Das Einfrieren müsste dann seiner Ansicht nach vom Bund finanziert werden.
Der Bund müsste das Deutschlandticket ohnehin finanzieren, weil drei Milliarden Euro bei steigenden Kosten so nicht zu halten sind. Jetzt zu sagen, wir bleiben bei diesem Preis, angesichts der Tatsache, dass es einen Tankrabatt gibt, der diejenigen bevorteilt, die viel Auto fahren, ist absolut widersinnig und verdient natürlich Kritik.
Quelle: Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Verkehr beim Deutschen Städtetag
Verkehrsbetriebe können auf Dauer nicht kostendeckend fahren
Die Kosten für das Deutschlandticket von drei Milliarden Euro teilen sich der Bund und die Länder. Dieser Betrag reicht laut von Lojewski, der Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Verkehr beim Deutschen Städtetag ist, allerdings nicht aus, um die Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen auf Dauer zu kompensieren.
Das wird dadurch ausgeglichen, dass die Kunden in einem regelmäßigen Rhythmus mehr bezahlen müssen. Das wird von der Politik beurteilt. Es ist also ein politischer Preis. Und wenn es einen politischen Preis gibt, müssen auch die, die ihn festlegen, dafür zahlen - und zwar entsprechend der Mehrkosten, die die Verkehrsunternehmen jedes Jahr haben. Das funktioniert auf die Dauer so nicht. Inzwischen werden die Kommunen über kurz oder lang auch selbst zuschießen müssen.
Quelle: Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Verkehr beim Deutschen Städtetag
Das Deutschlandticket kam am 1. Mai heraus. Bei der Einführung kostete es 49 Euro, mittlerweile sind es 63 Euro. Von Lojewski bezeichnet das Deutschlandticket drei Jahre nach Einführung als "großen Dienst am Kunden" und als "einen richtigen Rucksack für die Verkehrsunternehmen der Städte und alle, die öffentlich fahren." Das Ticket sei aber auch "eine komplizierte Kiste" gewesen.
Bund überließ Arbeit den Ländern, Verkehrsunternehmen und Städten
Der Bund, der das Deutschlandticket erfunden hatte, habe sich später dann "nicht mehr so wahnsinnig darum gekümmert", außer dass er eineinhalb Milliarden Euro dafür gegeben hat, so von Lojewski.
Die Arbeit hatten die Länder und vor allem die Verkehrsunternehmen unserer Städte und auch wir, um auf der Hinterbühne den ganzen Mechanismus auf den Weg zu bringen. Das ist ein richtig kompliziertes Verfahren, wie man die Einnahmen und Defizite zwischen den vielen Verkehrsunternehmen so ausgleicht, dass es dem entspricht, was sie wirklich fahren.
Quelle: Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Verkehr beim Deutschen Städtetag
Menschen mit dem Deutschlandticket wieder in den ÖPNV zurückgeholt
Dennoch ist das Deutschlandticket nach Ansicht des Verkehrsexperten beim Deutschen Städtetag eine tolle Erfindung gewesen: "Wir haben die Delle, die wir während und nach der Corona-Pandemie im öffentlichen Nahverkehr hatten, ganz gut ausgeglichen." Seit der Einführung seien mehr Pendler im ÖPNV unterwegs, besonders im Regional- und Nahverkehr. Fast jeder fünfte Deutsche habe ein Deutschlandticket, aber da sei noch Luft nach oben. Der Effekt von weniger Autos auf den Straßen liege allerdings im einstelligen Prozentbereich, so Hilmar von Lojewski im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler.