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  • Wandeln (Talkrunde)
    Es ist ein Sonntag Mitte August 2022. Die Holtenauer Straße wurde für den Verkehr gesperrt. Mit einem Straßenfest feiert die Interessengemeinschaft „Die Holtenauer“ e.V. ihr 50. Bestehen. Im Auftrag des Vereinsvorstandes führen wir an dem Tag zwei Talkrunden und zeichnen diese auf. Dies ist die erste Episode. 

    Die Holtenauer ist eine der attraktivsten Straßen Kiels. Auf etlichen Kilometern Länge verbindet sie Quartiere, in denen Wohnen und Arbeiten, Einkauf, Kultur und Gastronomie eng miteinander verknüpft sind. Rund 150 Geschäftsleute umfasst die Interessengemeinschaft aktuell. Sie säumen beide Seiten vom Dreiecksplatz bis hoch zur Esmarchstraße und verbinden die Shoppingmeile mit Seitenstraßen des Quartiers.

    Unter ihnen sind viele inhabergeführte Geschäfte, die nicht selten bereits über mehrere Generationen hinweg bestehen - so wie das Leuchtenfachgeschäft Elektro Lübke. Senior-Inhaberin Renate Lübke berichtet über die Anfangsjahre des Vereins. Bis zum Umzug 2004 war ihr Vermieter das Immobilien- Unternehmen Kersig. Jan Christoph Kersig hat den Bau der Arkaden Anfang der 1980er Jahre begleitet. 

    Goldschmiedemeisterin Inke Lorenzen zog in ein eigenes Atelier auf dem mittleren Bereich der Holtenauer. Sie war dabei, als sich parallel ein zweiter Verein aus Geschäftsleuten gründete. Jörg Böttcher gelang 2001 die Vereinsfusion. Er ist Inhaber des Tee und Keramikgeschäftes Jasmin. Ein paar Häuser weiter betreibt Stefan Schneider seinen Spielzeugladen Höhenflug. Neben Marten Freund, Silke Aumann und Uwe Wiethaup gehört er aktuell dem Vereinsvorstand an.

    Inhaltlich vorbereitet und moderiert wird dieser Podcast vom Medienproduzenten Dieter Bethke und der Journalistin Daniela Mett. Die Idee dazu keimte vor Jahren beim Kieler Podcasttag während der Digitalen Woche. Entstanden ist ein ausführliches Magazin zum Hören mit Themen aus Kiel, über die Förde, die Ostsee und gelegentlich weit darüber hinaus. 

    Diesmal im Auftrag von


    Kapitel 1 Einleitung. Begrüßung und Kurzvorstellung aller fünf Gäste in der Runde. Allesamt sind Inhaberinnen oder Inhaber eines Unternehmens auf oder an Kiels Flaniermeile und Mitglied im Verein „Die Holtenauer“. In den 50 Jahren seines Bestehens durchlief er verschiedene Phasen. Darüber wollen wir sprechen.

    Kapitel 2 Gründung I. Die erste Satzung datiert vom 2. November 1972. Geschäftsinhaber vom Dreiecksplatz und dem unteren Stück der Holtenauer Straße wollen gemeinsam werben und wirtschaften. Sie nennen sich „Interessengemeinschaft Untere Holtenauer“. Elektro Lübke bezieht 1974 einen Laden in dessen Einzugsbereich. Renate Lübke wird Stellvertreterin des Vereinsvorsitzenden Hermann Tramp. Er leitet ein Pelzgeschäft in Nr. 29.

    Kapitel 3 Arkaden. Am 28. November 1988 werden die neuen Arkaden auf der Westseite eingeweiht. Jan Christoph Kersig berichtet über den Umbau, den er zu koordinieren hatte. Der wettergeschützte Bummel unter den modernen Glasdächern der Arkaden ist attraktiv und stärkt den Verband. Am 2. März 1989 erfolgt die Umbenennung in „Interessengemeinschaft Arkaden am Dreiecksplatz“.

