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Wir sind mittendrin im „Stufen des Lebens“-Kurs „Ob Vertrauen sich lohnt?“- es geht um die Abrahamsgeschichte!
Ich bleibe hängen an dem Geschehen, das uns in 1.Mose 22 beschrieben wird.
Gott fordert Abraham heraus mit dem Auftrag, seinen einzigen und geliebten Sohn Isaak als Brandopfer darzubringen.
Das beschäftigt mich! Wie kann Gott von Abraham so etwas grausames verlangen??
Das passt so gar nicht in mein Gottesbild und wirft Fragen auf!
Will Gott ihn hier prüfen? Will Gott sehen, wie es um das Vertrauen von Abraham bestellt ist?
Abraham selbst fragt nicht nach! Im Laufe seines Lebens hatte er mehrmals die Stimme Gottes gehört. Sie war ihm also vertraut. Diese Stimme hatte ihn herausgerufen in Neues Land und ihn aufgefangen, wenn er ins Zweifeln kam.
Der Stimme folgend macht Abraham sich auf den Weg – nichtwissend, was kommen wird! Wie sollte er Gott hier verstehen?
Diesen schweren Weg konnte er nur im VERTRAUEN gehen, dass Gott irgendeine Lösung für ihn haben würde. Schließlich war Isaak der verheißene Sohn, auf den er so lange warten musste.
Als Isaak seinen Vater fragte, wo denn das Lamm zum Opfern sei, antwortet dieser: „Gott wird sich das Opferlamm ausersehen!“ Für mich klingt das nicht nur wie ein vertröstender Spruch – eher nach Erfahrung: Gott wird dafür sorgen!
Das muss eine tiefe Überzeugung Abrahams gewesen sein, denn den Knechten, die unten am Berg zurückblieben, sagt Abraham: „Isaak und ich wollen Gott anbeten und dann zu euch zurückkehren!“
Da denke ich an Hebräer 11,2: „Der Glaube ist ein Festhalten an dem, worauf man hofft – ein Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht!“
Gott gebietet Abraham in letzter Minute Einhalt! Er will keine Menschenopfer und schickt Abraham einen Schafbock zum Opfern.
Gott sah Abrahams großes Vertrauen und dass er bereit war, sein Liebstes Gott zurückzugeben!
Ein Brandopfer im Alten Testament drückte immer auch die Hingabe an Gott aus!
Wie können wir uns Gott hingeben??
Was könnte ich Gott – sinnbildlich - auf den Altar legen?
Vielleicht meine Zeit – meine Begabungen – meine selbstgeschmiedeten Pläne?
Gott braucht kein Opfer von uns!! Das größte Opfer hat ER uns selbst gegeben:
Jesus - seinen einzigen und geliebten Sohn!
Mit IHM schenkt Gott uns seine Liebe! Ein größeres Geschenk gibt es nicht!
Da kann ich nur DANKE sagen und Gott anbeten!
SHALOM und herzliche Grüße von Ute Wolf
Durch die Lebensliturgien - eine App zu Tageszeitengebeten - höre ich immer wieder dieselben Bibeltexte. Das tut mir gut. So war vor einigen Tagen eine der Auferstehungsgeschichten aus Matthäus 28 dran - die Marias, die nach dem Grab sehen wollen. Ein Erdbeben erschüttert die Erde und ein Engel des Herrn erscheint und er sagt zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er es gesagt hat… Kurz darauf eilen die Frauen davon, wollen es den Jüngern erzählen und da begegnet ihnen Jesus, der sagt: Fürchtet euch nicht!
In den Kursen fragen wir oft: Was habt ihr noch im Ohr? Woran seid ihr hängengeblieben?
Ich blieb bei dem Satzteil hängen: Ich weiß, ihr sucht Jesus…
Ich suche Jesus. Ich komme mit vielen Fragen, Gedanken, Sorgen um diese Welt, um Menschen, um mich und habe beim Hören ganz tief gespürt, wie dieser Satz in mir auf Resonanz trifft: Ihr sucht Jesus. Du suchst Jesus. Den Gekreuzigten.
In meinem Kopf kreisen die Gedanken über unsere Gesellschaft, unser Miteinander im Alltag, in Gemeinden, in Familie und Freundschaften und ich empfinde mich so hilflos - weiß nicht was ich tun soll, was ich lassen kann - wo ich nach mir schauen soll und wo ich mich selbst zurücknehmen soll und für andere da sein…
Meine Möglichkeiten und meine Grenzen - in dieser schnellen, so bedürftigen und empfindsamen Welt. Wie damit umgehen?
Und in all dem höre ich den Satz: Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.
Ein tiefer Atemzug geht durch meinen Körper. JA. Ich suche Jesus. JA. Ich brauche Jesus, den Gekreuzigten in dieser Welt - der aus Liebe alles für diese Welt gegeben hat, auch für mich. Ich spüre es, merke, wie mein Herz weich wird, mein Körper entspannt.
Wo bist du Jesus?
Den Frauen begegnet der auferstandene Jesus. Der Jesus, der den Tod, das Chaos, das Egoistische, das Ungute überwunden hat.
Und auch dieser sagt zu Ihnen, wie der Engel: Fürchtet Euch nicht!
Fürchte dich nicht! Das spricht auch Jesus mir zu. Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir. Ich helfe dir. Schritt für Schritt. Suche mich. Bleib bei mir. Fürchte dich nicht!
Eine gesegnete Woche wünscht Damaris Friedrich
Eine Geschichte aus dem zweiten Kapitel des Markusevangeliums beschäftigt mich. Da kommen einige Menschen, vier davon tragen einen Gelähmten auf einer Trage. Sie wissen sicher nicht die genaue Diagnose. Aber sie sind sich ganz sicher, dass dieser Jesus helfen kann.
Als sie am Ziel ankommen ist alles überfüllt. Bis vor die Tür stehen die Menschenmassen, so dass kein Durchkommen ist. Warten? Umdrehen und wieder nach Hause gehen? Auf garkeinen Fall. Die Freunde werden kreativ und auch ein bisschen unverschämt. Sie steigen aufs Flachdach und graben ein Loch in die Decke und lassen den Kranken auf seiner Trage hinunter.
Ob es passt während der Predigt? Das ist ihnen egal. Ihr kranker Freund hat jetzt absolute Priorität. Und als Jesus ihrenGlauben sah, den stellvertretenden Glauben der Freunde, spricht er den Kranken an:
„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben“.
Niemand hatte das geahnt, dass dieser Satz kommen würde. Sieht Jesus nicht, dass der Gelähmte geheilt werden soll? Ich denke Jesus wusste es, aber er sieht tiefer. Er sieht die krankmachende Fessel, alles was sich zwischen Gott und ihn geschoben hatte. Jesus meint sicher nicht, dass die Sünde die Ursache für die Krankheit ist. Das klärt er an anderer Stelle. Aber er sieht, dass Vergebung für diesen Menschen die oberste Priorität hat. Die Beziehung zu Gott wird für Zeit und Ewigkeit wiederhergestellt.
Mein Fokus ist, dass dieser Mensch Freunde hat, vier davon tragen ihn zu Jesus. Sie steigen aufs Dach, räumen alle Hindernisse weg, gehen sozusagen durch die Wand.
Immer wieder erlebe ich, wie wir Menschen vor Jesus bringen können. Wie wir sie stellvertretend im Gebet tragen können. Ich erlebe, dass solch ein Gebet entscheidend ist und oftmals den Durchbruch bringt. Ich erlebe, dass Jesus unseren Glauben sieht.
Der Gelähmte steht am Ende der Geschichte tatsächlich auf. Und ich denke, jetzt kommt es auf sein eigenes Vertrauen an. Unsere Aufgabe ist es stellvertretend einzutreten.
Sicher bin auch ich selbst einmal diejenige, die vor Jesus getragen werden muss, weil ich wie gelähmt bin. Weil ich keinen Plan mehr habe, wie es weitergehen könnte. Ich bin dankbar, dass ich weiß, dass auch ich solch kreative Freundinnen und Freunde habe.
