Stufen.aufs.Ohr

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Stufen.aufs.Ohr episodes

  • Pfingsten - komm Heiliger Geist

    Wir kommen von Himmelfahrt und sind nun mittendrin in Pfingsten.

    Pfingsten geht nicht ohne den Heiligen Geist – die Heilige Geistkraft – die 3. Person des Dreieinigen Gottes. Ein Leben in der Nachfolge Jesu geht auch nicht ohne den Heiligen Geist – behaupte ich mal.

     

    Jesus sagte zu seinen Jüngern bevor er gen Himmel fuhr: „Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr Kraft empfangen. Dann werdet ihr meine Zeugen sein.“

    Und als dann der Heilige Geist an Pfingsten die Jünger erfüllte – wow – was waren sie dann für Zeugen! Ziemlich furchtlos, mutig, hingegeben – so zogen sie los. Sie kamen in Bewegung und mit ihnen kamen viele Menschen in Bewegung – hin zu unserem Gott.

     

    Einige Zeit davor tröstete Jesus seine Jünger mit der Zusage, dass der Heilige Geist kommen wird, wenn er zu seinem Vater im Himmel geht: Der Heilige Geist, der Beistand, der Tröster, der Fürsprecher, der Helfer.

    Er wird uns helfen die Wahrheit zu verstehen, Gottes Herrlichkeit sichtbar machen und uns Gottes Herz offenbaren. Und er wird das Gute in uns wachsen lassen: Liebe, Geduld, Sanftmut, Frieden, Freude, Großzügigkeit, Freundlichkeit und Selbstbeherrschung.

     

    WOW – oder?

     

    Wie gut ist es, dass Gott uns auf dieser Erde nicht allein lässt– sondern uns jemand zur Seite stellt, der uns tröstet, wenn wir merken, dass wir doch nicht so „gut“, so „stark“, so „schlau“ sind, wie wir dachten. Einen, der uns tröstet, wenn wir erleben, dass andere Fehler machen oder Entscheidungen treffen, die mir weh tun oder schaden. Einen, der uns tröstet, wenn das Schicksal zuschlägt.

     

    Wie ermutigend ist es, dass es einen gibt, der mir hilft, dass ich liebevoll, sanftmütig, selbstbeherrscht, großzügig und in Freude leben kann, indem er mir immer wieder aufzeigt: Du bist geliebt von deinem Gott. Ich, dein Gott, sehe dich und sorge für dich. Du bist nicht allein. Ich stehe dir bei.

     

    Ausgerüstet mit diesem Zuspruch kann ich die Welt – auch mit ihren Stacheln – umarmen und so breiten sich Friede und Freundlichkeit aus. Ausgerüstet mit diesem Zuspruch kann ich etwas in dieser Welt – trotz der Widrigkeiten – bewegen. Teil der Bewegung hin zu Gott sein.

     

    Der Heilige Geist freut sich, wenn wir ihn um seine Gegenwart in unserem Leben bitten. Er beschenkt uns gern und möchte Gutes wachsen lassen.

    Definit bewegt sich dann was.

     

    Wäre es nicht cool, wenn wie an Pfingsten, der Heilige Geist die Menschen in Bewegung bringt und wir sind mit dabei?

     

    Lasst uns unsere Ohren aufmachen, um zu hören, was er uns zuflüstert.

    Lasst uns tun, was wir von ihm hören.

    Lasst uns bitten: komm Heiliger Geist und gespannt sein, was passiert!

    Eine gesegnete Zeit wünscht Damaris Friedrich

    Nächstes Stufen.aufs.Ohr kommt wieder am 23.6.

    4 min
  • Aufgefahren in den Himmel

    Wir feiern Himmelfahrt. Manche sagen Vatertag. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es ein Feiertag. Viele genießen die freien Tage. Aber was bedeutet Himmelfahrt??Der Evangelist Lukas beschreibt es so (Lk24,50-53):“Jesus hob die Hände auf die Jünger und segnete sie, und es geschah, als er sie segnete schied er von ihnen und wurde emporgehoben gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude.“ Im Glaubensbekenntnis sprechen wir: „Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes.“ Jesus ist also nicht weg, er hat sich nicht verabschiedet. Nein, im Gegenteil. Er sitzt zur Rechten Gottes, ihm ist gegeben alle Macht. Er ist gegenwärtig im Himmel und auf Erden. Er sitzt im Regiment.

    Als der mächtige König Salomo den neuen Tempel einweiht( 1.Könige 8, 22-28) steht er mit erhobenen Händen betend vor dem Volk und spricht: „Herr Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf der Erde dir gleich…siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es denn dies Haus tun, das ich gebaut habe.“ Gott hatte seinem Vater, dem König David versprochen, „ich will bei euch wohnen“.  Und Salomo spürt auch, dass Gott im Tempel wohnt. Wir Menschen brauchen einen Ort. Aber Salomo erkennt auch, dass kein Gefäß groß genug sein kann, Gott darin einzugrenzen. Gott ist gegenwärtig, aber nicht verfügbar. Es ist diese Spannung, die wir beim Zwiegespräch mit Jesus erleben: Er neigt sein Ohr zu mir und doch ist er größer als alles. Er kümmert sich um mein kleines Leben und gleichzeitig ist er der, der alles geschaffen hat und auch vollenden wird. ER ist der, der uns zuspricht: „Fürchte dich nicht, ich bin der Erste, der Letzte und der Lebendige.“

    Ist das das Geheimnis der Himmelfahrt? Jesus Christus ist überall ansprechbar. Er wohnt bei mir, mehr noch, er hat in mir Wohnung genommen. ER ist mir durch seinen Geist ganz nahe. So nahe wie mein Atem. Und zugleich hat er alle Macht und der Himmel ist erfüllt von der Ewigkeit Gottes.

    So will ich Euch anstoßen zum Lob über diesen mächtigen Gott, der auf unserer Seite ist.

    Eure Traudel Krause

    3 min
  • Angestoßen zum Lob Gottes

    Wenn ich die Vögel zwitschern höre, freue ich mich! Ich staune, wie vielfältig sie ihre Lieder singen… es ist einfach schön, ihnen zuzuhören - ein wahrer Hörgenuss!

    Ob sie wohl manchmal auch ihrem Schöpfer ein Loblied singen???

    Gott hat sie wunderbar gemacht! Genauso wie uns Menschen!

    Da frage ich mich: wie ist das bei mir… wann lobe ich Gott, weil ER mich so wunderbar geschaffen hat?

    Wie klingen deine Loblieder…?

    Wann danken wir Gott für all das, was ER schon Gutes in unser Leben hineingegeben hat??

    Da kommt mir Psalm 103 in den Sinn: „Lobe den HERRN meine Seele und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat!“

    Nicht immer ist es mir zum Loben zumute…

    Manchmal muss ich meine Seele daran erinnern, Gott zu loben - für alles, was gut ist in meinem Leben und auch in dieser Welt!

    Das richtet meinen Blick wieder neu auf Gott aus! Das weitet meinen Horizont und führt mich heraus aus der Ichbezogenheit in die Weite!

    Dazu hilft mir auch der Blick ins Schatzbuch der Psalmen!

    Kürzlich habe ich Psalm 95 als Anstoß zur Anbetung entdeckt:

    1 Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln! Wir wollen IHN preisen, den Fels, bei dem wir Rettung finden! 

    2 Lasst uns dankbar zu IHM kommen und IHN mit fröhlichen Liedern besingen! 

    3 Denn der HERR ist ein gewaltiger Gott, der große König über alle Götter! 

    4 In seiner Hand liegt alles – von den Tiefen der Erde bis hin zu den Gipfeln der höchsten Berge. 

    5 IHM gehört das Meer, ER hat es ja gemacht, und seine Hände haben das Festland geformt. 

    6 Kommt, wir wollen IHN anbeten und uns vor IHM beugen; lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer! 

    7 Denn ER ist unser Gott, und wir sind sein Volk. ER kümmert sich um uns wie ein Hirte, der seine Herde auf die Weide führt.                   

    – aus „Hoffnung für alle“ -

    Hier kann ich Gott wieder neu in seiner Größe sehen – staunen über IHN!

    ER ist der Schöpfer, der Geber aller guten Gaben - ER ist die Quelle des Lebens!!

    Dafür will ich IHM danken, IHN loben, IHN preisen, IHN anbeten!

    Das eröffnet auch in mir wieder neue Räume – das erfüllt mich mit Freude!!!

    Ich wünsche dir auch ein neues Staunen über Gott und dass du darüber ins Loben, Danken und Anbeten kommen kannst!

    SHALOM und herzliche Grüße von Ute Wolf

    3 min
  • Was Ochs und Esel begriffen haben - Auferstehungsbilder- und geschichten mit Gérard Lattier

    Seit einem guten halben Jahr habe ich mich mit Bildern und Geschichten von Gérard Lattier beschäftigt. Und seither will ich Entdeckungen bei diesen Bildern zum Evangelium nach dem „heiligen Lattier“ mit anderen teilen. Jetzt in der Osterzeit natürlich seine drei Auferstehungsbilder.

    Das erste zeigt Jesus im weißen Gewand. Seine Hände sind zum Segnen erhoben. Der Ewige spielt im Himmel Ziehharmonika. Zwei Engel tönen. Der eine: „Jesus ist auferstanden.“

    Der andere singt das Spottlied des Apostel Paulus aus dem 1. Korintherbrief: „Tod, wo ist dein Sieg?“ Und Gérard Lattier erzählt: „Ja, es ist Ostern. Christ ist erstanden. Er hat den Tod durchschritten und ist wiedergekommen. ‚Tod, wo ist dein Sieg?‘ Die Glocken läuten. Die Judasbäume blühen. Die Vögel bauen ihre Nester. Die Wildnis ist voller Iris, man sieht Gänseblümchen und Schokoladeneier. Es ist schön in der Welt. JESUS IST AUFERSTANDEN!“
    Zu bedauern ist in diesem Bild nur der Tod. Der Sensenmann weint und läuft weg mit einem leeren Sarg. Auf dem ist der Gekreuzigte als Bild befestigt. Aber Jesus ist nicht im Tod geblieben.

    Das zweite Bild ist die Begegnung von Maria Magdalena mit dem auferstandenen Meister.

    Sie erkennt ihn nicht sofort. Er hat einen Rechen in der Hand. Also verwechselt sie ihn mit dem Gärtner. Gérard Lattier erzählt: „Maria Magdalena irrt ganz verwirrt im Friedhof umher.
    Sie versucht zu verstehen, wohin wohl der Leib Jesu geraten ist. Sie sieht von hinten einen Gärtner mit seinem Rechen. Sie geht auf ihn zu. Um ihn zu fragen, was los ist. Als sie ihn anspricht, dreht sich der Gärtner um – und es ist Jesus! Sie stürzt auf ihn zu, um ihn wie gewöhnlich zu umarmen. Jesus hält sie mit einer Handbewegung auf und sagt: ‚Noli me tangere!‘ Berühre mich nicht!“ Der Auferstandene ist nicht zu greifen und nicht zu begreifen.

    Im dritten Bild Jesus überdimensional groß mit riesigen Händen zum Segnen erhoben. Alle tanzen. Der alte Künstler und seine längst verstorbene Frau auch. Auch in diesem Bild gibt es viel zu entdecken, amüsiert und irritiert der Maler und Erzähler. Der Esel und der Ochse, bekannt von der Krippengeschichte kommen beim Maler immer wieder vor. Esel und Ochse haben Sprechblasen. Der Esel verkündet: „Christus ist auferstanden!“ Und der Ochse antwortet wie in einem orthodoxen Ostergottesdienst. „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

    Mich erinnert dieser österliche Dialog an eine Klage Gottes: „Der Ochse kennt seine Meister und der Esel die Krippe seines Herrn, aber Israel hat mich vergessen.“ Einer gottvergessenen Welt rufen Esel und Ochs die Osterbotschaft zu. Das ist kein dummer Esel und kein blöder Ochse. Ostern stellt alles auf den Kopf. Mit seinen Bildern und Geschichten will Gérard Lattier einladen, mit dem Auferstandenen im Alltag zu rechnen.

    Die Bilder kann man auf der Website sehen www.lattier-linkenheim.de

    4 min
  • An den Rand gekommen

    Quellen aus denen Leben fließt ist das Kursthema  in diesem Frühjahr. Darin hören wir eine Geschichte, wie Waltraud Mäschle sie für den Kurs ausgearbeitet hat. Die möchte ich Ihnen heute leicht gekürzt, weitergeben. Die Samariterin erzählt: Jeden Tag, wenn ich hier an den Brunnen komme, um Wasser zu schöpfen, höre ich die Worte, die Jesus zu mir gesprochen hat. In mir setzt sich das Gespräch von damals fort und ich buchstabiere Satz für Satz. Es ist mir, als ob ich tatsächlich von diesem lebendigen Wasser trinke und erfrischt werde, von dem Jesus gesprochen hat. Jetzt lebe ich wieder. Jesus selbst ist für mich zur Quelle geworden, aus der Leben fließt. Vorher konnte man mein „Dasein“ nicht als Leben bezeichnen. Ich war ausgetrocknet, völlig einsam und von Misstrauen geprägt, müde gelaufen und durchlöchert von den Blicken der Menschen, einem verstopften Brunnen gleich und  dann kam dieser Tag. Wie in Gedanken versunken  ging ich in der sengenden Sonne zum Brunnen. Da saß Jesus am Brunnenrand und bat mich ganz selbstverständlich um Wasser. „Gib mir zu trinken“, sagte er zu mir. Ich sah gleich, dass er ein jüdischer Mann war. Deshalb war ich sehr verblüfft, dass er mich überhaupt ansprach. Ich wehrte ab, doch er redete beharrlich weiter und sprach vom lebendigen Wasser, das er mir geben kann, wenn ich nur will. Ja, er sprach davon, dass ich nie mehr Durst haben werde. Ich spürte, dass es mehr sein muss, als ich Moment begriff. Der Gedanke gefiel mir, ich bekam Vertrauen zu diesem Fremden. Ganz unvermittelt forderte er mich auf, meinen Mann zu holen. Damit traf er mitten ins Herz, genau an meine wunde Stelle. Aber eigenartig, seine Worte waren nicht verletzend oder bloßstellend, sondern befreiend. Ich höre sie noch ganz deutlich, klar und bestimmt. Dabei hat er mich angesehen, als wollte er sagen: “Ich kenne Deine unerfüllte Sehnsucht, ich kenne Deine Schuld, ich kann das gut ertragen.“ Dann formulierte er für mich ein Schuldbekenntnis:“ Fünf  Männer hast Du gehabt…“ Er sprach mir aus der Seele. Alle diese Beziehungen hatten meinen Hunger, meine Lebenssehnsucht  nicht gestillt. Wie recht er hatte. Ich ahnte, dass er ein Mehr für mich hat. Plötzlich gingen mir die Augen auf: “Er ist Christus, der Messias, auf den wir warten“. Das lebendige Wasser, das er hat, ist er selber. Ich fühlte, als ob eine Quelle durch mich hindurchfließt. Das wollte ich nicht für mich behalten und rannte zurück ins Dorf. Ich hatte keine Angst mehr vor den andern. Er stand am Brunnenrand als ich völlig an den Rand gekommen war. Er machte mein Leben wieder lebendig.

     Das wünsche ich auch Ihnen. Ihre Margret Trojer 

    4 min
  • Wertungsfrei

    Es gibt Worte, die einem plötzlich an ganz verschiedenen Stellen begegnen. Mir geht es gerade mit dem Wort „wertungsfrei“ so.

    Zuerst wahrgenommen habe ich das Wort wertungsfrei als ein Prinzip der Achtsamkeit.  Je nach Autor wird dort auch vom Prinzip nicht zu urteilen, nicht werten oder auch Wertneutralität gesprochen. Wir sind sehr stark damit beschäftigt alles was wir denken, wie wir handeln oder was wir von anderen wahrnehmen einzuordnen und damit auch zu beurteilen. Bei der Achtsamkeit geht es darum, diesen Bewertungskreislauf zu unterbrechen.

    Als Beispiel: Ich kann auf die Uhr sehen und feststellen, es ist jetzt 10:00 Uhr – das ist wertungsfrei. Oder fällt mir sofort ein, was ich eigentlich bis 10 Uhr erledigen wollte und dass ich also zu langsam bin?

    Auch das Verhalten oder Aussagen von anderen Personen soll wertungsfrei wahrgenommen werden. Nicht wertungsfrei ist es, wenn ich mir Gedanken mache, ob mich der andere gerade schief anschaut oder wie er diesen Satz wohl gemeint hat.

    Ergänzt wird die wertungsfreie Wahrnehmung bei der Achtsamkeitslehre unter anderem von der liebevollen oder wohlwollenden Wahrnehmung.

    Sich selbst und andere wertungsfrei anzunehmen erleichtert zunächst einmal meinen Denkprozess. Ich muss nicht einordnen, bewerten, beurteilen und darauf basierend Zukunftsszenarios aufbauen. Den Gegensatz dazu habe ich auf einem Kalenderblatt gelesen: ich könnte mich schon wieder über Dinge aufregen, die noch gar nicht passiert sind.

    Wir leben in einer Zeit, in der alles öffentlich bewertet wird, Restaurants, Friseure, Ärzte, Urlaub, Feste, Menschen. Die Bewertungen sind nicht wohlwollend liebevoll, sondern höchst kritisch und werden häufig auch als Retourkutsche verwendet, wenn irgendetwas nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt hatte.

    Wie entspannend ist es, wenn ich mich einem Menschen gegenüber finde, der mir wertungsfrei begegnet. Es nimmt mir die Anspannung genügen zu müssen. Niemand fühlt sich wohl dabei, bewertet zu werden.

    Jesus ist so mit Menschen umgegangen. Ohne Beurteilung, ohne Einordnung, ohne Kategorisierung. Und seine Art der liebevollen, wertungsfreien Annahme bildet die Basis, dass in diesen Menschen ein Verwandlungsprozess starten kann. Wenn Jesus eine Einordnung vornimmt, dann nur die einer Handlung, nicht einer Person und das auch erst dann, wenn er eine persönliche Beziehung geknüpft hat.

    Das will ich mir zum Vorbild nehmen im Umgang mit anderen und auch im Umgang mit Bewertungen.

    Eine gute Woche wünscht Christine Sommer

    3 min
  • Ostern - ganz anders!

    Ostern – ganz anders.

    So habe ich diese Passions- und Osterzeit erlebt.

    Ganz anders. Und doch: ganz tief und lebensnah.

    Ein Satz von Andrea Schwarz hat mich begleitet:

    „Wenn ich das Dunkel des Karfreitags wegnehme, wird Ostern ein bisschen weniger leuchten“.

    Ich kenne das.