    Kapitel 4 Gründung II. Nach Vorbild des ersten Vereins gründet sich ein zweiter. Mitglieder sind Geschäftsleute der Mittleren Holtenauer Straße. Am 1. November 1994 reicht der „Verein der Fachgeschäfte Mittlere Holtenauer“ seine Satzung ein. Inke Lorenzen zog frisch vom Knooper Weg in Nr. 59a. Sie wird stellvertretende Vorsitzende. Sie berichtet davon, wie aufwendig Absprachen in der Gemeinschaft waren ohne moderne Kommunikationsmittel. Vier Jahre nach der Gründung ändert sich der Name des Vereins in „Die Holtenauer - Interessengemeinschaft Mittlere Holtenauer Straße“.

    Kapitel 5 Fusion. Wie Inke Lorenzen ist auch Jörg Böttcher davon überzeugt, mit den Nachbarn über eine Verschmelzung der beiden Vereine zu verhandeln. Das gestaltet sich anfangs zäh. Doch am 14. Februar 2001 unterzeichnen Gerhard Kasan, Andreas Kurda und Jörg Böttcher die Fusion zur Interessengemeinschaft „Die Holtenauer“ e.V..

    Kapitel 6 Jubiläum. Aktuell gehört Stefan Schneider dem Vereinsvorstand an. Er berichtet von zunehmender Professionalisierung im Verein seit der Wahl Marten Freunds zum Vorsitzenden. Im Falle seines Wahlsieges hatte er zur Bedingung gestellt, dass jemand zur Bewältigung der Organisationsaufgaben eingestellt wird. Seither führt Andrea Hake nach Weisung des Vorstandes die Geschäfte des Vereins. Zum Herbst übergibt die Ratsherrin alle Aufgaben an eine Nachfolgerin.

    Kapitel 7 Zeitkapsel. Mitbringen sollten alle Gäste ein „Ding“. Dieses Etwas sollte für das Jubiläumsjahr stehen und das Potential mitbringen, den Verein und seine Mitglieder auch künftig noch zu beschäftigen. Zur Sprache kommt die Planung für einen modernen ÖPNV durch die Straße. Eine Topfpflanze steht für die Begrünung der Quartiere, Seifenblasen für die Leichtigkeit im Leben sowie plötzlich zerplatzende Pläne. Zum Schluss entspinnt sich ein Gespräch über Chancen des Online-Geschäfts für den stationären Handel. Mit der frohen Botschaft, dass der beliebte Töpfermarkt wohl als Handwerkermarkt nach einigen Jahren Pause weitergeführt wird, endet diese Talkrunde.


    1 hr 1 min
  • Schallplattenmuseum (Landgang)
    Der Umzug vom alten Gebäude Schallplattenmuseums quer über den Jungfernstieg zum Kesselhaus des einstigen Schallplattenwerks ist in vollem Gang. Am Wochenende soll die Bühne in der Eingangshalle bei einem Konzert ausprobiert werden, eröffnet uns Lutz Bertram, Vorsitzender des Museumsvereins. Noch sind die haushohen Wände des Industriegebäudes kahl. Aber das will er ändern. Nicht wegen der Akustik in der Halle. Die sei gut, betont er. Über eine freistehende Treppe steigen wir hoch zur breiten Empore. Frisch gegossener Estrich hindert uns am Betreten. Sobald der getrocknet ist, wird dieser Bereich für wechselnde Ausstellungen genutzt.

    Mit Lutz Bertrams Vorstandskollegen Dr. Thomas Perkuhn wechseln wir in das Untergeschoss. Dort bauen Vereinsmitglieder in ehrenamtlicher Arbeit aktuell die Ausstellung auf. Staunend stehen wir vor Regalwänden mit abertausend Schallplatten. Das gesamte Archiv vom NDR 1 Welle Nord aus Kiel und dem Rundfunkhaus in Hamburg kam nach Nortorf. Darunter einiges an Schellack sowie Vinyl, was einst hier gepresst wurde. Wir dürfen eine Platte aus ihrem Cover ziehen, um sie auf dem bereit stehenden Plattenspieler im „Disco“ genannten Museumsbereich anzuspielen. 

    Gemeinsam haben ehemalige Beschäftigte der Teldec Schallplatten GmbH vor dem Abriss der Werkshallen gerettet, was vom Gelände an Schätzen zu bergen war. Darunter sind Plattenpressen samt Granulat - eine davon ist wieder intakt. Karl-Heinz Schümann erklärt uns ihre Funktionsweise. Er hat als Elektriker bei der Teldec gearbeitet. Ihr letzter Eigentümer, die Warner Brothers vom US-Medienimperium Time Warner, schloss das Werk 1989. Anhand von Originalgeräten wie dieser Presse, aber auch Schneidemaschinen, Matrizen und vielem mehr, sollen Besucherinnen und Besucher im Museum ab Mitte Oktober den gesamten Werdegang einer Schallplatte nachvollziehen können. Sogar eine Testpressung wäre irgendwann einmal denkbar, ergänzt Schümann. Voraussetzung allerdings ist ausreichend Druck im Kesselhaus. 

    Inhaltlich vorbereitet und moderiert wird dieser Podcast vom Medienproduzenten Dieter Bethke und der Journalistin Daniela Mett. Die Idee dazu keimte vor Jahren beim Kieler Podcasttag während der Digitalen Woche. Entstanden ist ein ausführliches Magazin zum Hören mit Themen aus Kiel, über die Förde, die Ostsee und gelegentlich weit darüber hinaus. 

    Dank Unterstützung aus dem Förderfond Städtepartnerschaften des Kieler Stadtpräsidenten knüpften die beiden Podcaster 2021 ein Netzwerk rund um die Ostsee. Im Wechsel berichten hier in diesem Podcast der Radiojournalist Jens Renner aus dem dänischen Aarhus, der Unternehmer Stefan Suckow aus Stralsund, die TV-Moderatorin Svetlana Kolbaneva aus dem Oblast Kaliningrad und die Kulturwissenschaftlerin Dr. Magdalena Sacha von der Danziger Bucht sowie der Historiker, Dozent und Touristenführer Martin Schröder aus Tallinn in Estland.


    Kapitel 1 Einleitung. Am 1. Juli 2022 treffen wir nachmittags Dr. Thomas Perkuhn. Er ist Mitglied im Vorstand des Deutschen Schallplattenmuseums e.V. in Nortorf. Vor der Aufnahme führte er uns durch das neue Museumsgebäude. Für Audioaufnahmen war dort jedoch zu viel Betrieb. Daher wechselten wir in das alte Gebäude des Vereins am Jungfernstieg. Über eine steile Holztreppe gelangten wir ins Obergeschoss. Zwischen Grammophonen, Plakaten, Schellackplatten und Vitrinen beginnen wir zu dritt ein Gespräch über die Schallplattenära in Nortorf und das Comeback der Schallplatte.

    Kapitel 2 Kulturerbe. Dr. Thomas Perkuhn berichtet, wie es nach Schließung des Werks zur Sammlung und der Einrichtung eines Schallplattenmuseums kam. Seit der Eröffnung 2002 war die Ausstellung zur Geschichte der Schallplattenherstellung in Nortorf, der allgemeinen technischen Entwicklung der Tonträger und ihrer Abspielgeräte im Gebäude des einstigen Stadtmuseums für Besucher geöffnet. Ein Bürgerentscheid machte im Oktober 2019 den Weg frei für den Umzug in das einzige noch erhaltene authentische Gebäude der Schallplattenfabrik.

    Kapitel 3 Teldec. Die Entscheidung des Berliner Plattenkonzerns für den Standort Nortorf resultiert aus einer Zufallsbekanntschaft zweier Herren während ihres Kuraufenthaltes. Der eine hieß Emil Köster. Er führte ein Unternehmen der Lederindustrie mit Sitz in Neumünster.

    Kapitel 4 Musikstars. Der Anblick eines gerahmten Zeitungsausschnittes über die Sängerin Alexandra bringt uns zu den Interpreten, deren Platten in Nortorf gepresst wurden.

    Kapitel 5 NDR Archiv. Im Keller unter dem Konzertsaal des Kieler Schlosses besaß der Sender NDR 1 Welle Nord ein Schallplattenarchiv. Das sollte für den bevorstehenden Umbau des Konzerthauses geräumt werden. Danach entschloss sich auch das Rundfunkhaus des NDR an der Rothenbaumchaussee in Hamburg, dem Verein sein gesamtes musikalisches Gedächtnis auf Schellack und Vinyl zu überlassen.

    Kapitel 6 Spenden. Über ein volles Lager, die Suche nach aktiven Mitgliedern und Revox Tangential Plattenspielern. Dazu ein Tipp wie verwellte Schallplatten glatt gezogen werden können und ungeliebte Scheiben ein zweites Leben erhalten.

    Kapitel 7 Schallplatten. Um uns den Unterschied zwischen Schellack und Vinyl zu demonstrieren, zertrümmert Dr. Thomas Perkuhn eine bereits angeschlagene Platte. Es folgt ein Gespräch über Raritäten und deren Beurteilung, über Musikgenres und verschiedene Plattenlabels. Wir erläutern, was hinter dem Slogan „Museum zum Anfassen“ steckt. Die Aufnahme klingt mit dem Knistern einer Schellackplatte auf Grammophon und dem darauf einsetzenden Gesang von Enrico Caruso aus.

    49 min
  • Bikepacking (Landgang)
    Florian will nach Mandelieu-la-Napoule. Das liegt bei Cannes. Dort steigt vom 9. bis 15. Juli 2022 das Festival Westie on the Promenade. Dafür hat er sich angemeldet. Er will per Rad dorthin. Sein Trip wird gut zwei Wochen dauern. Darauf folgt eine Woche Tanzen. Erfahrung hat Florian. Letztes Jahr radelte er bis Gdynia zur Teilnahme an einem anderen West Coast Swing Event. Nun sucht er eine stärkere Herausforderung. Zum Schlafen hat er eine Hängematte dabei. Die testete er bei Übernachtungen im Düsternbrooker Gehölz. Gelegentlich will er über Nacht bei Hosts aus seiner Tanz-Community einkehren. Florian ist Experte im Couch Surfing. Davon erzählte er bereits in unserer allerersten Episode vom Juli 2020. 

    Wir sprechen über Florians Vorbereitung. Utha liefert dazu Tipps und Anekdoten von ihren Touren. Garniert wird das Gespräch von Exkursen über den kalifornischen Kulttanz West Coast Swing sowie die speziellen Stadtlagen des Kieler Honigs und seiner Honigdeern.

     Inhaltlich vorbereitet und moderiert wird dieser Podcast vom Medienproduzenten Dieter Bethke und der Journalistin Daniela Mett. Die Idee dazu keimte vor Jahren beim Kieler Podcasttag während der Digitalen Woche. Entstanden ist ein Magazin zum Hören mit Themen aus Kiel, über die Förde, die Ostsee und gelegentlich weit darüber hinaus. 

    Dank Unterstützung aus dem Förderfond Städtepartnerschaften des Kieler Stadtpräsidenten knüpften die beiden Podcaster 2021 ein Netzwerk rund um die Ostsee. Im Wechsel berichten hier in diesem Podcast der Radiojournalist Jens Renner aus dem dänischen Aarhus, der Unternehmer Stefan Suckow aus Stralsund, die TV-Moderatorin Svetlana Kolbaneva aus dem Oblast Kaliningrad und die Kulturwissenschaftlerin Dr. Magdalena Sacha von der Danziger Bucht sowie der Historiker, Dozent und Touristenführer Martin Schröder aus Tallinn in Estland.


    Kapitel 1 Begrüßung. Diese Aufnahme entstand an einem Sonntagnachmittag. Es war der 19. Juni 2022. Die Stadt füllte sich mit Menschen, die das bunte Treiben zur Kieler Woche erleben wollten. Nur der Innenhof der Alten Mu schien davon noch unberührt. Gemeinsam mit der dort ansässigen Stadtimkerin Utha Bonowsky suchten wir uns einen Platz im Innenhof des weitläufigen Gebäudes. Florian Brüderle brachte sein Fahrrad vorbei. Für uns hat er bereits aufgesattelt, womit er in zwei Tagen, am Dienstagvormittag in Kiel starten will.

