Wie zeigt sich ein Kindheitstrauma im Führungshandeln?
In der fünften Episode des trauma@work Podcasts spricht Gastgeberin Ivana Scharf mit Marion Rigo, die ihre Erfahrung mit einem traumatischen Erlebnis aus ihrer Kindheit und die Auswirkungen auf ihre Rolle als Führungskraft teilt.
Wir sprechen über die Verbindung zwischen traumatischen Erfahrungen aus der Vergangenheit und aktuellen Verhaltensmustern, gesundheitsschädliche Bewältigungsstrategien, das Erkennen von Überlastungssignalen im Körper und Selbstschutzmechanismen. Ebenso betonen wir die Bedeutung des Innehaltens für das Erkennen von Mustern und den Weg zu persönlichen Techniken für die Transformation traumabezogener Reaktionen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den wir ansprechen, ist die Veränderung des Führungsverhaltens durch Selbstreflexion, klare Abgrenzung, eine offene Feedbackkultur und das achtsame Beachten der eigenen Bedürfnisse sowie der Bedürfnisse von Mitarbeitenden. Dabei ist entscheidend, die individuellen Leistungsfähigkeit, Ressourcen und Stärken der Mitarbeitenden zu erkennen und zu respektieren.
Zudem thematisieren wir die Auswirkungen von Kindheitstrauma auf die Gesundheit und unterstreichen die Bedeutung der mentalen Gesundheitsfürsorge am Arbeitsplatz. Wir ermutigen dazu, Unterstützung anzunehmen und verschiedene Ansätze zur Selbstreflexion zu erforschen, wie etwa systemische Strukturaufstellungen.
Die Studie, die in dem Beitrag erwähnt wird und die den Zusammenhang zwischen Kindheitstraumata und Erkrankungen im Erwachsenenalter untersucht, findest Du hier. Die Daten basieren auf der NAKO Gesundheitsstudie, Deutschlands größte Langzeit-Bevölkerungsstudie.
Childhood Trauma and Somatic and Mental Illness in Adulthood. Findings of the NAKO Health StudyDtsch Arztebl Int 2024; 121: 1-8. DOI: 10.3238/arztebl.m2023.0225