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Viele Vorurteile und Klischees gibt es über das Leben im Nahen Osten: Unterdrückte Frauen mit Kopftüchern, repressive Herrschaftsformen, dazu Kamele und 1001-Nacht-Nippes an jeder Straßenecke. Darüber, wie es wirklich ist, im Oman zu leben, erzählt uns Anne Herzer, die seit über 4 Jahren in diesem Land, das auch als ‚Schweiz des Nahen Ostens‘ bekannt ist, als Ortslektorin Deutsch lehrt.
Nach ihrer einjährigen DAAD-Sprachassistenz ist sie einfach geblieben und bildet jetzt zukünftige Tourismusexperten in deutscher Sprache und Kultur aus. Denn Tourismus ist neben dem Ölexport der Wirtschaftszweig, auf den der Oman setzt. War es noch vor wenigen Jahrzehnten ein armes, landwirtschaftlich geprägtes Land, so haben geschickte Reformen und neuentdeckte Ölvorkommen der Gesellschaft Wohlstand gebracht. Jetzt soll eine Verortung des Oman auf der touristischen Landkarte interessierte, zahlungskräftige Besucher ins Land bringen.
Anne Herzer gewährt überraschende Einsichten in ein Land, dessen Bewohner sich schon mal das Antlitz ihres Sultans als Bildschirmhintergrund herunterladen, als Sticker auf die Rückseite von Autos kleben und ihn liebevoll ‚Papa‘ nennen. Trotzdem wird man immer wieder daran erinnert, in einer Monarchie und eben nicht in einer Demokratie zu leben, wenn man in der Zeitung nur geschönte Nachrichten liest.
Was sich die Deutschen vom Oman abgucken könnten, warum der Sultan sagt, dass nur die Förderung von Männern und Frauen einen Staat erfolgreich macht, und was das für das Leben im Oman bedeutet, könnt ihr hier nachhören!
Für alle, die nun gern etwas mehr über den Oman erfahren und sich dem Land auch literarisch nähern möchten, hat Anne einen Buchtipp:
Jokha Alharti: Celestial Bodies. Sandstone Press (2018)
Man Booker International Winner 2019
https://www.amazon.de/gp/product/1912240165/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=1912240165&linkCode=as2&tag=weltweitpodca-21&linkId=0dfd2024b90e472bedfe08a5f10a332e
Wie fandet ihr die Folge mit Anne? Könnt ihr euch vorstellen, im Nahen Osten zu leben und zu arbeiten? Wart ihr vielleicht selbst schon mal dort? Erzählt von euren Ideen und hinterlasst uns gern einen Kommentar.
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Neues Vorgehen seit Ausbruch der Pandemie: Wird der QR-Code auf seinem Handy auf Rot geschaltet, ist Schluss. Dann wird ihm der Zutritt zu Supermärkten, öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar zum Universitätsgelände verwehrt. Er selbst hat keinen Einfluss darauf, es ist der Große Bruder, der die App fernsteuert.
In unserer ersten Episode von WELTWEIT gewährt uns Dr. Gunnar Klatt Einblicke in das Leben hinter der Großen Mauer in der Volksrepublik China. Er ist Ortslektor für deutsche Sprache und Auslandsgermanistik an der Ocean University of China in der Küstenstadt Qingdao.
Die Gegensätze sind es, die ihn faszinieren: Senioren, die in den Parks von Millionenstädten zwischen modernen Hochhäusern mit Tai Chi den Tag beginnen und junge Leute, die in zahlreichen Karaoke-Bars koreanische Popsongs singen und per App Getränke bestellen. Auch die Exotik des Alltags reizt ihn, besonders die bunten Märkte, an denen man sich nicht satt sehen kann.
Aber nicht nur die Gegensätze sind allgegenwärtig, sondern auch der rasante Wandel. Gunnar erzählt, wie sich China in den letzten Jahren verändert hat. Wie der anhaltende Bauboom die Küstenstädte immer weiter wachsen lässt, wie stark Digitalisierung den Alltag beeinflusst, wie die Regierung versucht, Umweltprobleme in den Griff zu bekommen. Aber er erzählt auch davon, wie Druck und Kontrolle zunehmen und der Zugang zu westlichen Medien immer komplizierter wird.
Die Regierung bietet Wohlstand und Fortschritt und verlangt im Gegenzug Disziplin und Folgsamkeit. Wer als Ausländer*in in China lebt, muss sich arrangieren, lernt aber auch, dass die Wahrheit irgendwo zwischen chinesischer Staatspropaganda und westlicher Berichterstattung liegt. Was man in China über Freiheit denkt, welche wertvollen Tipps Gunnar für diejenigen hat, die mit dem Gedanken spielen, in China Deutsch zu lehren, und was es mit all den QR-Codes auf sich hat, die man im Alltag in China scannt, hört ihr in unserem Gespräch.
Für alle, die sich gern näher mit China befassen möchten, hat Gunnar zwei Buchtipps:
Kai Vogelsang: Geschichte Chinas. Reclam Verlag (2019)
https://www.amazon.de/Geschichte-Chinas-Kai-Vogelsang/dp/3150109337/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=2A8Y8G1U6MSB4&dchild=1&keywords=kai+vogelsang+geschichte+chinas&qid=1612276051&sprefix=kai+vogelsang%2Caps%2C207&sr=8-1
Fang Fang: Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt. Hoffmann und Campe Verlag (2020)
https://www.amazon.de/Wuhan-Diary-Tagebuch-einer-gesperrten/dp/3455010393/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=33ZADJ0DR2HOV&dchild=1&keywords=fang+fang+wuhan+diary&qid=1612276089&sprefix=fang+fang+%2Caps%2C198&sr=8-1
Wie hat euch die Folge mit Gunnar gefallen? Könnt ihr euch vorstellen, in China zu leben und zu arbeiten? Wie seht ihr China? Und kann sich Deutschland bei der Corona-Bekämpfung an China ein Beispiel nehmen? Erzählt von euren Ideen und hinterlasst uns gern einen Kommentar oder eine Nachricht.
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