Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium

Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium

By P. Markus Johannes StraubhaarReligion & Spirituality
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Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium episodes

  • Kirche - nicht nur aus Steinen erbaut

    Kirche - das sind diejenigen, die dem Ruf des Herrn gefolgt sind und die auf den Ruf des Herrn geantwortet haben - und so zu einer heiligen Gemeinschaft geworden sind. 

    Wenn wir den Weihetag dieser Kirche feiern, feiern wir nicht einfach nur ein äußeres Geschehen, sondern vielmehr. dass der Herr sich einen Ort erwählt hat, um sich durch diesen Ort hindurch den Menschen zu mitzuteilen und durch diese Menschen hindurch ein lebendiges, geistliches Haus, das von Leben und von Seiner Herrlichkeit erfüllt ist, aufzubauen.


    16 min
  • Die Heilung der Ausgestoßenen als exemplarisches Heilsereignis

    Die Heilung der Aussätzigen ist förmlich eine Erweckung. Rein äußerlich waren diese Ausgestoßenen schon Todgeweihte, hinausgeworfen aus der Gemeinschaft. Die Evangelisten gestalten diese Erweckung in der Komposition des Textes ähnlich wie die Totenerweckung des Jüngling von Naim. Was sich hier ereignet, dort im Außerhalb vor der Stadt, kann exemplarisch gelesen werden als Heilsereignis der Heilsgeschichte. Jesus geht ins Außerhalb, er geht hinaus aus der Herrlichkeit des Vaters, hin zu dieser Unheilsgemeinschaft, zu der sich diese Aussätzigen zusammengeschlossen haben, wie der gute Hirt hingeht zum Verlorenen, und er erweckt sie zu einem neuen Leben, weit über die äußere Heilung hinaus.


    16 min
  • Unseren Platz einzunehmen ist Gott genug (Erntedank)
    Wenn wir von unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ausgehen, wo ein Wort eine Antwort braucht, eine gute Tat auch ein Danke erwartet und ein freundlicher Gruß erwidert sein möchte, dann sind wir fast ein wenig enttäuscht von den Worten Jesu, wo er mit einem Gleichnis seinen Jüngern sagt, dass es vor Gott nichts zu erwarten gibt und der Knecht am Ende einsehen muss, dass er nur "seine Schuldigkeit" getan hat. Aber wir müssen das Gleichnis neu verstehen lernen, um nicht zu meinen, Gott sei ein schlechter Arbeitgeber, dem es nie genug ist, was wir für ihn tun und der am liebsten ruhelosen Einsatz und unaufhörliches Dienen von uns verlangt. Es gibt unzählige Begegnungen, in denen Jesus selbst zeigt, dass die geringste Geste, die wirklich in Liebe spricht, völlig genügt, weil Gottes Liebe immer schon voraus ist. Es genügt unseren Platz einzunehmen, das zu tun, was wir vermögen und in grenzenloser Verfügbarkeit bereit zu sein, die Stimme des Heiligen Geistes zu vernehmen, der in unser Leben hineinwirken will - in jedem Augenblick unseres Lebens. 
    Gott möchte uns aus dem Arbeitsverhältnis, das wir oft zu ihm haben, herausholen und in ein Liebesverhältnis hineinführen.
    14 min
  • Wer ist der Arme vor der Tür des Reichen?

    Es ist ein feines Netz, in das hinein diese alte jüdische Erzählung vom armen Lazarus im Neuen Testament verwoben ist. Heinrich Späemann bringt es auf den kurzen Nenner: „Christis ist Lazarus!“ Er „der reich war, wurde um unseretwillen arm.“, denn er, der in der Fülle des Vaters war, in der Fülle des Lebens, hat nichts davon für sich behalten, sondern seine Fülle „ausgeleert“, wie man Paulus wörtlich übersetzen könnte, und sich entäußert, um uns gleich zu werden. Er liegt vor der Tür eines jeden Menschen und wartet darauf, dass man für ihn das Herz öffnet, er wartet als Armer darauf, dass das Herz sich für die Armen unserer Welt öffnet und jeder von uns die Brücke baut, die zur Brücke über den Abgrund hinweg werden kann, von der das Gleichnis am Ende spricht. 

    Nicht nur Chistus selbst ist ein Schlüssel zum Gleichnis, auch der verlorene Sohn, den danach hungert, das zu essen, was vom Tisch herabfällt, aber bei seinem Bruder keine Bereitschaft findet, aufgenommen zu werden. Dabei wäre der Arme, der alles braucht, die Chance für den Reichen und der Reiche, der alles hat, die Chance für den Armen, um zur Bereitschaft zu finden, sich zu öffnen - um so im Haus des Vaters Aufnahme zu finden.

     

    16 min
  • Ist es Klugheit oder ist es Betrug?

