Zappelig, verträumt, impulsiv – viele Eltern kennen solche Verhaltensweisen aus dem Alltag und fragen sich: Ist das noch normal oder steckt vielleicht mehr dahinter?
In dieser Folge sprechen wir darüber, was ADHS ist und wie sich typische Verhaltensweisen einordnen lassen – auch ohne direkt an eine Diagnose denken zu müssen. Wir erklären, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit von ADHS gesprochen wird, warum viele Auffälligkeiten gerade im jüngeren Alter Teil einer ganz normalen Entwicklung sind und weshalb Fachleute mit Diagnosen bewusst vorsichtig umgehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf frühen Auffälligkeiten im Kleinkindalter: Was können erste Hinweise sein, was eher nicht – und warum frühkindliches Verhalten definitiv keine verlässliche Vorhersage für eine spätere ADHS-Diagnose ist.
Wir schauen außerdem auf den Verlauf über die Lebensspanne, darauf, wie häufig ADHS vorkommt und warum es heute nicht häufiger ist als früher, sondern besser erkannt wird. Außerdem geht es darum, wie eine fundierte Diagnostik und Behandlung aussieht und warum diese immer individuell und aus mehreren Bausteinen zusammengesetzt ist.
Gleichzeitig richten wir den Blick auch auf positive Seiten von ADHS, die oft untergehen: Kreativität, intensives Eintauchen in Themen und ein ausgeprägter Entdeckerdrang. Wir ordnen ein, was dazu wissenschaftlich bekannt ist – und wo diese Eigenschaften im Alltag sowohl hilfreich als auch herausfordernd sein können.
Ergänzend sprechen wir über Geschlechtsunterschiede, Risikofaktoren und neurobiologische Hintergründe sowie darüber, warum Medikamente häufig sinnvoll und entlastend sein können.
Am Ende bleibt die wichtigste Botschaft: Nicht jedes unruhige oder unaufmerksame Verhalten ist ADHS – aber es lohnt sich, genau hinzuschauen und Kinder besser zu verstehen.
Fragen, Feedback oder Themenwünsche? Schreib uns an [email protected]
Quellen
Faraone, S. V., & Larsson, H. (2019). Genetics of attention deficit hyperactivity disorder.
Faraone, S. V., Asherson, P., Banaschewski, T., Biederman, J., Buitelaar, J. K., Ramos-Quiroga, J. A., Rohde, L. A., Sonuga-Barke, E. J. S., Tannock, R., & Franke, B. (2015). Attention-deficit/hyperactivity disorder.
Gershon, J., & Gershon, J. (2002). A meta-analytic review of gender differences in ADHD.
Groenman, A. P., Janssen, T. W., & Oosterlaan, J. (2017). Childhood psychiatric disorders as risk factor for subsequent substance abuse: A meta-analysis.
Gurevitz, M., Geva, R., Varon, Y., & Leitner, Y. (2014). Early markers in infants and toddlers for development of ADHD.
Hoogman, M., Stolte, M., Baas, M., & Kroesbergen, E. H. (2020). Creativity and ADHD: A review of behavioral studies, the effect of psychostimulants and neural underpinnings.
Joseph, H. M., Lorenzo, N. E., Fisher, N. S., Novick, D. R., Gibson, C., Rothenberger, S. D., Foust, J. E., & Chronis-Tuscano, A. (2023). Infant and toddler temperament as early risk factors for later attention-deficit/hyperactivity disorder: A systematic review and meta-analysis.
Kim, J. H., Kim, J. Y., Lee, J., Jeong, G. H., Lee, E., Lee, S., … & Fusar-Poli, P. (2020). Environmental risk factors, protective factors, and peripheral biomarkers for ADHD: An umbrella review.
Polanczyk, G., de Lima, M. S., Horta, B. L., Biederman, J., & Rohde, L. A. (2007). The worldwide prevalence of ADHD: A systematic review and metaregression analysis.
Shaw, P., Malek, M., Watson, B., Greenstein, D., Rossi, P. D., & Sharp, W. (2013). Trajectories of cerebral cortical development in childhood and adolescence and adult attention-deficit/hyperactivity disorder.
Tripp, G., & Wickens, J. R. (2009). Neurobiology of ADHD.
Music for Creators. (n.d.). Upbeat motivational acoustic corporate [Music]. Free Music Archive.