
Sign up to save your podcasts
Or


Sexuelles Enhancement kommt zunehmend in der Mitte der Gesellschaft an. In dieser Folge diskutieren Steffen Lau und Friederike Höfer über verschiedene Aphrodisiaka, substanzbezogene Folgen und mögliche forensisch-psychiatrische Probleme. Für alle, die sich intensiver informieren wollen, kann u.a. die Seite https://www.saferparty.ch interessant sein.
Am 12. September 2013 tötete der vorbestrafte Fabrice Anthamatten während seines zweiten Freigang seine Sozialtherapeutin Adeline, die ihn zur Reittherapie begleiten sollte. Vorher durfte er ein Messer kaufen, dass er zuvor zur Hufpflege beantragt hatte. Die Tat führte zu einer mehrjährigen Untersuchung der Vollzugsinstitution und bis auf weiteres wurden alle Freigänge in Genfer Haftanstalten suspendiert. In dieser Folge diskutieren Steffen Lau und Friederike Höfer über die Konsequenzen schwerwiegender Vorfälle im Vollzug und was jede andere Vollzugseinrichtung daraus lernen sollte.
Die Risikoprognose ist eine Verhaltensvorhersage darüber, ob eine Person (wieder) gegen das Gesetz verstoßen wird. Inzwischen lassen sich verschiedene Generationen von Prognoseinstrumenten unterscheiden, die der Beurteilung der Rückfallwahrscheinlichkeit dienen. Die 1. Generation (Professional Judgement) ist eine klinische Prognosemethode und fokussiert auf die Entwicklung eines individuellen Erklärungsmodells der Tat. Die 2. Generation umfasst die statistischen Prognoseverfahren, bei der anhand empirischer und überwiegend unveränderbarer Risikomerkmale gearbeitet wird (Risikoprinzip). Die 3. Generation (Structured Professional Judgement) leitet Hypothesen aus bestehenden Theorien ab und verwendet veränderbare (dynamische) Risikomerkmale. Ein wichtiges Instrument ist der sog. HCR-20 (aktuell in seiner 3. Version V3). Steffen Lau und Friederike Höfer diskutieren in dieser Folge über die Entwicklung von Prognoseinstrumenten und den HCR-20 V3.
Das Institut für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie ist die älteste und größte sexualwissenschaftliche Institution der deutschen Nachkriegsgeschichte und eine der führenden sexualwissenschaftlichen Einrichtungen Europas. Seine Forschungsaktivitäten erstrecken sich von der klinischen und Versorgungsforschung über sozialwissenschaftliche Forschung bis hin zu experimenteller Grundlagenforschung. Es unterhält ausserdem eine Spezialambulanz für Sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung sowie eine Präventionsambulanz. Daneben werden Forensisch-Psychiatrische Gutachten zu Schuldfähigkeit, Prognose, Glaubhaftigkeit sowie im Rahmen des TSG erstellt. Steffen Lau und Friederike Höfer diskutieren in dieser Folge mit Peer Briken, dem Direktor des Instituts und einem der führenden Forscher in diesem Bereich über Fragen rund um Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie.
Nicht erst seit "einer Flug über das Kuckucksnest" steht die Psychiatrie unter Generalverdacht, unverhältnismässig viel Zwang auszuüben. Behandlungen in der Forensischen Psychiatrie betrifft dies um so mehr, als das sie oftmals gegen den Willen der betroffenen Person angeordnet werden. Was bedeutet das für Forensische Psychiater*innen? Welche Zwänge gibt es tatsächlich und wie gehen Mitarbeitende in Forensischen Kliniken damit um?
Über die letzten Jahrzehnte haben Psychologie und Psychiatrie als Institution, Wissenschaft und im Wortschatz gesellschaftlich kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Menschen weisen eine psychiatrische Diagnose auf oder nehmen eine sonstige psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung in Anspruch. Mit dieser Entwicklung geht einher, dass psychiatrisch geprägtes Denken in Konzepten und Sprache zunehmend unseren Alltag und diverse Lebensbereiche durchwirkten. Ob Hänseln in der Grundschule oder Aggressivität in der Politik: Probleme werden immer häufiger psychiatrisch gedeutet und sollen dann auch primär psychiatrisch gelöst werden. Welche Implikationen das hat, darüber diskutieren Steffen Lau und Friederike Höfer in dieser Folge.
Psychose ist ein Überbegriff für schwere psychische Störungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Dabei nehmen sie sich selbst und ihre Umwelt verändert wahr und entwickeln Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Zudem können sich Störungen in der Affektivität und in der Motorik entwickeln. Eugen Bleuler schlug 1911 dafür den Namen Schizophrenie vor. Er meinte eine Gruppe psychischer Störungen , die zuvor Emil Kraepelin unter dem Namen Dementia praecox zusammengefasst hatte. In dieser Folge erklären Steffen Lau und Friederike Höfer, was eine Psychose ist und wie sich das Konzept in den letzten Jahrhunderten weiterentwickelt hat.
Personen, die unter Abhängigkeitserkrankungen leiden und in diesem Zusammenhang delinquieren, können in der Schweiz ambulant behandelt werden - und zwar und er Massnahme nach Artikel 63 StGB. Wie eine solche Behandlung aussieht, diskutieren Steffen Lau und Friederike Höfer.
In der Forensischen Behandlung geht es natürlich auch (aber nicht nur) um das oder die Anlassdelikte(e). Die werden teils geleugnet, teils nicht mehr erinnert, teils verdrängt. Immer aber gibt es diverse Versionen - in den Akten, in der Sichtweise der delinquierenden Person und in der Phantasie der Forensischen Psychiater*innen. Um Risikofaktoren für künftige Delinquenz zu eruieren, ist es deshalb wichtig, zu rekonstruieren, was sich wie zugetragen haben könnte und Vor- und Nachtatverhalten zu analysieren.
Aggressionen sind biologisch in Tieren und auch Menschen verankerte Verhaltensmuster zur Verteidigung oder Gewinnung von Ressourcen und zur Bewältigung potenziell gefährlicher Situationen. Sie beschäftigen aber auch Forensische Psychiater*innen. In dieser Folge diskutieren Steffen Lau und Friederike Höfer über das Bedingungsgefüge von Aggressionen.
From the publisher's feed
Was genau ist eigentlich forensische Psychiatrie und was passiert hinter den Türen einer forensischen Klinik? Forensische Psychiater*innen beschäftigen sich nicht mit Larvenstadien und schneiden…
Wer hat da eigentlich mit wem zu tun? Ist es gefährlich, mit psychisch kranken Straftäter*innen zu arbeiten? Wie erleben Patient*innen die Forensische Psychiatrie? Im Podcast "Was ist richtig? Der Forensische Podcast» diskutieren die beiden forensischen Psychiater*innen, der inzwischen leider verstorbene Steffen Lau, ehemaliger Chefarzt des Zentrums für stationäre Forensische Therapien Rheinau, und Friederike Höfer, Leitende Ärztin des Zentrums für ambulante Forensische Therapien der Forensischen Klinik der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zu zweit und mit besonderen Gästen über alle Fragen rund um die Forensische Psychiatrie. Gemeinsam geben sie Einblicke in ein Fachgebiet, das häufig missverstanden wird, erläutern, welche Aufgaben die forensische Psychiatrie übernimmt, wie Therapien ablaufen und welche Rolle Sicherheit, Behandlung und Rückfallprävention spielen.

249 Listeners

13 Listeners

47 Listeners