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Wort zum Tag von Theologin Monika Hungerbühler, Basel, BS
Andreas Zeller, Pfarrer, Münsingen BE
„Harre meine Seele“ – ein Lied aus dem 19. Jahrhundert, entstanden in einer Lebenskrise des Kaufmanns Johann Friedrich Räder. In Existenznot schrieb er diese Verse, die bis heute vielen Menschen Trost spenden: Warte geduldig auf Gott, vertraue ihm deine Sorgen an, denn er bleibt treu. Nach Winter folgt Frühling, nach Leid neuer Anfang. Räders Lied, später vertont und weltweit verbreitet, betont: Keine Not ist größer als Gott selbst. Gerade in dunklen Zeiten darf die Seele hoffen und sich geborgen wissen. Für mich ist das Lied ein Beispiel dafür, wie Musik und Glaube Halt schenken – über Jahrhunderte hinweg.
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Trost, Vertrauen, Geduld, Hoffnung, Musik, Glaube
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Nathalie Abischer, Pfarrerin, Unterseen
Nach den heissen Tagen bringt der Regen Erleichterung – und Nathalie Abischer blickt zurück auf bewegte Momente voller Gemeinschaft und Lebendigkeit. Doch sie erinnert auch an die Worte Jesu: „Wenn du betest, so geh in dein Kämmerlein.“ Das stille Kämmerlein ist der Ort, an dem wir uns von der lauten Welt zurückziehen können – fern von öffentlicher Selbstdarstellung, nah bei Gott. Ein Ort, wo Gedanken sortiert, Ängste und Hoffnungen ausgesprochen und Dank geteilt werden. Beten ist keine Pflicht der „Profis“ in der Kirche, sondern Geschenk an uns alle. Es braucht keine besonderen Worte – schon ein leises „Herr, hilf“ ist Gebet. Wer betet, verändert sich – und vielleicht auch die Welt.
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Wort zum Tag von Resilienz-Trainerin Heike Krause, Deutschland
Toni Zulauf, Initiator Wort zum Tag, Ranflüh Emmental
Beten hat unzählige Formen – es kann ein stilles Seufzen sein, ein Satz wie „Herr, hilf“, ein Dank, eine Klage oder ein ganzes Gespräch. Immer aber bedeutet es: Ich wende mich an Gott. Beten ist eine geöffnete Tür, durch die ich Sorgen loslassen und Kraft empfangen darf. Manchmal verändert es nicht sofort die Welt, aber es verändert mich – macht ruhig, wacher, weicher. Beten heißt, ehrlich sein zu dürfen und nicht allein zu bleiben. Vielleicht braucht unsere Welt nicht mehr Meinungen, sondern mehr Gebet – nicht als Flucht, sondern als Kraftquelle, nicht als Pflicht, sondern als Möglichkeit.
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Gebet, Vertrauen, Kraftquelle, Ehrlichkeit, Hoffnung
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Katrin Rehmatt, Pfarrerin an der Predigerkirche Zürich
Wurzeln und Flügel – das ist es, was Eltern ihren Kindern mitgeben können: Geborgenheit und Freiheit. Beides brauchen wir auch als Erwachsene. Manche haben nur Wurzeln, andere nur Flügel – doch beides miteinander macht das Leben reich. Gerade in Zeiten des Umbruchs, in denen viele vertraute Strukturen ins Wanken geraten, können uns diese Bilder Halt geben. Wie gehen wir mit dem grossen Durcheinander unserer Welt um? Vielleicht nicht mit Kontrolle, sondern mit Offenheit. Der Philosoph Byung-Chul Han beschreibt eine Zukunft, in der die Dinge nicht starr nebeneinanderstehen, sondern sich berühren, vermischen und einander freundlich werden. Ein „vernünftiges Chaos“ entsteht – ein freundliches Durcheinander, in dem Wurzeln und Flügel verbunden sind. Ein Bild der Hoffnung für unsere Welt.
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Vertrauen, Halt, Wandel, Geborgenheit, Freiheit
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Die Hoffnung, die bewegt
Christine Schliesser, Titularprofessorin für systematische Theologie, Universität Zürich
„Hoffen wir das Beste!“ – oft bleibt diese Redewendung ein Wunschdenken, das uns passiv macht. Doch wahre Hoffnung lähmt nicht, sie bewegt. Sie ist keine vertröstende Illusion, sondern vorweggenommene Freude, wie es Jürgen Moltmann formulierte. Hoffnung steckt an, macht unruhig im besten Sinne und ruft uns zum Handeln auf. Wer auf das Reich Gottes vertraut, das mit dem Jesuskind schon angebrochen ist, findet darin Motivation und Kraft, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Hoffnung stirbt nicht zuletzt – sie ist auferstanden.
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Hoffnung, Freude, Engagement, Gerechtigkeit, Glaube
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Autor: Kaspar Kunz, Pfarrer, Zillis-Schamserberg
Beim Zügeln fand ich eine Kinderzeichnung von mir: Jakob mit dem Kopf auf einem Stein, darüber die Himmelsleiter mit Engeln und hellen Sternen. Ein Bild voller Hoffnung. Denn wie Jakob fragen auch wir: Wie geht es weiter? Was mache ich mit einer Krankheitsdiagnose, einer Operation, einer Krise, die mich überrollt? Solche Nächte rauben uns den Schlaf. Doch Jakobs Traum erinnert uns daran, dass Licht ins Dunkel kommt – auch heute. Gott schenkt neue Wege, Zuspruch und Segen, gerade dann, wenn wir sie am nötigsten haben. Möge sein Licht auch deine dunklen Nächte erhellen und dir Mut und Hoffnung schenken.
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Hoffnung, Licht, Vertrauen, Glaube, Segen, Trost
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Andreas Zeller, Pfarrer, Münsingen
„In dir ist Freude, in allem Leiden“ – Lied 652 im Reformierten Gesangbuch klingt fröhlich, schwungvoll und fast wie ein Tanz. Ursprünglich ein italienisches Liebeslied, wurde es von Pfarrer Züriakus Schneegass 1598 zu einem geistlichen Lied umgetextet: Nicht Amor bringt Freude, sondern Jesus Christus, der beständig liebt und niemandem Leid zufügt. Anders als viele Kreuz- und Trostlieder seiner Zeit verbindet dieses Stück eine tröstende Botschaft mit einer leichten, fast beschwingten Melodie. Sie lädt ein, Leid nicht zu verdrängen, sondern mitten darin Freude zu finden – Freude, die von Gott kommt, das Herz berührt und zum Lachen und Tanzen ansteckt.
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Freude, Glaube, Trost, Musik, Hoffnung, Liebe Gottes
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Autor: Nathalia Bischer, Pfarrerin, Unterseen
Der Sommer ist zurück – mit Hitze, die nicht nur unseren Körper, sondern auch unser Gemüt beeinflusst. Eine Abkühlung tut gut, bringt Frieden ins Herz. Doch echter Friede geht tiefer. Der Prophet Micha malt ein Bild, in dem Schwerter zu Pflugscharen und Spiesse zu Sicheln werden – Waffen werden zu Werkzeugen des Lebens. Stellen wir uns vor, all die Milliarden für Rüstung würden genutzt, um Hunger und Not zu bekämpfen. Viele halten das für Utopie, doch Friede beginnt im Kleinen, bei mir und meinem Nächsten. Vielleicht können wir im Alltag schon Schwerter zu Pflugscharen machen – mit Respekt, Versöhnung und Offenheit. Eine Vision, die Hoffnung schenkt und zum Handeln einlädt.
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Frieden, Vision, Hoffnung, Nächstenliebe, Veränderung
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