Das Jahr mit einem Monat ohne Alkohol beginnen - das haben sich zum Jahreswechsel viele vorgenommen, im sogenannten "Dry January". Während es einigen leicht fällt auf Alkohol zu verzichten, merken andere, dass sie sich mit diesem Vorsatz doch schwerer tun als gedacht. Es kann jedenfalls nicht schaden, den Alkoholkonsum zu hinterfragen – den eigenen und den von anderen. Nur so kann ein problematisches Verhältnis oder gar eine Sucht erkannt werden.
"Ein deutliches Zeichen ist, wenn der Alkoholkonsum im Alltag mehr und mehr Platz einnimmt und wenn zu Zeiten konsumiert wird, die atypisch sind", sagt Harald Müller von der Suchtberatung der Caritas in Ahrweiler. Auch ungewöhnliches Verhalten wie beispielsweise erhöhte Aggression, könnten auf einen ungesunden Alkoholkonsum hindeuten. "Der Dry January ist unter Umständen kein Anzeichen, dass man sagt, wer die vier Wochen gut schafft hat kein Problem."
Problem erkennen: Experte rät zu Selbstvertrauen
Es gebe verschiedene Trinktypen, so Müller. Demnach tränken einige Betroffene zwar nicht täglich, wenn dann aber exzessiv. Wenn man vermutet, dass ein Freund, die Partnerin oder ein Angehöriger ein problematisches Verhältnis zu Alkohol hat, rät der Experte zu Selbstvertrauen.
Man sollte als Angehöriger bei sich, seinen Gefühlen und vor allem bei seiner Wahrnehmung bleiben.
Quelle: Harals Müller, Suchtberater in Ahrweiler
Er empfiehlt, sich an Beratungsstellen zu wenden. Worauf zu achten ist, wenn man einen Betroffenen auf seinen Alkoholkonsum ansprechen möchte, erklärt Harald Müller von der Suchtberatung der Caritas in Ahrweiler im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer.