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Plötzlich schreiben wir alle mit "der KI". Wir recherchieren, stellen Fragen, erarbeiten Texte und – noch deutlich mehr als das. Wir schütten der KI unser Herz aus, versuchen unsere Emotionen zu regulieren. Chatbots stehen schon längst auch als eine Art Kommunikations- und Beziehungspartner zur Verfügung. Bis hin zu Chats mit sehr intimen oder eben sexuellen Inhalten. Wir sprechen mit Jessica Szczuka von der Universität Duisburg-Essen darüber, was da vermeintlich ersetzt oder möglicherweise schlicht ergänzt wird. Warum es so reizvoll ist, mit einem technischen Gegenüber zu schreiben, das so tut als wäre es menschlich. Die Frage ist nur, ob es reizvoll ist, obwohl da niemand am anderen Ende sitzt oder gerade deswegen.
Schon wieder Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit. Das Phänomen ist nicht neu und hat doch immer wieder Hochkonjunktur. In der deutschen (und europäischen) Politik schreitet eine Vereinnahmung mindestens rechter, eher auch rechtsextremistischer Parteien voran. Das wirft die Frage auf, was so reizvoll und verführerisch daran erscheint, Überzeugungen zu vertreten und nachzueifern, die letztlich darauf ausgelegt sind, bestimmte Menschengruppen auszugrenzen. Der psychoanalytische und sozialpsychologische Blick auf und hinter Phänomene rund um Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit zeigen, dass es eine Art funktionale Seite gibt, eine Art Verheißung, die mit rassistischen und ausgrenzenden Ideologien einhergehen. Mit Sozialpsychologe Sebastian Winter und Paul Obermeyer von der IPU versuchen wir zu verstehen, dass und wie hinter rechtsextremistischen Überzeugungen Konflikte stecken, die nicht zuletzt in der öffentlichen Debatte unausgesprochen bleiben, obwohl sie thematisierbar sind.
Literaturempfehlung zu Andrea Röpke, Journalistin, die wir im Podcast erwähnen:
Wie verändert ständige digitale Vernetzung unser Leben, unser Denken und unsere Beziehungen? Smartphones, Social Media und jederzeit verfügbare Informationen prägen längst nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Art, wie wir Aufmerksamkeit, Nähe, Stress und Erholung erleben. In dieser Folge geht es um die sogenannte Always-On-Kultur und um die Frage, was sie für junge Menschen bedeutet, die mit dieser Selbstverständlichkeit des Online-Seins aufwachsen. Im Gespräch mit Anna Gätjen wird deutlich, warum sich diese Entwicklung nicht auf bloße Nutzungszeiten reduzieren lässt, sondern auch psychologische, soziale und gesellschaftliche Fragen aufwirft. Ein kurzer Blick auf Sherry Turkle, Plattformlogiken und digitale Unterstützung hilft uns, die ständige Vernetzung besser zu verstehen.
Geht es um Männer, müssen wir uns immer auch mit dem System Männlichkeit befassen. Schnell wird dann deutlich, dass diesem System ein Drang zur Dominanz innewohnt. Was das mit jedem einzelnen Mann macht, besprechen wir mit Jonas Rudolph. In seiner Forschung zu Männerbiografien geht er auf die Suche nach Worten für das männliche Emotionserleben. Er erläutert, warum Dominanzmuster selbst im Sprechen über Gefühle zur Statusfrage werden kann und warum wir Männlichkeit besser verstehen, wenn wir anerkennen, dass sie sich als System im Dauerkrisenzustand befindet.
Während zu häufig verbreitet wird, von Psychosekranken ginge eine Gefahr aus, ist einer der wichtigen Fakten, dass es genau umgekehrt ist: Menschen mit Psychosen haben Angst. Wenn wir das wissen, können wir ihr Verhalten besser verstehen und auch anders mit ihnen umgehen. So wirken wir der Stigmatisierung entgegen, die insbesondere bei Menschen mit Psychosen nach wie vor besonders stark ist. In dieser Folge machen wir den Faktencheck dazu, was man wirklich verlässlich und wissenschaftlich belegt über Psychosen wissen kann. Wie Psychosen entstehen, wie man mit ihnen umgehen kann – und auch, was sie mit Gewalt zu tun haben.
Schnell ist 'normal', langsam ist – Luxus? Im Alltag reiht sich Entscheidung an Entscheidung, Termin an Termin. Zumindest ist das die Realität von vielen Menschen die meiste Zeit. Das kann fatale Folgen haben, zu Stress, psychischen Symptomen und Überforderung führen. Menschen brauchen tatsächlich Langsamkeit, um ein ausgeglichenes und gesundes Leben zu führen. Angelehnt an das Konzept vom schnellen und langsamen Denken des Psychologen Daniel Kahneman überlegen wir, welche Probleme das schnelle Leben mit sich bringt und wie eine Verlangsamung aussehen kann. Dafür sprechen wir mit Sönke Behnsen, der Psychoanalyse mit Achtsamkeit verbindet. Er beschreibt uns, wie ein Ort der Langsamkeit in der Psychotherapie gestaltet wird und inwiefern wir als Menschen nicht unterschätzen sollten, wie wichtig es ist, uns Zeit für Reflexion zu nehmen.
Gruppen geben Halt, schaffen Zugehörigkeit und eröffnen Möglichkeiten – gleichzeitig können sie uns verunsichern, einengen oder in Konflikte treiben. In kleinen Gruppen erleben wir Nähe, Spiegelung und direkte Interaktion, während Großgruppen unbewusste Dynamiken sichtbar machen: Erwartungen an Autorität, das Bedürfnis nach Abgrenzung oder die Hoffnung auf eine rettende Lösung. Von alltäglichen Teamsitzungen bis zu internationalen Konflikten zeigt sich, dass Gruppen weit mehr sind als die Summe ihrer Mitglieder – sie entwickeln eine eigene Wirklichkeit, die unser Denken, Fühlen und Handeln prägt. Mit Stephan Alder und Marie-Luise Alder sprechen wir über Großgruppen und speziell die Trialog-Konferenz, einer Großgruppe mit Teilnehmer:innen aus Russland, der Ukraine und Deutschland.
Berliner Institut für Gruppenanalyse: https://gruppenanalyse-berlin.de/
Noch ein korrigierender Hinweis: Analytische Kleingruppen bestehen aus maximal neun Mitgliedern, auch wenn es Ausnahmen bei analytischen Selbsterfahrungsgruppen gibt.
Wir sprechen über Statistik und Seminardiskussionen, Selbstzweifel und Erfolge – und darüber, wie eine psychoanalytische Perspektive den Blick auf das Fach und auf einen selbst verändern kann.
In dieser Folge sprechen wir mit zwei aktuellen Psychologiestudierenden darüber, wie sich das Studium wirklich anfühlt – von den ersten Erwartungen bis zum Studienalltag. Es geht um Lerninhalte, Hürden, Tipps für den Start und darum, was es heißt, wenn das Studium auch psychoanalytisch geprägt ist. Ein ehrlicher Einblick für alle, die mit dem Gedanken spielen, Psychologie zu studieren – und dazu, wie eine psychoanalytische Perspektive den Blick auf das Fach und auf einen selbst verändern kann.
Was wir als richtig, normal oder schön empfinden, entsteht im Austausch mit anderen – durch Sprache, Erziehung, Medien, Geschichten und Rollenbilder. Unsere Gedanken, Gefühle und Entscheidungen folgen nicht nur inneren Antrieben, sondern bewegen sich innerhalb von Regeln, Erwartungen und geteilten Vorstellungen. Was prägt unser Erleben – nicht weil es in uns drin ist, sondern weil wir in etwas drin sind? Das untersucht die Kulturpsychologie. Sie interessiert sich für die unsichtbaren Regeln, Bedeutungen und Routinen, in denen sich unser Leben abspielt. Für das, was wir nicht hinterfragen – aber ständig mitdenken.
Psychische Gesundheit ist ein immer größer werdendes Thema in Sozialen Medien. Ganze Accounts widmen sich persönlichen Erfahrungsberichten, Tipps und Tricks, aber auch Hintergrundinformationen von professioneller Seite. Auch für Influencer nimmt die Bedeutung des Themas zu und sie positionieren sich entsprechend in ihren Videos und Beiträgen. Ist das sinnvoll oder problematisch? Wir schauen uns die zunehmende Awareness an und überlegen, welche Bedeutung die Social-Media-Inhalte in und für die Psychotherapie haben.
Kontaktadressen für psychische Notfälle:
Zur TikTok/ADHD-Studie: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0319335
Verwendete Quellen:
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