Tierärztliche Fakultät - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 06/07

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  • Prognose von Metakarpal- und Metatarsalfrakturen im Therapievergleich
    Ziel der Arbeit war es, einen Beitrag zur Optimierung der Behandlung von Metakarpal- und Metatarsalfrakturen bei Katzen und Hunden zu leisten.
    In der Literatur werden nach Behandlung von Mittelfußbrüchen des Hundes Lahmheitsfrequenzen von 18 bis 70 % angegeben und daher die in der Literatur genannten Behandlungsrichtlinien in Frage gestellt. Im ersten Teil dieser Arbeit sollte daher anhand einer retrospektiven Analyse von Spätkontrollen die Prognose dieser Verletzungen nochmals geprüft werden. Zur Auswertung gelangten Befunde von 100 Hunden mit vollständiger Dokumentation, deren Frakturheilung im Mittel 4 Jahre post Trauma dokumentiert werden konnte. Diese Patienten wurden der gewählten Therapie entsprechend drei Gruppen (1 = konservativ, 2 = operativ, 3 = gemischt) zugeordnet und Hunde mit gleichen Ausgangsvoraussetzungen nach den Verletzungsdetails auf Komplikationen im Heilungsverlauf sowie auf ihr röntgenologisches und funktionelles Endergebnis im Vergleich der Gruppen statistisch geprüft (exakter Test nach Fischer, exakter Wilcoxon-Mann-Whitney-Test). Des Weiteren wurden Risikofaktoren für jeden Knochen ermittelt (multiple, schrittweise, logistische Regression). Bei 15 Hunden wurden mit computerisierter Ganganalyse ferner die kinetischen Parameter Standphase (% Gesamtschritt), Impuls (% Gesamtimpuls) und Gewichtsverteilung (%) ermittelt. Komplikationen traten bei 11 von 67 (16 %) konservativ behandelten Hunden, 3 von 25 (12 %) operierten und 3 von 8 (37 %) teils konservativ, teils operativ versorgten Hunden auf. Im Endergebnis lag die Lahmheitsfrequenz insgesamt aber nur bei 3 %. Auch die Arthrose- und Pseudarthrosehäufigkeit war mit 3 % bzw.1 % niedrig, obgleich die Heilung röntgenologisch in 14 % der Fälle mit einem Achsenfehler meist einzelner Strahlen erfolgt war. Synostosen wurden bei 19 % der Patienten gefunden und waren signifikant häufiger bei chirurgisch behandelten Hunden. Ein statistisch gesicherter Unterschied im Behandlungserfolg zwischen den 3 Gruppen konnte nicht nachgewiesen werden. Es zeichnete sich jedoch ein höheres Komplikationsrisiko bei Metatarsalfrakturen ab und, auch am Metakarpus, bei Brüchen mit stärkerer Dislokation und Instabilität (Serienfrakturen). Nach den vorliegenden Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Prognose für Mittelfußbrüche des Hundes unter überwiegender Verwendung der in der Literatur genannten Behandlungsrichtlinien besser ist als bisher berichtet wurde. Unter dem Vorbehalt, dass in der Regel ungünstigere Frakturkonstellationen operativ versorgt werden, zeichnet sich abgesehen von der Inzidenz von Synostosen statistisch im Resultat zum wiederholten Male und trotz hoher Patientenzahlen kein Unterschied zwischen konservativer und operativer Therapie ab. Eine Power Analyse und gegebenenfalls eine multizentrische Untersuchung könnten zukünftig zur endgültigen Klärung dieser Fragestellung verhelfen.
    Für die Behandlung von Metakarpal- und Metatarsalfrakturen der Katze sind in der Literatur nur sehr wenige chirurgische Behandlungsoptionen berichtet. Im zweiten Teil dieser Arbeit sollte daher die Markraumbolzung (engl. ‚Dowel‘ pinning) beschrieben und mit der konservativen Behandlung von Mittelfußbrüchen bei Katzen verglichen werden. Von 351 Katzen konnten 63 mittel ‚Dowel‘ pinning, 35 konservative und 14 gemischt behandelte Patienten nach durchschnittlich 2,8 Jahren postoperativ klinisch und röngtenologisch nachuntersucht werden. Die Methode des ‚Dowel‘ pinning war der Verbandsbehandlung überlegen, wenn alle frakturierten Knochen versorgt werden konnten. War dies aufgrund von zu kurzen Frakturfragmenten oder Trümmerbrüchen nicht möglich, unterschied sich das Endergebnis nicht signifikant von konservativ behandelten Patienten. Achsenabweichungen wurden bei 16 % der mittels Verband behandelten und infolge Implantatbiegung bei 3 % der mittels ‚Dowel‘ pinning therapierten Katzen beobachtet. Letzteres bezieht sich auf nur eine operierte Katze mit 4 gebrochenen Metakarpalknochen
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  • Histologische, histochemische und ultrastrukturelle Untersuchungen an der Euterhaut des Rindes (Bos taurus)
    Über die Histomorphologie der bovinen Euterhaut liegen in der aktuellen Literatur bisher nur sehr wenige Ergebnisse vor (LUDEWIG et al., 1996). Zudem gibt es noch keine Informationen über die Ultrastruktur sowie die Herkunft, Art und Kohlenhydratzusammensetzung der Glykoproteine der Euterhaut. Um weitere Erkenntnisse zu ihrem Aufbau und ihrer Funktion zu erhalten, wurden in dieser Arbeit verschiedene ultrastrukturelle, lichtmikroskopische, immun- und glykohistochemische Methoden angewandt.
    Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit wurde auf augenscheinlichen histologische Unterschiede der Euterhaut von juvenilen nicht-laktierenden und adulten laktierenden Rindern gelegt.
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  • Optimierung der Kleingruppenhaltung von Legehennen Schwerpunkt
    Diese Dissertation beschreibt Versuchsanordnung, Ergebnisse und Interpretation einer vergleichenden Beobachtungsstudie an Legehennen der Linien Lohmann Selected Leghorn in Kleingruppenhaltungen drei verschiedener Hersteller und in vier Anlagen (A, B, C und D) sowie in einer Bodenhaltung (Anlage E). Die Anlagen A bis D unterschieden sich in der Gruppengröße (von 33 bis 50 Tiere pro Abteil) sowie in der Anordnung und Einteilung der Funktionsbereiche Staubbad, Sitzstangen und Nest. In der Bodenhaltung befanden sich 100 Tiere pro Abteil. In allen Stallungen wurde ausschließlich Kunstbeleuchtung verwendet. Die Förderung des Vorhabens erfolgte aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.
    Im Laufe der Legeperiode wurde während drei Untersuchungszeiträumen (1. UZR 24./25. Lebenswoche, 2. UZR 47./48. Lebenswoche, 3. UZR 63./64. Lebenswoche) für jeweils 48 Stunden Verhaltensbeobachtungen per Videoaufzeichnung durchgeführt. Die Kameras wurden so ausgerichtet, dass die Sitzstangen, der Staubbadebereich und der Gitterbereich der Abteile gut einsehbar waren. Die Auswertung der Aufzeichnungen erfolgte für die Hellphase und Dunkelphase getrennt. Während der Hellphase wurde anhand des „Focal Animal Sampling“ zu drei festgelegten Tageszeiträumen (TZ) das Staubbadeverhalten genau beobachtet. Die Zeiträume für das „Focal Animal Sampling“ waren 30 Minuten während (TZ I) und 60 Minuten nach der Dämmerungsphase in der Früh (TZ II) sowie 60 Minuten im Anschluss an das erste Einstreuintervall des Tages (TZ III). Dabei wurde die Dauer, die Häufigkeit und Ursache von Unterbrechungen sowie das Beenden des Staubbadens notiert. Der Anteil staubbadender Hennen auf der Staubbadematte und auf dem Gitter wurde anhand des „Behaviour Sampling“ jeweils stündlich, 30 Minuten nach Beginn der Hellphase, sowie im 20 Minuten Intervall während der Hauptstaubbadezeit (9:30 bis 14:30) dokumentiert. Der genaue Aufenthaltsort der Hennen in den verschiedenen Funktionsbereichen wurde per „Scan Sampling“ 30 Minuten nach Beginn der Hellphase stündlich durchgeführt und während der Dunkelphase zu zwei Beobachtungszeitpunkten aufgezeichnet.
    Die Beleuchtungsstärke wurde in der 31./34., 51. und 64./65. Lebenswoche nach dem Prinzip der 6-Seiten-Messung in Lux gemessen, wobei der Mittelwert aus sechs Einzelwerten für jeden Untersuchungspunkt (Staubbad, Futtertrog, Legenest, Sektionsmitte) gebildet wurde. Eine Untersuchung auf Verletzungen der Haut wurde im Laufe der Legeperiode drei Mal durchgeführt.
    In den Kleingruppenhaltungen (Anlagen A bis D) befanden sich während aller Untersuchungszeiträume signifikant weniger Tiere (12,8 % bis 10,9 %) im Bereich der Einstreumatte als in der Bodenhaltung (Anlage E, 27,6 % bis 35,7 %). Auf den Sitzstangen der Kleingruppenhaltung (22,1 % bis 26,8 %) wurden dagegen während der Hellphase mehr Tiere beobachtet als auf den Sitzgelegenheiten (Sitzstangen und Anflugbalkon) der Bodenhaltung (Anlage E, 15,1 % bis 11,3 %), teilweise waren diese Unterschiede signifikant. Während der Dunkelphase befanden sich in den Anlagen A bis D zwischen 59,5 % und 65,5 % der Hennen auf den Sitzstangen, in der Anlage E 64,3 % bis 68,4 % auf den Sitzgelegenheiten. In einigen Anlagen gab es deutlich erkennbare Präferenzen für unterschiedliche Sitzstangen. Während der Hellphase wurden z. B. in zwei der vier Kleingruppenanlagen, in denen Sitzstangen unter einer Tränkelinie installiert waren, diese signifikant mehr genutzt als andere Sitzstangen. Niedrige Sitzstangen, die nicht unter einer Tränkelinie verliefen, wurden dagegen weniger genutzt als die hohen Sitzstangen.
    Das Staubbadeverhalten zeigte sowohl zwischen den Haltungssystemen Kleingruppenhaltung und Bodenhaltung, als auch zwischen den verschiedenen Kleingruppenanlagen Unterschiede. In der Anlage C mit der größten und zusammenhängenden Staubbadefläche wu
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  • Zum Einfluss von experimentell induzierten katabolen, hyperglykämischen und hyperinsulinämischen Stoffwechselzuständen auf die Konzentrationsverläufe von Metaboliten des Energie- und Proteinstoffwechsels sowie von Insulin und Glucagon im Blutplasma bei
    Die vorliegende Untersuchung an noch legeinaktiven Hennen (n=116; Lohmann Classic
    Brown) sollte mittels wiederholten Blutentnahmen vor, während und nach diversen
    tierexperimentellen Eingriffen in den Energiestoffwechsel der Hennen (jeweils n≥10)
    einen differenzierten Einblick in den Glucose- (und Energie-) Stoffwechsel und dessen
    hormonale Regulation ermöglichen.
    So wurden zu diesem Zweck unterschiedlich ausgeprägte katabole Stoffwechselsituationen
    induziert: nüchtern (16 h) mehrtägig hungernd (96 h), mehrtägig hungernd (96 h) und
    mittels mehrmaligen Phlorizininjektionen (0,4 g/kg LM s.c.) glucosuretisch.
    In einem Tagesprofil (8:00-20:00) wurde der Konzentrationsverlauf von Glucose, von
    Metaboliten des Fettstoffwechsels (FFS, ßHB) und des Proteinstoffwechsels (Harnsäure)
    sowie von Insulin und Glucagon erstellt.
    Ein während dieser katabolen Zustände jeweils durchgeführter i.v.-Glucosetoleranztest
    (0,5 g/kg LM) sollte Einblick in die jeweils vorherrschende Glucoseelimination aus dem
    Blut und in die dabei induzierten hyperglykämischen Auswirkungen auf die Ausschüttung
    von Insulin und Glucagon ermöglichen.
    Bei nüchternen Hennen sollte mittels i.v. Glucose-Mehrfachinjektionen (0,5 g/kg LM iv)
    und der dadurch für zwei Stunden anhaltend erhöhten Glucoseverfügbarkeit im Blut deren
    Auswirkungen auf die Konzentration der bereits genannte Metabolite und Hormone im
    Blut dargestellt werden.
