Er hat gezeichnet, Karikaturen veröffentlicht und auch Romane für Erwachsene geschrieben. Wenn sie seine Bücher aufschlage, bekomme sie "so ein Janosch-Gefühl", sagt Literatur-Redakteurin Anja Höfer in SWR Aktuell. "Aus den Büchern von Janosch scheint so ein warmes Licht. Es ist ein sehr warmes Gefühl, das seine Bücher ausstrahlen."
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Höfer die Janosch-Bücher ihrer Tochter vorgelesen hat: "In 'Oh, wie schön ist Panama' gibt es den Satz: 'Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten.' Oder: 'Das Paradies ist dort, wo man ist, wenn man zusammen ist.' Das ist eine sehr einfache Kinderbuch-Geschichte: Zwei Freunde - der kleine Bär und der kleine Tiger - laufen los, um Panama zu finden - und landen am Ende wieder zu Hause und finden es da eigentlich am schönsten."
Dahinter steckt nach Höfers Meinung eine große Lebens-Philosophie.
Dieses scheinbar Einfache, das plötzlich sehr viel Tiefe bekommt - das ist für mich typisch Janosch.
Quelle: Anja Höfer, SWR Literatur-Redakteurin
Janoschs Botschaft: "Ihm geht es um Freundschaft und Freiheit"
Was er anders gemacht hat als die anderen Kinderbuchautoren Ende der 1970er Jahre: Er habe die Kinderliteratur damals "radikal ent-pädagogisiert". Zuvor sei es in den Kinderbüchern oft darum gegangen, Kindern etwas beizubringen.
Ordentlich, brav und fleißig zu sein. Das ist Janosch alles völlig egal. Bei ihm geht es stattdessen um Freundschaft und darum, seinen eigenen Weg zu gehen.
Quelle: Anja Höfer, SWR Literatur-Redakteurin
Literatur-Redakteurin Höfer sieht im kleinen Tiger und im kleinen Bären so etwas wie Aussteiger: Die bauen sich ihre Welt selber. Sie erfinden einfach mal die Post oder das Telefon. Sie lassen sich von niemandem sagen, wie man zu leben hat. Das ist Janoschs Botschaft.
"Wurfgeschosse für Kinder gegen böse Eltern"
Janosch bezeichnete seine Bücher einst als "Wurfgeschosse für Kinder gegen böse Eltern". Janosch selbst hatte eine schlimme Kindheit, weiß Anja Hofer: "Er litt sehr unter einem sehr gewalttätigen Vater." Mit seinen Kinderbüchern habe er eine Gegenwelt zu der Gewalterfahrung entworfen.
Diese Gegenwelt strahlt sehr viel Wärme aus. Es sind sehr selbstbestimmte Figuren, die nicht auf Autoritäten hören, sondern sich ihre eigene kleine Welt bauen - mit Hängematte, einer Angel und mit einer guten Freundschaft.
Quelle: Anja Höfer, SWR Literatur-Redakteurin
Janosch hat auch Bücher für Erwachsene geschrieben. Worum es darin geht und was das besondere an "Herrn Wondrak" ist, das hat Anja Höfer SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch erzählt.