Stufen.aufs.Ohr

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Stufen.aufs.Ohr episodes

  • Ich singe dir mit Herz und Mund - Entdeckungen und Anregungen

    Herbstzeit. Erntezeit. Staunen. Empfangen dürfen. Loben, den Schöpfer und Ernährer. Gott.

    Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Trauben, Nüsse dankbar genießen, Menschenskind.
    Paul Gerhardt, mein evangelischer Lieblingsliederdichter hat ein wunderbares Herbstlied gedichtet. Es erschien in einer Ausgabe seiner vertonten Lieder fünf Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, 1653. Zig Generationen haben es seither gesungen.
    Ich habe das Lied abgeschrieben und angemalt. Ich habe entdeckt, dass es ein kunstvolles Werk ist. Ein großartiges Gedicht. Es lohnt sich, es auswendig zu lernen. Jedes Jahr singe und meditiere ich es einen Monat lang. Mein Herbstlied in 18 kurzen, vierzeiligen Strophen.

    Sein Aufbau ist ebenfalls kunstvoll. Es beginnt und schließt mit einem Selbstbeschluss:

    „Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr meines Herzens Lust“ Und:
    „Ich weiß, dass du der Brunn der Gnade und ewge Quelle bist“.
    So beginnen die beiden ersten Strophen. Und die letzte ein bisschen fromm-frech:
    „Ei nun, so lass ihn ferner tun und red ihm nicht darein,
    so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig dankbar sein.“

    Auf den Selbstbeschluss folgt eine Selbstklärung. Vier Strophen mit neun Fragen.

    Fragen wollen zum Nachdenken anregen. Sie nehmen nichts für selbstverständlich. Sie verwehren Oberflächlichkeit. „Was sind wir doch? Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt?“
    Die Selbstklärung führt in fünf Gebetsstrophen: „Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir“.
    Das Lied bleibt nicht in einer anonymen Dankbarkeit stecken, auch wenn Dankbarkeit als Lebenshaltung wertvoll ist. Biblisches Denken kommt aus dem Beten und führt ins Beten.
    Beten umfasst beides: Loben und Klagen. Beten bindet uns an den Schöpfer, Retter und Tröster, den dreieinigen Gott. Beten schließt nichts aus, sowohl das nicht, was uns begeistert, als auch das nicht, was uns bedrückt.
    Was für eine tröstliche, zärtliche Sprache in diesem gedichteten, gesungenen Gebet:
    „Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei;
    kein Zähr und Tränlein ist zu klein, du hebst und legst es bei.“

    Aus dem Beten folgt das Bekennen. Was ich mit Gott erfahren habe, möchte ich anderen weitersagen. Christenmenschen leben wie alle anderen Zeitgenossen in Ängsten und Sorgen.

    Aber sie setzen auf einen Widerstandsgeist:
    „Was kränkst du dich in deinem Sinn und quälst dich Tag und Nacht?
    Nimm deine Sorg und wirf sie hin / auf den, der dich gemacht.“

    Ein paar Entdeckungen aus meinem Lieblingsherbstlied von Paul Gerhardt als Anregung, das ganze Lied zu singen, zu beten, auswendig und inwendig zu lernen.

    Schalom und liebe Grüße Ihr und Euer Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstette

    4 min
  • Sommergedanken über die Freude

    „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit…“ – ein Lied im Gesangbuch. Ich singe es gar nicht so oft – aber diese Aufforderung oder Ermutigung kommt mir immer wieder in den Sinn!

    Vielleicht müssen wir uns manchmal aufmachen und hinausgehen, um die Freude zu suchen oder zu finden!

    Ich brauche öfters einen flotten Spaziergang an der frischen Luft, den freien Himmel über mir, um meine Gedanken zu sortieren.

    Indem ich mich bewege, kann ich auch meine Gedanken besser hin und her bewegen.

    Da ordnet sich dann oft etwas in mir und ich sehe wieder klarer!

    Ich nenne diese Runden „einen Spaziergang mit Jesus machen“!

    In meinem Unterwegssein kann ich IHM meine Gedanken laut sagen!

    Ich kann IHN um Rat fragen und oft kommt ein Impuls zurück, den ich dann aufnehmen kann – das hilft mir weiter!

    Meistens fallen mir dann auch Dinge oder Situationen ein, für die ich dankbar bin, die mein Leben reich machen.

    Unterwegs in Gottes Schöpfung werde ich dankbar für den Geber aller guten Dinge und aus dieser Dankbarkeit heraus spüre ich, wie die Freude in mein Herz einzieht!

    Weißt du eigentlich, dass Gott Freude empfindet… und wie sehr ER sich über DICH freut???

    In Jesaja 62 steht: „Wie ein Bräutigam sich freut über seine Braut, so freut sich dein Gott über dich!“

    Ist das nicht überwältigend?  

    Die Freude des Bräutigams ist eine tiefe Freude über den Menschen an seiner Seite, mit dem er das Leben teilen möchte.

    Das ist Freude über die gemeinsame Zeit, die Beziehung, den Gedankenaustausch, einander teilhaben lassen, Pläne schmieden, gemeinsam durch’s Leben gehen – die Welt mit den Augen des anderen sehen....

    Wenn ich mir das vorstelle, dass Gott sich so über mich freut wie ein Bräutigam über seine Braut… das berührt mich sehr!!

    ER streckt sich aus nach mir!

    Gott möchte das Leben mit mir teilen – was für ein Glück – was für eine Freude!

    Ich darf seine Freude an mir aufnehmen und genießen – gerade auch dann, wenn es mir nicht so sehr zum Freuen zumute ist!!

    Und ich kann für andere Menschen bitten, die gerade in schwierigen Lebensumständen stehen: „Herr, gieß du deine Freude in sie hinein, dass sie spüren, dass DU da bist und dass sie neu erleben dürfen, wie sehr DU dich über sie freust!“

    So bete ich, dass die Freude Gottes uns wieder neu berührt!

    Sei gesegnet & behütet!

    Herzliche Sommergrüße von Ute Wolf

    3 min
  • Sommerzeit ganz anders

    August, viele sind noch unterwegs. Die Stadt ist leer, das Telefon klingelt selten, der Terminkalender muss nicht ständig abgeglichen werden.

    Manche, die ich gerne sehen würde, sind weg. Stille – Gefühle des Alleinseins, gar Einsamkeitsgefühlekommen auf?!? Wohin mit der Zeit?

    Vor den Ferien habe ich äußerliche und seelische Turbulenzen erlebt. Schließung unserer Kirche, Fusion, Auflösen der Gemeinde. Und immer wieder gab es Missverständnisse, mangelhafte Kommunikation, Ohnmachtsgefühle.

    Da sind noch Dinge, die im großen und kleinen Kreis angesprochen werden müssen. Meine Ungeduld sagt mir: lieber heute als morgen.

    Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe  und der Besonnenheit. (nach 2. Tim.)

    Daran werde ich immer wieder erinnert.

    So war es möglich einander in anderen Zusammenhängen zu begegnen. Friedvoll, aber noch nicht geklärtund befriedet.

    Das war sogar körperlich spürbar, als wir in dieser Zeit ein großes fröhliches Tauffest am Neckar feiern konnten. 23 Täuflinge aus unterschiedlichen Gemeinden.

    Die Weite unter dem geöffneten Himmel tat gut.

    Dennoch: Ich hätte nie gedacht, dass die Veränderungen und Auseinandersetzungen so viel in Bewegungbrachten. Dazu brauchte es wohl genau diese Sommerzeit!

    Der Abschiedsschmerz erinnerte an andere durchlebte Trauerprozesse mit allen seinen Phasen.

    Das Schwierigste für mich war ein uraltes Gefühl schon aus der Kindheit: nicht gehört, nicht gefragt, nicht verstanden zu sein.

    Und ich sollte wohl diese Gefühle nochmal spüren, anders, vielleicht noch tiefer.

    Früher waren meine Reaktionen darauf: Rückzug, Resignation.

    Und heute merke ich: ich will dafür eintreten, für die Menschen, für meine Wahrheit, Klären im Hören auf den rechten Moment.

    Auf einmal ist es in mir und um mich herum gar nicht mehr so still und einsam. Ich bin dankbar für all die Erkenntnisse, für Gottes Zeitplan, seine Herzensgüte.

    Dankbar für den Vater im Himmel, der uns ALLE trägt, der uns so sieht wie wir sind, als wenn Er fragenwürde: wie geht es DIR? Was willst DU, dass ich DIR tun soll?

    Mit dieser anderen Blickrichtung erkenne ich: Schon in dem ganzen Prozess gab es liebevolle, vertraute, auch neue Begegnungen, Bücher und Lieder, die mich mit Hoffnung und Zuversicht erfüllten. 

    Wie ist eure Sommerzeit? Vielleicht auch anders? Ich wünsche Euch liebevolle Entdeckungen und Stärkung an Leib und Seele!

    Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

    3 min
  • Lass die Sonne rein?

    Ich sitze in meinem Büro, der Himmel grau behangen, draußen regnet es. Es ist Ende Juli und fühlt sich an wie Herbst. Mittendrin sind wir in der Sommerzeit und das Lied der Fanta4 taucht in meinem Kopf auf:

    Sommer, Sonne, Sonnenschein, zieh ich mir furchtbar gerne rein, gerne rein, gerne rein…

     

    Oh ja, wie gern würde ich mir Sommer, Sonne und Sonnenschein jetzt reinziehen… und ich habe auch noch Hoffnung, etwas Wärme und Sonne in den nächsten Wochen abzubekommen.

    „Lass die Sonne rein", singen die Fantas weiter:

    "Die Sonne rein?" fragst du und bist ziemlich aufgebracht
    Du kannst mich nicht versteh‘n, denn sie hat mit dir Schluss gemacht
    Dein Wagen in der Werkstatt, der Urlaub in den Binsen
    Dein Boss hat es satt, auf der Bank zahlst du Zinsen…“

    Keine Sonne…

     

    Ja – unsere Tage sind nicht immer sonnig und manchmal erleben wir sehr lange wolkenbehangene, regnerische Zeiten. Es scheint immer trüber zu werden und die Sonne scheint verloren gegangen zu sein? Wo ist sie denn?

    Dann können oder wollen wir die Aufforderungen von anderen: „Lass die Sonne rein!“ gar nicht hören.

     

    Und wie geht das überhaupt, „die Sonne reinlassen“?

    Laut den Fantas sollen wir einfach „Schnippndibipnbadip sipndipndip“ sagen…

    Wenn es doch so einfach wäre…

     

    Was mache ich, wenn alles trüb und regnerisch in mir oder um mich herum ist?

    Ich halte aus und warte. Harre darauf, dass mich Gott findet.

    Denn das hat er uns wissen lassen mit der Geschichte vom Verlorenen Schaf:

    Der gute Hirte geht und sucht das Verlorene BIS ER ES FINDET.

    So wichtig sind wir ihm. So wichtig bist du ihm!

    Gott hört nicht auf, uns zu suchen.

    Die Sonne strahlt und strahlt, und tut alles, damit ihre Strahlen zu uns durchbrechen und uns erreichen…

    Und ich kann bezeugen – das habe ich immer wieder erlebt: Gott findet mich.

     

    Und während ich harre und warte, bade ich mich manchmal in Liedern. Eins davon ist von Frieder Gutscher: Atem holen – das könnt ihr auf den streaming-Diensten hören. Das schalte ich ganz laut an – so dass es mich umhüllt und dann singe ich mit, den Namen Jesu – immer wieder – atme ihn ein und lass ihn in mir Raum einnehmen. Vielleicht hast du auch so ein Lied, dass dich Gottes Gegenwart gewiss(er) werden lässt..