Ich wünsche uns Mut, Kreativität, Beharrlichkeit und Weisheit.
Eine gesegnete Woche wünscht
Traudel Krause
Es ist doch interessant, wie einem in unterschiedlichen Lebensphasen ganz neue Aspekte in eigentlich altbekannten biblischen Geschichten auffallen können. Mir geht es aktuell mit Abraham so.
Natürlich war Abraham ein sehr alter Mann, als er Vater wurde. Aber er war auch schon ein alter Mann, nämlich 75 Jahre, als er auf Gottes Verheißung hin aus Haran aufgebrochen ist.
Ich erlebe das Älter werden in dem Bewusstsein, dass sich meine Möglichkeiten reduzieren. Wenn ich mich mit jungen Menschen unterhalte, ihren Plänen und Vorstellungen zuhöre, wird mir bewusst, dass ich das nicht mehr kann. Einen neuen Beruf lernen, ins Ausland ziehen, ein Jahr Work and Travel passen nicht mehr zu meinem Alter.
Egal, welche versteckten Talente ich noch entdecken könnte – etwas komplett Neues zu lernen fällt immer schwerer und würde schon einen großen Kraft- und Willensaufwand benötigen. Allgemein fallen mir Veränderungen schwerer, ich bin immer weniger bereit Risiken einzugehen und die Sorgen, was passieren könnte, überwiegen die möglichen positiven Auswirkungen. Man ist nicht mehr so flexibel.
Und dann lese ich von Abraham, dass er mit 75 Jahren aufbricht. Wie schafft Abraham es, neues zu wagen, vom festgelegten Menschen zum Nomaden zu werden, aus einer bestehenden Sicherheit in ein herausforderndes Leben aufzubrechen?
Zum einen erhält er eine Verheißung, für die es sich für ihn lohnt, sich anzustrengen, etwas aufzugeben. Die Aussicht etwas zu bekommen, das ich mir so sehr sehne, vielleicht mich ein Leben lang schon danach sehne, überwindet die Hindernisse.
Und dann wird er von Gott angesprochen. Er geht den Weg nicht allein. Er erlebt, dass er von Gott gesehen wird und Gott in ihm etwas sieht. Das setzt Kräfte und Mechanismen frei, die wir allein nicht mobilisieren könnten.
Eine Herausforderung des Älter werden ist, nicht aufzuhören nach meinen Sehnsüchten zu forschen, diese zuzulassen und etwas einzusetzen, um sie zu erfüllen.
Abraham wird oft als Vater des Glaubens bezeichnet. Aber er ist auch ein Vorbild, dass es kein zu spät gibt. Es ist immer möglich neu anzufangen. Es ist immer noch möglich, alte Grenzen zu sprengen. Es ist immer noch möglich neue Freiheiten zu entdecken.
Und dort, wo wir an biologische Grenzen stoßen, ist Gott nichts unmöglich.
Ich wünsche uns allen, dass wir wie Abraham vertrauen können, dass Gott unsere Sehnsüchte erfüllen möchte.
Ihre Christine Sommer
„Anstößig leben?!“ ist ein provozierender Titel für einen Kurs von Stufen des Lebens. Wir erleben ihn in diesen Wochen in unserer Gemeinde in Linkenheim. „Anstößig leben?!“ provoziert. Anstößig ist das Gegenteil von angepasst. Angepasst ist bequemer.
In unserem Kurs begegnen wir Jesus, wie er sich provozieren lässt und provoziert.
Jesus ist zornig, weil der Rummel ums Opfer aus dem Tempel als Bethaus eine Räuberhöhle gemacht hat. Die Geschäftigkeit raubt Gott die Ehre, hindert die Sammlung und Ausrichtung auf Gott. Und Menschen werden gehindert Gott, dem Vater Jesu voller Vertrauen zu begegnen.
Was hindert mich an der liebevollen Beziehung zu Gott? Wo verrenne ich mich in Ersatzlösungen? Wo will ich mir Liebe erkaufen, wo mir Anerkennung verdienen?
Dieser Zorn ist etwas anderes als die sich ausbreitende Empörungskultur in unserer Gesellschaft. Wut muss unterscheiden zwischen Egoismus und Selbstbestimmung.
Bei Jesus darf ich vorkommen wie ich bin mit meinen blinden Flecken und meiner Mutlosigkeit, mit meinen Gefühlskindern, mit Lebenslust und Eigensinn. Das unterdrückende „Du musst!“ darf zur Spontaneität befreit werden: „Du darfst sein!“ Du darfst dich an Gott und am Leben freuen.
Schalom und liebe Grüße Ihr und Euer Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten
Wir haben uns im Redaktionsteam von SdL mit Zachäus und dem Thema „Sehnsucht“ auf den Weg gemacht.
Dabei hat mich beeindruckt, wie sehr Zachäus seine Sehnsucht spürt, ernst nimmt, und beharrlich nachgeht. Er ahnt die Erfüllung seiner Sehnsüchte in der Begegnung mit Jesus.
Er setzt alles ein. Nimmt alle inneren und äußeren Hindernisse auf sich, um an den Platz zu kommen, von dem aus er einen guten Ausblick hat und weiß, dass Jesus DORT vorbeikommen wird, auf einem Maulbeerbaum. Wie eine Ewigkeit wird es ihm vorgekommen sein, so manche Gedanken sind ihm möglicherweise durch den Kopf und das Herz gegangen; viele Fragen, vielleicht Zweifel letztlich auch Ohnmacht.
Die Sehnsucht hält er aus, die Sehnsucht hält ihn an dem Platz.
Der Sehnsucht wird begegnet in dem Augenblick, in dem Jesus ihn sieht, bis in alle Tiefen, ihn liebend aufsucht, würdigt und aber auch im Jetzt und Hier herausfordert. Da kommt Tempo ins Geschehen.
Heute – sofort – jetzt - muss ich bei dir zu Gast sein. Sagt Jesus.
Jetzt: kaum Entscheidungsmöglichkeit. Vielleicht eher eine tiefe Klarheit: es geht um alles oder nichts um jetzt oder vielleicht nie? Es geht um mein Leben.
Und Z. steigt schnell vom Baum und nimmt Jesus in sein Lebenshaus auf. Nicht nur das, sondern es heißt: mit FREUDEN! Und das berührt mich sehr.
In dieser Begegnung, auf diesem Weg, wächst die Lebensfreude, die kaum in Worte zu fassen ist. Weil er erleben darf, dass mehr Sehnsüchte als er erwartet hat, gestillt wurden. Alles in seinem Leben und was ihn und sein ganzes Umfeld ausmacht, heil, zum Leben gekommen ist und Frieden gefunden hat.
Kennt Ihr, kennen Sie diese heiligen Augenblicke? Dieses liebevolle Aufgenommen und angesehen Seinmit allem, was so in uns ist. Alles und alle Sehnsüchte kommen ans Licht, sind liebevoll aufgenommen. Eine innere Lebendigkeit, Freude und tiefer Friede machen sich breit.
Was tiefste und ehrliche Freude für Auswirkungen hat, durfte ich neulich bei meinem fünfjährigen Enkelerleben: als er ein Spielzeug entdeckte, die Carrera Bahn, die ihm sein Onkel erlaubte, herauszuholen. Die Freude darüber ergriff ihn von der Haarspitze bis zum kleinen Zeh. Er strahlte, tanzte, jubelte, wie ich es lange nicht gesehen habe.
Welche Ausstrahlung dann wohl unsere tiefste Freude hat, wenn wir Jesus mit Freude in unser Lebenshaus aufnehmen?
Ich wünsche uns diese Erfahrung immer wieder und grüße herzlich, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg
Kürzlich bin ich beim Lesen in der Bibel an dem Ausdruck „von ganzem Herzen“ hängen geblieben.
David schreibt in Psalm 9: „Ich will dem Herrn danken mit meinem ganzen Herzen!“
In Psalm 119 steht: „Mit meinem ganzen Herzen habe ich dich gesucht!“
„Glücklich sind, die den Herrn von ganzem Herzen suchen!“
Es gibt die feste Zusage in der Bibel, dass wir Gott finden werden, wenn wir ihn von ganzem Herzen suchen werden!
Beim Nachforschen finde ich immer mehr Verse:
„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen!“
Gott wirbt um das Volk Israel: „Kehret um zu mir mit eurem ganzen Herzen!“
Der Prophet Samuel fordert auf: „Dient Gott mit eurem ganzen Herzen!“
Was für ein starker Ausdruck: mit ganzem Herzen!!
Was steckt dahinter?
Ganz bedeutet: ungeteilt – keine halben Sachen - vollständig – komplett – uneingeschränkt – da gehört ALLES dazu!
Das Herz ist Sitz des Lebens, Ort der Entscheidung, der Gefühle, des Willens…
und auch Ort der Begegnung zwischen Gott und mir.
Da frage ich mich: Was lasse ich alles in mein Herz hinein?
Was mache ich mit ganzem Herzen?
Wie begegne ich Menschen? Wie lebe ich meine Berufung?
Diene ich Gott mit meinem ganzen Herzen?
Gott sehnt sich nach unserem ungeteilten Herzen!
Er sehnt sich nach ganzer Beziehung mit uns!
Jesus antwortet auf die Frage, welches das wichtigste Gebot ist: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit deiner ganzen Kraft!“
Das ist aufrichtige, innige und hingebungsvolle Liebe – eine tiefe Verbindung, ganz ausgerichtet auf das Gegenüber.
Ich kann Gott kein Versprechen geben, dass ich ihn IMMER von ganzem Herzen lieben und ihm dienen werde – aber ich kann mich jeden Tag neu dazu entscheiden, mein ganzes Herz ihm zu öffnen, seine Liebe, sein Wort in mich aufzunehmen und ihn bitten, dass er mir hilft, ihm von ganzem Herzen zu dienen und in seinem Willen zu leben.
Ich bin so dankbar, dass Gott unser Herz sieht und dass er uns in seiner großen Liebe aufnimmt – auch mit allem, was zu uns gehört!
Gott segne dein Herz und deine Gedanken!
Herzliche Grüße von Ute Wolf
Nächste Woche starte ich mit dem Kurs „Durch Krisen reifen“.
In diesem Kurs geht man einen Weg mit Elia, ein bedeutender Prophet in der Bibel.
Krise als Thema. Es scheint, als stecken wir weltweit nur noch in der Krise. Von einer in die nächste, und noch eine parallel. Dazu die persönlichen Krisen. Erst heute habe ich erfahren, dass jemand, den ich mag, an Krebs erkrankt ist. Das macht mich traurig. Plötzlich ist alles anders. Es ist schwer – auch wenn wir die Auferstehungs-Hoffnung in uns tragen.
Nicht immer führt uns etwas Schweres in die Krise. Manchmal darf man dankbar staunen, wo Vertrauen zu Gott gewachsen ist und einen trägt. Dann ist es schwer – aber keine Krise. Und dann gibt es Manches, das uns tiefer erschüttert- unser Lebenshaus, ja unseren Lebensgrund durchrüttelt und die Krise auslöst.
Beim Vorbereiten der ersten Einheit bin ich beim Lesen des Bibeltextes an einer Sache hängen geblieben: Elia taucht ganz plötzlich richtig mächtig auf. Ganz klar, als Prophet Gottes teilt er dem König Israels keine nette Botschaft mit. Sie wird in die Krise führen. Sie zeugt von Gottes Macht. Sie zeigt, wie groß der Gott Israels ist. Wie stark.
Und dann – gerade als Elia dem Götzenkult den Kampf angesagt hat, sagt Gott zu Elia: Geh hier weg. Zieh dich zurück in die Wüste. Raus aus der Action. Raus aus der Beweisführung, wer der wahre Gott ist.
