SWR Aktuell Im Gespräch

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By SWR AktuellNews
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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Da hilft nur noch beten: Ein Mittel im Umgang mit schlechten Nachrichten?
    Täglich erreichen sie uns und ihnen aus dem Weg zu gehen, ist fast unmöglich, wenn man auf dem aktuellen Stand bleiben will: schlechte Nachrichten. Von Kriegen über Krisen bis hin zu Gewaltverbrechen oder Umweltzerstörung. Wie soll das jeder Einzelne bewältigen? Ein Spruch, der oft fällt, wenn es besonders schlimm ist: "Da hilft nur noch beten". Aber stimmt das? Einem, dem das bei der Entspannung hilft, ist Christoph Seibert von der Universität Hamburg. Er ist evangelischer Theologe, Philosoph und Buchautor. Eine tägliche Übung, die ihn entspannt: Psalmen meditieren. Allerdings sagt er: "Man müsste Beten viel breiter fassen." Von einigen werde Beten als so etwas wie eine "Wunscherfüllungsmaschine" verstanden. Das Gebet habe aber auch etwas mit Wahrnehmungsschulung und mit Aufmerksamkeit zu tun.
    Ob man Beten lernen kann und warum es eine Investition in die Zukunft sein kann, erklärt Christoph Seibert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex.
    8 min
  • Wie Vorurteile zu Altersdiskriminierung führen können
    Beim Stichwort „Altersdiskriminierung“ denken viele zuerst an alte Menschen. Tatsächlich berichten aber mehr junge Leute davon. Das zeigt eine Befragung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Mehr als die Hälfte der 16- bis 44-Jährigen hat angegeben, aufgrund ihres Alters benachteiligt zu werden. Für Regina Görner sind diese Angaben nachvollziehbar. Sie ist Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen und sagt in SWR Aktuell: "Als junger Mensch […] gibt es natürlich häufiger Gelegenheiten, sich wegen des Alters an irgendetwas gehindert zu fühlen". Allerdings können natürlich auch andere Gruppen von Altersdiskriminierung betroffen sein.
    Altersdiskriminierung: Ältere Beschäftigte im Job häufig betroffen
    In der aktuellen Umfrage berichten vor allem Frauen ab Mitte 40 und Männer ab 50 Jahren von Altersdiskriminierung bei der Arbeitssuche. Auch Görner sagt: Wenn es um den Bereich Erwerbsarbeit gehe, fühlten sich vor allem ältere Beschäftigte betroffen. Auf diejenigen, die nur noch wenige Jahre bis zur Rente haben, werde immer wieder Druck ausgeübt, dass man sie eigentlich nicht mehr brauche – eine Erfahrung aus der Zeit mit sehr hoher Arbeitslosigkeit. Auch wenn das heute ein bisschen anders sei, sei das noch nicht in allen Köpfen angekommen.
    Klischees sind immer stabiler als die Wirklichkeit.

    Quelle: Regina Görner, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen

    Inwiefern subjektive Empfindungen zur Altersdiskriminierung objektiv eingeschätzt werden können und was die Digitalisierung mit Altersdiskriminierung zu tun hat, darüber hat Regina Görner mit SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies außerdem gesprochen.
    8 min
  • "Aufpassen und zuhören": Was eine neue Bundestagsabgeordnete aus RLP von der ersten Sitzung erwartet
    Im Gesundheitssystem müsse sich etwas ändern, sagt die 47-Jährige im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer. "Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe." Sie sei dankbar, in den Bundestag gewählt worden zu sein und werde "mit anpacken". Als Frau aus der Praxis kenne sie die Forderungen der Beschäftigten im Gesundheitssystem und wolle daran mitwirken, diese umzusetzen.
    Tatsächlich bin ich aufgeregt. Aber ich freue mich auf den Tag.

    Quelle: Julia-Christina Stange (Die Linke), neue Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz

    Wie die Linkspartei Politik aus der Opposition heraus machen will
    Am ersten Sitzungstag werde sie "aufpassen und zuhören, es genießen und die Atmosphäre mitnehmen", sagt Julia-Christina Stange. Ziel ihrer politischen Arbeit für die kommenden vier Jahre sei es, aus der Opposition heraus Veränderungen auf den Weg zu bringen: "Wir sind die Stimme für die Fragen der Zeit. Da werden wir uns Gehör verschaffen", hebt die Linken-Politikerin hervor.
    Ihre Partei werde in die zukünftigen Gesetzesvorlagen einer wahrscheinlichen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ihre Änderungsanträge einbringen. "Man kann in vielen Gesetzestexten die Einfärbungen lesen und die kommen sehr oft aus der Opposition." Ihr Anspruch sei es, auf diese Art und Weise mitzuregieren, ergänzt die neue Linken-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz.
    5 min
  • Datenschutz: Was tun gegen KI-Daten-Missbrauch?
    Datenmanagement werde beim Einsatz von KI in Unternehmen und Verwaltung eine immer wichtigere Rolle spielen, ist Kugelmann im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer überzeugt. Beispielsweise bei der Arbeit mit Chatbots gehe es um die Frage, welche Daten dafür benötigt werden.
    Die Verantwortung liegt bei den Herstellern der KI

    Quelle: Dieter Kugelmann, Datenschutzbeauftragter in Rheinland-Pfalz

    Mit dem Thema Künstliche Intelligenz werde sich auch die 109. Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern (25. bis 27.03.) in Berlin beschäftigen. Vor allem sieht der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte die Softwarehersteller in der Pflicht: "In den Unternehmen und in der Verwaltung werden Programm eingesetzt, die von außen entwickelt wurden. Da muss man gucken, welche Anforderungen man an den stellt, der einem das zuliefert." Außerdem müssten die Beschäftigten für den richtigen Umgang mit KI geschult werden.
    Wann KI beim Datenschutz helfen kann
    Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte sieht auch Chancen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Es müsse geprüft werden, ob Daten durch KI "pseudonymisiert" - also unkenntlich - gemacht werden könnten. Ziel sei es, dass der Empfänger gar nicht wisse, von wem die Daten stammen. Wenn KI-Systeme dazu in der Lage seien, "haben wir weniger Probleme mit dem Datenschutz. Denn wir schützen die Rechte der Menschen und ihre personenbezogenen Daten."
    Weltweit erstes KI-Gesetz in der EU
    In der Europäischen Union gelten seit dem 2. Februar neue Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Das ist der sogenannte "AI-Act". Verboten sind unter anderem KI-Programme, die eine Bewertung nach sozialem Verhalten vornehmen. Ebenfalls ausgeschlossen werden eine Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen - sowie manipulative KI-Systeme.
    Kugelmann betonte, dass Unternehmen, die in Europa arbeiten, sich an die europäischen Regeln halten müssten: "Wir in Europa sind der Auffassung, dass es solche Regeln braucht, um KI einen Rahmen zu geben - für Innovation, aber eben auch, damit die Freiheiten und Rechte der Menschen in der Digitalisierung geschützt werden."
    5 min
  • Gefangen im Strudel der "Bad News": Wie wir Nachrichten bewusst konsumieren
    Es geht darum die Kontrolle zurückzugewinnen, sagt der Psychotherapeut im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer. Nachrichten sollte man bewusst konsumieren und den Zeitpunkt selbst bestimmen, wann dies geschieht. Das müsse das Ziel sein, um Doomscrolling - also den exzessiven Konsum schlechter Nachrichten - in den Griff zu bekommen.
    Nachrichtenkonsum werde dann problematisch, wenn man sich vorgenommen habe aufzuhören, es aber nicht lassen könne. "Dann ist es zu viel." Ein erster Schritt, um die Kontrolle zurückzugewinnen sei, Push-Benachrichtigung der Newsportale und von Social Media im Smartphone auszuschalten. So könne jeder User gewährleisten, "dass nicht das Handy bestimmt, wann wir uns Nachrichten ansehen, sondern wir selbst".
    "So wie Sirenen Schiffe anlocken, locken uns die Sozialen Medien in die Falle."

    Quelle: Psychotherapeut Fabian Chmielewski

    Krisen führen zu exzessivem Nachrichtenkonsum
    In Krisenzeiten steigt das Bedürfnis nach Information. Die Menschen wollten Zusammenhänge verstehen und einordnen. Doomscrolling könnte deshalb ein "fehlgeleiteter Problemlöseversuch" sein, mutmaßt Fabian Chmielewski. Es handele sich um den "Sirenengesang der schlechten Nachrichten".
    Der User werde mit dem Versprechen geködert, sämtliche Informationen zu erhalten, um auf alle möglichen Gefahren vorbereitet zu sein. Ein verschärfender Faktor in den Sozialen Medien seien die Algorithmen. Dadurch bekämen die User immer das zu sehen, was sie interessiere. Ein Entkommen aus dem Strudel schlechter Nachrichten werde immer schwieriger.
    Doomscrolling kann Gesundheit beeinträchtigen
    Der exzessive Konsum schlechter Nachrichten - das Doomscrolling - kann das psychische Wohlbefinden beeinflussen, warnt der Psychotherapeut. Dazu gehörten Angst und Depressionen, eine menschenfeindliche Haltung könne entstehen oder ein Zustand kompletter Lähmung. Der Grund: "Wir sehen keine Handlungsoptionen mehr und denken, man kann nichts mehr machen. Es ist alles verloren."
    6 min
  • "Jede Anfrage an die künstliche Intelligenz frisst Energie"
    Die Welt verbraucht viel Energie - sehr viel. Laut einem aktuellen Bericht der Internationalen Energieagentur ist der globale Energiebedarf im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen - deutlich mehr als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Treiber sind unter anderem Elektromobilität, Rechenzentren und künstliche Intelligenz.
    "Es ist so, dass der Bedarf an künstlicher Intelligenz zunimmt und dementsprechend der Bedarf an Strom", sagt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Jede Anfrage an die künstliche Intelligenz fresse Energie. Ihrer Meinung nach macht es am meisten Sinn auf erneuerbare Energien zu setzen und mit einer Batteriespeicherung zu verbinden. In Deutschland sei man da auf einem sehr guten Weg. Weltweit jedoch nicht.
    Gerade in den USA setzt man verstärkt auf fossile Energie. Das ist in höchstem Maß problematisch, weil dadurch der Klimawandel weiter vorangetrieben wird. Was zu noch mehr Klimaereignissen führen wird, zu noch mehr Hitze und dadurch zu noch mehr Kühlbedarf, sodass der Kühlbedarf dann noch mehr zunehmen wird. Da sind wir in einer unguten Schleife.