     

    Ich mache euch und mir Mut – zu harren, zu warten, euch hinzuhalten – ob die Sonne gerade umfassend scheint, mancher Strahl die Wolken durchbricht oder ihr gerade mit verdunkeltem Himmel da seid,

    denn Jesus hat zu Zachäus, der Menschenmenge und auch zu uns gesagt:

    Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

    Wie gut, dass wir auf IHN unsere Hoffnung setzen können!

    Einen gesegneten Sommer wünscht Damaris Friedrich

     

    Lied ist auf Youtube zu hören… und macht gute Laune!

    4 min
  • Gedanken des Friedens

    Kennst du auch so unruhige, aufgewühlte Gedanken in dir?

    …da ist Vieles, was erledigt werden sollte – was denn jetzt zuerst…? und wie kann ich es angehen?

    Ich mache mir Gedanken über eine Freundin, von der ich schon eine Weile nichts mehr gehört habe – ob wohl alles ok ist?

    Ich denke an die Nachbarin, deren Mann vor kurzem plötzlich verstorben ist!

    Meine Kinder bewegen mich… sie gehen ihre eigenen, selbstständigen Wege – in meinen Gedanken und Gebeten begleite ich sie und manchmal fällt mir das Loslassen schwer!

    Ich höre die Nachrichten aus aller Welt – so viel Ungerechtigkeit und Krieg!

    Wie kann das nur weitergehen, wenn scheinbar Geld und Macht regieren???

    All das beschäftigt mich!

    Das Gedankenkarussell dreht sich im Kopf, beschert mir manchmal unruhige Nächte und ganz plötzlich ist dann auf einmal auch der innere Friede in mir weg!

    Wie sehr wünsche ich mir FRIEDEN – in der großen und auch in meiner kleinen Welt: in meinem Herzen, in meinen Gedanken!! 

    Auf einmal werde ich an einen meiner Lieblingsverse erinnert – er steht in Jeremia 29 Vers 11:

    „Ich weiß ja die Gedanken, die ich über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben!“

    Gott hat Gedanken des FRIEDENS über mich!

    Wie unruhig könnte ER über mich sein, wenn ich mich immer wieder um mich selbst drehe, meine vielen Gedanken nicht ganz an IHN abgeben kann und manchmal so unruhig bin, dass ich seine Stimme nicht gut höre…

    Aber: ER hat Gedanken des FRIEDENS über mich!!! Das tut mir gut!

    Gott hat noch MEHR für mich! Zukunft und Hoffnung will ER mir schenken!!

    Es wird ein „weiter“ geben – auch da, wo ich noch nicht sehe, wie es weitergehen kann!

    HOFFNUNG ist SEINE Zukunft - für mich - für dich - für diese Welt!

    Gottes Frieden möchte ich mir immer wieder neu zusprechen lassen – in mein Herz hineinlassen – bewusst damit leben und darüber auch innerlich zur Ruhe kommen!

    Ich will mir immer wieder neu Seine Hoffnungsgedanken über mich und über diese Welt in mein Bewusstsein aufnehmen. Das befreit, das ermutigt mich!

    Ich wünsche dir sehr, dass du Gottes Hoffnungsgedanken auch in deinem Alltag spüren kannst und dass Sein FRIEDE dich tröstet und erfüllt!

     

    Herzliche Grüße von Ute Wolf

    3 min
  • Um den Segen können wir bitten

    Ich merke auf. In einem Gespräch zur Vorbereitung eines Gottesdienstes sagt er einen sehr weisen Satz: „Es gibt beim Thema Lebensgeschichte drei Bereiche: Die Gene, die Umstände und den Segen. Die beiden Ersten stehen mehr oder weniger fest. Das Dritte können wir uns nicht selbst geben.“ Soweit das Zitat.

