Seit dieser Woche laufen in Baden-Württemberg und im G8-Zweig in Rheinland-Pfalz die schriftlichen Abiturprüfungen. Ein Zentral-Abitur gibt es in Deutschland nicht. Bildung ist Hoheit der Länder und so gibt es auch bei den Abschlussprüfungen Unterschiede. Allerdings nicht mehr so große wie in der Vergangenheit, sagt Bildungsexpertin Silke Fokken in SWR Aktuell. "Die Kultusministerinnen und -minister arbeiten seit einigen Jahren daran, dass das Abitur immer vergleichbarer wird".
Bemühungen um Vergleichbarkeit des Abiturs
So gebe es seit einigen Jahren einen gemeinsamen Aufgabenpool für bestimmte Fächer, aus dem sich die Länder bedienen können. Zusätzlich steht es den Ländern frei, eigene Aufgaben zu entwerfen. Darüber hinaus greife ab 2027 eine Reform der Oberstufe, die ebenfalls einer besseren Vergleichbarkeit dienen soll. Von einem Zentralabitur sei man aber auch dann noch weit entfernt.
Bildungsföderalismus ist historisch gewachsen
Dass die Abiturprüfungen in jedem Bundesland anders aussehen, sei historisch begründet, so Fokken. Mit dem Bildungsföderalismus in Deutschland wolle man eine Gleichschaltung des Bildungssystems wie unter der Nazi-Diktatur oder dem SED-Regime in der DDR verhindern.
Welche Möglichkeiten Hochschulen neben der Abiturnote nutzen, um Bewerber zu bewerten, erklärt Silke Fokken im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem