SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Iran und USA verhandeln über Atomwaffen: Was denken die Menschen?
    Baut der Iran eine Atombombe, und wie lange könnte es noch dauern, bis sie einsatzbereit ist? Auch das ist eine Frage, mit der sich US-Präsident Trump befassen muss. Am Wochenende soll es neue Verhandlungen mit Teheran geben. Darüber hat SWR-Aktuell-Moderator Bernhard Seiler mit der Iran-Expertin Gilda Sahebi gesprochen.
    6 min
  • "Fashion Revolution Day": Für nachhaltigen Umgang mit Kleidung
    Heute ist "Fashion Revolution Day". An diesem Tag dreht sich alles um die Frage "Wer macht meine Kleider?" In Gedenken an den Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im Jahr 2013 geht es um schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende Transparenz in der Modeindustrie und das Ziel, Kleidung nachhaltiger zu produzieren und im Alltag bewusster damit umzugehen. Maria Schorn leitet den Second-Hand-Laden "Kleiderei" in Freiburg. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex beschreibt sie ihre Vorstellung von nachhaltigem Umgang mit Kleidung, der sich unter anderem darin zeigt, dass in der "Kleiderei" auch Mode zum Ausleihen angeboten wird.
    6 min
  • Osteuropa-Experte Stefan Meister erklärt, warum Trumps Ukraine-Deal wohl nicht zu dauerhaftem Frieden führen wird und was dahinter steckt.
    Alles, was man bisher über den angeblichen "Deal" für ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine weiß, entspricht weitgehend russischen Positionen. Die Ukraine soll Gebiete abtreten, die Halbinsel Krim als russisches Territorium anerkannt werden. Eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine soll ausgeschlossen werden. Auch für Stefan Meister, Leiter des Zentrums für Ordnung und Governance in Osteuropa und Russland bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, bedeutet das ein "reines Entgegenkommen gegenüber russischen Forderungen". Er kritisiert unter anderem: "Es gibt keinerlei Sicherheitsgarantien für die Ukraine und damit auch keinerlei Garantie, dass der Krieg tatsächlich endet, wenn sie Territorien abgibt." Warum Meister davon ausgeht, dass dieser "Deal" nicht funktionieren wird und welche Beweggründe er hinter den Ankündigungen aus Washington vermutet, erklärt der Osteuropaexperte der DGAP im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Leon Vucemilovic.
    5 min
  • Hirsche, Rehe, Wildschweine: Wie Sie bei einem Wildunfall richtig reagieren
    SWR Aktuell: Wie verbreitet ist es denn, dass Menschen in so einer Situation falsch reagieren?
    Sigfrid Brockmann: Das Gute ist: In vielen Fällen reagieren Menschen richtig, und deswegen bleiben viele Wildunfälle tatsächlich auch glimpflich. Wir sind da jetzt wissenschaftlich andersherum rangegangen und haben uns mal angesehen: Was passiert eigentlich bei den Unfällen mit schweren Folgen, wo wir Schwerverletzte und Tote haben. Und da ist das eben ganz überwiegend so, dass das Problem darin liegt, dass die Fahrer das Lenkrad verreißen und dann eben bedauerlicherweise nicht einfach schön auf den Acker fahren - sondern da ist gar kein Acker, da ist ein Graben oder ein Baum oder beides. Und es kommt zum Überschlag oder zu schweren Kollisionen, und das halten natürlich weder der Gurt noch die Fahrgastzelle aus. Und dann kommt es eben zu den schweren Verletzungen im Fahrzeug.
    SWR Aktuell: Was wäre denn dann die mustergültige Reaktion?
    Brockmann:Ich weiß wohl, dass das nicht ganz so einfach ist, wenn man in treue Rehaugen blickt - denn meistens bleibt das Wild auch noch stehen, wenn es einmal auf der Fahrbahn ist - , da draufzuhalten. Aber das ist für das menschliche Überleben die einzig richtige Reaktion. Dann knallt es zwar auch, aber darauf sind natürlich die Fahrzeugsysteme eingestellt. Und dann kommt es, wenn überhaupt, zu leichteren Verletzungen. Deswegen: Wenn einem das eigene Leben lieb ist, wirklich Vollbremsung so viel es geht, Lenkrad stabil halten. Anders geht es nicht.
    SWR Aktuell: Herr Brockmann, ein Ergebnis ihrer Studie ist auch, dass Wildwechsel-Schilder am Straßenrand oder Geschwindigkeitsbegrenzungen oder auch Reflektoren eher keinen Einfluss auf das Unfallgeschehen haben. Wie erklären Sie sich das denn?
    Brockmann:Fangen wir mal mit dem Wildwechsel-Schild an. Da ist erstmal die Diagnose, dass wir in vielen Fällen, wo es zu schweren Unfällen kam, ein Wildwechsel-Schild hatten. Also kann es ja gar nicht so wahnsinnig viel bewirken. Und ich würde jetzt auch mal sagen, das ist die Alltagserfahrung, die wir haben. Diese Wildwechsel-Schilder wirken immer auf eine größere Streckenlänge, meist steht das sogar dabei: für drei Kilometer, für vier Kilometer. Und wenn das etwas bringen sollte, dann müsste man die Geschwindigkeit natürlich sehr deutlich reduzieren. Also sagen wir mal, maximal 60 km/h. Und das macht natürlich auf einer solchen längeren Strecke kein Mensch, erst recht nicht, wenn dahinter jemand herfährt. Und deswegen sind diese Schilder einfach vollkommen wirkungslos. Aber es ist eben mit einem Schild auch nicht besser lösbar, weil das Wild eben auch leider nicht immer dieselben Stellen nimmt, sondern auf einer größeren Strecke mal hier und mal dort über die Straße läuft.
    SWR Aktuell: Das heißt wenn das alles nichts hilft, was kann man denn dann tun, um Wildunfälle zu vermeiden?
    Brockmann:Wir sehen vor allen Dingen, dass nachts und in der Dämmerung die meisten Wildunfälle passieren. Das ist tatsächlich auch zu Tageszeiten, wo wenig Verkehr ist, also zwischen 22 und 0 Uhr beispielsweise und zwischen vier und 6 Uhr. Und dann ist das Tier ja oft auch verdeckt durch Büsche am Fahrbahnrand und so weiter. Wenn jetzt die Fahrzeuge Infrarotsensoren hätten, alles nicht so wahnsinnig teuer, statt normaler Radarsensoren, dann würde das Fahrzeug eben auch ein Wildtier hinter einem Busch entdecken und im Zweifel in Kombination mit dem Notbremsassistenten diesen Unfall verhindern. Das wäre auf mittlere Sicht natürlich die perfekte Lösung. Zwischenschritte sind tatsächlich, dass wir solche Gräben nicht bauen, dass wir idealerweise keine Bäume am Straßenrand haben und dass wir freie Sicht haben. Je mehr Büsche am Straßenrand; umso größer die Wahrscheinlichkeit; dass ein Wildtier tatsächlich aus dem Nichts auf der Fahrbahn steht.
    4 min
  • Ukraine-Deal? „Trump gibt russische Forderungen als eigene aus“
    US-Präsident Trump spricht nach seinen Gesprächen mit Russland über einen möglichen „Deal“, der zum Kriegsende in der Ukraine führen könne. US-Korrespondent Carsten Kühntopp sagt im Gespräch mit SWR-Aktuell-Moderator Bernhard Seiler, Trump setze so den ukrainischen Präsidenten Selenskyj unter Druck. Der US-Präsident übernehme russische Forderungen und gebe sie als amerikanische aus.
    6 min
  • Vor dem Start der Elektronischen Patientenakte ePA: Wie Rheinland-Pfalz Patienten unterstützen will
    SWR Aktuell: Die ePA-Coaches sind ja ihre Digital-Botschafterinnen und -Botschafter in Rheinland-Pfalz - mit einer Art Zusatzausbildung. Was genau haben die denn da jetzt noch zusätzlich gelernt?
    Dörte Schall: Wir haben in Rheinland-Pfalz aktuell über 700 ehrenamtliche Digital- Botschafterinnen und -Botschafter. Und da haben sich jetzt einige zusätzlich qualifizieren lassen, um die Menschen über die elektronische Patientenakte zu informieren, also zu erklären, wie man sie nutzt, wie man sie herunterlädt, und vor allem wie man sie auch selbstbestimmt so nutzt, wie man das möchte.
    SWR Aktuell: Sie bereiten diese Weiterbildung der Digital-Botschafter schon seit Ende vergangenen Jahres vor. Wie ist denn die Resonanz bisher? Es ist ja eh schon ein arbeitsintensives Ehrenamt…
    Schall: Die Resonanz ist sehr gut. Wir merken das immer bei den Digital-Botschaftern, dass sie selbst neugierig sind auf neue Dinge, die eingeführt werden. Und da sie das für sich selbst anwenden wollen, wollen sie es auch anderen erklären. Es war eine relativ aufwendige Schulung mit vier Bausteinen. Aber die ist sehr gut angenommen worden und wird jetzt auch gut übers Land verteilt ausgerollt.
    SWR Aktuell: Können Sie etwas dazu sagen, was das für Bausteine sind?
    Schall: Es gibt vier Bausteine. Einmal das Thema im Allgemeinen: Was kann die Patientenakte? Welche Aufgaben hat sie? Und ein wichtiger Teil ist die Einrichtung.  Wie erkläre ich Menschen, die auf dem Handy einzurichten, aber auch Fragen zu beantworten bei Menschen, die skeptisch sind: Wer kann meine Daten sehen, wofür ist die Patientenakte da? Also neben der Anwendung auch wirklich die Beratung, was gut ist an der Patientenakte, wie sie mir im medizinischen Betrieb helfen kann und vor allem eben älteren oder chronisch kranken Menschen helfen kann.
    SWR Aktuell: Wer kann sich denn jetzt alles in Sachen Patientenakte melden und sagen, ich brauche Hilfe, ich komme nicht alleine zurecht und möchte gecoacht werden?
    Schall: Im Prinzip darf sich jeder melden. Die Digital-Coaches sind ja vornehmlich für ältere Menschen da. Aber ich weiß von den Coaches, dass niemand weggeschickt wird. Die werben ja sehr viel für ihre Angebote, in ganz unterschiedlicher Weise. Man kann auf der Seite der Digital-Coaches nach Postleitzahl sehen, wo in der Nähe seines Wohnortes ein Coach oder eine Coachin ist, und die dann erreichen und fragen, ob sie Veranstaltungen anbieten, entweder individuell oder in Gruppen. Das dürfen die Coaches ja selbst entscheiden, wie ihnen das lieber ist.
    SWR Aktuell: Sie haben es ja schon angesprochen. Ein wichtiges Thema ist die Freigabe von sensiblen Daten - oder eben auch nicht. Darum geht es ja bei der elektronischen Patientenakte ganz besonders. Inwiefern können einen die Coaches da schlauer machen?
    Schall: Man kann in der elektronischen Patientenakte einstellen, ob beispielsweise alle Ärzte auf alle Daten zugreifen können oder ob man möchte, dass nur bestimmte Ärzte das können. Wenn ich beispielsweise nicht möchte, dass der Zahnarzt sieht, welchen Termin ich beim Urologen habe, dann kann ich das festlegen. Es ist aber durchaus sinnvoll, dass man das freigibt, gerade bei Menschen, die chronisch erkrankt sind, oder bei älteren Menschen - dass man zum Beispiel auch feststellt, welche unterschiedliche Medikamente werden gegeben? Wo kann es Kreuzwirkungen geben mit anderen Erkrankungen? Wo gab es vielleicht schon mal eine Unverträglichkeit bei einem Medikament? Oder wenn eine Therapie nicht angeschlagen hat, braucht man die ja auch nicht zehn Jahre später noch einmal zu versuchen. Das kann sehr viele Vorteile bringen, wenn Patienten nicht überflüssige Untersuchungen haben oder eben sogar im schlimmsten Fall Medikamente bekommen, die eine Wechselwirkung haben.
    SWR Aktuell: Das heißt, es geht bei diesen Coaches auch darum, mögliche Vorbehalte oder Befürchtungen im Zusammenhang mit dieser Datenfreigabe auszuräumen oder zu klären…
    Schall: Nun, das ist ja ein neues System. Im Moment ist es ja so, dass der behandelnde Arzt alles oder vieles über einen weiß. Jeder neue Arzt muss alles neu erfragen, neue Anamnesen machen. Und da kann man sehr viel Arbeit vereinfachen, vor allem eben auch Dinge beim Therapien vereinfachen oder Therapien, die überflüssig sind oder beim Menschen nicht helfen, nicht ein weiteres Mal machen. Das ist ja auch gerade für Menschen mit einer komplizierten Krankheitsgeschichte sehr erleichternd, dass sie nicht immer wieder neu anfangen müssen mit ihren ganzen Vorerkrankungen.  
