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Wort zum Tag von Pfarrerin Claudia Laager-Schüpbach, Kirchgemeinde Eriswil, BE
Wort zum Tag von Theologie-Studentin Sophie Pfarschner, Universität Marburg
Wort zum Tag von Pfarrerin Mélanie Kern, oeku Kirchen für die Umwelt
Andreas Zeller, Pfarrer i.R., Münsingen
„Großer Gott, wir loben dich“ kennt fast jeder – doch es gibt auch eine pazifistische Version dieses Chorals. Verfasst hat sie Karl von Greyerz, ein reformierter Pfarrer und religiöser Sozialist aus Bern, der nach dem Ersten Weltkrieg gegen Militarismus und für Zivildienst eintrat. In seinem Text verbindet er das Staunen über Gottes Größe mit der Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt: Menschen sollen sich die Friedenshand reichen, frei von Hass und Fesseln. Diese Botschaft ist heute aktueller denn je. Denn trotz Krisen und Kriegen bleibt der Ruf bestehen: „Herr, erbarme dich deiner blutbefleckten Erde.“ Ein Lied, das nicht nur singt, sondern Hoffnung weckt – damals wie heute.
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Frieden, Hoffnung, Gottes Größe, Vertrauen, Mut
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Nathalie Abischer, Pfarrerin, Unterseen
Manchmal läuft alles rund, und wir spüren: das Leben ist schön. Doch dann gibt es Momente, die uns das Leben sauer machen – durch Krankheit, Verlust, Sorgen oder plötzliche Veränderungen. Dieser Ausdruck stammt aus der Bibel und erinnert daran, dass Schwierigkeiten zum Leben dazugehören. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Ob wir den Kopf in den Sand stecken, unruhig Lösungen suchen oder gelassen bleiben – gut tut es, das Herz auszuschütten. Bei vertrauten Menschen, in der Seelsorge, oder vor Gott, wie es Psalm 62 sagt: „Schüttet euer Herz vor ihm aus. Gott ist unsere Zuversicht.“ So entstehen neue Kraft, Hoffnung und Zuversicht, auch wenn das Leben uns manchmal sauer vorkommt.
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Leben, Schwierigkeiten, Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung, Redewendungen
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Heike Krause, Resilienztrainerin, Nordrhein-Westfalen.
Wusstest du, dass du Gottes Herzensmensch bist? Er juchzt und jubelt über dir. Seine Liebe heilt, wo Vaterwunden geblieben sind, und er gibt dir Identität, wo du dich wertlos fühlst. „Siehe, in meine Hände habe ich dich eingezeichnet“ (Jes 49) – du bist unauslöschlich in seinem Herzen. Selbst wenn du nicht mehr kannst, trägt er dich wie ein Vater seinen Sohn. Nichts kann dich von seiner Liebe trennen, weder Zweifel noch Versagen. Du bist gesehen, gewollt, geliebt, getragen und geborgen – jetzt, heute, für immer. Vielleicht reicht ein leises „Papa, ich brauche dich“ – und er antwortet: „Ich war nie weg.“ Dein Zuhause ist sein Herz.
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Liebe Gottes, Geborgenheit, Vertrauen, Heilung, Vaterliebe, Glaube
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Toni Zulauf, Initiator «Wort zum Tag», Ranflüh im Emmental
Seit meiner Ankunft in Schweden fällt mir die Stille besonders auf. Eine Stille, die fast unheimlich wirkt – im Haus, im Wald, in der Landschaft. Doch was unterscheidet sie von der Ruhe? Stille ist ein äußeres Schweigen – keine Vögel, kein Wind, kein Auto. Ruhe hingegen ist ein innerer Zustand – wenn Gedanken langsamer werden, das Herz sich beruhigt und ich loslasse. Psalm 62 sagt: „Meine Seele ist still zu Gott, der mir hilft.“ Wahre Ruhe beginnt, wenn wir aufhören zu kreisen und zu flüchten und ins Vertrauen finden. Ich wünsche dir heute nicht nur einen ruhigen Moment, sondern echte Ruhe – getragen von Gottes Nähe.
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Stille, Ruhe, Vertrauen, Frieden, Schweden, Gebet
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Christine Schließer, Titularprofessorin für systematische Theologie, Universität Zürich
„Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, halt ihm auch die linke hin.“ – Worte Jesu, die provozieren. Oft missverstanden als Aufruf zur Passivität, zeigen sie in Wahrheit das Gegenteil: Mut zur gewaltfreien Veränderung. Wer im damaligen Kontext die linke Wange hinhielt, forderte Respekt ein und stellte sich seinem Gegenüber als Gleichrangiger entgegen. Jesus zeigt hier kreative Wege, Unrecht zu entlarven, ohne selbst Gewalt anzuwenden. Solche „transforming initiatives“ können die Welt verändern – im Kleinen wie im Großen. Ein Impuls, neu darüber nachzudenken, was Feindesliebe im Alltag bedeuten kann.
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Feindesliebe, Mut, Gleichwürdigkeit, Kreativität, Gewaltfreiheit
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Kaspar Kunz, Pfarrer, Zillis-Schamserberg
„Das ist eine gute Frage.“ – so beginnen manchmal Antworten in Interviews. Oft steckt dahinter der Versuch, Zeit zu gewinnen oder sich nicht festlegen zu müssen. Schon Jesus wurde mit Fangfragen konfrontiert – über Steuern, über die Auferstehung, über das wichtigste Gebot. Doch er ließ sich nicht aufs Glatteis führen. Stattdessen gab er eine klare und tiefgründige Antwort: Gott lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand und ganzer Kraft – und den Nächsten wie sich selbst. Gute Fragen entstehen aus ehrlichem Interesse und Respekt, nicht aus dem Wunsch, andere bloßzustellen oder bestätigt zu werden. Jesus lädt uns ein, von ihm zu lernen – auch, wie man echte, offene und hilfreiche Fragen stellt, die Beziehungen vertiefen statt zerstören.
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