Turtlezone Tiny Talks - Der Debatten-Podcast mit Gebert und Schwartz

Turtlezone Tiny Talks - Der Debatten-Podcast mit Gebert und Schwartz

By Oliver Schwartz, Dr. Michael Gebert // Turtle-MediaSociety & CultureNewsNews Commentary
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Turtlezone Tiny Talks - Der Debatten-Podcast mit Gebert und Schwartz episodes

  • Wie heilig ist Weihnachten?

    Episode 015 

    Die Politik hatte wohl zu Recht das Gefühl gehabt, dass in diesen herausfordernden Zeiten die Weihnachtstage eine besondere Bedeutung haben. Unabhängig von Religion oder Konsum. Es geht bei Weihnachten auch um Halt und Kraft durch die Nähe zur Familie. Und in normalen Zeiten auch durch die Nähe zu Freunden. Von der berühmt-berüchtigten Weihnachtsfeier mit Kollegen, bis hin zum Treffen vor dem Glühweinstand mit alten Freunden, die man nur einmal im Jahr sieht, bis hin zu drei Festtagen im Familienkreise. Eigentlich Werte, die sonst im hektischen Alltag untergehen. Weihnachten an sich, als christliches Fest, hat natürlich nicht direkt etwas mit den seit tausenden Jahren stattfindenen Feiern für Sonnengötter wie Mithra zu tun. Aber historisch und religionsgeschichtlich gesehen schon, da es kein Zufall ist, dass der Termin der Weihnachtsfeiertage deckungsgleich ist mit dem der sogenannten heidnischen Feste. Vor dem vierten Jahrhundert wurde der Geburt Jesu eher im Frühjahr gedacht, danach verdrängte das Fest rund um den 25. Dezember dann immer mehr die heidnischen Traditionsfeiern. Was für starke Bedeutungen das Weihnachtsfest für uns alle hat, zeigt sich auch, wenn man die Menschen betrachtet, die alleine feiern müssen, die einsam oder krank sind. Gerade in der aktuellen Pandemiezeit werden „gemeinsame Erlebnisse“ fehlen - der Kirchenbesuch an Weihnachten, der Besuch von Theater und Oper, das schöne Essen im festlich dekorierten Restaurant. Eine spannende 20-Minuten-Debatte vor dem Fest. Hörtipp!

    21 min
  • Wanted! Wer hat Jan gesehen?

    Episode 014 

    Die Wirecard AG ist explosionsartig in ihren verschachtelten, internationalen Geschäftsfeldern und der Konzernstruktur gewachsen – nur anscheinend nicht in realen Umsätzen und Werten. Die Hauptarbeit der Oberstaatsanwältin und der Hauptabteilung III für Wirtschaftsverfahren dürfte darin bestehen das Geflecht aus Luftbuchungen, gegenseitigen Krediten und dem Hin- und Her-Verschieben von Millionen und Milliarden zu durchleuchten. Es ist kaum vorstellbar, dass hier ein einzelner Vorstand mit ominösen Geheimdienstkontakten all dies alleine machen konnte. Der Vorwurf lautet auch „auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug“. Die Frage lautet also: Hat eine Bande an kriminellen Geschäftsfreunden rund um einen Vorstand Marsalek Wirecard ausgeraubt oder ist Wirecard die Bande, also war der Geschäftszweck Betrug und viele Mitwisser waren im Unternehmen. Ersteres wäre eine Art Oceans Eleven Story, zweiteres ein handfestes Versagen jeglicher Kontroll- und Compliance-Mechanismen…

    21 min
  • Darf es noch eine Corona App für uns sein?

    Episode 013 

    Eine wirklich zukunftsweisende Digitalstrategie sollte wohl bundesweit einheitlich sein sollte. Das betrifft auch die Digitalisierung von Bildung und Unterricht. Und das ist eindeutig ein Paradigmenwechsel gegenüber unserer politischen und verwaltungstechnischen, föderalen Struktur. Wenn man jetzt nicht nur kritisieren will, sind viele unserer Probleme mit Infrastruktur und Digitalisierung diesem Umstand geschuldet – denn eine notwendige Debatte über eventuelle Kompetenzübertragungen wurde nie ernsthaft fort- oder zu Ende geführt. Insofern ist es logisch, dass jedes Patchwork-Element dieser sehr heterogenen und teilweise trennunscharfen Verantwortungsmatrix auch bei Digitalthemen individuell entscheiden will. Man könnte also versöhnlich sagen, dass Corona einfach zu früh kam. Zu früh für schlagkräftige digitale Werkzeuge. Auch was die Nutzung von KI-Lösungen angeht, weil die Ethik-Diskussion da ja auch noch ganz am Anfang steht. Andererseits kann man natürlich sagen, dass Corona einfach nur wie durch ein Brennglas deutlich macht, wo wir notwendige Initiativen und Investitionen einfach jahrelang verschleppt haben. Wir müssen zumindest jetzt die Lehren daraus ziehen und uns den Realitäten stellen. Und verstehen, dass digitale Services ebenso wenig wie das Internet mit regionalen Konzepten brillieren können. Es muss niemand Angst um den heiligen Gral „Föderalismus“ haben, wenn bestimmte Themen und Verantwortlichkeiten zeitgemäß und im Sinne der Zukunftsfähigkeit neu sortiert werden. Oder? Eine spannende 20-Minuten-Debatte zum Wochenauftakt.

    21 min
  • Virus der Ungleichheit?

    Episode 012 

    Im Wettlauf um den ersten, zugelassenen Impfstoff gegen Covid 19 haben wir nicht nur die deutschen und US-amerikanischen Hersteller gesehen, sondern auch französische, chinesische und russische Entwickler. Und schnell gab es die Diskussion, ob Geschwindigkeit mit nicht ausreichenden Studien und Tests erkauft wird. Aber dass weltweit, auch in China und Russland, an Impfstoffen geforscht und entwickelt wird und nicht die ganze Welt von wenigen Weltmarktführern aus den USA, der Schweiz oder Deutschland abhängig ist, dass sollte im Hinblick auf die diskutierte, weltweite Impfstrategie begrüßt werden. Denn nur so ist es in Zeiten von Handelskriegen und Embargos überhaupt denkbar, dass jeder Mensch einen fairen Zugang zu Impfstoffen bekommt. Ein weiterer Aspekt in der Debatte, ob wir einen „Virus der Ungleichheit“ erleben, ist die Befürchtung, dass die Folgen der Pandemie die Armen noch Ärmer macht, während die Reichen sogar schon jetzt davon profitieren können und perspektivisch noch deutlich reicher aus der Krise rausgehen. Aber ist das auch so? Gerade in 2020 konnten wir deutlich sehen, wie anfällig gerade Industrienationen im globalisierten Handel sind. Eine spannende Debatte zum Wochenauftakt.

    21 min
  • Cancel Culture - Ist Kritik denn nicht genug?

    Episode 011 

    „Cancel Culture“ geht weit über öffentliche Kritik und einen Shitstorm hinaus. Interessensgruppen fordern meist bereits in einer sehr frühen Phase von Vorwürfen oder Diskussionen -auf Verdacht hin- gleich die Maximalbestrafung. Nicht nur den persönlichen Boykott eines Menschen, sondern ein Delisting und Verbannen von künstlerischen Werken oder ein Ausschluss von Persönlichkeiten von relevanten Events und gesellschaftlichen Debatten. Damit überhöhen sich die Ankläger moralisch und faktisch und beanspruchen für sich, die oberste Instanz in Sachen Moral, Political Correctness und Rechtsverständnis zu sein. Und sorgen latent selber für Spaltung. „Cancel Culture“ hat auch nichts mit „links“ oder „rechts“ zu tun. Extreme beider Seiten nutzen und nutzen dieses Instrument. Entartete Kunst während der Nazizeit sowie der Boykott von Jedem, der in dem Verdacht stand sozialistisch oder kommunistisch zu sein, bis weit in die 60er Jahre hinein ist auch „Cancel Culture“ - selbst wenn es den Begriff so damals nicht gab. Und auch linke Aktivisten scheuen heute nicht davor zurück, mit der großen Cancel-Bazouka zu schießen, statt mit Argumenten zu debattieren. Und auffällig ist, dass gerade Interessensvertreter von gesellschaftlichen Gruppen, die sich benachteiligt, diskriminiert oder ausgegrenzt fühlen oder es faktisch sind, bei der Wahl ihrer Kampagnenmittel immer häufiger zur "Cancel Culture" greifen.

    21 min
  • Startup-Szene - Was macht Israel anders?

