Talentschmiede

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By Carsten Peters, Dr. Kathrina PetersEducation
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Talentschmiede episodes

  • 101: Native Speaker – nur ein Mythos?
    Muttersprachler oder Native Speaker sind mit der Sprache aufgewachsen
    Aufmerksam geworden bin ich durch einen Artikel auf der Seite Marocco World News. Und ich müsste sagen: mal wieder aufmerksam geworden, denn ich höre es ständig und von so vielen Menschen. Der Native Speaker scheint immer noch ein wichtiger Faktor für viele Sprachlerner zu sein.
    Schauen wir uns das Thema Lehrer-Schüler mal etwas genauer an: Der Schüler will etwas lernen. Der Lehrer kann es bereits. Nun ja, ob der Lehrer es kann oder nicht, ist für den Schüler nicht wichtig. Die Tatsache, dass die Informationen, Fähigkeiten oder Kenntnisse bereits im Gehirn des Lehrers langfristig verankert sind, helfen dem Schüler nicht. Der Lehrer kann ja nicht einfach seine Kenntnisse in den Kopf des Schülers tun und fertig. Nein, der Schüler muss lernen. Lernen bedeutet Informationen aufzunehmen und langfristig zu verankern. Es würde also Sinn machen, wenn ein Lehrer diesen Prozess gut beherrscht. Er sollte also wissen, wie man lernt. Und so kann er dem Schüler beibringen, wie er zu lernen hat. Denn nur über den Prozess des Lernens wird der Schüler die Informationen aufnehmen können.
    Was ist der Unterschied zwischen einem Native Speaker und einem Nicht-Native-Speaker?
    Ganz einfach: Der Native Speaker hat es nicht so gelernt, wie der Schüler es lernen wird. So wie der Native Speaker die Sprache gelernt hat, werden nur seine eigenen Kinder die Sprache lernen – nicht aber seine Schüler. Der muttersprachliche Lehrer müsste also selbst bereits eine andere Fremdsprache gelernt haben, um zu verstehen wie Fremdsprachenlernen funktioniert. Allerdings gleich keine Sprache der anderen, und auch die Methoden sind von Sprache zu Sprache unterschiedlich. Die Methode, die der muttersprachliche Lehrer gelernt hat, ist also nicht unbedingt dieselbe Methode, die dem Schüler helfen würde.
    Auf der anderen Seite hat der Nicht-Native-Speaker genau den Prozess durchlaufen, den der Schüler noch vor sich hat. Bingo!
    Und was ist mit der Aussprache?
    Stellen wir uns doch gleich wieder dieselbe Frage: Wie hat der Muttersprachler die Aussprache gelernt? Und wie sollte es der Schüler lernen? Siehe oben, würde ich sagen. Es ist dieselbe Problematik.
    Viele Menschen argumentieren hier natürlich, dass die Aussprache natürlich so gut wie möglich sein sollten, damit man als Schüler möglichst nah rankommt. Nun ja, wenn ich genau den Akzent gern hätte, den der Lehrer hat … Und auch der Akzent des Muttersprachlers ist nur einer von Tausenden.
    Und da ist auch die Vorannahme drin, dass man Aussprache über Nachahmen lernt. Dabei gibt es andere, sehr viel effizientere, Methoden die Aussprache zu lernen. Und sollte der muttersprachliche Lehrer mit eben diesen Methoden vertraut sein, dann spielt es auch keine Rolle mehr, ob er Muttersprachler ist oder nicht.
    Ja, aber die Redewendungen …
    Es soll immer alles so authentisch wie möglich sein. Wie beim Sport wo man zuerst die kniffligen Tricks der Weltstars lernt und erst dann den Aufschlag oder den Freistoß übt. Nein, so funktioniert das nicht. Man kann auch in der dritten Klasse Mathematik noch nicht über Formeln sprechen, die Einstein aufgestellt hat.
    Okay, okay, der Vergleich hinkt. Ich gebe es zu. Redewendungen sind wichtig und mindestens einige davon sollten auch schon am Anfang mitgelernt werden. Und warum brauche ich dazu einen Muttersprachler? Zum Thema Redewendungen haben wir vor gar nicht allzu langer Zeit eine Episode gemacht. Bitte mal reinhören!
    Kann denn der Native Speaker überhaupt irgendetwas besser?
    Nun ja, er lässt sich gut verkaufen. Eben weil es diesen Mythos gibt, kann man gut mit ihm werben. Und wenn ich einen Native Speaker als Lehrer gewinnen kann, der außerdem noch ein guter Lehrer ist, dann würde ich mich sicher für ihn entscheiden. Aus Schülersicht ist das nicht so wichtig.
    Würde ich als Schüler nach einem Lehrer suchen, würde ich mich über dessen Methoden und vor allem auch über dessen Methodenvielfalt informieren.
    19 min
  • 100 Tipps zum Sprachen lernen
    Auch wenn sie 100 Tipps zum Sprachen lernen für dich haben, hör nicht auf die anderen!
    Andere haben immer eine Meinung. Und 100 Tipps zum Sprachen lernen haben sie allemal. Sollten wir darauf hören? Vielleicht haben die anderen ja wirklich gute Tipps. Vielleicht ist aber auch alles falsch, was sie uns erzählen.
    Die Experten kennen sich aus
    Ja, aber...Wenn ich doch einen Experten frage, dann kann ich doch einfach seine Ratschläge befolgen, oder etwa nicht? Na ja, nehmen wir jedoch einmal ein Beispiel aus dem richtigen Leben: Nehmen wir an, ich möchte ein Haus bauen. Jetzt gehe ich zur Baufirma und lasse mich beraten. Natürlich sind das Experten, allerdings wollen die mir auch etwas verkaufen. Und sie wollen mir genau das verkaufen, was sie zu verkaufen haben. Nehmen wir an, die Firma baut Holzhäuser. Ja, sie sind Experten. Experten für Holzhäuser. Nicht mehr und nicht weniger.
    Jetzt geht jemand zu einer Sprachschule, die Sprachkurse verkauft. Sind die Menschen, die dort arbeiten, Experten? Ja, sind sie. Experten für Sprachkurse. Wenn jemand also ein Holzhaus, äh, ich meine, einen Sprachkurs möchte, dann kann er diesen Experten für Sprachkurse nach seiner Meinung fragen. Ebenso wie im Beispiel mit dem Holzhaus, wird es in der Regel zum Ziel führen. Mit anderen Worten: Der Kunde wird in einem Holzhaus wohnen. Vielleicht stimmt die Qualität nicht, vielleicht ist das Haus zu teuer, vielleicht gibt es viele Probleme vorher und nachher, vielleicht ... Auf jeden Fall wird diese Person wohnen.
    So ist es auch mit der Sprachschule: Vielleicht dauert es viel zu lange, vielleicht macht es nicht wirklich Spaß, vielleicht ist es viel zu teuer und so weiter.
    Und die Language Mining Company – sind die anders?
    Vergleichen wir das doch einfach mal mit einem Haus. Was würde eine "House Mining Company" machen? Oder mit anderen Worten: Was würden wir tun, wenn wir Menschen zeigen wollen würden, wie man zum eigenen Haus kommt und danach das Wohnen Spaß macht?
    Zunächst würden wir die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen und diese Möglichkeit mit den Faktoren Geld und Zeit in Verbindung bringen.
    Man kann sich für Holz entscheiden, man kann auch mit Stein oder Lehm bauen.
    Man kann günstiges Material kaufen, man kann hochwertiges Material kaufen.
    Man kann selbst bauen und man kann bauen lassen.
    Der Vergleich hinkt etwas, aber auch nur etwas.
    Ist der Experte auch ein Verkäufer?
    Gehen wir doch noch einen Schritt weiter. In den obigen Beispielen mit der Holzhausfirma und der Sprachschule sind die Experten auch gleichzeitig die Verkäufer. Da sind also zwei Personen in einer. Wem soll ich mehr glauben? Dem Experten oder dem Verkäufer?
    Und das beantwortet vielleicht die Frage, was die Language Mining Company anders macht. Wir sind Experten und verkaufen unser Wissen. Wir verkaufen weder Häuser noch Sprachkurse. Also Häuser verkaufen wir grundsätzlich gar nicht, und wer Sprachkurse möchte, der kann sie selbstverständlich bei uns bekommen.
    Die 100 Tipps im Language Mining Podcast
    Und jetzt zurück zum Thema: 100 Tipps zum Sprachen lernen. Warum machen wir so einen Podcast mit inzwischen schon 100 Episoden? Ganz einfach: Wir möchten, dass die Menschen, die eine Sprache lernen wollen, verstehen, wie Sprachenlernen funktioniert. Damit möchten wir auf uns aufmerksam machen. Wer dadurch "sein Haus alleine bauen" kann, dem sei geholfen. Wer dadurch versteht, wie und wo wir unterstützen können, dem sei nicht nur geholfen, sondern dem helfen wir aktiv und konkret.
    Wir bedanken uns bei unseren treuen Hörern des Language Mining Podcast, dass ihr uns 100 Episoden lang begleitet habt. Empfehlt uns weiter. Die steigenden Download-Zahlen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
    Danke.
    21 min
  • 099: 7 Arten von Intelligenz
    7 Arten von Intelligenz sind es, Wikipedia spricht allerdings von der Theorie der multiplen Intelligenzen
    Lange Zeit hat man geglaubt, dass Intelligenz messbar wäre. So als könnte man eine Person mit einer anderen aufgrund des IQ-Werts Vergleichen. Inzwischen wird nicht nur der IQ-Test, sondern auch viele standardisierte Testverfahren weltweit infrage gestellt.
    Mittlerweile haben die Forscher versucht Intelligenz auf eine andere Art und Weise zu betrachten. Sie nahmen zusätzlich zum IQ-Test Faktoren auf wie zum Beispiel Disziplin, Ausdauer und persönliche Beziehungen. Schon bald fiel ihnen auf, dass es 7 Arten von Intelligenz gibt. Grundsätzlich scheint eine Art von Intelligenz immer stärker ausgeprägt zu sein als alle anderen, jedoch können wir alle 7 Arten von Intelligenz durch Training entwickeln.
    Hier sind nun also die 7 Arten von Intelligenz und ihre Eigenschaften:
    1. Linguistische Intelligenz
    Aus meiner Sicht vielleicht die wichtigste? Spass beiseite. Diese Menschen können sich sowohl verbal als auch in der Schriftsprache besser ausdrücken. Sie können auch die Sichtweise der anderen besser verstehen. Linguistische Aktivitäten sind in der linken Gehirnhälfte zuhause.
    2. Logische Intelligenz
    Hier geht es um Menschen, die sehr gut logisch denken können. Das ist besonders für Mathematik hilfreich. Sie können auch komplexe Probleme besser lösen. Sie teilen große Probleme in kleinere auf und lösen diese dann Problem für Problem. Diese Menschen sind normalerweise sehr organisiert und diszipliniert. Und sie nutzen vor allem die rechte Gehirnhälfte.
    3. Kinästhetische Intelligenz
    Die Kinästhetik hat etwas mit Bewegung zu tun. Diese Menschen haben ein sehr gutes Gefühl für Raum, Entfernung, Tiefe und Größe. Sie haben eine gute Körperkontrolle. Und nicht selten sind es Athleten.
    4. Räumliche Intelligenz
    Diese Menschen sind in der Regel sehr kreativ, haben ein hohes Vorstellungsvermögen und können gut zeichnen, sowohl 2D als auch 3D. Oft sind sie in Jobs wie Computerspiele, Architektur, Multimedia oder Raumfahrt zu finden.
    5. Musikalische Intelligenz
    Musikalische Intelligenz ist nicht sehr weit verbreitet. Diese Menschen haben die Fähigkeit Laute und Musik in allen Ausprägungen und Tonlagen leicht zu erfassen. Es fällt ihnen leicht Melodien und Lieder zu komponieren, und nicht selten bringen Sie sich selbst ein Musikinstrument durch bloßes Zuhören und Ausprobieren bei.
    6. Soziale Intelligenz
    Wir reden hier von erfolgreichen Führungskräften oder von sogenannten geborenen Anführern. Sie haben ein besonders stark ausgeprägtes Gefühl für Zwischenmenschlichkeit und Verantwortung. Sie sind in der Regel ruhig und wissen wie man zuhört. Und vor allem wissen Sie, wie Sie ihr Wissen und ihre Macht einsetzen können, um Menschen zu beeinflussen.
    7. Intrapersonelle Intelligenz
    Intrapersonelle Intelligenz zu besitzen bedeutet stark mit sich selbst verbunden zu sein. Oft sind diese Menschen sehr reserviert, werden allerdings von anderen sehr bewundert. Unter den 7 Arten ist die intrapersonelle die seltenste.
    Und zu guter Letzt … Naturalistische Intelligenz
    Ja, richtig. Es sind nicht nur sieben, sondern acht. Diese Art kam erst später zu den sieben hinzu. Es geht dabei um die Fähigkeit Naturphänomene wahrnehmen zu können. Vielleicht mag dieses Thema für den einen oder anderen etwas zu esoterisch sein, jedoch gibt es Menschen, die sich sehr mit diesen Thema beschäftigen. Und so ist vermutlich auch etwas daran.
    Und es gibt noch eine Art, die wiederum später hinzugekommen ist. Und wenn wir noch etwas warten, kommt vermutlich noch eine weitere hinzu. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, sollte lesen, was Howard Gardner zu dem Thema schreibt.
    Schlussfolgerung
    Sicher ist es interessant herauszufinden, welche Art bei einem selbst am stärksten ausgeprägt ist. Dennoch ist es relativ egal, denn jeder von uns ist in der Lage alles zu erlernen, was er erlernen möchte.
    11 min
  • 098: Die Macht der Gewohnheit
    Die Macht der Gewohnheit ist nicht nur ein Spruch, sondern ein Glaubenssatz
    Natürlich kenne ich den Spruch "Die Macht der Gewohnheit" schon sehr lange – wie vermutlich die meisten Menschen. Ich bin durch das Buch mit demselben Titel wieder darauf gestoßen. Das Buch ist von Charles Duhigg und im Original unter dem Englisch mit Titel The Power of Habit erhältlich.
    Ganz am Anfang erzählt Duhigg eine Geschichte, in der es um einen Patienten geht, der durch eine Virus-Infektion die Fähigkeit verloren hat, sich etwas länger als einige Minuten zu merken. Allerdings kann er sich weiterhin an alles erinnern, was vor der Virus-Infektion passiert ist. Das Verhalten des Patients wird untersucht. Man darf ihn nicht allein lassen, denn gleich nachdem er wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ist er zu seiner Schwester gezogen. Das bedeutet, dass er sich keinen Raum in der Wohnung merken kann. Würde er das Haus allein verlassen, würde er nie wieder zurückfinden.
    Man macht verschiedene Tests mit verblüffenden Ergebnissen besteht. So bittet man ihn zum Beispiel einfach so zu tun, als hätte er Hunger. Er solle doch aufstehen und sich eine Kleinigkeit zu essen holen. Er geht daraufhin in die Küche, holt sich etwas aus dem Schrank und kommt zurück. Woher wusste er, wo etwas Essbares zu finden war?
    Ein anderes Mal verlässt er unbemerkt das Haus. Seine Schwester ist sehr besorgt, denn wir sollte er allein nach Hause finden? Nach kurzer Zeit kommt er nach einem langen Spaziergang wieder zu Hause an. Wie war das möglich?
    Die Antwort ist einfach: Die Macht der Gewohnheit. Er hatte sich schon so oft etwas zu Essen geholt, dass die Information nicht als Erinnerung, sondern als Gewohnheit in seinem Gehirn abgespeichert wurde. Genauso war es mit dem Spaziergang: Es ist genau den Weg gelaufen, den seine Schwester jeden Tag mit ihm ging. Die Macht der Gewohnheit hat ihn wieder nach Hause geführt.
    Erinnerungen und Gewohnheiten speichern wir an unterschiedlichen Stellen im Gehirn
    Ist das nicht klasse? Na ja, und was habe ich davon, werden sich die meisten Menschen jetzt Fragen? Ganz einfach, wenn ich eine Information als Gewohnheit speichern kann, dann ist es schwerer diese Information wieder zu löschen. Sie wird an einem viel tieferen zentraleren Bereich des Gehirns gespeichert. Mit anderen Worten – und das ganz pauschal und allgemein – bleiben Gewohnheiten sehr lange, wenn nicht für immer, erhalten.
    Und das ist genau der Grund, warum es uns so schwer fällt, das Rauchen, das Schokolade essen oder das Was-auch-immer-dein-Laster-ist zu lassen. Wenn wir das allerdings positiv betrachten, dann würde es doch Sinn machen, so eine Gewohnheit aufzubauen und die Macht der Gewohnheit für uns zu nutzen.
    Und was hat das mit dem Sprachen lernen zu tun?
    Welche Gewohnheiten hätten Sie denn gern? Regelmäßiges Joggen, immer gesundes Essen, immer freundlich zu allen Menschen oder vielleicht regelmäßiges Fremdsprachen lernen?
    Es lohnt sich auf jeden Fall tiefer in dieses Thema einzusteigen. Wer sich selbst die Macht der Gewohnheit aneignen kann, bekommt alles, wer er möchte.
    19 min
  • 097: Gebrabbel ist wichtig
    Babys antworten uns mit Gebrabbel und wir dürfen lernen darauf zu antworten
    Wenn wir unseren Babys etwas vorlesen, kommt oft eine Art Gebrabbel als Antwort. Und wir achten meist nicht darauf und lesen einfach weiter. Oder wir antworten womöglich noch mit demselben Gebrabbel, so als würden wir uns mit einem Hund oder mit einem Außerirdischen unterhalten.
    Ob das richtig oder falsch ist – ja, woher soll man das wissen. Und genau dafür gibt es "Amerikanische Wissenschaftler". Und so beginnt dieser Blogartikel auch mal wieder mit …
    Amerikanische Wissenschafter haben in einer Studie herausgefunden, dass die Laute, die Babys von sich geben, während ihnen vorgelesen wird, ein wichtiger Schlüssel zur Sprachentwicklung sind.
    Das war ein langer Satz mit 25 Wörtern. Babysätze sind deutlich kürzer. Sollte uns das nicht zu denken geben?
    Die Studie
    Die Studie ist gerade erst veröffentlich und gleich auf Medical Daily kommentiert worden. Demzufolge geht es um Mütter und wie sie mit ihren Babys sowohl beim Lesen als auch beim Spielen interagieren. Wieso eigentlich nur Mütter? Das geht uns Väter natürlich genauso an.
    Die Babys haben beim Vorlesen mehr silben- und konsonanten-ähnliche Laute von sich gegeben als beim Spielen mit Puppen oder Spielzeug. Und das Kuriose an der Sache ist, dass auch die Mütter – und Väter vermutlich auch, hätte man sie in die Studio einbezogen – haben beim Vorlesen mehr auf das Gebrabbel ihrer Babys reagiert.
    Gemäß einer der Autoren, Julie Gros-Louis, geht es nicht nur darum, den Eltern zu sagen, sie sollten mehr vorlesen. Wenn wir verstehen, was während des Vorlesens passiert, können wir dadurch das Ergebnis verbessern.
    Die Wissenschaftler haben insgesamt 34 Mütter und ihre Kinder während einer 10-minütigen Spiel- und Lesezeit beobachtet und die Laute transkribiert. Natürlich wurden Weinen, Husten und sonstige nicht sprachlich relevante Laute aus der Studie herausgenommen. Die Mütter haben außerdem oft die Laute ihrer Babys aufgegriffen und erweitert. So wurde aus einem "Ba" dann ein "Ba-ba" oder "Ball".
    Was hat das mit Fremdsprachen zu tun?
    Sehr viel. Für das Baby ist es nicht wichtig, ob es sich um eine Muttersprache, eine Vatersprache oder um eine Fremdsprache handelt. Wenn ich mich als Mutter oder Vater dafür entscheide, meinem Baby nur englische Bücher vorzulesen, dann verankert das Baby die Sprache als "Mutter-oder-Vater-Vorlesesprache". Dazu muss der Vater oder die Mutter nicht perfekt Englisch oder eine andere Sprache sprechen. Die einfachen Sätze aus Kinderbüchern kann man mit ein wenig Training schnell lernen. Man darf nur konsequent sein: immer dieselbe Sprache, immer derselbe Ort (z. B. auf der Bettkante) und immer dieselbe Tageszeit.
    Bei Erwachsenen funktioniert das zwar nicht genauso aber ähnlich. Das Erwachsenengehirn ist nunmal etwas anders aufgebaut und den meisten Erwachsenen fällt es schwer Wörter und Sätze "nachzubrabbeln". Ich habe es ausprobiert und mit ein wenig Methodik kann man durch Gebrabbel nicht nur die Aussprache, sondern auch das Sprachgefühl und das Vokabular enorm verbessern.
    11 min
  • 096: Richtiges Spielzeug verbessert Sprachkenntnisse
    Der Titel ist wirklich unmissverständlich. Wieder einmal haben US Amerikaner herausgefunden, dass… Ja, es sind immer wieder die Amerikaner mit ihren Studien. Also, die Aussage ist, dass Kinder, die mit traditionellen Spielzeug spielen, besser die Sprache lernen. Verglichen hat man das mit Kindern, die mit modernem elektronischen Spielzeug benutzt haben. Dabei wurden auch ganz deutlich die Spielzeuge hervorgehoben, die Lichter, Wörter und Lieder produzieren. Witzig ist, dass sich diese Studie in einer ägyptischen Online-Zeitung gefunden habe. Allerdings glaube ich nicht, dass das viel zu bedeuten hat.
    Man hat den Kindern drei verschiedene Arten von Spielzeugen gegeben: elektronisches, herkömmliches und Bücher. Sie haben dabei mit ihren Eltern zuhause gespielt. Dabei haben die Wissenschaftler das Spielen der Kinder aufgezeichnet und im Labor analysiert. Sie konnten dabei ganz eindeutig feststellen dass die Qualität als auch die Quantität der Sprache sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern nachließ. Also auch die Erwachsenen sagten weniger Wörter, sie antworteten weniger, sie gingen weniger auf bestimmte Themen ein und es gab weniger Dialoge.
    Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Bücher lesen und das Spielen mit traditionellen Spielzeugen die effizienteste Methode ist um Sprachkenntnisse zu verbessern und um eine reichhaltige kommunikative Interaktion zwischen den Eltern und den Kindern herzustellen.
    Natürlich ging es bei dieser Studie um Sprache, also Muttersprache. Es hatte also wenig mit Fremdsprachen zu tun. Aber wenn man sich mal das Thema etwas genauer anschaut, dann ist es einem Kind relativ egal, welche Sprache es lernen soll. Für ein Kind ist dir am Anfang jede Sprache fremd. So macht es also keinen großen unterschied ob wir hier von Muttersprache oder von Fremdsprache reden.
    Vielleicht brauchen wir uns in diesem Kontext auch überhaupt nicht über Sprache zu unterhalten, denn ich denke das es jedem einleuchtend erscheint, dass Bücher und herkömmliche Spielzeug sehr viel besser für Kinder sind als elektronische Geräte, die Lichterwörter und Lieder produzieren.
    Und wie immer geht es nicht um das ob, sondern um das wie. Warum sollten also Kinder nicht mit elektronischem Spielzeug spielen, wenn die Eltern sich trotzdem weiter mit den Kindern unterhalten und den Kindern Grenzen aufzeigen. Spielen ist allgemein eine ganz tolle Sache und wenn man das spielen dann auch noch mit dem Sprachen lernen verbinden kann, dann kann es ja nur Spaß machen.
    12 min
  • 095: Erste Fremdsprache ebnet den Weg für die zweite
    Mehr Info: http://www.languagemining.de/erste-fremdsprache-ebnet-den-weg-fuer-die-zweite/
    Studie zeigt: Erste Fremdsprache gibt dem Gehirn die Struktur, mit der es weitere Fremdsprachen leichter aufnehmen kann
    Vielleicht hast du gedacht, dass du die erste Fremdsprache vergessen hast, du die als Kind konntest. Das mag stimmen. Das heißt, du hast die erste Fremdsprache vergessen, dein Gehirn aber nicht.
    Einer Veröffentlichung von Nature Communications zufolge haben Forscher von der McGill University und dem Montreal Neurological Institute Folgendes herausgefunden: Selbst wenn man eine Fremdsprache nur kurze Zeit spricht, hat es einen Einfluss darauf, wie das Gehirn die Aussprache einer weiteren Sprache bewerkstelligt. Und das auch, wenn die erste Fremdsprache nicht mehr gesprochen wird.
    Das macht auch absolut Sinn, wenn man sich die vielen Dinge anschaut, die im Bereich der Gehirnforschung bereits herausgefunden wurden.
    Die drei Entwicklungsphasen des Gehirns
    Als Pragmatiker beschäftige ich mich gern mit den Dingen, die jeder sofort umsetzen kann, ohne dass er oder sie eine oder mehrere Studien liest oder gar versteht.
    Man weiß inzwischen, dass sich das Gehirn in drei Phasen entwickelt: das Kindergehirn, das Jugendgehirn und das Erwachsenengehirn. Heute, in der modernen Welt, macht das keinen Sinn mehr. Jedoch sind die aus der Vorzeit stammenden Strukturen noch immer vorhanden.
    Das Kindergehirn
    Das Kindergehirn – bereits vor und nach der Geburt – saugt alles auf. Das Gehirn weiß noch nicht, welche Informationen es zum Überleben braucht. Die Kapazitäten sind fast endlos, und so wird erst einmal alles hineingeschaufelt, was geht.
    Das Jugendgehirn
    In der Pubertät entfernt sich das Kind von den Eltern und geht eigene Wege. Die Kindheit ist vorbei, allerdings ist der Jugendliche noch immer in der Obhut der Eltern. Bald ist er auf sich allein gestellt und braucht die zum Überleben notwendige Information – nicht mehr und nicht weniger. Deshalb löscht das Gehirn in dieser Phase viele Informationen, die in der Kindheit aufgenommen wurden und sich jetzt als nicht relevant herausgestellt haben. Heute kennen wir dieses Phänomen als Abhängen oder Chillen.
    Das Erwachsenengehirn
    Das Gehirn eines Erwachsenen hat die Kindheit und die Jugend überlebt und weiß jetzt wie „Überleben“ funktioniert. Deshalb ist es das Wichtigste, alles das zu wiederholen, was bisher schon funktioniert hat. Erwachsene wollen daher also keine Veränderung. Das ist der Grund, warum uns das Lernen so schwer fällt – es sei denn, wir haben es bereits als Kinder und Jugendliche gelernt.
    Fazit
    Das Gehirn formt sich also in der Kinderphase. Es wird nicht nur Information, sondern auch Struktur aufgenommen. In der Jugendphase mag vielleicht die Information gelöscht werden, weil sie anscheinend nicht mehr gebraucht wird, die Struktur bleibt allerdings. Struktur ist so etwas wie ausgetretene Pfade: Auch wenn die Häuser entlang des Pfade längst zusammengefallen sind, so bleibt der Pfad bestehen.
    So ist es plausibel, dass man später leichter Sprachen lernt, wenn Pfade schon vorhanden sind. Der Lerner füllt dann die Lücken mit Wissen. Es fällt alles an seinen Platz.
    Natürlich hinken diese Vergleiche. Das Wichtigste, was man aus dieser Studie mitnehmen sollte, ist, dass man seine Kinder sehr früh mit Fremdsprachen in Verbindung bringen sollte.
    11 min
  • 093: Schulenglisch - Was kann man damit anfangen?
    Mehr Info: http://www.languagemining.de/schulenglisch-was-ist-das-und-kann-man-es-gebrauchen/
    Gibt es eigentlich so etwas wie Schulenglisch und wenn ja, was kann man damit machen?
    Weder eine Google-Suche noch eine Wörterbuchsuche nach diesem Englisch aus der Schule bringt brauchbare Ergebnisse. Da kommt doch die Frage auf, ob es so etwas wie Schulenglisch überhaupt gibt.
    Erst auf der zweiten Seite einer Google-Suche findet man einen brauchbaren Link, der allerdings schon mehr als 5 Jahre alt ist. In dem Fokus-Artikel "Wie gut ist Ihr Schulenglisch?" geht es darum, wie gut Schüler der 9. Klasse in den verschiedenen Bundesländern Englisch können. Da sich am Schulsystem seither nicht viel verändert hat, gehe ich davon aus, dass der Artikel noch immer aktuell ist.
    Immer wieder hören Sätze wie "Ich kann halt nur Schulenglisch" oder "Ich muss mein Schulenglisch mal wieder auffrischen". Ja, und zum Thema "Schnell mal auffrischen" hatten wir vor einiger Zeit bereits einmal eine Episode gemacht. Und genauso wie der Fokus-Artikel ist die immer noch aktuell.
    So ist Schulenglisch also eine komische Sache: Jeder redet davon und im Internet findet man kaum etwas darüber.
    Das Englisch, was man früher mal konnte und jetzt vergessen hat
    Die meisten Menschen reden von dem Englisch, das sie in der Schule gelernt haben und das sie meist seither nicht gebraucht haben. Diejenigen, die in der Schule etwas mehr gemacht haben, hatten dann auch oft die Gelegenheit ihr Englisch im Beruf oder anderswo einzusetzen. Schulenglisch ist also nicht gleich Schulenglisch.
    Es gibt also zwei Parameter, oder zwei Dinge, die beim Thema Englisch aus der Schule wichtig sind. Einerseits geht es um das Sprachniveau, das man beim Schulabschluss hatte. Und andererseits sind es die Möglichkeiten, die jemand nach der Schule hatte und auch wahrgenommen hat.
    Letzteres kann man wirklich vernachlässigen. Diejenigen, die ihr damaliges Schulenglisch als Sprungbrett genutzt haben und es dann über Hobby, Beruf oder Auslandsaufenthalt auf ein hohes Niveau gebracht haben, reden heute nicht mehr über Schulenglisch. Sie haben das Thema lang hinter sich gelassen.
    Von Schulenglisch sprechen also die, die es gern auf ein höheres Sprachniveau gebracht hätten, jedoch nicht geschafft haben.
    Und was kann man aus Schulenglisch machen?
    Möglichkeiten schaffen oder aufhören, davon zu reden. Ganz nach dem Motto: Red nicht, tu was! Wie immer vergleiche ich Sprachkenntnisse oder Sprachen lernen gern mit dem richtigen Leben. Das wäre zum Beispiel das Thema Abnehmen. Wie viele Menschen reden davon abzunehmen? Richtig. Und wie viele tun es? Und genauso sieht es beim Englisch lernen aus. Das Motto "Red nicht, tu was!" gilt hier genauso.
    Grundsätzlich kann man sagen, dass die Englischkenntnisse aus der Schule genauso viele negative wie positive Aspekte haben. So kann natürlich jeder mit englischen Vorkenntnissen aus der Schule gleich auf einem höheren Niveau starten. Das geht meist schneller als eine Sprache von Anfang an zu lernen.
    Auf der anderen Seite hat jemand mit Englisch aus der Schule nicht nur die Sprache, sondern auch die Lernmethode verinnerlicht, mit der er dieses Schulenglisch gelernt hat. Oft waren das in der Schule veraltete Lernmethoden über Frontalunterricht bis hin zu Vokabellisten. Es wurde eingetrichtert. Es wurde uns gesagt, was wir lernen sollten. Niemand zeigte uns jedoch wie wir es lernen sollten.
    Fazit
    Dass jemand Englisch in der Schule gelernt hat und immer noch über gewisse Kenntnisse verfügt, ist eine super Sache. Es ist ein Sprungbrett, das jeder nutzen sollte, der es nutzen möchte. Darüber zu lamentieren, wie schlecht man doch Englisch kann, bringt nichts. "Red nicht, tu was!" ist das Motto. Jeder kann es schaffen. Wie im richtigen Leben kann man auch mit etwas Übergewicht und ohne Sport alt werden. Also vielleicht ist ja auch ein Leben ohne Englisch lebenswert. Bis jetzt hat es ja auch irgendwie funktioniert.
    11 min
  • 092: Polyglott - Was ist das und wie wird man's?
    Kürzlich bin ich über einen Artikel in Medical Daily gestolpert, in dem es um das Thema Polyglott ging. Das Wort kommt übrigens aus dem Altgriechischen πολύγλωττος (polýglōttos), was mehrsprachig bedeutet.
    In diesem Artikel beschreibt ein aus London stammender Polyglott, was man braucht um mehrere Sprachen zu lernen. Allerdings darf man sich immer die Frage stellen, ob man das wirklich tun sollte. Meist macht nur eine Fremdsprache wirklich Sinn. Das ist beim Sport und bei Musikinstrumenten ähnlich oder gleich: Warum sollte ich mehr als nur ein Musikinstrument lernen? Welchen Vorteil hätte es mehrere Sportarten auszuüben? Oder anders gefragt: Welche Nachteile ergäben sich? Wie auch immer. Gehen wir einfach mal davon aus, jemand möchte wirklich ein Polyglott werden. Hier ist das Rezept.
    Übung und Ausdauer
    Natürlich sind zum Beispiel Menschen, die eine Sprache lernen, besser im Sprachenlernen als andere. Ein Pianist würde vermutlich auch leichter lernen ein Akkordeon spielen zu lernen, als jemand, der überhaupt kein Instrument spielt. Es gibt also de facto grundsätlich keine Unterschiede zwischen den Menschen. Jeder kann eine Sprache lernen, er oder sie muss es nur tun (Übung) und darf dranbleiben (Ausdauer). Und je mehr jemand lernt, desto schneller lernt er.
    Lernen ein Polyglot zu werden
    Michael Erard hat in seinem Buch Babel No More: The Search for the World's Most Extraordinary Language Learners versucht herauszufinden, was sogenannte Hyperpolyglotts sind und was sie ausmacht. Unter anderem taucht auch das Wort Plastizität auf. Das Gehirn eines Polyglott scheint also anders zu sein, als das eines einsprachigen Menschen. Wir wissen allerdings nicht, was zuerst da war: die Henne oder das Ei. Wir man also als potentieller Polyglott geboren oder lernt man ein Polyglott zu werden.
    Ich selbst hatte früher sehr schlechte Noten in Fremdsprachen und habe schon viele Menschen kennengelernt, die bessere Sprachlerner sind als ich selbst. Für mich ist daher die Antwort klar: Ja, man kann es lernen ein Polyglott zu werden. Und genau das ist der entscheidende Erfolgsfaktor.
    10 Tipps von einem Polyglott
    1. Lerne die Sprachen in deiner Umgebung
    2. Sprachenlernen hört nie auf
    3. Belohne dich für deine Fortschritte
    4. Liebe das, was du tust
    5. Sei stolz auf deine Herkunft
    6. Übersetze keine Sätze in deinem Kopf, bevor du sie sagst
    7. Die beste Methode eine Sprache zu lernen, ist, sie zu gebrauchen
    8. Fehler sind deine Freunde
    9. Stell dir vor, die Sprache in 10 Jahren zu sprechen, und mache das zu deinem Ziel
    10. Mach jeden Tag etwas: 10 Minuten sind besser als nichts
    24 min

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Im Talentschmied Podcast spreche ich über verschiedenste Fußball Mannschaften . Mal alleine mal mit Gästen. Viel Spaß wünscht euch Lukas .