    Um die Wirkung einer experimentell erhöhten Insulinverfügbarkeit im
    Energiestoffwechsel, und zwar unbeeinflusst von einer exogenen Glucosezufuhr, bei
    nüchternen und hungernden Tieren darstellen zu können, wurde Tolbutamid (20mg/kg
    LM) i.v. injiziert und dessen Auswirkungen auf den Konzentrationsverlauf der bereits
    genannten Metabolite und Hormone im Blut sowie auf die Glucoseelimination aus dem
    Blut im Toleranztest untersucht.
    Als Vergleichssituation für alle Ergebnisse bei den oben genannten tierexperimentellen
    Maßnahmen diente der Nüchtern-Zustand (16 h) der Hennen.
    Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
    4-tägiges Hungern führt im Tagesprofil zu einem tendenziellen Anstieg der Blutglucose
    (12,09 mmol/l bei nüchternen Tieren vs 12,95 mmol/l bei hungernden Tieren) sowie zu
    einer Erhöhung der Konzentrationen von Insulin (0,56 μg/l vs 1,32 μg/l) und Harnsäure
    (214,9 μmol/l vs 321,7 μmol/l). Der Spiegel von ßHB (1,97 mmol/l vs 2,4 mmol/l) ist nurgeringfügig höher und der Spiegel der FFS (0,775 mmol/l vs 0,605 mmol/l) ist geringfügig
    niedriger im Vergleich zu nüchternen Tieren, während der Glucagonspiegel (531,8 ng/l vs
    510,7 ng/l) unverändert ist.
    Eine durch Glucosurie verschärfte viertägige Hungersituation führt zu niedrigeren
    Glucose- (12,23 mmol/l) und Insulinspiegeln (0,41μg/l), einem erhöhten FFS- (0,633
    mmol/l) und Harnsäurespiegel (391,6 μmol/l) und einem stark erhöhten ßHB-Spiegel (6,55
    mmol/l). Glucagon ist unverändert (497,3 ng/l).
    Offensichtlich nutzen massiv hungernde Tiere nach 4 Tagen Hungern überwiegend
    Fettreserven (FFS-Oxidation) als Energiequelle, wodurch der metabolische
    Glucoseverbrauch erheblich reduziert werden kann. Dies zusammen mit einer deutlichen
    Steigerung der Gluconeogenese aus Aminosäuren dürfte dazu beitragen, dass die
    Glucosehomeostase auf Nüchtern-Niveau gehalten werden kann. Von hormoneller Seite
    wird dies offensichtlich durch einen konstanten Glucagonspiegel bei gleichzeitiger
    Insulinresistenz gefördert. Unterstützt wird diese Vorstellung eines durch die FFSOxidation
    (hohe Ketogeneserate) getragenen Energiestoffwechsels und einer durch die
    Gluconeogenese ganz maßgeblich getragenen Glucosehomeostase durch die Ergebnisse
    der glucosuretisch verschärften Hungersituation.
    Im Glucosetoleranztest bei nüchternen Hennen zeigt sich ein schneller Anstieg der
    Glucose- (12,14 mmol/l auf 26,21 mmol/l) und der Insulin- (0,93 μg/l auf 4,1μg/l)
    Konzentration im Blut sowie ein vorübergehender Abfall von Glucagon (547,6 ng/l auf
    168,9 ng/l), FFS (0,609 mmol/l auf 0,318 mmol/l) und ßHB (0,91 mm
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  • Einfluss nichtinfektiöser Faktoren auf die Inzidenz ausgewählter Erkrankungen bei Kälbern in den ersten sechs Lebenswochen
    From September 2010 until April 2011, a field study including 519 calves from 36 farms serviced by a single veterinary practice in Upper Bavaria was performed, in order to determine the influence of non-infectious factors on the incidence of selected neonatal diseases. During the first two weeks after birth, the calves were examined clinically daily or every other day, and a blood sample was taken between 24 and 72 hours after birth. In addition, birth management and colostrum supply was documented in collaboration with the farmers using questionnaires. γ-GT-activity, total protein and albumin concentrations in serum were determined, and their correlation with colostrum supply was calculated.
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