    Zuerst einmal die Gene. Vieles bringe ich mit. Es ist mir in die Wiege gelegt. Meine Haarfarbe, meine Größe, mein Temperament, meine Konstitution d.h. meine Gesundheit oder Anfälligkeit, meine Talente. Das ist mein Grundvermögen, meine Anlagen und meine Begabungen.

    Das zweite sind die Umstände in die ich hineingeboren wurde. Die Zeit z.B.: 20. Jahrhundert, ich bin in Europa geboren, nicht in Afrika. Im Frieden, nicht im Krieg. Die Familie in die ich hineingeboren wurde, war sie komplett oder hatte ich die Aufgabe, einen Elternteil zu ersetzen? War die Familie in der ich groß geworden bin arm oder reich? Waren die Eltern Akademiker oder war der Haushalt ein Arbeiter- oder Geschäftshaushalt? Es gibt so viele Faktoren, die mich prägten. Die Geschwisterreihe spielt eine Rolle. War ich ein Einzelkind oder der oder die Jüngste oder der oder die Älteste oder war ich in der Mitte? War ich diejenige, die für die Geschwister verantwortlich war? Welche Schule konnte ich besuchen? Gab es einen Lehrer, der mich gefördert hat und dem ich viel zu verdanken habe? Oder war die Schulzeit eher schwierig? Alle Faktoren können sich auf mich positiv oder schwierig auswirken. Bei manchem merken wir erst viel später, dass aus dem zuerst Schwierigen eine besondere Begabung gewachsen ist.

    Jetzt zum Dritten, zum Segen. Wir können uns den Segen selbst nicht geben. Mit noch so viel Tüchtigkeit kann ich mir den Segen nicht verdienen. Er ist immer Gnade, d.h. Geschenk. Aber wir können immer darum bitten. Und Gott will gern segnen. In der Schöpfungsgeschichte heißt es: „Und Gott segnete sie“. Und immer wieder hat Gott diesen Segen bekräftigt und erneuert. Wie oft hat er ihn bei mir schon bekräftigt und erneuert?

    Segen ist die Kraft, die die genetische Veranlagung und die Verhältnisse verändern kann. Waltraud Mäschle sagte, dass Segen aus dem Minus ein Plus machen kann. Besser kann man es nicht sagen. Um den Segen können wir bitten. Ich will es mit dem Hebräischen Wort für Segen sagen. „Barakh“ das heißt: ich knie nieder, um wie ein Lasttier Proviant für meine Lebensreise aufgeladen zu bekommen.

    Dreieiniger Gott, wir bitten dich um deinen Segen für unsere Lebensreise.

    Ihre Traudel Krause

    4 min
  • Vater unser

    In der ersten Einheit des Kurses „Vater Unser“ geht es um die Taufe Jesu. Man könnte sagen: Was hat die Taufe Jesu mit dem Vater Unser zu tun. Aber, es passiert folgendes: Jesus kommt zum Jordan und bittet Johannes, ihn zu taufen. Und Johannes sagt erst: „ICH Dich taufen? Eigentlich müsstest Du mich taufen. Doch Jesus besteht darauf und er tauft ihn. Und als Jesus aus dem Wasser wiederauftaucht, passiert etwas Großartiges. Der Himmel öffnet sich und der Vater im Himmel ruft aus dem Himmel herunter: „Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Wohlgefallen.“ Und der Heilige Geist kommt auf ihn wie eine Taube, Krass, oder? Der Himmel öffnet sich und Gott sagt ihm zu: „Du bist mein geliebter Sohn.“ Hörbar! Wow!

