Mit Uljana Wolf, Suse Wächter, Kim Hyesoon, Don Mee Choi, Ghost, Sool Park, Katja Brunner und Legion Seven.
Was machen wir hier? Hier, wo du dich nach mir umlehnst. Wir sehen schön aus. Wir lecken uns unsere Wunden. Wir feiern das große Fest. Wir machen Burger, labern und lachen.* Wir halten uns an den Händen, hier auf der Wiese, hier zwischen Tür und Angel, im Cruisingpark, in meinem kleinen Zimmer, ist vielleicht das bessere Leben.
In dieser Folge wollten wir dem Glück nachgehen, das in den Zwischen- und Gegenräumen der Mehrheitsgesellschaft empfunden und verteidigt wird: der Liebe zu unseren Geschwistern, Genoss*innen, unseren eigenen Körpern, der Freude am Nein und den schönsten Tagen.
“Das bessere Leben” haben wir im Juli auf dem Prosanovafestival 2023 live aufgenommen. Die Schule war aus, die Sonne schien, und wir hatten die schönsten Tage. Ein riesiger Dank an Lina Briks, Lucie Frahm und das ganze Prosanova-Team, sowie wie immer an den deutschen Literaturfonds und die Autorenstiftung Frankfurt am Main, die Stoff aus Luft finanzieren.
Mit: Sarah-Elena Müller, Olufemi-Just Atibioke, Devin Maier, Inana Othman, Damon Taleghani und Avrina Prabala-Joslin
Sound und Komposition: Fabian Saul
Der Gesang im Sounddesign stammt aus Stücken von Suse Schröder und Tara Meister.
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