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Deutschland baut zu wenig, zu langsam und zu teuer. Was wie eine politische Klage klingt, ist für Thomas Reimann tägliche unternehmerische Realität. Als CEO der ALEA Hoch- und Industriebau AG und Präsident des Baugewerbe Hessen kennt er die Kostentreiber aus zwei Perspektiven – vom Schreibtisch des Funktionärs und von der Baustelle des Unternehmers.
Im Gespräch analysiert Reimann, warum Deutschland 2025 gerade noch rund 240.000 Wohnungen fertiggestellt hat und was sich strukturell ändern muss. Sein zentrales Argument: Die regulatorische Überlast der vergangenen Jahrzehnte ist das eigentliche Problem. Die Niederlande haben 2012 gezeigt, dass ein konsequenter Abbau von einem Drittel aller Vorschriften zu dreißig Prozent günstigeren Baukosten führen kann – innerhalb von nur zwei Jahren.
Reimann geht tief in die Kostentreiber: volatile Stahlpreise, Dämmstoffe, die sich geopolitisch bedingt innerhalb weniger Tage um bis zu 19 Prozent verteuern, und eine schleichende Normspirale beim Schallschutz, die in Zeiten billiger Zinsen unbemerkt eingezogen wurde. Dazu stellt er eine unbequeme Frage: Sind überhöhte Komfortansprüche – aufwendige Bäder, Balkone, Tiefgaragen – mitverantwortlich für die Unbezahlbarkeit des Wohnens? Auch das vieldiskutierte serielle Bauen nimmt er nüchtern unter die Lupe: In der Praxis ist es weder günstiger noch schneller als konventionelles Bauen.
Was ihn vorsichtig optimistisch stimmt: In Hessen zeigen der „Bauturbo" und erste Erfolge bei der Digitalisierung von Genehmigungsverfahren, dass schnelleres Handeln möglich ist – und allein dadurch bis zu vierhundert Euro Herstellungskosten pro Quadratmeter eingespart werden könnten.
Holzhauer, der mit dem Renthof Kassel und dem Grieschäfer in Bad Emstal zwei vielbeachtete Häuser verantwortet, vertritt eine klare These: Wohlfühlen ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis konsequenter gestalterischer Entscheidungen – von der Wahl des Fußbodens bis zur Auswahl jeder einzelnen Tapete. Die empathische Perspektive auf Räume ist für ihn nicht Gegensatz zur ökonomischen Logik, sondern deren Voraussetzung.
Das Gespräch berührt Fragen, die für die Wohn- und Immobilienbranche strategische Relevanz haben: Wie wirkt Ästhetik auf das Verhalten von Nutzern? Warum zahlt sich hochwertige Gestaltung auch betriebswirtschaftlich aus? Und was können Wohnungsunternehmen von der Hotellerie lernen, wenn es darum geht, Räume nicht nur funktional, sondern erlebbar zu machen?
Eine Folge für alle, die Immobilien nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen.
Wolf beschreibt, wie Quarterback von einem Jahresvolumen von rund einer Milliarde Euro auf ein Zehntel zurückfiel und welche drei Faktoren das Unternehmen stabilisierten: ein zuvor aufgebautes Projektpolster mit stabilen Cashflows durch Forward-Funding-Strukturen, eine schlanke Plattformkostenstruktur sowie ein verlässlicher Gesellschafterkreis mit Vonovia im Rücken. Hinzu kamen – und das hebt Wolf explizit hervor – Käufer, die in turbulenten Marktphasen ihre Commitments hielten.
Im Gespräch analysiert Wolf die veränderte Käuferstruktur: Während deutsche institutionelle Investoren noch mit den Bewertungsfolgen steigender Zinsen auf ihre Bestandsportfolios kämpfen, blicken angelsächsische und australische Kapitalgruppen mit wachsendem Interesse auf Deutschland. Der Grund liegt in den im internationalen Vergleich nach wie vor moderaten Mietniveaus und der strukturell niedrigen Eigentumsquote – ein Privatisierungspotenzial, das langfristig orientierte Investoren anzieht.