    Episode 010 

    In Sachen Startup-Szene in Deutschland wurde lange gesagt, dass hierzulande im Vergleich zum Silicon Valley zu wenig Risiko-Geld im Umlauf sei. Doch vermutlich viel wichtiger ist ein gründungsfreundliches Umfeld, das Mut belohnt und Scheitern zulässt. Viel hat sich in den letzten Jahren getan und es gibt tolle und erfolgreiche Startups aus Deutschland. Aber auch viele Copy-Cats und visionsfreie Me-Too-Ansätze. Noch viel mehr als das Silicon Valley, mit dem riesigen US-Markt, ist Israel als Vorbild geeignet. Das Buch „Start-Up-Nation Israel“ von Dan Senor und Saul Singer ist ein Klassiker, der das Phänomen erklärt, wie das vom Binnenmarkt her eher kleine Israel -mit seiner schwierigen politischen und geografischen Situation- so viele innovative Unternehmen und weltweit erfolgreiche Produkte hervorbringt. Noch besser ist es natürlich vor Ort in die Startup-Szene in Tel Aviv einzutauchen und selber inspirierende Impressionen zu sammeln. Sobald Corona das wieder zulässt.

    21 min
  • Homo Sapiens 2.0 - Horror oder doch eher Heil?

    Episode 009 

    Bei Brain-Machine-Interfaces gibt es mehrere Stufen. Wenn es darum geht mit Hirnströmen querschnittsgelähmten Menschen zu helfen und Prothesen zu steuern, dann überwiegt der klar erkennbare Nutzen. Wenn aber mit Hilfe von BMIs das menschliche Gehirn sozusagen updatefähig wird und die natürliche und künstliche Intelligenz verschmelzen, dann muss man sich fragen, ob nicht potenziell ethischen Grenzen überschritten werden. 

    Unidirektionale BMIs sind keine Zukunftsmusik mehr, also dass Hirnströme etwas auslösen. Der nächste Schritt ist bidirektional, also dass das Gehirn auch sensorische Rückmeldungen empfängt. Ein Patient also merkt, wie stark seine Hand geschlossen ist, man Muskeln und Sinne spürt und nicht nur Aktionen auslöst. Im medizinischen Bereich wurden solche Forschungsansätze schon im beschränkten Umfang eingesetzt und vor allem die invasiven Methoden getestet. Investoren scheinen aber durchaus Fantasien für einen Massenmarkt zu haben und der basiert natürlich vor allem auf nicht-invasiven Methoden oder BMIs, die sich ganz einfach implantieren oder wie ein Kopfhörer benutzen lassen, der so starke Signale sendet, dass sie bis ins Gehirn dringen. 

    Nicht nur Elon Musk, auch Mark Zuckerberg und andere Tech-Visionäre investieren in Neurotechnologie - allerdings mit deutlich variierenden Zielen.

    21 min
  • 10 Monate Corona-Politik - Bazooka oder Flickenteppich?

    Episode 008 

    Es gab lange nicht mehr eine Krise oder Debatte, die medial so präsent war. Fast monothematisch wird seit 10 Monaten über die Corona-Pandemie berichtet und der kommunikative Overkill, begleitet von einem föderalen Einschränkungs- und Lockerungs-Duell der Ministerpräsidenten einem aktiven oder unfreiwilligen Contest der Virologen und sehr lautstark durch Demonstrationen und Verschwörungstheorien von sogenannten Querdenkern und Corona-Leugnern. Im Zwischenfazit kann man den Umgang mit Infektionszahlen und Reproduktionsfaktoren in der täglichen Kommunikation seit dem Frühjahr durchaus kritisch sehen. Zu lange fehlten notwendige Bezugsgroßen wie die Anzahl der durchgeführten Tests. Und auch die massiven, milliardenschweren Hilfspakete für Unternehmen und Kurzarbeitergeld beeindrucken einerseits durch schnelles Handeln der Politik, müssen sich aber auch kritische Stimmen zur bürokratischen Umsetzung und der Festlegung von Bemessungsfaktoren gefallen lassen. Denn viele Solo-Selbständige, Freiberufler und Kulturschaffende fühlen sich im Stich gelassen. Aber auch die Gastronomie steht mit dem Rücken zur Wand. Immer lauter werden Stimmen, die sich fragen, warum auf viele Chancen einer multifunktionalen Corona Warn-App verzichtet worden ist. Das teure Leuchtturmprojekt rühmt sich zwar größtmöglicher Datenschutzkompatibilität, verzichtet aber auf jede der vielen denkbaren Optionen, dem Nutzer –durchaus datenschutzkonform- die freiwillige Aktivierung von hilfreichen Features oder Datenspenden zu ermöglichen. Eine faire und konstruktive Debatte kann und muss also durchaus ein durchwachsendes Fazit ziehen. Mit Anerkennung für hohes Engagement vieler Beteiligter, und mit Kritik an einem zu hohen föderalen Reibungsverlust, einem geringen Digitalisierungsgrad und einer hohen Bürokratie. Waren wir schlecht vorbereitet oder schlagen wir uns in dieser nicht vorhersehbaren Ausnahmesituation doch bestmöglich? Eine spannende Episode, die ein Reinhören unbedingt lohnt!

