Töne & Temperamente - das wohltherapierte Klavier
Was, wenn wir Geschichte jahrhundertelang aus einer Perspektive erzählt haben, die Zusammenarbeit unsichtbar macht?
In diesem Podcast spreche ich über
Constanze Mozart und Katia Mann
Zwei Frauen im jeweiligen Schatten des Genies.
Warum erzählen wir kulturelle Größe so gern als Einzelleistung?Warum fällt es uns schwer, anzuerkennen, dass schöpferische Prozesse Beziehung brauchen?Vielleicht, weil Zusammenarbeit weniger heroisch wirkt?!
Doch wenn wir genauer hinsehen, entsteht Kultur fast immer im Plural. Vielleicht ist es kein Zufall, dass wir uns so gern an Genies erinnern.
Es beruhigt uns zu glauben, dass außergewöhnliche Leistungen aus außergewöhnlichen einzelnen Menschen entstehen.
Auf einen zweiten Blick, entdecken wir etwas anderes.
Die Partner, die den Rücken freihalten & stärken.Die Freunde, die Zweifel aushalten und stützen.Die Kollegen, die Strukturen schaffen und Orientierungshilfe anbieten.Die Eltern, die Möglichkeiten eröffnen und Wege bereiten.Die Menschen, die eben bleiben, wenn Projekte scheitern oder Lebensentwürfe ins Wanken geraten.Vielleicht besteht menschliche Größe nicht nur darin, etwas Einzigartiges zu erschaffen.
Vielleicht besteht menschliche Größe eben darin, einem anderen Menschen zu ermöglichen, etwas zu tun, etwas zu bewirken.
So dass wir nicht fragen: „Was bleibt von mir?“
Sondern, dass wir fragen:
„Was kann durch mich bleiben?“ Vielleicht ist das eine der unterschätztesten Fragen unserer Zeit.
Denn auch unser eigenes Leben besteht aus Beziehungen, aus gegenseitigem Tragen, aus unsichtbarer Zusammenarbeit, ja aus Kollaboration.
Wenn dieser Podcast eine Einladung sein darf, dann vielleicht diese:
Beim nächsten großen Werk, beim nächsten berühmten Namen, beim nächsten bewunderten Lebenslauf einen Moment länger innezuhalten …hinzusehen. Wer hat hier eigentlich mitgewirkt?Wer hat gehalten?Wer hat geglaubt?Wer ist geblieben?Denn manchmal steht wahre Bedeutung nicht im Licht.
Sondern genau dort, wo jemand still dafür sorgt, dass das Licht überhaupt brennen kann.
Claudia & Andreas Lutschewitz Andreas Lucewicz in Dänemark II
„Robert Schumann“
Am 1. September 2002 im Schloss in Sonderborg
Steinway C
Musikbeispiele im Podcast:
Andreas Lucewicz live
Robert Schumann (1810 - 1856)
Kreisleriana Op. 16
I. Äußerst bewegt
II. Sehr innig und nicht zu rasch
V. Sehr lebhaft
VII. Sehr rasch. Molto presto
VIII. Schnell und spielend
„Die Frauen der Genies“
Friedrich Weissensteiner
Piper Verlag (2004)
Unsere Podcast-Inhalte sind sorgsam & mit viel Liebe recherchiert. Bei Fragen und Interesse freuen wir uns über eine Nachricht an: [email protected]
Wir wollen die klassische Musik näher heranrücken an den Alltag aller Zu-hörenden und laden sie ein, einzutauchen in die Kraft der Musik, verbunden mit Psychologie & Philosophie.
**Ein Kaleidoskop aus: **
Musik, Philosophie & PsychologieDen klingenden Teil gestaltet der Pianist Andreas Lucewicz.
https://www.andreaslucewicz.de/
Die menschlichen & humorvollen Teile gestalte ich 😉.
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