Elia hat gesagt und getan, was seine Aufgabe war und nun heißt es:
Zieh dich zurück. Allein. In die Wüste.
Daran bleibe ich immer hängen.
Wie wäre es mir ergangen an Elias Stelle?
Wäre ich dankbar gewesen, dass Gott mich schützt ? Oder empört, weil ich jetzt nicht mehr „der“ Prophet sein darf und mitten drin bin, wenn Gott sich offenbart als HERR dieser Welt…?
Wie geht es mir, wenn ich plötzlich wo rausgenommen werde? Nicht mehr mit dabei bin? Wenn etwas doch nicht passiert, von dem ich überzeugt war, dass Gott mich da inspiriert hat oder mich beauftragt hat?
Einmal hatte ich auf dem Herzen einen Lobpreis-Hauskreis zu starten. Ich habe eingeladen. Einige kamen. Wir sind gestartet und nach dem 2. Mal hatten bis auf einen alle abgesagt aus den verschiedensten Gründen.
Hatte ich falsch gehört? Haben wir die falschen Lieder gesungen? Wussten die anderen nicht, wie wichtig Loben ist? Mochten sie mich nicht?....
Man könnte so viele Gedanken spinnen… und wie schnell denken wir, was andere denken und was vielleicht war und ist und sein könnte…
Vielleicht kommen euch solche Situationen bekannt vor. Sie können etwas in uns anstoßen und uns in Frage stellen…
Ich merke, diese Stelle in 1. Könige 17, 3 fordert mich immer wieder heraus:
Wer ist derjenige der handelt und tut? Wer entscheidet, was passiert?
Gott handelt. Er beauftragt. Er beschützt. Er versorgt. Er zeigt seine Macht und Größe.
Nicht ich.
Ich bin dabei. Ich mache mit.
Was für ein Privileg.
Und auch was für eine Herausforderung.
In diese – Gottes Hände - will ich mich geben, hineinlegen, bergen und anvertrauen und mich erinnern, dass ER der Handelnde ist.
Eine gesegnete Woche,
Eure Damaris Friedrich
Über das Richten.
Wenn Jesus uns Hinweise gibt, wie wir leben sollen, dann merke ich, dass ich diese für mich einordne: ist das schwierig für mich oder einfach?
In Lukas 6, 37 steht: „Und richtet nicht, so werdet auch ihr nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt.“
Als ich diesen Text vor kurzem wieder gelesen habe, war ich entspannt. Schließlich richte und verurteile ich niemanden. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto unruhiger wurde ich, weil ich gemerkt habe, dass das nicht stimmt.
Das Richten ist sehr alltäglich. Ich bilde mir eine Meinung über das Verhalten anderer und ich passe mein Verhalten an, um den anderen „auf Spur“ zu bringen oder nutze meine Möglichkeiten zu strafen oder werde selbstzufrieden, weil ich nach meiner Einschätzung hier besser abschneide als der andere.
Bei der Erziehung versuchen wir mittels Androhung und auch Vollzug von Strafen oder Belohnungen andere zu bestimmtem Handeln zu bewegen. Und wir erziehen nicht nur Kinder, sondern auch Partner, Eltern, Kunden, Kollegen, usw.
Überall werden wir heute zu einer Bewertung aufgefordert: Einkaufsmöglichkeiten, Produkte, Restaurants, Freizeiteinrichtungen. Wir beurteilen die Leistung von Sportlern, von Politikern, von Lehrern, von Pfarrern, von Führungskräften.
Ist das wirklich richten? Ja - wenn ich Bewertungen lese oder höre, dann ist das richten und das Nutzen meiner Macht, um andere in eine bestimmte Richtung zu lenken oder abzustrafen.
Im weiteren Verlauf von Lukas 6 sagt Jesus: „denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen.“ (V. 38) und „Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr?“ (V. 41).
Besonders krass finde ich Bewertungen im Internet. Die Servicekraft war nicht zuvorkommend genug, die Rückantwort war zu langsam, der Handwerker kam eine halbe Stunde zu spät.