Auf der operativen Ebene zeigt Wolf, wie Quarterback Margen heute generiert: nicht über günstige Grundstückseinkäufe oder serielles Bauen, sondern über intensive Optimierung bestehender Baugenehmigungen. Flächeneffizienz, Wandstärken, Korridorführung – eine zehn- bis fünfzehnprozentige Verbesserung der Kostenstruktur ist das Ergebnis eines spezialisierten internen Prozesses, der in der Krise zur zentralen Kompetenz wurde.
Wolf schließt mit einer pointierten politischen Analyse: Solange die Rahmenbedingungen Projektentwicklern keine auskömmliche Kalkulation erlauben, wird der Neubau nicht zurückkehren – unabhängig davon, wie stark die Mieternachfrage ist. Das ehemalige KfW-55-Zuschussprogramm nennt er als Beispiel dafür, wie staatliche Instrumente Kaufkraft und Investitionsbereitschaft gleichzeitig stärken können. Was fehlt, ist politischer Wille, die Branche nicht nur zu regulieren, sondern zu befähigen.
In dieser Folge von WohnGefühl ist Marco Maier zu Gast, CEO der FFH Mediengruppe – dem größten privaten Radiosender in Hessen und der Nummer zwei in Deutschland. Das Gespräch überrascht: Die Herausforderungen, vor denen FFH steht, ähneln denen der Immobilienwirtschaft verblüffend. Sinkende Erlöse im Kerngeschäft, ein verändertes Nutzungsverhalten, KI-Skepsis in der Belegschaft – und die zentrale Frage, wie eine starke Marke auch im digitalen Wandel standhält.
r erklärt, wie sich das Mediennutzungsverhalten in den letzten Jahren grundlegend verändert hat: Die Verweildauer sinkt, die Auswahl wächst, und der klassische Werbemarkt gerät unter Druck. Parallelen zur Immobilienwirtschaft ziehen sich durch das gesamte Gespräch – ob beim Schutz der eigenen Marke gegenüber anonymen Plattformen, beim Umgang mit zunehmender Einsamkeit in der Gesellschaft oder bei der Frage, wie persönliche Ansprechpartner – der Moderator wie der Hausmeister – in Zeiten von KI und Automatisierung an Bedeutung gewinnen, statt sie zu verlieren.
Außerdem geht es um die digitale Transformation bei FFH: Wie hat das Unternehmen den Wandel intern begleitet, ohne eine einzige betriebsbedingte Kündigung auszusprechen? Und wie ist aus einem Radiosender ein Softwareanbieter geworden, dessen Produkt „Radio Creator" heute von 70 europäischen Radiostationen genutzt wird? Darüber hinaus spricht Marco Maier über die FFH Academy – ein Weiterbildungsangebot, das von Fake-News-Schulungen bis zu Resilienz-Workshops reicht und inzwischen selbst ein relevantes Geschäftsfeld darstellt. 30 Prozent der Erlöse kommen bei FFH heute bereits aus dem Digitalgeschäft – vor sieben Jahren waren es noch zwei Prozent.
Am Ende steht die große Frage: Wo ist Radio in zehn Jahren? Und wer entscheidet, wie die eigene Branche die Zukunft gestaltet?
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Sabine Ruggeri ist eine der bekanntesten Immobilienmaklerinnen Deutschlands – bekannt aus der Vox-Sendung „Mieten, kaufen, wohnen", seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich mit ihrem Unternehmen Campo Immobilien in Hannover tätig. Im Gespräch mit Stefan Bürger spricht sie über ihren Weg vor die Kamera, was einen guten Makler wirklich ausmacht – und warum Digitalisierung für sie keine Bedrohung, sondern eine Chance ist.
Sabine Ruggeri erzählt, wie sie – eher zufällig – zur Fernsehmaklerin bei Vox wurde und was es bedeutet, sich selbst in einem dokumentarischen Format zu zeigen, ohne eine Rolle zu spielen. Sie erklärt, warum Sympathie und Souveränität für sie der eigentliche Schlüssel zum Erfolg sind, welche Rolle Fingerspitzengefühl beim Thema Wohnen spielt – und wie man nach 23 Jahren immer noch heraushört, ob jemand wirklich kaufen will oder nur als "Tourist" durch Immobilien spaziert. Aus dem Makleralltag gibt sie praktische Einblicke: Was verrät überschwängliche Begeisterung wirklich? Und woran erkennt man, dass jemand eine Immobilie bereits im Herzen trägt?
Ein weiteres großes Thema ist die Digitalisierung: KI-Staging, Social-Media-Videos mit First-Look-Zugang, animierte Grundrisse – Sabine Ruggeri sieht das alles nicht als Bedrohung für den Maklerberuf, sondern als Werkzeug, das gut genutzt werden will. Ebenso spricht sie über die Bedeutung eines breiten Portfolios, das von der Einzimmerwohnung bis zum Mehrfamilienhausensemble reicht, über Ästhetik als Unternehmensphilosophie und darüber, was es bedeutet, wenn jemand sein selbst gebautes Haus oder das Elternhaus aufgibt. Zum Abschluss teilen sie und Host Stefan Bürger berührende und skurrile Momente aus ihrer Karriere – von Katzentunneln bis zu Tränen am Küchentisch.
Wie wirkt sich die aktuelle Marktlage auf die Immobilienfinanzierung aus – und was braucht Deutschland, damit sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können? In dieser Folge von WohnGefühl spricht Stefan Bürger mit Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, über die Realitäten des Immobilienmarkts aus Bankenperspektive: Zinsen, Baukostensteigerungen, Fördermittel, Energetik und das wachsende Stadt-Land-Gefälle. Ein offenes, konkretes Gespräch mit einem der erfahrensten Immobilienfinanzierungsexperten der Region.
Wie wirkt sich die aktuelle Marktlage auf die Immobilienfinanzierung aus – und was braucht Deutschland, damit sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können? In dieser Folge von WohnGefühl spricht Stefan Bürger mit Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, über die Realitäten des Immobilienmarkts aus Bankenperspektive: Zinsen, Baukostensteigerungen, Fördermittel, Energetik und das wachsende Stadt-Land-Gefälle. Ein offenes, konkretes Gespräch mit einem der erfahrensten Immobilienfinanzierungsexperten der Region.
Darum geht's in dieser Folge:
Klimawandel und Wohnungswirtschaft – das klingt zunächst nach Technik, Dämmung, Wärmepumpe und Energiekennwerten. In dieser Folge spricht Stefan Bürger mit Thomas Ranft, Wissenschaftsjournalist, ARD-Wettermoderator und Keynote Speaker, darüber, warum es in Wahrheit mindestens genauso sehr um Menschen, Emotionen und gute Kommunikation geht.
Thomas Ranft nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: Dämmung ist wichtig – aber ein Haus „zu Tode zu dämmen“ macht keinen Sinn. Wer CO₂-freie Energie selbst produziert, muss nicht mehr jeden Quadratmeter optimieren. Und wer Mieterinnen und Mieter wirklich mitnehmen will, erreicht sie nicht über Appelle allein, sondern über verständliche, emotionale und alltagsnahe Kommunikation.
Es geht um die Frage, warum die letzten 20 Prozent Energieeinsparung oft unverhältnismäßig teuer werden, was das limbische System mit Wohnentscheidungen zu tun hat und weshalb sich Verhalten nicht einfach durch Fakten verändert. Thomas Ranft erklärt, was die Diffusionstheorie nach Everett Rogers für die Wohnungswirtschaft bedeutet – und warum Veränderung dann gelingt, wenn sie sozial anschlussfähig wird.
Außerdem geht es um die Folgen des Klimawandels für Gebäude, Quartiere und Wohnumfelder: um Balkone, Fassaden, Gebäudetechnik, Wärmepumpen, Kühlung und den unterschätzten Wert von Grünflächen. Im Gespräch wird klar, dass Klimaanpassung nicht nur im Heizungskeller entschieden wird, sondern auch vor der Haustür – durch Bäume, Verdunstungskühlung, Schwammstadt-Prinzipien und Aufenthaltsqualität.
Und schließlich geht es um die große Kommunikationsaufgabe der kommenden Jahre: Wie können Wohnungsunternehmen erklären, warum energetische Maßnahmen notwendig sind, ohne Menschen zu überfordern? Wie wird aus Klimaschutz ein Thema, das nicht belehrt, sondern überzeugt? Und was lässt sich aus traditionellem Bauen – vom Schwarzwaldhaus bis zur Verschattung – für eine Wohnungswirtschaft lernen, die Gebäude nicht nur effizienter, sondern auch lebenswerter machen will?
In dieser Folge von WohnGefühl spricht Stefan Bürger mit André Hund, Gründer und Geschäftsführer der Clivolution GmbH. Er begleitet Unternehmen bei der Gewinnung, Entwicklung und dem wertschätzenden Loslassen von Fach- und Führungskräften. Im Gespräch wird schnell klar: Personalarbeit ist weit mehr als das Schalten einer Stellenanzeige – sie ist ein dauerhafter, wertegetriebener Prozess.
In dieser Folge reden die beiden darüber …
Wie entsteht Immobilienjournalismus bei einer der renommiertesten Tageszeitungen Deutschlands? In dieser Folge spricht Stefan Bürger mit Günter Murr, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der seit 25 Jahren über Stadtplanung, Architektur und Immobilienwirtschaft im Rhein-Main-Gebiet berichtet.
Es geht um Seriosität und Vertrauen als journalistische Währung, um Objektivität und persönliche Haltung – und darum, wie viel Meinung im Journalismus erlaubt ist. Günter Murr erzählt, wie er zum Immobilienjournalismus gekommen ist, welche Rolle Immobilien und Wohnen in der FAZ spielen und warum gründliche Recherche mehr ist als das Abarbeiten eines überfüllten E-Mail-Postfachs.
Außerdem geht es um das Europaviertel in Frankfurt als vielschichtiges Beispiel für Stadtentwicklung: um Politik, Bauträger und Betroffene, um organisierte Gegner und eine oft schweigende Mehrheit von Wohnungssuchenden. Im Gespräch wird klar, wie schwierig es ist, die unterschiedlichen Perspektiven sichtbar zu machen – gerade wenn diejenigen, die dringend neuen Wohnraum brauchen, in öffentlichen Debatten häufig weniger laut auftreten als die Gegner neuer Baugebiete.
Zum Schluss geht es um die Zukunft der Kommunikation in der Stadtentwicklung: Wie können Wohnungswirtschaft, Projektentwickler und Politik verständlicher erklären, warum gebaut werden muss? Welche Rolle spielen Social Media, Visualisierungen und direkte Ansprache der Öffentlichkeit? Und was braucht es, damit aus Bauprojekten nicht nur Konflikte werden, sondern nachvollziehbare Geschichten über Wohnraum, Stadt und Zukunft?
In dieser Ausgabe von WohnGefühl begrüßen wir Professor Dr. Armin Trost – Buchautor, Keynote-Speaker und Hochschullehrer mit einem scharfen Blick auf die Arbeitswelt von heute. Gemeinsam tauchen wir in eine Frage ein, die viele Führungskräfte insgeheim beschäftigt: Haben wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sehr verwöhnt? Armin Trost hat dafür einen griffigen Begriff geprägt: die Nanny Company – ein Unternehmen, das glaubt, für das Glück seiner Belegschaft verantwortlich zu sein.
Wir sprechen darüber, was intrinsische Motivation wirklich bedeutet – und warum man sie nicht erzeugen, aber sehr leicht zerstören kann. Wir fragen, welche Rollen Schlüsselfunktionen im Unternehmen spielen, wie man mit schwachen Leistungen umgeht und was hinter dem Hype um Bällebäder, Obstkörbe und Lounge-Ecken wirklich steckt.
Armin Trost bringt dabei ein humanistisches Weltbild mit: Menschen wollen gute Arbeit leisten. Die Frage ist, ob wir als Unternehmen Bedingungen schaffen, die das ermöglichen – oder ob wir sie dabei unbewusst ausbremsen.
Am Ende wird es persönlich: Wie ist Armin Trost selbst zu dem geworden, was er heute ist? Die Antwort ist so ehrlich wie überraschend.
Eine Folge, die zum Nachdenken anregt – über Führung, Verantwortung und das, was Arbeit wirklich bedeutet.
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