Andreas Reinhardt aus der Wirtschaftsredaktion fasst im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler zusammen, worauf Sie bei Kauf und Anwendung der Geräte achten sollten.
- Welche Ortungsgeräte gibt es und was kosten sie?
- Wie läuft die Suche per Tracker oder AirTag?
- Wie zuverlässig sind diese Ortungsgeräte?
- Was bringt ein Ortungsgerät im Koffer?
- Versuchen Diebe, Tracker oder AirTags zu entfernen?
Welche Ortungsgeräte gibt es und was kosten sie?
Es gibt unterschiedliche Systeme. Ein Beispiel sind die reinen GPS-Tracker, die ein Mobilfunkteil eingebaut haben und den Standort des Rads per Satellit ermitteln. Dieser GPS-Tracker kommuniziert mit dem Internet. Das passiert jede Minute oder alle viertel Stunde - je nach Gerät. Der Vorteil: GPS-Tracker funktionieren auch auf dem Land, wenn Mobilfunk vorhanden ist. Die Geräte kosten zwischen 50 und 100 Euro. Die Nutzung des Mobilfunks geht extra. Häufig fallen 10 Euro im Monat an.
Die zweite Möglichkeit ist ein AirTag. Der funktioniert per Bluetooth und ist mit 20 bis 40 Euro deutlich günstiger. Diese Ortungsgeräte brauchen aber ein Smartphone in der Nähe, um ihren Standort zu übermitteln. Das kann auf dem Land ein Nachteil sein, weil dort möglicherweise zu wenig Smartphones an dem Rad vorbeifahren.
Wenn das Fahrrad weg ist: Wie läuft die Suche per Tracker oder AirTag?
Das läuft über die Webseite oder die App des Ortungs-Anbieters. Nach dem Einloggen in mein Benutzerkonto sehe auf einer Landkarte, wo das Fahrrad gerade ist. Ich kann auch einen Alarm bekommen, wenn sich das Rad bewegt und ich gar nicht in der Nähe bin. Das bedeutet meistens: Das Fahrrad wurde geklaut.
Wie zuverlässig sind diese Ortungsgeräte?
Der Standort wird relativ genau übermittelt. Dabei gilt: je häufiger das Ortungsgerät die Position des Fahrrads übermittelt, desto genauer ist das Ganze. Dadurch wird aber auch mehr Strom verbraucht. Da gibt es unterschiedliche Systeme. E-Bike-Akkus können GPS-Tracker mit Strom versorgen - bei herkömmlichen Fahrrädern ist das über den Dynamo möglich. AirTags, die per Bluetooth kommunizieren, haben eine handelsübliche Knopfzelle eingebaut, die ungefähr ein Jahr funktioniert. Sollten Akku oder Batterie zur Neige gehen, wird das in der Tracker- oder AirTag-App angezeigt.
Ein anderer Anwendungsbereich für Tracker und AirTags ist das leidige Thema "verlorenes Reisegepäck". Was bringt ein Ortungsgerät im Koffer?
Ich weiß mit Sicherheit, wo mein Koffer ist. Zum Beispiel: ich bin auf Mallorca und mein Koffer ist in Dubai - das kann ich damit sehen. Bei verlorenem Gepäck besteht häufig die Möglichkeit, den Link, der durch AirTags erzeugt wird, der Fluggesellschaft zu übermitteln. Damit kann der Koffer schneller gefunden werden, weil die Airline dessen genaue Position sofort erfährt.
Die zweite Möglichkeit ist, einen GPS-Tracker in den Koffer zu packen. Der Nachteil ist der Akku des Trackers, der bei manchen Fluggesellschaften im aufgegebenen Reisegepäck nicht erlaubt ist. Andere Airlines schreiben vor, dass GPS-Tracker im Koffer ausgeschaltet sein müssen. Dann können die Geräte keine Signale übermitteln.
Gepäck oder Fahrradverlust ist das eine - jetzt geht es um Diebstahl. Versuchen Diebe, Tracker oder AirTags zu entfernen?
Beim Kofferdiebstahl stellt sich die Frage eher nicht, da die Ortungsgeräte im Koffer sind, den ein Dieb aufbrechen müsste und dann wäre der Inhalt sowieso weg.
Beim Fahrrad wissen Diebe ziemlich gut, wo Tracker oder AirTags angebracht sein könnten. Trotzdem gibt es gute Schutzmöglichkeiten. Das Ortungsgerät kann beispielsweise fest vom Werk im Lenker, im E-Bike-Motor, im Rücklicht, im Rahmenschloss oder in der Sattelstütze eingebaut sein. Dann sind Tracker oder AirTags schwieriger zu entfernen.