    21 min
  • Hat politische Kommunikation im Internet ein Detoxing nötig?

    Episode 007 

    Lars Klingbeil sagt: Der nächste Bundestagswahlkampf wird der "digitalste" überhaupt. Verheißung oder Schreckensbild - angesichts der digitalen Kampagnen im US-Wahlkampf. Vor vier Jahren und auch gerade wieder. Spannend ist aber auch, dass den Plattformen schwere Vorwürfe gemacht werden, der Verbreitung von Fake News und Hass-Posting Vorschub zu leisten - aber die Debatte um die Ursachen für die vielen beleidigenden, hetzerischen und rüden Posts und Kommentare der User vermieden wird. Am Ende tippen schließlich die Menschen ihr immer aggressiveren und intoleranteren Meinungen in die Tastatur und nicht ein Algorithmus oder Marc Zuckerberg. Natürlich haben auch die großen Plattformen eine Verantwortung, aber die erodierende Debattenkultur lässt sich zu jedem Thema und auch in regionalen Foren beobachten. Hier macht man es sicher zu einfach, alles auf Facebook zu schieben. Und warum wird die Diskussion über Klarnamen und Anonymität nicht sachlicher geführt. Unsere Meinungsfreiheit beruht nun gerade nicht darauf, aus der Deckung scharf zu schießen. Viele Gedanken und Themen für eine spannende Debatte!

    21 min
  • Recht auf Homeoffice - Zukunft oder Irrtum?

    Episode 006 

    Im Coronajahr 2020 werden seit mehr als einem Jahrzehnt verfügbare, verlässliche Technologien wie Webkonferenzen -pandemiebedingt- Alltag vieler Arbeitnehmer im Homeoffice. Und nun wird in Deutschland ein Arbeitnehmerrecht auf Homeoffice diskutiert, nachdem sich Unternehmen und Vorgesetzte hierzulande lange mit dem Thema -im internationalen Vergleich- äußerst schwergetan haben. Die plakative Headline „Recht auf Homeoffice“ liest sich in Hubertus Heils Gesetzesentwurf wesentlich moderater, hat jedoch trotzdem eine hitzige Debatte ausgelöst. Insgesamt sicher eine wichtige Diskussion um moderne, zukunftsweisende und flexible Arbeitswelten.

    Der Blogger Thomas Knüwer hat in „Indiskretion Ehrensache“ das Thema aufgegriffen und provokativ getitelt: „Größter Management-Fehler 2020: Der irrige Glaube an das Home Office“. Dabei hat er den Finger in manche Wunde gelegt und darauf hingewiesen, wie schlecht vorbereitet auch sehr große Unternehmen auf das Thema hierzulande waren und sind. Das spricht nicht per-se gegen flexiblere Arbeitswelten und das Homeoffice, aber die positiven Erfahrungen vieler Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Corona-Zeiten mit dem „Notinstrument“ Homeoffice sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele notwendigen Hausaufgaben nicht gemacht sind.

    Wenn Hubertus Heil von einem Recht auf zwei Homeoffice-Tagen im Monat spricht, dann soll diese größere Flexibiltität auch zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie führen und natürlich macht es manche Situationen einfacher. Das hat aber mit den medial kolportiertem generellen Recht auf Homeoffice nichts zu tun. Ohne Abstimmung mit dem Vorgesetzten geht auch künftig bei Angestellten nichts. Die Hürden für eine generelle Ablehnung werden aber deutlich erhöht. Fakt ist: Es bleibt ein riesen Unterschied zwischen der Möglichkeit, ab und zu von zu Hause zu arbeiten, wenn ein Handwerker kommt oder Kinder krank sind – oder der täglichen freien Entscheidung: Fahre ich jetzt ins Büro oder bleibe ich zu Hause?

    21 min

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Oliver Schwartz und Dr. Michael Gebert laden seit 2020 zu den Turtlezone Tiny Talks und einer frischen, inspirierenden Zeitgeist-Debatte. Ihre Interessen und ihre Themen sind breit gefächert - quer durch Gesellschaft, Politik, Kultur, Technologie und Business. Ihr Ehrgeiz: Mit einem 360 Grad Blick auf die jeweiligen Episoden-Themen verlassen sie die ausgetretenen Argumentations-Pfade und eröffnen neue Perspektiven - frei von Dogma und Vorurteilen.

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