    Erst wenn ich das Dunkel nicht ausblende, die schwierigen Zeiten und persönlichen Herausforderungen, sondern zulasse, erlebe ich sie als zum Leben, lebendig sein dazugehörig.

    Dieses Jahr wurde unsere Kirche geschlossen.

    Von heute auf morgen.

    Für immer. Verriegelt. Keine Glocken mehr.

    Das fühlte sich an wie Karfreitag.

    Trauer. Sprachlosigkeit. Wut.

    Und doch: Wieder habe ich erlebt, wie nah Karfreitag und Ostern beieinanderliegen.

    Dass im Dunkeln das Licht schon wächst.

    Denn Menschen kamen zusammen, ein Gottesdienstteam entstand.

    Man traf sich nicht nur für Gottesdienste – sondern zum Beten, Zuhören, Austauschen, Hoffen.

    Ein neues Miteinander entstand.

    Auf der Suche nach einem Raum für unsere Passionsandachten, die wir auf keinen Fall ausfallen lassen wollten, fanden wir diesen Raum:

    Einen leereren Kindergartenraum – hell, liebevoll, still.

    Dort lag das Kreuz, auf einem blauen Tuch –

    Zeichen für Gottes Treue.

    Auf der einen Seite des Kreuzes Dunkelheit. Auf der anderen Seite Blumen.

    Blühendes Leben.

    Dort hielten unsere Passionsandachten, Stille, Gebet, jeden Abend!

    Und dazu läuteten die Glocken.

    Niemand hatte es erwartet.

    Aber sie klangen.

    Einladend.

    Menschen hörten sie –

    Und kamen.

    Einfach so.

    Der Raum füllte sich –

    Mit Jung und Alt, mit Tränen und Lachen, mit Klage und Hoffnung.

    Das Leben kehrte ein.

    Sogar eine Auferstehungsfeier wurde möglich –

    Am frühen Morgen, mit kleinem Feuer, mit gemeinsamem Frühstück.

    Mit Licht.

    All das, weil Menschen das Dunkel nicht verdrängten –

    Sondern offen blieben für das, was wächst.

    Für den, der lebt.

    Gott spricht:

    Siehe, ich will ein Neues schaffen –

    Jetzt wächst es auf –

    Erkennt ihr´s denn nicht? (Jes. 43,19)

    Ostern – ganz anders.

    Und doch: ganz echt.

    Ganz lebendig.

    Ganz nah.

    Und wie war es bei Euch und Ihnen?

    Es grüßt österlich, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

    3 min
  • Jeden Morgen...

    Jeden Morgen ereignet sich im Kleinen Ostern: leuchtet der Ostermorgen in unser Leben hinein. Jeden Morgen drängt Gott aufs Neue alle Kälte und Dunkelheit zurück, wälzt den Stein vom finst`ren Grab und erschafft uns neue Zukunft.

    So beginnt meine morgendliche Stille mithilfe der Lebensliturige – App.

    Am Anfang waren mir diese Sätze fremd. Je öfter ich es höre, desto tiefer fällt es hinein, in meine Seele, mein Herz, mein Leben.

    Ich genieße es mittlerweile, diese Sätze mitzusprechen und selbst zu sprechen. Ich merke, ich habe mich darin beheimatet. Darin liegt für mich Kraft und Hoffnung.

    Jeden Morgen neu.

    Ostern.

    Nicht nur in diesen Wochen mit den 3 Feiertagen, an denen es uns ganz präsent wird – sondern jeden Morgen ereignet sich Ostern.

    Jeden Morgen erschafft Gott neue Zukunft. Neue Chance zu leben. Der Stein zur Seite gerollt. Für mich liegt darin so viel Hoffnung.

    Die Auferstehungshoffnung leuchtet auf, trotzt der Dunkelheit und des Todes, der Macht der Schuld, Trennung und Zerrissenheit.

    Gottes Licht strahlt auf – wie am Morgen die Sonne.