Wie wohl Internet – Bewertungen aussehen würden, wenn diese vor dem Schreiben durch den Filter „mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird Euch zugemessen“ gehen würden?
Oder wie würde die Beurteilung der Freundlichkeit einer Verkäuferin aussehen, wenn ich mir vorher überlegt habe, wo mein Balken ist, also: wie war denn mein Auftreten?
Ich glaube Jesus würde ganz viele Bewertungen und Urteile heute als Heuchelei bezeichnen.
Laut der Lehre einiger Rabbiner zu der Zeit Jesu hatte Gott zwei Maßstäbe, die er zur Beurteilung von Menschen verwendete. Das eine war ein Maß der Gerechtigkeit und das andere ein Maß der Barmherzigkeit. Mit welchem Maß du auch immer von Gott bemessen werden willst, solltest du dasselbe Maß bei anderen anwenden.
Vor dem Satz zum Richten steht in Lukas 6,36 „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“
Es wäre doch schön, wenn auch wir vor dem beurteilen und bewerten die Barmherzigkeit in den Vordergrund rücken könnten.
Eine gesegnete Woche wünscht Christine Sommer
Josef, der Träumer aus dem Alten Testament, beschäftigt mich. Da hat alles so locker leicht angefangen. Er ist der Liebling des Vaters – der lang Ersehnte. Er wird bevorzugt und sonnt sich darin ohne zu merken, wie sich der Neid und die Eifersucht der Geschwister einen Weg bahnt. Und eines Tages platzt es heraus. Die Brüder werfen ihn in einen Brunnen. Eigentlich würden sie ihn am liebsten umbringen. Aber in letzter Sekunde verkaufen sie ihn an eine vorbeiziehende Karawane. Dem Vater sagen sie, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Sogar sein blutiges Kleid präsentieren sie dem Vater.
Ein schneller Ausbruch, eine schnelle Entscheidung und das Leben aller Beteiligten wird auf lange Zeit schwer auszuhalten sein. Alle müssen die Folgen der Entscheidung aushalten. Das Opfer und die Täter und alle die dazugehören.
Ist es nicht genauso bei uns? Schnell ist eine Entscheidung getroffen. Ich muss gestehen, dass ich selbst immer Mühe habe mit Entscheidungen. Ich quäle mich lange herum, habe Angst genau das Falsche zu entscheiden und dann könnte es die Katastrophe sein. Aber irgendwann muss ich Ja oder Nein sagen. Es ist ein Moment mit oft weitreichenden Konsequenzen. Manchmal wird auch über mich entschieden. Eine gefällte Diagnose, ausgesprochen in einem Moment und ich werde lange Zeiträume damit leben. Oder ich bin einmal unkontrolliert und mache Blödsinn…. Und über lange Zeit muss ich mit den Folgen leben. Bei Josef fällt der Vater Jakob in eine Depression und schottet sich ab. 20 Jahre haben die Brüder keine Chance mit ihm zu reden. Sie müssen mit ihrer Entscheidung allein klarkommen. Josef selbst lebt als Sklave in Ägypten. Wo führt ihn dieser Weg hin? Hat Gott ihn vergessen? Wie kann er das alles aushalten?
Jahre als Sklave, dann ein unerwarteter Aufstieg und Abstieg. Er landet im Gefängnis. Zuletzt, nachdem er die Träume des Pharao deuten konnte, ist er fast so mächtig wie Pharao. In der Fremde ist er trotzdem noch. Und seine Geschichte ist noch nicht versöhnt.
Unsere Lebensgeschichte führt uns an Punkte, an denen wir lange Zeit nichts mehr verstehen. Am Ende kann Josef zu seinen Brüdern sagen: Ihr gedachtet es böse zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.
Kann ich das glauben, dass Gott seine Hand über mich hält und mich führt? Kann ich glauben, dass er auch dann, wenn ich falsch entschieden habe, aus meinem Fehler sogar das noch Bessere machen kann?
Ich wünsche uns, dass wir uns mit allem in Gottes Hand legen können.
Ihre Traudel Krause
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