    SWR Aktuell: Gibt es denn auch bestimmte Dinge, die ihre Digital-Botschafter in Sachen elektronische Patientenakte nicht leisten können oder nicht leisten dürfen?
    Schall: Die Digital-Botschafter informieren darüber, was die elektronische Patientenakte kann und was sie nicht kann. Sie sollen nicht die Entscheidung treffen, welche medizinischen Daten relevant sind. Das ist den Menschen selbst vorbehalten. Es geht darum, Brücken zu bauen. Es geht darum, Vorbehalte abzubauen - und vor allem Menschen, die keine Digitalkompetenz haben, die Digitalkompetenz zu geben und zu erlernen, welchen Nutzen ich durch die Akte haben kann.
    SWR Aktuell: In fünf Tagen startet die Elektronische Patientenakte für alle und überall. Müssen ihre Digital-Botschafterinnen und -Botschafter jetzt in den kommenden Wochen Sonderschichten einlegen?
    Schall: Wir werden sehen, wie die Nachfrage ist. Viele Menschen haben ja bereits eine App der Krankenkasse und oft auch mit der elektronischen Patientenakte auf dem Handy und haben die auch freigeschaltet. Da werden gar nicht so viele Fragen auftauchen bei Menschen, die das schon machen. Ich habe das im Privaten mal so abgefragt, auch bei älteren Menschen. Es gibt die einen, die haben das schon lange und finden das gut. Und es gibt die anderen, die sagen, nein, ich will das nicht haben. Und dazwischen gibt es eigentlich relativ wenig. Die Menschen sind sehr informiert und haben schon vielfach Entscheidungen getroffen.
    6 min
  • Knapp vier Wochen nach dem Erdbeben in Asien: Hilfe aus Rheinland-Pfalz für Myanmar
    Beim Erdbeben in Myanmar sind mehr als 3.700 Menschen ums Leben gekommen – das war am 28. März. Auch das Deutsche Rote Kreuz hilft. Es hat vom Katastrophenschutzstandort des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im rheinhessischen Sprendlingen 34 Paletten Hilfsgütern für Myanmar auf den Weg gebracht. Wie die Organisation genau hilft, darüber hat SWR-Aktuell-Moderator Gerhard Leitner mit Manuel Borgmann gesprochen, er ist Bereichsleiter für Zivil- und Katstrophenschutz beim DRK Rheinland-Pfalz.
    3 min
  • Brauereien und Kneipen in der Krise: Die Deutschen trinken immer weniger Bier
    SWR Aktuell: Vor 30 Jahren hätten die Menschen bei einer Umfrage zum Tag des Bieres kurz aufgelacht und erklärt, „jeder Tag ist Tag des Bieres.“ Was ist passiert?
    Wolfgang Scheidtweiler: Ja, was ist passiert? In den guten Zeiten hat jeder Bundesbürger von Säugling bis zum Senior oder Seniorin 145 Liter getrunken. Da ist viel passiert. Das hängt mit vielen Faktoren zusammen. Ganz kurz: Es ist einerseits die Gesundheitswelle, man darf, wenn man Auto, fährt, keinen Alkohol mehr trinken. Viele Menschen, die aus anderen Kulturkreisen kommen, haben keine Beziehung zum Alkohol oder der Alkohol ist religiös bedingt ein No-Go. Das sind die wesentlichen Gründe. Und die Vielfalt von Getränken ist riesengroß geworden, das geht zulasten von Bier. Aber es ist so, der Bierkonsum geht zurück, und das wird auch in den nächsten Jahren so sein.
    SWR Aktuell: Hängen denn das Kneipensterben und der rückläufige Bierkonsum zusammen?
    Scheidtweiler:Ja, natürlich. Bis vor 40, 50 Jahren wurden mindestens 50 Prozent des Bierumsatzes über den Tresen, über den Zapfhahn gemacht, und heute ist es zurückgegangen - ich kenne die Zahlen nicht genau - aber sicherlich unter 20 Prozent. Vor allem müssen Sie sich vorstellen, wenn Sie zu der Kneipe hinfahren müssen, dürfen sie heute nicht mehr als ein „Nulldreier“ Bier trinken, denn sonst sind sie in der Gefahr, wenn es einen Unfall gibt, schon alkoholbedingt herangezogen zu werden.
    SWR Aktuell: Stichwort alkoholfreies Bier. Die Anfänge waren mühsam und das Ganze war eigentlich nur extrem gekühlt trinkbar. Jetzt gibt's richtig gute, würzige Biere ohne Alkohol. Was hat denn da beim Brauen den Quantensprung ausgemacht?
