Heute spreche ich mit Prof. Karin Mölling. Sie ist Virologin
und hat ihr gesamtes Berufsleben der Erforschung von Viren gewidmet. Auch sie
beobachtet die Entwicklung rund um das Coronavirus genau. Allerdings kommt sie
in einigen Aspekten zu anderen Einschätzungen als viele ihrer Wissenschaftskollegen,
die aktuell im Fokus der Öffentlichkeit stehen.
Es ist wichtig auch eine solche Meinungen abzubilden. Die
Qualität öffentlichen Diskurses zeichnet sich dadurch aus, wie vielfältig die
Meinungen sind, die abgebildet werden. Die Urteilskraft des einzelnen dadurch,
wie er oder sie mit unterschiedlichen Perspektiven umgeht und diese integrieren
kann. Starkes Urteilsvermögen bildet sich nicht durch die Kategorien Schwarz
und Weiß, Ja und Nein, Entweder Oder. Ausgeprägtes Urteilsvermögen basiert auf einem
sowohl als auch.
Es gilt zu betonen, dass es sich
in diesem Interview um die persönliche Meinung von Prof. Mölling und Ihre
Schlüsse aus der aktuellen Situation handelt.
Da es sich um einen dynamischen Prozess
handelt und wohl kein Experte dieser Welt – auch nicht Prof. Mölling, mit absoluter
Sicherheit sagen kann, in welche Richtung die Entwicklung in den nächsten Tagen
und Wochen, vielleicht Monaten gehen wird – weil auch wichtige Daten fehlen, um
genauere Prognosen treffen zu können - möchte ich darauf hinweisen, das
Vorsicht weiterhin das oberste Gebot ist. Stand heute, 20.März 2020 sind
weltweit 246.000 Krankheitsfälle nachgewiesen, 16.300 davon in Deutschland.
Bisher sind global 10.000 Todesfälle zu verzeichnen, davon 44 in Deutschland.
Damit diese Zahlen nicht weiter in die Höhe klettern, solltest Du die empfohlenen
Präventionsmaßnahmen unbedingt konsequent bis auf weiteres anwenden. Das
heißt Händewaschen, in die Armbeuge niesen, Abstand halten und soziale Begegnungen
nicht nur einschränken, sondern unterlassen. Das heißt, Zuhause bleiben und das
Haus - sofern es sich vermeiden lässt - nicht zu verlassen.