    An Karfreitag ist noch nicht zu sehen. Da heißt es, dass es dunkel wurde, die Erde bebte… eine Sonnenfinsternis…

    Doch der Vorhang im Tempel zerreißt schon in diesem Moment. Für mich ist das ein Hoffnungszeichen Gottes noch vor der Auferstehung am 3. Tag, das er leise sendete, hinein in die Ohnmacht seiner Freunde: Der Weg ist frei zu mir, deinem liebenden Vater. Ich stehe mit offenen Armen da und warte auf dich, bereit, mich mit dir zu verbinden.

    Jesus malte es als Bild:

    Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben – ich in dir und du in mir. Ganz verbunden. Aus mir herauswachsend, von meiner Kraft tankend, Neues sprießen lassen. Frucht wächst.

    In einem Lied von Johannes Hartl und Freunde singen sie davon, dass hinter den Wolkentürmen, dem grauen Nebel – für uns nicht sichtbar und doch da – die Sonne steht und leuchtet. Da ist. Auch an Karfreitag und jeden Morgen neu – wenn Gott den Rhythmus von Tag und Nacht in seinen Händen hält und die Sonne jeden Morgen wieder aufgeht.

    Gehalten von ihm erleben wir Karfreitag, Ostern, unser Leben in dieser zerbrochenen Welt. Christus ist auferstanden. Unsere Hoffnung lebt. Schöne und gesegnete Feiertage wünscht euch Damaris Friedrich

    Frohe Ostern!

     

    4 min
  • Brannte nicht unser Herz...

    „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?“

    Das ist der Monatsspruch für April. Das sagen die beiden Emmausjünger im Nachhinein.
    Das ist ihnen aufgegangen, als Jesus das Brot nahm, dankte, es brach und es ihnen gab.
    Da wurden ihnen die Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander:
    „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg und uns die Schrift öffnete?“

    Ich bin der bekannten Ostergeschichte aus dem Lukasevangelium ganz neu begegnet bei unserer Ausstellung „Das Evangelium nach dem heiligen Lattier“.

    Der hat die Geschichte in vier Bildern erzählerisch gemalt und malerisch erzählt.
    „Zwei Männer sind auf dem Weg nach Emmaus. Es sind Weggenossen von Jesus. Sie denken an Jesus, der gerade gestorben ist. Wie der letzte Gauner an einem Kreuz. Sie sind in tiefem Schmerz, völlig durcheinander. Wo sie doch so überzeugt gewesen waren, nun würde die ganze Welt anders werden.“

    Das hat Gérard Lattier gemalt. Die beiden Männer gehen nebeneinander her, den Arm dem anderen über die Schulter gelegt. Sie weisen jeder mit dem anderen ausgereckten Arm und ausgestreckten Zeigefinger nach oben, auf den leidenden Jesus. Der eine, wie Jesus das Kreuz schleppt, der andere wie er am Kreuz hängt. Jeder der beiden Freunde von Jesus mit einem Heiligenschein über dem Kopf. Sie gehören immer noch zu Jesus. Zwischen ihnen über ihrem Kopf aber ein gespaltetes Herz. Das ändert sich auch nicht, als ihnen der auferstandene Jesus begegnet. Den hat der Maler ohne Heiligenschein gemalt. Eben aus der Perspektive der beiden Jünger. Denn sie erkennen Jesus nicht. Sie empfangen ihn mit hängendem Mundwinkel.

