Du würdest ja ein Gedicht schreiben, das nicht — aber du hörst die Vögel nicht mehr. Du wolltest gerade etwas sagen, aber dann war der Strom abgestellt. Du weißt, dass da etwas war. Gerade eben noch. Dann nicht mehr. Du weißt, dass da etwas war, seit Generationen schon.
Freizeichen am anderen Ende der Leitung, dann gleich die Automatenstimme. Wer ist am Ende noch da um die Toten zu zählen.
In dieser Folge geht es um Auslöschung. Es geht um plötzliche Stille in den Häuserschluchten, zwischen einander, ums Verstummen, sich irgendwie nicht mehr begegnen, um verlorene Bibliotheken und Worte, die sich im eigenen Mund verdrehen. Und es geht um das Aufbegehren dagegen. Ums Erinnern, die Wiederholung der Namen, das Überleben, sprechen, schreiben, trotz; um die Versuche.
Wir haben diese Folge gemeinsam mit Abdalrahman Alqalaq kuratiert. Viele der Autor*innen und Texte sprechen aus unterschiedlichen zeitlichen und geografischen Richtungen von palästinensischem Leben und Überleben.
Mit Abdalrahman Alqalaq, Sandra Hetzl, Maha El Hissy, Mahmoud Darwish, Haidar Ghazali, Asmaa Azaizeh, Marwa Younes Almokbel, Miriam Rainer und Ghayat Almadhoun
Übersetzungen von Günther Orth, Abdalrahman Alqalaq, Sandra Hetzlund Larissa Bender
Sound und Komposition: Fabian Saul
Omar Al Akkad: One Day, Everyone Will Have Always Been against this
Ibtisam Azem: Das Buch vom Verschwinden
Adania Shibli: Eine Nebensache
Sandra Hetzl: Arabische Black Boxes
Asmaa Azaizeh: The Body I Once Climbed
Abdalrahman Alqalaq: Übergangsritus
Ghayath Almadhoun: Ich habe dir eine abgetrennte Hand gebracht
Mahmoud Darwish
Elias Khoury