
Sign up to save your podcasts
Or


Prof. Werner Sobek, ein führender Architekt und Bauingenieur Deutschlands, spricht in dieser Folge von WohnGefühl mit Host Stefan Bürger über seinen beeindruckenden Werdegang und seine vielseitigen Rollen in der Lehre, im Unternehmertum und in der Politikberatung. Diese Episode ist besonders für diejenigen interessant, die sich für die Schnittstellen zwischen Architektur, Ingenieurkunst und globalen Geschäftspraktiken interessieren.
Wieso Sobek weltweit als Berater für politische und architektonische Fragen gefragt ist
Sobek erzählt von seiner Reise, die ihn von einer One-Man-Company zu einem internationalen Netz von 14 Büros mit über 450 Angestellten führte. Er betont, dass es in seinem Unternehmen nicht nur um Profit geht, sondern um die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Dank dieser Philosophie konnte sein Büro wirtschaftliche Schwächephasen überstehen und ist nun weltweit tätig, mit einem Projektvolumen von bis zu 8 Milliarden Dollar.
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Wichtigkeit von Vertrauen und Eleganz im Geschäftsgebaren. Sobek berichtet von kulturellen Unterschieden in der Architekturbranche, etwa dem besonderen Vertrauensverhältnis in Japan, und nennt Beispiele für die elegante Haltung, die er von seinen Mitarbeitern erwartet. Diese Prinzipien haben ihm geholfen, anspruchsvolle Projekte wie die größte Glasfassade der Welt in Zürich zu realisieren.
Zum Abschluss spricht er darüber, wie ein Bauwerk die ‚dritte Haut‘ des Menschen bildet und deshalb von der Persönlichkeit des Bauherrn beeinflusst sein sollte. Diese Episode gibt nicht nur wertvolle Einblicke in die Welt der Architektur und Ingenieurkunst, sondern zeigt auch, wie man mit einem klaren Wertekurs in einer globalisierten Welt erfolgreich ist.
Wo ziehen Sie die Grenze, welche Aufträge Ihr Unternehmen ablehnt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar bei Spotify und abonnieren Sie WohnGefühl, damit keine Ausgabe verloren geht.
KI ist in der Immobilienwirtschaft längst mehr als ein Technologiethema. Die entscheidende Frage lautet: Wo entsteht durch künstliche Intelligenz tatsächlich messbarer Mehrwert – und wie lässt sich dieser in bestehende Prozesse, Organisationsstrukturen und Geschäftsmodelle integrieren?
Julian Nachtweh, Partner bei Deloitte für Technologieberatung, ordnet den Stand der KI-Entwicklung in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ein. Er erklärt, warum die Branche bei technologischer Reife und Datenbasis noch hinter anderen Industrien liegt und weshalb Unternehmen zunächst mit klar abgegrenzten Use Cases und Pilotprojekten arbeiten sollten.
Warum Backoffice-Prozesse wie Planung, Reporting, Finanz- und Abrechnungsprozesse für den KI-Einsatz besonders interessant sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Faktor Mensch. KI soll Mitarbeitende nicht einfach ersetzen, sondern repetitive Aufgaben reduzieren und neue Tätigkeitsfelder ermöglichen. Dafür müssen Führungskräfte vorhandene KI-Kompetenzen im Unternehmen erkennen, Mitarbeitende weiterentwickeln und eine Organisation schaffen, in der Fachbereiche und IT enger zusammenarbeiten.
Julian Nachtweh beschreibt dafür ein mögliches Hub-Modell: Mitarbeitende verantworten die Prozesse, in denen KI-Agenten eingesetzt werden, während ein technologischer Kern für Standards, Schulungen und Leitplanken sorgt. Gleichzeitig bleiben Themen wie Mieter-Scoring, der EU AI Act und der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Daten zentrale Herausforderungen.
Eine Folge über KI-Strategie, Datenqualität, Prozessautomatisierung und die organisatorischen Konsequenzen einer Technologie, die Unternehmen nicht nur digitaler, sondern auch führungsseitig anspruchsvoller macht.
Polen ist traditionell ein Eigentumsmarkt: Die Eigentumsquote liegt bei rund 86 bis 87 Prozent. Trotzdem wächst in den großen Universitätsstädten der Bedarf an modernen und flexiblen Mietwohnungen. Hoyer erklärt, wie die TAG Immobilien AG diesen Markt erschlossen hat, warum das Unternehmen eigene polnische Gesellschaften und Teams aufgebaut hat und weshalb lokale Erfahrung für den Markteintritt entscheidend war.
Im Gespräch geht es um die wirtschaftlichen und operativen Grundlagen des polnischen Wohnungsmarkts: niedrigere Baukosten, kleinere Wohnflächen, Mietniveaus in Warschau und Breslau, möblierte Einjahresverträge, Refinanzierung und die Besonderheiten des polnischen Mietrechts. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Investitionsklima: Kommunen verfolgen laut Hoyer einen klaren Willen zum Neubau, Genehmigungsprozesse sind anders organisiert, und die Zusammenarbeit mit Städten folgt anderen Regeln als in Deutschland.
Weitere Highlights der Folge:
Wieso Hierarchieebenen erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße wirklich Sinn ergeben
Trost warnt vor importierten Führungstrends aus der angelsächsischen Literatur. Viele davon moralisieren. Konzepte wie "Compassionate Leadership" hält er für praxisfern. Manche sogar für gefährlich. Sein Gegenentwurf ist Pragmatismus. Führungskräfte sollen ihre Rolle zum Unternehmenskontext passend gestalten. Nicht vorgefertigte Ideale übernehmen.
Das gilt besonders für kleinere und mittelständische Unternehmen. Führung lässt sich nicht mit Lehrbuchwissen erzwingen. Sie braucht Nähe zur Führungskraft. Sie braucht regelmäßige Interaktion. Und sie braucht die Fähigkeit zur Korrektur.
Gute Führung folgt keinem Regelwerk und lässt sich nicht verordnen. Sie entsteht aus Reflexion, Kontext und Persönlichkeit.
Deutlich wird: Zielkonflikte zwischen Bezahlbarkeit, Energieeffizienz und architektonischem Anspruch lassen sich nicht auflösen, sondern nur priorisieren. Die EPBD-Richtlinie treibt Kosten, während Wohnungsnot in Ballungszentren gleichzeitig zum unterschätzten gesellschaftlichen Sprengstoff wird. Der Berliner Mietendeckel und Enteignungsdebatten zeigen exemplarisch, wie schnell Marktregulierung Investitionen ausbremst, ohne neuen Wohnraum zu schaffen.
Positiv sticht Wien als Vorbild für aktive Stadtplanung hervor, ergänzt durch Impulse aus Irland und modulare Bautechniken aus der Schweiz. Auch der Wiederaufbau der Ukraine rückt als künftiges Handlungsfeld für europäische Wohnungswirtschaft in den Fokus.
Ländervergleich: Deutschland, Frankreich, Niederlande, UK, Spanien, Osteuropa
Roth erzählt, wie der Fünf-Finger-Plan aus den 1960er- und 70er-Jahren und der spätere Hochhausrahmenplan den Weg für die heutige Skyline geebnet haben – und wie viel politische Überzeugungsarbeit dahintersteckte, gerade weil Mehrheiten über Parteigrenzen hinweg organisiert werden mussten. Sie beschreibt, dass mit jedem neuen Hochhaus auch Fragen der Infrastruktur mitgedacht werden mussten: Wie kommen die Menschen zur Arbeit? Wo werden ihre Kinder betreut? Wie verträgt sich Verdichtung mit dem bestehenden Stadtbild? Auch die Finanzierung von Kultur kommt zur Sprache, mit einem direkten Vergleich zu München. Außerdem geht es um die Frage, welchen Stellenwert kulturelle Angebote für die Attraktivität einer Stadt haben.
Roth macht deutlich, wie eng bauliche Entscheidungen mit politischen Abstimmungsprozessen verwoben sind.
Am Ende zeigt das Gespräch vor allem eines: Wer in Städten baut, braucht nicht nur ein gutes Konzept, sondern auch die Geduld, gesellschaftliche und politische Mehrheiten dafür zu gewinnen.
Tolckmitt kennt beide Seiten: den Pfandbrief als jahrhundertealtes, nie ausgefallenes Finanzierungsinstrument mit über 400 Milliarden Euro Marktvolumen in Deutschland – und die politische Realität einer Hauptstadt, die mit der Vergesellschaftung privater Wohnungsbestände experimentiert. Er rechnet vor, was das kostet, was es bringt und warum schon die Diskussion darüber Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe macht.
Im Gespräch: warum Vergesellschaftung keine einzige neue Wohnung schafft, welche Ausstrahlungswirkung Berlin auf den gesamten deutschen Investitionsstandort hat, und warum Rechtssicherheit am Ende mehr für bezahlbaren Wohnraum tut als jede Enteignung.
Die TAG verfolgt bewusst eine Nischenstrategie: Statt in A-Städte zu investieren, setzt das Unternehmen auf B- und C-Lagen. Das Portfolio – rund 85.000 Wohnungen, davon 70 Prozent in Ostdeutschland – entstand unter anderem durch Zukäufe von der DKB Immobilien AG und der TLG.
Zentrale Themen der Folge:
Hoyer zeigt: Soziales Engagement lässt sich systematisch in ein wirtschaftliches Geschäftsmodell integrieren. Der Track Record der TAG – Leerstand unter Marktniveau an nahezu allen Standorten – belegt: Verantwortung und Rendite schließen sich nicht aus, sie bedingen sich.
From the publisher's feed