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Veröffentlicht wurde der Song erstmals im Juli 2018, auf der EP Summer Pack. Er findet sich aber auch auf Childish Gambino's viertem Studioalbum 3.15.20 und trägt dort den Titel 42.26. Die eingängige Interpretation des Textes hat schließlich nur am Rande mit dem Sommer selbst zu tun. Der Song handelt eigentlich vom fortschreitenden Klimawandel und der Erderwärmung, die uns das Gefühl geben als sei, immer Sommer, und der wir nur träge gegenübertreten. Jeder Tag ist heißer als der vorherige, Bienen sterben, Vögel singen nicht mehr, und das Wasser wird knapp – sind nur Teile der Lyrics.
Das animierte Musikvideo steht dem Inhalt des Songs konträr gegenüber. Dort verfolgen wir Glover bei einem sorglosen Spaziergang durch die Nachbarschaft, gespickt mit bekannten Gesichtern und popkulturellen Referenzen. Diese Subversion ist ebenso Teil der Message von "Feels Like Summer": Obwohl uns die Gefahr des Klimawandels bewusst sein sollte, überspielen wir sie.So wünscht uns Childish Gambino zwar einen entspannten Sommer, weist uns aber gleichzeitig darauf hin, dass die nächstjährigen Sommer nur noch heißer sein werden.
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Temple Road
Artist: Naâman
Label: Big Scoop Records
Als Martin Mussard 2010 beschloss, sein Leben der Musik zu widmen, gab er sich selbst einen Namen aus dem alten Testament. Naâman - benannt nach einem der zehn Söhne Benjamins, als auch nach einem syrischen Hauptmann, der von Lepra geheilt wurde. So verarbeitet er seine Spiritualität in der Musik. „Temple Road“ von Naâman.
Gleich der erste der 17 Songs ist eine Wucht. Ein entschleunigter Beat, eine tighte Bassline und Naâmans warme, sonore Stimme, die seine nachdenkliche Betrachtung der Lebensreise stimmig rüberbringt. Inspiriert und benannt nach der Straße, in der er während seines Aufenthalts in Indien lebte, begibt sich der junge Franzose auf die Suche nach dem Ort, zu dem er sich zugehörig fühlt.
Es ist ein ein sehr ehrliches Album geworden - Naâman selbst nennt es sein "schönstes musikalisches Abenteuer der letzten zehn Jahre" und verriet erst kürzlich, dass er daran gearbeitet hat, als wäre es sein letztes, da bei ihm 2019 ein Hirntumor diagnostiziert wurde.
Indien ist der rote Faden von „Temple Road“. Immer wieder taucht es auf, sei es in Liedern, Instrumenten oder in den Klängen eines lokalen Marktes, was zu einem wohltuenden Gefühl der Verbundenheit beiträgt. Erschienen auf Big Scoop Records.
Musikredaktion
Anspieltipps der Musikredaktion:
(superfly.fm)
Willy Puchner arbeitet als freischaffender Fotograf, Zeichner und Autor in Wien und auf Reisen. Nach dem Studium der Philosophie folgte er seinen Sehnsüchten und bereiste die Welt. Er veröffentlichte viele Bücher, zeigt seine Bilder in Ausstellungen, publiziert in Zeitschriften, veranstaltet Workshops, Vorträge und gestaltet seit mehr als 25 Jahren die "Galerie"-Seite des "extra" der "Wiener Zeitung".
Vollqueer, der queere Podcast, ist so bunt wie das Leben selbst! Antonio Šošić, bekannt aus "Prince Charming" und "Take Me Out" behandelt im Podcast oft Randthemen innerhalb einer bereits marginalisierten Community, die in den Mainstream-Medien keinen Anklang finden. Manchmal sind es auch Themen, die uns wie jede andere Person im Alltag bewegen.Die Gemeinsamkeit aller Themen: für mehr Sichtbarkeit zu sorgen.
Er begann in den 90er-Jahren zu produzieren und lernte bei Derrick May, der auch als der "Philosoph" des Detroit-Techno bekannt ist. Detroit Techno hat aber nichts von dem bewusst positiven "Motown-Sound" sondern reflektiert die sich im Niedergang befindende Industriestadt. Doch dass daraus etwas schönes entstanden ist, bleibt unbestritten - Noch immer gibt der Sound weltweit Tänzer:innen den Takt vor. Stacey Pullen gilt als progressiver Vertreter des Genres, seine Verbindung von House, Garage und Techno kann durchaus als Einfluss auf spätere elektronische Künstler.innen gesehen werden.
Nach all den Jahren schafft es Stacey Pullen noch immer, aktuell zu bleiben, ohne dabei seine Wurzeln zu vergessen. Nicht nur deshalb kann man ihn getrost in einem Atemzug mit Pionieren wie Jeff Mills und Carl Craig nennen. Wir freuen uns darauf, Stacey Pullen im Club Praterstrasse begrüßen zu dürfen. Support kommt von Patrick Pulsinger und Ferdinand Huebl.
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Blame It On The Youts
Artist: Tiggs Da Author
Label: Alacran Records
Wenn man mit mehreren Genres auf einer Platte experimentiert, kann das Ergebnis entweder großartig sein...oder genau das Gegenteil. Dem in Tansania geborenen Tiggs Da Author ist mit all seinen Innovationen ersteres gelungen. „Blame It On The Youts“ - sein Debüt.
Tiggs nimmt die Musik der afrikanischen Diaspora ins Vereinigte Königreich, mit einigen direkteren Einflüssen des Kontinents und auch einigen jenseits des Atlantiks. Tansania mag zwar auf der anderen Seite Afrikas liegen als Ghana, aber hier gibt es viel Highlife- und Hiplife-Einflüsse, zusammen mit ein wenig Jazz, Reggae und Hip-Hop.
Tiggs Da Author schafft es, eine ganze Menge in elf Songs zu verpacken. Jeder Titel sticht hervor, was ein Beweis für Vielfalt ist. Funkig, discoaffin – „Brand New“ zum Beispiel erinnert an die Zusammenarbeit von Daft Punk, Pharrell Williams und Nile Rodgers vor einigen Jahren, während der Albumabschluss "Fly 'Em High" mit dem englischen Rapper Nines einen eher typisch britischen Hip-Hop-Sound hat.
Tiggs' Mix aus verschiedenen Genres und afrikanischen Klängen, die von üppigen Arrangements getragen werden, sorgen für ein durch und durch eingängiges Debüt voller Hithooks. Erschienen auf Alacran Records.
Musikredaktion
Anspieltipps der Musikredaktion:
(superfly.fm)
In den 1960er Jahren - in Detroit - beobachten Marvin Gaye und William Stevenson während einer Fahrt durch die Straßen, wie einige Kinder an einem heißen Sommertag durch Wasser hüpfen, das von Feuerhydranten versprüht wird. Fast so als würden sie tanzen. So entsteht die Idee zu "Dancing In the Street". Mehr hört ihr, wenn ihr reinhört.
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