    Scheidtweiler:Beim Brauen gibt es zwei Methoden. Entweder die Würze, aus der später Bier wird, nur angären zu lassen. Und es gab dann eigentlich so einen Geschmack, der war nicht so prickelnd und hatte mit Bier relativ wenig zu tun. Heute gibt es mehrere technologische Verfahren, entweder den Alkohol abzudestillieren oder aber über Dialyse zu entfernen. Da gibt es heute sehr gute Verfahren, die auch die Biere gut werden lassen. Aber vor allem haben vor 30, 40 Jahren nur so Eingefleischte alkoholfreies Bier getrunken. Und die wurden auch eher belächelt. Aber das ist heute nicht mehr so. Heute trinkt man durchaus, statt einer Limonade lieber ein Alkoholfreies. Und vor allem ist ein Renner das alkoholfreie Weizen. Denn das hat die Aromen des Weizenbieres. Das ist schon ein leckeres Bier.
    SWR Aktuell: Kann denn dann das alkoholfreie Bier die Lücke füllen, die der rückgängige Bierkonsum hinterlässt?
    Scheidtweiler: Nein, das kann es sicher nicht. Aber wir müssen einfach schauen, was der Verbraucher will.
    SWR Aktuell: Bier ist ja nicht irgendein Getränk, sondern deutsches Kulturgut inklusive Reinheitsgebot. In Köln wird Kölsch aus winzigen Gläsern getrunken, in Düsseldorf gibt es Altbierbowle, und den Bayern wird die Maß gestemmt. Geht da gerade auch was verloren?
    Scheidtweiler:Ich hoffe nicht, natürlich. Ich glaube es auch nicht. Der Verbraucher wird sicherlich zukünftig einfach ein bisschen weniger trinken. Es wird das deutsche Kulturgut schlechthin bleiben. Vor allem sind wir so stolz darauf, dass wir seit über 500 Jahren ein sensationelles „Lebensgenussmittel“ machen und das ohne chemischen Zusatz, ohne alles.
    SWR Aktuell: Der Bier-Export nimmt aber auch stetig ab, auch wenn es keine völligen Einbrüche gibt. Wird denn die Deutsche Braukunst, die sie jetzt hier so hochhalten, im Ausland nicht mehr so geschätzt? Oder liegt es daran, dass alles in riesigen Konzernen wie Interbrew aufgeht?
    Scheidtweiler: Ja, natürlich haben diese Interbrew-Leute und die großen internationalen Konzerne sehr viel Geld, um Marketing zu machen. Und es hängt damit zusammen, hier im näheren Ausland. Wenn ich auf Italien sehe: Das war früher ein Riesenmarkt. Inzwischen gibt es in Italien auch eine Menge Hausbrauereien oder Mittelständler, die ein sehr ordentliches Bier auch „reinheitsgebot-like“ brauen. Aber wenn ich höre, dass große deutsche Brau-Unternehmen in 50, 60 Länder liefern …  dann ist das so schlecht nicht.
    SWR Aktuell: Wo sehen Sie denn die Zukunft des deutschen Biers?
    Scheidtweiler:Ich sehe sie für uns Mittelständler auch darin, die Biere handwerklich weiter ordentlich zu brauen. Und vor allem, das ist ja das Tolle, wir brauen zum Beispiel in unserer Familiengruppe jeden Monat ein besonderes Bier. Das sind aber keine Biere, die ich jetzt maßkrugweise trinke, sondern die muss ich genießen, wie ich einen guten Wein genieße. Und wir haben eine Riesen-Fangemeinde, die die Biere großartig findet und gespannt ist: Was kommt jetzt als Nächstes?
    6 min
  • Deutsche Beschäftigte sind unzufrieden: Expertin erklärt, was Firmen besser machen können
    Viele Menschen sind begeistert und optimistisch, wenn sie ins Berufsleben starten – bei vielen ändert sich das im Lauf der Jahre. Immer mehr Arbeitnehmer sind offenbar unzufrieden mit ihrer Abteilung, ihrer Firma oder sogar mit dem Beruf insgesamt. Wo kommt das her, und wie kann man das ändern – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels? Darüber hat SWR-Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex mit Jutta Rump gesprochen. Sie ist Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability Ludwigshafen.
    8 min

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