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Kulturelle Teilhabe gilt als Menschenrecht – und ist doch für viele Menschen in Deutschland keine Realität.
In dieser Folge spricht Martin mit Max Ciolek von der Bundesvereinigung Kulturelle Teilhabe darüber, warum der Zugang zu Kultur noch immer stark von sozialen Faktoren abhängt – und weshalb dieses oft übersehene Menschenrecht so entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe ist. Es geht um unsichtbare Barrieren, politische Verantwortung und die Frage, warum kulturelle Teilhabe mehr ist als ein Freizeitangebot: nämlich eine Voraussetzung für Zugehörigkeit, Ausdruck und demokratische Beteiligung.
Eine Folge über ein Recht, das viele nicht kennen – und das dennoch grundlegend für eine offene Gesellschaft ist.
In dieser Folge spricht Martin mit Katja Urbatsch, Mitgründerin und Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de, über Bildung als Frage der sozialen Gerechtigkeit. Noch immer entscheidet in Deutschland die Herkunft stark darüber, wer studiert und wer nicht. Urbatsch erklärt, warum viele junge Menschen aus nicht-akademischen Familien auf dem Weg an die Hochschule vor strukturellen Hürden stehen – von fehlenden Informationen bis zu finanziellen Unsicherheiten. Im Gespräch geht es um Bildung als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, um Solidarität durch Peer-Netzwerke und um die Frage, was passieren muss, damit das Recht auf Bildung tatsächlich für alle gilt.
Wie gerecht ist ein System, das das Existenzminimum kürzt?
Helena Steinhaus, Gründerin von Sanktionsfrei, erklärt, warum Sanktionen im Bürgergeld Menschen unter das Minimum drücken, welche Mythen über „Sozialbetrug“ sich hartnäckig halten – und was hinter der aktuellen Reform der Grundsicherung steckt. Sie spricht über Macht und Repräsentation, Lobbyeinfluss, die Angst vor dem Jobcenter und die Realität von Millionen, die von Armut betroffen sind oder jeden Tag knapp daran vorbeischrammen. Ein Satz, der bleibt: „Es ist letztendlich einfach Klassenkampf.“
In dieser Folge sprechen wir mit dem US-Wissenschaftler John Austin über den Zustand der Demokratie in den Vereinigten Staaten und die wachsenden autoritären und anti-demokratischen Strömungen, die Politik und Gesellschaft dort zunehmend prägen.
John Austin hat viele Jahre in Michigan gearbeitet, im Herzen des amerikanischen Rust Belt, und Public Administration an der Harvard University studiert. Aus dieser Perspektive analysiert er die strukturellen Ursachen politischer Radikalisierung: den Niedergang industrieller Regionen, den Zerfall lokaler Gemeinschaften und den Verlust von Zukunftsperspektiven, der sich tief in das politische Selbstverständnis vieler Menschen eingeschrieben hat.
Im Gespräch ziehen wir Parallelen zwischen dem Rust Belt und dem Ruhrgebiet. Wir diskutieren, warum sich strukturell schwache Regionen in den USA und in Deutschland in erstaunlich ähnlicher Weise politisch entfremden – und weshalb ökonomische Abkopplung, institutionelles Misstrauen und kulturelle Verunsicherung den Boden für autoritäre Angebote bereiten.
Eine Folge über Demokratie unter Druck, über regionale Ungleichheit als menschenrechtliche Frage – und darüber, was es braucht, um demokratische Resilienz in Zeiten tiefgreifender Umbrüche zu stärken.
In dieser Folge sprechen wir mit Anna di Bari, Vorstandsmitglied der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Seit zehn Jahren retten zivilgesellschaftliche Crews Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ihr Leben riskieren – und füllen damit eine Lücke, die europäische Staaten bewusst offenlassen.
Anna di Bari berichtet, warum zivile Seenotrettung heute unverzichtbar ist, wie sich die Lage auf See dramatisch verändert hat und weshalb die Kriminalisierung von Rettungseinsätzen ein Angriff auf grundlegende Menschenrechte ist. Wir sprechen über politische Verantwortung, über die verschobenen Debatten rund um Migration – und darüber, warum die einfache Haltung „Menschen dürfen nicht ertrinken“ eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Die in Israel lebende Soziologin Sibylle Heilbrunn ist kluge Beobachterin der dortigen Politik und engagierte Ehrenamtliche in verschiedenen NGOs. Im Podcast kommentiert sie die aktuellen internationalen Ansätze für einen Friedensprozess und die Rolle der Zivilgesellschaft für die politische Zukunft Israels.
Am 27. Januar 2026 ist Sibylle Heilbrunn im Fritz-Bauer-Forum in Bochum zu Gast, um die Entwicklung der israelischen Zivilgesellschaft in einem Vortrag zu würdigen. Alle Informationen dazu auf https://fritz-bauer-forum.de/de/veranstaltungen/aktuelles/
Am 3. August 2014 begann der Genozid an den Jesid:innen. Tausende wurden ermordet, über 6.000 Frauen und Kinder versklavt, bis heute gelten mehr als 2.600 Menschen als vermisst.
In dieser Folge spricht Dr. Leyla Ferman, Mitbegründerin von Women for Justice e.V., über den anhaltenden Völkermord, überlebende Frauen und die Bedeutung von Dokumentation, Gerechtigkeit und Erinnerungskultur.
Natalie von Wistinghausen ist Menschenrechtsanwältin mit Schwerpunkt im Völkerstrafrecht und vertritt Opfer internationaler Verbrechen vor Gerichten in Deutschland und Den Haag.
Im Podcast „Zehn Zwölf“ spricht sie über Ihre Fälle, in denen es um Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit geht – oft mit komplexer internationaler Beteiligung - und über den Wandel dieser Arbeit in den letzten Jahrzehnten. Sie sagt: Strafverfahren erfüllen zwar zentrale Funktionen, reichen aber oft nicht aus, um den Bedürfnissen der Opfer gerecht zu werden.
Dr. Thomas Galli war Leiter einer JVA und ist seit vielen Jahren ein hörbarer Kritiker des Strafvollzugs in Deutschland. Im Rahmen der Eröffnung des Fritz Bauer Forums in Bochum sprach er in einer Podcastaufnahme vor Publikum über die Alternativen zur Strafe, wie wir sie bisher kennen, und über Möglichkeiten, Opfern und Tätern eher gerecht zu werden.
Sein neues Buch "Wie wir das Verbrechen besiegen können - Ideen für eine Überwindung der Strafe" ist in der "edition einwurf" erschienen.
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