    Für all das was dann auf Jesus zugekommen ist, war das sehr wichtig! Er hatte bereits als 12jähriger gesagt: „Ich muss im Haus meines Vaters sein.“ Er hatte das Verständnis über seinen Vater schon. Aber, diese Zusage hat ihn noch einmal ganz besonders gestärkt. Als die Jünger ihn später bitten: „Lehre uns beten.“, haben sie eigentlich gesagt: „Lehre uns, wie Du Deine Beziehung zum Vater lebst.“ Und was sagt Jesus?: „Betet so: Vater Unser im Himmel.“ Abba, lieber Vater. Abba, das war revolutionär. Die Bitten des Vater Unsers sind nichts Neues im Judentum. Bei dem 18 Bitten Gebet der Juden sind alle Bitten des Vater Unsers enthalten. Aber neu war, dass Jesus diesen heiligen Gott als Vater angesprochen hat. Nicht als der ferne, heilige JAHWE, sondern tatsächlich als ABBA. Als PAPA.

    Das ist, was Jesus seine Jünger lehrt: „Ihr seid Kinder Gottes, Ihr seid die Kinder, die nach Hause kommen können, den Kühlschrank aufreißen und essen was sie wollen, weil ihr seid die Kinder im Haus. Kinder dürfen bitten und empfangen, und Kinder haben auch keine Hemmungen zu bitten – solange sie nicht etwas anderes gelernt haben; gesund ist, dass Kinder bitten und annehmen, und sie bekommen gerne.

    Ich möchte Dir heute zusprechen: „Du bist ein geliebtes Kind Gottes, Du bist Gottes geliebte Tochter, Gottes geliebter Sohn. Und du darfst bitten und du darfst empfangen. Und wenn du das nächste Mal das Vater Unser betest, dann sei dir dessen bewusst, wer du bist: ein Kind Gottes und du darfst zum Papa rennen und sagen, Papa ich brauche.

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    Im Vater Unsers ist das ganze Evangelium enthalten. Alles was wir nur in unserem Leben brauchen könnten, ist in diesen Bitten eingeschlossen.

    Und das ist total klasse und total super, wir dürfen kommen und dürfen Gott um alles bitten. Wir sind seine geliebten Kinder- Du bist sein geliebtes Kind. Und ich segne Dich jetzt damit, dass Dein Herz das versteht. Damit segne ich Dich mit diesem Verständnis, das in Dein Herz rutscht und dass du das nächste Mal beim Vater Unser Gott ganz bewusst ansprichst, als Papa.

    Ich segne Dich damit, dass Du weißt, Du darfst zum Vater rennen und bekommst bei ihm Schutz, Versorgung und alles was Du brauchst. Der Vater im Himmel liebt Dich! So sei damit gesegnet, in Jesu Namen, Amen.

    5 min
  • Sich mit positiven Menschen umgeben

    Ende 2019 habe ich ein Interview mit Lewis Hamilton, dem mehrfachen Formel 1 Weltmeister, gesehen.

    Auf die Frage nach dem Geheimnis seines Erfolgs sagte Hamilton unter anderem:

    „Ich lege großen Wert darauf, mich mit den richtigen Menschen zu umgeben. Und ich bin dabei sehr wählerisch mit den wenigen Menschen, die ich um mich haben will. Mich sieht man deshalb auch nicht mit einem großen Tross, wenn ich zu einem Rennen komme. Und ich habe auch keinen verrückten Manager, der mir sagt, ob ich nach links oder rechts gehen soll.“

    In einem Twitter-Beitrag gab Hamilton, der offen zu seinem Glauben steht und nach seiner Aussage auch viel betet, an: „Umgib dich mit Menschen, die dich erheben und dir Energie geben, anstatt sie dir zu nehmen, und die dich unterstützen und dir auch ehrliche konstruktive Meinungen und Ratschläge geben können.“

    Diese Aussagen haben mich ganz stark an Psalm 1 erinnert, dort steht: „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen / noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!  Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“

    Die Worte von Hamilton haben Eindruck auf mich gemacht und ich habe angefangen ganz bewusst darauf zu achten, wie es mir nach Begegnungen mit Menschen geht.