    Es ist seltsam, dass Jesus einen Verwalter in seinem Gleichnis heranzieht, der eher als Betrüger denn als ein Vorbild erscheint. Wie soll man dieses unverständliche Loben verstehen: Jesus „lobt die Klugheit des unehrlichen Verwalters.“  - einen Mann, der die Situation der anderen ausnutzt, um selber gut wegzukommen, einen Mann, der dazu anhält, Schuldscheine zu fälschen, um seinen Herrn zu hintergehen, einen Mann, der taxiert, wie er selbst gut davon kommt!Ist das eine Klugheit, die man loben kann? 


    Ist der Schlüssel zum Gleichnis, dass im griechischen Text steht, dass er der „Verwalter der Ungerechtigkeit“ ist? Das hieße, dass Reichtum und Geld in dieser Welt immer etwas mit Ungerechtigkeit zu tun hat. Oder liegt der Schlüssel darin, dass der Verwalter verstanden hat, dass er nur noch eine bestimmte und begrenzte Zeitspanne hat, um noch zu handeln? Es ist doch erstaunlich, dass Jesus hier so deutlich „die Kinder dieser Welt“ von den „Kindern des Lichtes“ unterscheidet. Letztere können lernen, sich Freunde zu machen und alles in Liebe zu verschenken. Alles, was uns anvertraut ist, soll dem Frieden, der Versöhnung und der Liebe unter den Menschen dienen.

    17 min
  • Dem Verlorenen nachgehen, bis es gefunden ist
    Jesus stellt in drei Gleichnissen als Selbstverständlichkeit vor Augen, was keine Selbstverständlichkeit ist, zumindest nicht in unserer Welt. Wer würde schon einem einzigen verlorenen Schaf nachgehen, wenn sich dabei die anderen 99 verirren und zerstreuen würden? Wer würde seinem herumvagabundierenden Sohn ein öffentliches Freudenfest geben, nur weil er in Schimpf und Schande heimkehrt? Vielleicht möchte Jesus in seinen Gleichnissen eine tieferliegende Wahrheit vorstellen, die wir entgegen all unseren Erfahrungen glauben wollen und hoffen, dass es so sein könnte. Der Vater im Himmel kann erst dann ein Freudenfest feiert, wenn das Verlorene, das noch fehlt, wiedergewonnen ist und wenn wir seine Sorge teilen.
    17 min
  • Kennen wir nur noch ein "Christentum light"?
    Aus der Studie zweier Soziologen im Jahr 2005 unter amerikanischen Jugendlichen konnte man deren Religiosität und deren Glaubensbekenntnis ablesen. Sie glauben an einen Gott, der Schöpfer der Welt ist und sie glauben, dass gute Menschen in den Himmel kommen, dass es wichtig ist, gut miteinander umzugehen und dass das wichtigste Ziel im Leben ist, glücklich zu sein! Zunächst sind das Aussagen, die durchaus in der Nähe des christlichen Glauben zu liegen scheinen. Aber ist das schon alles? Laut der Soziologen könnte man in der Spiritualität dieser Glaubensbekenntnisse eine zeittypische Prägung der Ich-Orientierung und des Wohlergehens sehen, die sogar still und unbemerkt in der Verkündigung der Kirchen übernommen wird. Wenn es aber nur um mich und mein Wohlergehen geht, wo bleibt da das spezifisch Christliche, das Kreuz - eine Liebe, die bis zum Äußersten geht, auch wenn es das Leben kostet? 
    16 min
  • Bringt Jesus zwangsläufig Spaltung und Zwist?

    Es ist eine herausfordende und Aussage, wenn Jesus klarstellt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen!“, sondern im Gegenteil, mit ihm wird Unfrieden und Spaltung in die Welt und sogar mitten in die Familie kommen. Drastische Beispiele fügt Jesus an: wo fünf zusammenleben, wird der Riss mitten hindurch gehen und der eine wird sich gegen den anderen wenden, es werden Gruppierungen entstehen und der Zwist hält Einzug. Wie geht das zusammen mit dem, was wir von Jesus immer wieder hören? Dass er als der Friedefürst bezeichnet wird, dass er seinen Jüngern „seinen Frieden hinterlassen“ hat und dass der Gruß nach der Auferstehung immer lautet: „Friede - Friede - Friede sei mit euch!“? 

    Wo Jesus eintritt scheiden sich einerseits die Geister, wird aber auch andererseits in uns geschieden, was für und was noch gegen ihn ist. Und so wie es am Anfang der Schöpfung war, wird durch die Scheidung und durch die Spaltung aus dem Chaos Kosmos und es tritt  durch die Spaltung in uns und unter uns klarer hervor, was noch nicht göttlicher Kosmos, was noch nicht Wahrheit und Heiligkeit ist.

    (20. Sonntag, Lesejahr C)


    15 min

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"Nicht vom Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem Wort aus Gott" (Mt 4,4). Die Homilie zum Sonntagsevangeliums legt einen Text aus dem Neuen Testament aus und macht ihn aus seinen Wurzeln heraus verständlich. Die Worte, Gleichnisse und die Person Jesu selbst werden lebendig und werden zum Brot für jeden Tag. Die Predigten von P. Markus Johannes Straubhaar CRVC begleiten durch das Kirchenjahr und erschließen die Texte der katholischen Liturgie.