    Kapitel 2 Gravel Bike. Das „Tourenbiest“, wie Dieter Florians Drahtesel bezeichnet, ist eine Mischung aus Rennrad und Geländerad. Wir schauen uns dessen Ausstattung an. Satteltaschen sind beim Bikepacking nicht angesagt. Florians Superleichtgepäck findet am Lenker, Rahmen und an der Sattelstange Platz.

    Kapitel 3 Kiel-Côtes d´Azur. Die längste Tagesetappe auf Florians Tour beträgt 168 Kilometer. Im Schnitt will er pro Tag 110 km zurücklegen. Geplant hat er die Tour mit Komoot. Knieprobleme hinderten ihn daran, sich systematisch auf diesen Kraftakt vorzubereiten. Deshalb ist ihm etwas mulmig bei der Vorstellung, Alpenpässe zu überqueren. Das kennt er noch nicht.

    Kapitel 4 Gepäck. Nein, in seinen nach 16 Tagen sicher durchgesessenen Radlerhosen will Florian nicht beim Festival tanzen. Er hat einen Koffer mit frischen Klamotten voraus geschickt an sein Hotel an der Côte d´Azur. Was ein Underquilt sei, will Dieter wissen, und wie Florian den samt Moskitonetz, Schlafsack und Tarp zurück in den winzigen Kompressionssack bekommt.

    Kapitel 5 West Coast Swing. Getanzt wird zu aktueller Musik, erklärt Florian. Wir erfahren, was ein Social Dance ohne elitäre Attitüde ist, wieso WCS ohne die beim Standardtanz üblichen Frauen- und Männerrollen auskommt und wie bei Competitions selbst  Anfänger sich gegen All Stars behaupten können. Bei Workshops wie im Oktober in Kiel wird WCS Technik unterrichtet. Der Rest sei Improvisation.

    Kapitel 6 Wundschutz. Ein kurzes Kapitel über die lästigen Folgen vom Radfahren - inklusive tauber Hände und Füße. Utha kennt das und hat Rat. 

    Kapitel 7 Versorgung. Ein weiteres kurzes Kapitel über die Versorgung unterwegs. Florians Notration besteht aus Müsliriegeln. Er baut aber darauf, zum Essen unterwegs einkehren zu können.

    Kapitel 8 Stadthonig. Aktuell ist Utha mit der Frühtracht beschäftigt. Morgens wird gerührt, damit der Honig keine Kristalle ausbildet. Danach schaut sie zu ihren Bienenvölkern. Sie sind über 16 Standorte einmal rund um die Förde verteilt. Nachts füllt Utha den Honig in Gläser ab. In 4 bis 5 Wochen folgt die Sommertracht. Sie klärt uns auf über den Unterschied zwischen Lagen- und Sortenhonig, den Fleiß und die erstaunliche Anpassungsleistung der Bienen. Seit 200 Mio. Jahren kommen sie mit alle Kapriolen der Erde klar. 

    Das Stichwort nutzt Daniela für einen Nachtrag zur Episode 026 Meeresspiegel: Die Untere Wasserbehörde der Stadt Kiel stellte jüngst eine Starkregenkarte online. Zudem bietet sie Grundstückseigentümern eine Detailauskunft zur Gefahrenlage an.

    1 hr 5 min
  • Meeresspiegel (Landgang)
    Aus Anlass der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 8. Mai 2022 widmen wir diese Episode einem Thema, dass aktuell im Wahlkampf eine untergeordnete Rolle spielt. Dabei sind die von der Wissenschaft entwickelten Szenarien zum Anstieg des globalen Meeresspiegels furchterregend. 

