Im Imbiss ums Eck ist Baustelle. Eigentlich ist nur eine Wand offen, aber eine offene Wand reicht, damit der ganze Laden aussieht, als hätte jemand dem Schorsch sein Inneres nach außen geklappt.
Der Ralle und der Uwe stehen mit Arbeitshose, Zollstock und großer Entschlossenheit vor der Wand und machen erst mal das, was auf Baustellen offenbar immer gemacht wird: gucken. Lange. Sehr lange. Der Hape erkennt darin Raumarbeit, der Hanswurst erkennt Arbeitsverweigerung, und der Schorsch erkennt vor allem eine Rechnung.
Als dann auch noch das pinke Karaoke-Mikrofon, ein Bohrer im Brötchenkorb und ein kleiner Stromausfall dazukommen, wird aus der Renovierung eine staubige Imbissoper über Geduld, Handwerk, Currywurst und die große Kunst, nichts fertig zu bekommen.
Eine Wurst- und Durstgeschichte über Baustellenlogik, die Nerven vom Schorsch, den Kunstblick vom Hape und den Satz, der jedes Projekt sofort realistischer macht: Erst mal gucken.
Geschrieben von Florian Link
Gelesen von Katharina Biebl
Plus Bonus-Song: Erst mal Gucken