    Das dritte Bild zeigt verwandelte Jünger. Sie lächeln wie Jesus. Der hat für sie immer noch keinen Heiligenschein, aber zwischen ihnen und Jesus sind geheilte Herzen, nicht mehr gespalten. Das dritte Bild nimmt vorweg, was sie erst im Nachhinein erkennen beim Brechen des Brotes. Da erzählt der Maler und Erzähler, Versöhnungskünstler und Genießer Lattier:

    „Das Mahl beginnt. Unversehens nimmt der Unbekannte das Brot und den Wein, bricht das Brot, gießt Wein in ein Glas und macht genau das, was Jesus beim Abendmahl gemacht hat. Und sie erkennen ihn: Es ist JESUS. Jesus ist auferstanden! Das ist kein Gespenst, so eines isst kein Brot und keine Wurst.“

    Auf dem Bild ist der Tisch reich gedeckt. Die beiden Jünger haben ihre Arme und offenen Hände begeistert nach oben gerissen. Und Jesus hat einen Heiligenschein über dem Kopf. Denn ihre Augen wurden geöffnet. Und im Nachhinein erkennen sie: „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg.“

    Das wünsche ich uns, dass Jesus mit uns redet in der Passionszeit und durch das Fest der Auferstehung in seinem Wort und in seinem Mahl.

    Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

    3 min
  • auf das Herz kommt es an...

    Ich war wieder einmal bei meiner Traurigkeit über die zunehmende Bedeutungslosigkeit der Kirchen in der Gesellschaft angekommen. Ja, das macht mir viel aus, wenn z.B. Kirchengebäude umgenutzt werden und Kirche immer unbedeutender wird. Schnell war mein Stufen aufs Ohr fertig. Aber kaum gespeichert, merkte ich, dass ich beim Leiden und Klagen nicht stehen bleiben will.

    Genau rechtzeitig flattert ein Vortrag vom Theologen Fulbert Steffensky herein. Schon 2011 hat er es geschrieben zum Thema “Zukunft der Kirche“. Gleich einer der ersten Sätze hat mich tief erreicht. Er fragt: “Liegt ein Teil unserer Depression nicht in der falschen Annahme, es hätte einmal eine Zeit gegeben, in der der Geist Christi eine selbstverständliche Stätte in unserer Gesellschaft gehabt hätte, heute aber sei jener Geist verjagt und aufgegeben.“ Soweit das Zitat. Ich mag Fulbert Steffensky. Er hat es geschafft, meine Gedanken von der Bedeutung der Institution Kirche auf das zu lenken, was der eigentliche Schatz der Kirche ist. Wenn äußere Dinge an Bedeutung verlieren, bleibt am Ende das Eigentliche. Unwillkürlich musste ich an die Einheit von Stufen des Lebens denken, in der Jesus den Tempel reinigt. Unter dem ganzen Gebäude von Opfer und “Ich Muss Bausteinen“ liegt das Herz, liegt die Beziehung. Auf die Beziehung kommt es an, auf die Liebe. Das ist der Kern und der Schatz. Worin drückt sich der Schatz aus, wie wird die Beziehung gelebt. Darauf kommt es an. Das muss lebendig sein und pulsieren.

    Bibel, Gebet und die Musik, sind ein Teil des Schatzes

    Lieder sind gesungene Gebete. Sie sind die Muttersprache des Glaubens. Die Lieder berühren in mir eine andere Ebene, auch den Bereich der Emotion und der Schönheit. Die Musik und die Lieder lehren uns lächeln wenn wir singen „Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. Und sie lehren uns weinen, wenn wir singen: „Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir“.

    Ein Satz von Fulbert Steffensky ist mir besonders wichtig: „Die alten Lieder und Gebete sind durch die Hoffnung und Tränen der Vorfahren gewaschen.“

    Vor mir wurde geglaubt und der Ewige gepriesen und nach mir wird geglaubt werden.

    Ich will lernen auf den großen Schatz der Kirche Jesu zu schauen, ich will den Geist Gottes bitten, meinen Blick auf das zu lenken, was direkt vom Himmel kommt. Jesu Gegenwart hier und heute, seine Zusagen und Versprechen und das Versprechen, dass Gott selbst alles vollenden wird.

    Gottes Segen für die neue Woche wünscht

    Traudel Krause

    3 min

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Stufen.aufs.Ohr – Stufen zum Lauschen - für Zwischendurch