    Danach nimmt der Druck auf unsere Küsten kontinuierlich zu. Rund ein Viertel der Landfläche Schleswig-Holstein liegt unter dem Meeresspiegel. Das sind vorwiegend Gebiete entlang der Westküste, aber auch Ostholstein oder die elbnahen Gebiete.  Aus verschiedenen Gründen, die wir im Gespräch erörtern, senkt sich das Land immer weiter ab. Dagegen steigt das Wasser in Nord- und Ostsee unaufhaltsam. Ursache sind die Folgen des Klimawandels wie Erwärmung der Meere, Schmelzen des Eises auf Grönland, in der Arktis und der Gletscher weltweit. 

    Auf diese dramatische Lage wies Dr. Tobias Bayr bereits in unserer Episode 018 vom Herbst 2021 hin. Sie trägt den Titel „Klimawandel“. Tobias forscht als Meteorologe am GEOMAR und engagiert sich in der Kieler Regionalgruppe Scientists for Future. 

    Benjamin Franz steuert in dieser Episode umfangreiches Wissen über Küstenschutz bei.  Als Ingenieur für Wasserbau und Küstenschutz war er mehrere Jahre im Fachbereich 40 des Landesbetriebes Küstenschutz, Naturparke und Meeresschutz (LKN) beschäftigt. In seine Zuständigkeit fielen Aufsicht und Zulassung von Baumaßnahmen und Nutzungen an der Ostseeküste. Zum Jahresbeginn 2022 wechselte Benjamin an das Institut für Bauwesen der Fachhochschule Kiel . Dort ist er aktuell mit Aufbau und Einrichtung eines Labors sowie der Lehre beschäftigt. 

    Inhaltlich vorbereitet und moderiert wird dieser Podcast vom Medienproduzenten Dieter Bethke und der Journalistin Daniela Mett. Die Idee dazu keimte vor Jahren beim Kieler Podcasttag während der Digitalen Woche. Entstanden ist ein Magazin zum Hören mit Themen aus Kiel, über die Förde, die Ostsee und gelegentlich weit darüber hinaus. 

    Dank Unterstützung aus dem Förderfond Städtepartnerschaften des Kieler Stadtpräsidenten knüpften die beiden Podcaster 2021 ein Netzwerk rund um die Ostsee. Im Wechsel berichten hier in diesem Podcast der Radiojournalist Jens Renner aus dem dänischen Aarhus, der Unternehmer Stefan Suckow aus Stralsund, die TV-Moderatorin Svetlana Kolbanova aus dem Oblast Kaliningrad und die Kulturwissenschaftlerin Dr. Magdalena Sacha von der Danziger Bucht sowie der Historiker, Dozent und Touristenführer Martin Schröder aus Tallinn in Estland. 

     Kapitel 1
    Einleitung. Wir nehmen am 25. April 2022 im Dachgeschoss vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung auf. Eingeladen hat Dr. Tobias Bayr, Meteorologe und Klimaforscher, Aktivist der Scientists for Future. Als Experte für den Küstenschutz dabei ist Benjamin Franz. 

    Kapitel 2
    Kampagne. Seit September 2021 machen das GEOMAR und die Scientists for Future gemeinsam an der Kiellinie mit einem großformatigen Plakat auf den Anstieg des Meeresspiegels aufmerksam. Fakten und Hintergründe aus der Forschung liefert gut verständlich die Broschüre vom Deutschen Klima Konsortium. 

    Kapitel 3
    Meeresspiegel. Wissenschaftler sprechen vom globalen Anstieg. Dabei ergeben sich durch verschiedene Einflüsse recht starke regionale Unterschiede. Projektionen für den Anstieg von Nord- und Ostsee decken sich mit dem globalen Wert. Jedoch senkt sich die Kontinentalplatte im Bereich Schleswig-Holsteins Jahr für Jahr ab. Tobias erklärt den Grund dafür. 

    Kapitel 4
    Küstenschutz. Ein Viertel der Landesfläche Schleswig-Holsteins liegen unterhalb des Meeresspiegels. Pellworm sogar noch einen Meter darunter. Mit Deichbau und Sperrwerken wird das Eindringen von Meerwasser verhindert. Pumpwerke und Drainagen sorgen für den Ablauf des Wasser vom Land in die See. Benjamin warnt davor, auf technische Mittel zu setzen. Die Pumpleistung der bestehenden Anlagen sei bereits am Limit. Zudem sinken Flächen ab, die entwässert werden. 