    Und tatsächlich: Es gibt Menschen, die wie eine Tankstelle für Energie wirken. Nach den Begegnungen geht es mir gut, ich fühle mich erfrischt, ich habe Kraft und spüre Kreativität. Und dabei spielt es nicht die große Rolle, um was es in der Begegnung ging. Es kann ein geschäftliches Telefonat sein, ein fröhliches Beieinandersitzen, ein Gottesdienstbesuch und auch ein Krisengespräch oder eine Diskussionsrunde.

    Und andere Menschen scheinen meine Kraft abzulassen wie eine Badewanne, in der man den Stöpsel zieht. Nach der Begegnung bin ich muffig, energielos und deprimiert.

    Seit ich das beobachte gehe ich achtsam mit meinen Begegnungen um. Ich suche die Kontakte, die mir guttun.

    Aber ich will mich auch vor den komplizierten Begegnungen nicht verschließen. Doch es hilft mir diesen Menschen möglichst nur mit voller Energiebadewanne zu begegnen und mir bewusst zu machen, dass ich hier einen wertvollen Menschen vor mir habe, dessen Rat ich jedoch auf die Goldwaage lege und von dessen Weltsicht ich mich abgrenzen möchte. Das bewirkt, dass es auch den Spöttern nicht so leicht gelingt, den Stöpsel meiner Energiebadewanne zu ziehen.

    Ich wünsche Ihnen viele erhebende Begegnungen in dieser Woche.

    Ihre Christine Sommer

    3 min
  • Die Lebenskunst der Dankbarkeit

    Vor kurzem hat uns unser ältester Enkel, eben 18 Jahre alt geworden, überrascht. Er hat uns gefragt, was wir ihm und seinen beiden jüngeren Geschwistern als Oma und Opa für ihr Leben wünschen.

    Ich habe sehr spontan geantwortet: Dankbarkeit. Ich habe hinzugefügt. Dankbarkeit ist eine Lebenshaltung. Es lohnt sich sie einzuüben. Ganz bewusst zusammentragen, wofür man dankbar ist. Danken hat es mit Denken zu tun. Was habe ich in meinem Leben empfangen? Was in letzter Zeit? Ich möchte Menschen danken, die es gut mit mir meinen, die mir helfen, die sich an mir freuen. Und ich will Gott danken für so vieles, was ich als unverdientes Geschenk erkenne. Und auch für das, wo ich anderen eine Hilfe oder eine Ermutigung war.

    Mich hat dazu wieder ganz neu ein Lied von Paul Gerhardt inspiriert. „Die Lebenskunst der Dankbarkeit“ umschreibt es Reinhard Deichgräber. Es heißt: „Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein?“ Und dann nennt er in vielen Strophen, wofür er Gott alles dankbar ist. Danken hat es mit Denken zu tun und mit der Bereitschaft sich überraschen zu lassen und zu staunen.

    Bis auf die letzte Strophe nennt jede die Summe der Dankbarkeit in einem wiederkehrenden Bekenntnis. Die Melodie dieser Doppelzeile ähnelt einer Fanfare:
    „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit“.

    Im Mittelteil der einzelnen Strophen mit einer innigen, verhaltenen Melodie nennt der Dichter, wofür er Gott dankt. Für sein Wesen und sein Leben, die ihm Gott im Mutterleib gegeben hat.

    Er staunt und kann es nicht begreifen, dass uns Gott aus Liebe sein Liebstes gegeben hat, seinen Sohn.
    „O du unergründ’ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist,
    ob er sich gleich hoch befleißt, deine Lieb ergründen können?“
    Eine andere staunenswerte Entdeckung zum Danken:
    „Wenn mein Können, mein Vermögen, nichts vermag, nichts helfen kann,
    kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen.“
    Und dann erinnere ich mich an Situationen, wo ich einfach nicht weiter wusste. Aber dann spürbar erfahren habe, Gott hat mir einen Weg eröffnet, mit dem ich nicht gerechnet hatte.
    So war es auch mit Stufen des Lebens in Baden. Es wurde mir eine Tür geöffnet, für drei Jahrzehnte eine Stelle in den Missionarischen Diensten für Stufen des Lebens einzurichten. Ich staune immer noch und stimme in das Finale des Liedes ein:
    „bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit“.

    Wofür wollen Sie heute Gott danken?

    Mit dankbarem Herzen grüße ich Sie

    Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

    3 min
  • Oh nein! - Herausfordernde Anstöße

    „Oh nein. Nicht auch das noch!“

    Kennt ihr diesen Moment? Man ist gerade ganz bei sich. Endlich Ruhe. Konzentration. Ein Gebet vielleicht, ein stiller Gedanke, ein heilsamer Anstoß… und dann: wird man herausgerissen. Eine Unterbrechung.

    So ging es mir auf der Multiplikatorenschulung „Anstößig leben?! – Angestoßen zum Lob“.

    Wir waren gegen Ende eines intensiven Tages angekommen. Viel war ins Rollen gekommen – nicht nur Kugeln aus dem Kursmaterial, sondern auch Gedanken, wir waren ganz erfüllt und gefüllt von so manchem Anstoß.

    Am Samstagabend erzählten Damaris und Christina vom Zukunftsprozess. Auch das brachte einiges ins Rollen, so auch, darüber ins Gebet zu kommen. Schließlich standen wir im Kreis, es herrschte eine andächtige konzentrierte Stimmung.

    Da klopfte es. Zwei Köpfe schauten zur Tür herein: „Können wir kurz stören? Es ist aber eine angenehme Störung! Wir bräuchten fünf Leute, die mit uns ein Lied singen. Wir haben nebenan eine Gemeindefreizeit und spielen gerade ‚Wetten, dass???‘ … und wir könnten eure Hilfe gebrauchen.“

    Im Raum wurde es still. Spürbares Zögern. Wollen wir uns unterbrechen lassen? Ist das eine von diesen Störungen?

    Ich selbst rang mit mir. Gerade waren wir so gesammelt. Jetzt? Ein Lied für eine Freizeitaktion? Ist das nicht unpassend? Oder… ist es nicht doch ganz reizvoll?

    Dann stand Damaris auf. Entschlossen. Ein Anstoß. 32 Personen folgten ihr, kamen ins Rollen. Stille verwandelte sich in fröhlich-gespanntes Gelächter.

    Mit viel Beifall und Fröhlichkeit wurden wir empfangen.

    Frieder Gutscher stimmte mit uns das Lied „Du bist ein Königskind“ an. Der „Stufen-Chor“ gab sein Bestes. Die Gäste, Jung und Alt, Groß und Klein wurden angestoßen von der Stimmung, wurden berührt von diesem Lied, in dem ihnen Würde, Liebe und (An-) Gesehen Sein zu gesungen wurde. Aus dem stillen Gebetskreis wurde eine Gemeinschaft voller Leichtigkeit, Lachen, Gekicher und Freude.

    Umgestimmt, neu angestoßen waren wir wieder in unserem Raum versammelt zum Gebet –Erfrischter, leichter. Die Unterbrechung hatte uns geöffnet. Für Gott. Füreinander. Für neue Bewegung.

    Ja, ich wünsche uns genau diese Leichtigkeit und Freude für unseren Alltag.

    Manchmal beginnt sie mit einem kleinen Anstoß.

    Vielleicht auch mit einer „Störung“.

    Lassen wir uns unterbrechen.

    Lassen wir uns immer wieder anstoßen, die Botschaft ins Rollen zu bringen: Du bist ein Königskind. Du hast Würde

    Das wünscht, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

    3 min

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Stufen.aufs.Ohr – Stufen zum Lauschen - für Zwischendurch