„Man will dieses Orion-Raumschiff jetzt mal mit Besatzung testen. Es ist schon vor vier Jahren ohne Besatzung um den Mond geflogen, jetzt sind Menschen mit an Bord.“, erklärt Uwe Gradwohl. Es handele sich hier um eine Vorstufe zu einer Mondlandung.
Wie sicher ist der Starttermin?
Eigentlich sollte das Raumschiff schon im Februar starten. „Es gibt sicherheitskritische Momente. Wenn da ein Problem auftaucht, dann geht’s eben nicht.“ Bisher habe man Schwierigkeiten mit Dichtungen gehabt. „Da wird mit tiefkaltem, flüssigem Wasserstoff geflogen. Dessen Moleküle sind dummerweise ziemlich klein, sie kommen durch jede Ritze durch, die man ihnen lässt.
Neue Technik soll getestet werden
„Es geht hier um den Test mit Besatzung, dabei sollen unter anderem die Lebenserhaltungssysteme ausprobiert werden. Im Vergleich zu früher gibt es inzwischen auch Navigationssysteme. Die Apollo-Raumschiffe mussten ihre Navigationsdaten immer von der Erde bekommen.“ Das Artemis-2-Raumschiff habe dagegen einen Startracker, erklärt Gradwohl. Damit könne es seine Position selbst ermitteln. „Auch die Kommunikation mit der Erde hat sich verändert. Früher konnte man nur Funksprüche absetzen. Jetzt gibt es HD-Videos.“ Natürlich werde man auch Manöver fliegen.
Wie schlafen Astronauten?
Es gibt Schlafsäcke, die senkrecht an der Bordwand angebracht sind. „In der Schwerelosigkeit ist es egal wie rum man schläft. Es ist dasselbe System, wie man es auch von der ISS kennt. Man ist kuschelig senkrecht in einen Schlafsack eingeschnallt.“
Eine Mondlandung ist bereits geplant
Die Mondlandung sei für den Beginn des Jahres 2028 angepeilt, sagt Gradwohl. „Eigentlich sind sogar zwei Landungen geplant. Eine zu Beginn des Jahres und eine gegen Ende des Jahres. Das ist noch ein ganz frischer Plan. Das soll mit Artemis 3 und 4 passieren. Lassen wir uns mal überraschen, ob das alles so klappt.“
Geht es irgendwann zum Mars?
Davon sei man noch weit weg. Man müsse sich immer klar machen, der Flug zur ISS 400 Kilometer über der Erdoberfläche sei noch relativ kurz. Innerhalb einiger Stunden könne man da sein. „Zum Mond sind wir jetzt mit diesem Raumschiff fünf Tage unterwegs – wenn es schnell gehen muss drei. Und der Mars ist noch eintausendmal weiter entfernt, da ist man mehrere Monate unterwegs. Da müsste ein Raumschiff auch entsprechend ausgerüstet sein, damit die Besatzung das mental durchhält und nicht depressiv wird.“
Der Mond ist das Sprungbrett zum Mars
Es gehe darum, Situationen zu testen, die einem auf dem Mars passieren können, sagt Gradwohl. „Neulich musste ein kranker Astronaut von der ISS zurück zur Erde gebracht werden. Das ginge auf dem Mars nicht. Die Amerikaner planen, auf dem Mond eine Station aufzubauen, um sich genau auf darauf vorbereiten zu können: Wie ist es, wenn man ohne Hilfe von der Erde zurechtkommen muss? Darauf braucht es noch Antworten.“