    Quelle: Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung

    Warum die Wirtschaftswissenschaftlerin kaum eine Zukunft für die Kernenergie sieht, beschreibt sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.
    6 min
  • Germanwings-Absturz: Wie die Psyche von Piloten kontrolliert wird
    Am 24. März 2015 bringt ein Germanwings-Pilot seine Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz. Niemand von den 150 Menschen an Bord überlebte. Bis heute ist der Germanwings-Absturz die größte Katastrophe in der Geschichte der bundesdeutschen Luftfahrt.
    Ermittlungen zeigen, dass der 27-jährige unter psychischen Problemen litt und Suizidgedanken hatte. "Was den Täter geschützt hat, war die ärztliche Schweigepflicht", sagt Heinrich Großbongardt, Luftfahrtexperte und Geschäftsführer von "Expairtise". Allerdings habe sich da einiges getan.
    Fliegerärzte sind heutzutage verpflichtet, Hinweise auf psychische Erkrankungen auch an das Luftfahrtbundesamt, das die Pilotenlizenzen verwaltet und verlängert, zu melden.

    Quelle: Heinrich Großbongardt, Luftfahrtexperte und Geschäftsführer von "Expairtise"

    Dass die berufliche Überforderung zu psychischen Problemen bei Piloten führe, das hält der Luftfahrtexperte für weniger wahrscheinlich. "Es ist eher, dass sich Probleme im privaten Bereich oder Lebenskrisen, die da sind, zu psychischen Krisen auswachsen können – wie bei jedem anderen Menschen auch."
    Inwieweit Piloten untereinander wachsamer geworden sind und warum sie heutzutage häufiger auf Alkohol und Drogen kontrolliert werden, erklärt Heinrich Großbongardt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex.
    6 min
  • Bevölkerungsschutz: Wie Deutschland krisenfest wird
    Das schuldenbasierte Finanzpaket in Höhe von 500 Milliarden Euro soll auch für den Zivilschutz verwendet werden. Philipp Wiesener, verantwortlich beim DRK für nationales Krisenmanagement und gesundheitlichen Bevölkerungsschutz, begrüßt das. "Somit gibt es keine Ausrede mehr, dass kein Geld dafür vorhanden ist", sagt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph.
    Schon seit vielen Jahre setze sich das DRK für eine Stärkung des Bevölkerungsschutzes ein. "Es geht um das Bewusstsein in Politik und Gesellschaft, sich resilienter aufzustellen." Das betreffe nicht nur sicherheitspolitische Herausforderungen, sondern auch die Auswirkungen des Klimawandels. "Die Schlagzahl hat in den letzten Jahren enorm zugenommen."
    Die Politik hat verstanden, dass man den Schutz der Bevölkerung stärken muss.

    Quelle: Philipp Wiesener vom DRK

    Reform des Bevölkerungsschutzes gefordert
    Das föderale System macht den Bevölkerungsschutz in Deutschland nach Ansicht des DRK-Funktionärs nicht einfacher. Da die Länder für den Katastrophenschutz verantwortlich sind, gebe es 16 verschiedene Konzepte. Der Bund trägt die Verantwortung für Landes- und Bündnisverteidigung und organisiere deshalb den Zivilschutz. Änderungen am Rechtsrahmen seien notwendig, so Wiesener und weiter: "Das muss in einem Krisenmanagement verzahnt werden. Da muss der Bund die Länder finanziell stärker unterstützen."
    Ohne Ehrenamtliche kein Bevölkerungsschutz
    Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bezeichnet Philipp Wiesener vom DRK als "Rückgrat" des Bevölkerungsschutzes, da sie mehr als 90 Prozent bei den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und den Hilfsorganisationen ausmachen würden. Das Ehrenamt müsse deshalb durch gute Rahmenbedingungen gefördert werden.
    Von der Politik wünscht er sich, dass Projekte komplett finanziert würden. Dazu gehörten "Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten oder Programme wie die Pflegeunterstützungskräfte". Diese dienten dazu, die Bevölkerung stärker einzubinden, wenn in Krisenzeiten der Bedarf bestehen sollte.
    9 min
  • Imamoglu in Haft: Protest eint türkische Gesellschaft
    Die Kundgebungen in der Türkei für Imamoglu und gegen die Regierung gehen weiter. "Der Protest geht quer durch die Gesellschaft", schildert der Istanbul-Korrespondent seine Eindrücke im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer. Am Samstagabend seien vor dem Istanbuler Rathaus bei einer Protestkundgebung mehr als 100.000 Menschen gewesen. Dort hätten sich viele junge Menschen - viele Studierende - versammelt, aber nicht nur: "Man sieht einen Querschnitt durch die gesamte Gesellschaft."
    Imamoglu ist erstmal aus dem politischen Verkehr gezogen.

    Quelle: Uwe Lueb, ARD-Türkei-Korrespondent in Istanbul

    Vorwürfe gegen Imamoglu haltlos
    Die türkischen Behörden werfen Imamoglu Korruption vor. Die Staatsanwaltschaft geht gegen ihn außerdem wegen Terrorverdachts vor. Die Anschuldigungen hält der ARD-Türkei-Korrespondent für unbegründet: "Gerade was diesen Vorwurf der Terrorunterstützung anbelangt - das kann ich mir nicht vorstellen. Das passt nicht in den Lebensweg und in das Bild, das Imamoglu von sich gezeichnet hat."
    In Bezug auf die Korruptionsvorwürfe seien mögliche Unregelmäßigkeiten in einer Stadt wie Istanbul mit offiziell 16 Millionen Einwohnern möglich. "Da kann das eine oder andere schiefgelaufen sein. Da kann es zu Korruption gekommen sein. Aber ob Imamoglu als Drahtzieher dahintergesteckt haben könnte, das wird recht schwierig zu beweisen sein."
    5 min
  • Nur noch "Bad News" in der Politik: Wie wir Angst und Ohnmacht in den Griff bekommen
    "Es gibt zwei Ansätze, die bei Angst sinnvoll sind", erklärt die Psychologin und Psychiaterin vom Universitätsklinikum Freiburg und Autorin des Buchs "Alphabet der Angst" im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer. "Das sind die Kampf- und die Fluchtreaktion." Beide Verhaltensweisen seien entwicklungsgeschichtlich im Verhalten der Menschen vorhanden.
    In einer unsicheren Welt sollte man den Fokus auf "Good News" setzen und durchaus auch mal auf Rosamunde Pilcher.

    Quelle: Katharina Domschke, Neurowissenschaftlerin an der Uni Freiburg

    Immer wenn man durch sein Verhalten etwas bewegen oder ändern könne, lohne es sich zu kämpfen. Genauso legitim sei aber auch die Flucht: "das sich Zurückziehen - ins Private, durchaus mal ins Banale. Das tut der Seele gut und kann ein Weg sein, einer Bedrohung zu begegnen."
    Wie Angst entsteht: drei Zutaten für den toxischen Cocktail
    Ein Grund dafür, dass Menschen stärker als früher mit Angst und Verzweiflung auf die weltweiten Krisen reagieren, ist nach Ansicht der Neurowissenschaftlerin die unmittelbare Präsenz der Ereignisse. "Die Medien servieren uns die Toten und den Terror in der Welt quasi minütlich." Dadurch entstehe ein toxischer Angst-Cocktail, der drei Zutaten beinhalte.
    "Das eine ist die Ungewissheit, wenn etwas nicht vorhersagbar ist. Das Zweite, wenn etwas nicht kontrollierbar ist und das Dritte ist, wenn es eine hohe Geschwindigkeit und Parallelität hat." Die vielen schlechten Nachrichten würden diesen toxischen Cocktail zusammenrühren, der vielen Angst mache. "Das ist das, was wir im Moment erfahren", ergänzt Domschke.
    Einfach mal abschalten: Medienkonsum einschränken
    Die Psychologin und Psychiaterin rät zum bewussten Umgang mit den Medien. Einmal am Tag Nachrichten zu konsumieren, sei ausreichend. Vom Abonnieren emotionalisierter Nachrichten in den sozialen Medien rät sie komplett ab. Sie empfiehlt den Fokus auf das "Hier und Jetzt zu richten - auf das, was ich selbst beeinflussen kann".
    6 min

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