    Kapitel 5
    Gefahrenpotential. Durch den Anstieg der Nordsee droht unter anderem die Versalzung des Grundwassers und der landwirtschaftlichen Nutzfläche. An der Ostseeküste schwinden die Steilküsten und Strände. Sandaufspülungen in den Ostseebädern sind Sache der Kommunen. Für die Aufspülungen vor Sylt und Föhr zahlt das Land seit 1972 bzw. 1963. 

    Kapitel 6
    Klimaschutz. Eine massive Absenkung der Treibhausgasemissionen kann den Klimawandel nicht stoppen, aber verlangsamen. Tobias verweist auf die im Pariser Abkommen 2015 vereinbarten Ziele. Danach fiele die Erderwärmung mit +2,1 bis +2,4 Grad deutlich geringer aus als ohne Reduktion. 

    Kapitel 7
    Generalplan. Seit Anfang der 60er Jahre wird der Generalplan Küstenschutz des Landes Schleswig-Holstein fortgeschrieben. Schwerpunkt des 2022 verabschiedeten Plans soll eine nachhaltige ökosystembasierte Anpassung sein. Breiten Raum nimmt darin traditionell der Deichbau an der Nordseeküste ein. Für die Ostsee wird auf die 2019 von Umwelt- und Wirtschaftsministerium gemeinsam gestartete „Strategie Ostseeküste 2100“ verwiesen. 

    Kapitel 8
    Wirtschaft. Heutiger Klimaschutz komme günstiger als die Kosten für Anpassung. Tobias erinnert an den Report von Nicholas Stern, dem einstigen Chefökonom der Weltbank. Klimaschutz ist eine Querschnittaufgabe. Wirtschaft und Umweltschutz müssten zusammen gedacht werden. Wer ökologisch wirtschaftet, sollte steuerliche Vorteile erhalten. Er regt an, den Standortvorteil als leistungsstarker Ökostrom-Erzeuger für die Ansiedlung grüner Technologien zu nutzen. 

    Kapitel 9
    Katastrophenschutz. Was tun bei Hochwasser? Die Stadt Hamburg informierte seine Bevölkerung mittels Briefwurfsendungen über die Gefährdung ihrer Wohngebiete bei Extremwetterlagen. Benjamin verweist auf Hochwasserrisikokarten für Schleswig-Holstein, Tobias auf die NINA Warn-App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. 

    Kapitel 10
    Landtagswahl SH. Am 8. Mai 2022 wird gewählt. Die CDU will beim Küstenschutz weiter #kurSHalten (s. Seite 95ff). Das Zukunftsprogramm der SPD nimmt den Bevölkerungsschutz in den Blick (s. Seite 15ff). Das Wahlprogramm von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN baut auf Erreichtem auf: dem Generalplan Küstenschutz und dem Dialogprozess „Strategie Ostseeküste 2100“ (s. Seite 105). Für Tobias geht keine Partei weit genug. Er fordert ein Umdenken der Wirtschaft. Benjamin warnt davor, allein Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht zu nehmen. Er will, dass die Politik den Klimaschutz auf allen Ebenen konsequent durchsetzt. 

    53 min
  • Schiffsrettung (Bordtreff)
    Die Geschichte der Freedom birgt viel Stoff, aus dem sich Seemannsgarn spinnen ließe. Wir sitzen mit Jens Broschell in der Navi, dem einstigen Navigationsraum der Freedom. Er war von Beginn an dabei und berichtet uns, wie sich aus einer vagen Vision Organisationsform und Mission eines Kultur- und Schiffskollektivs herauskristallisierte. 

    Gemeinsam mit seinem Freund Marc Fahrenkrog hat Jens 2020 das marode Schiff vom Eckernförder Hafen zur Werft nach Wladyslawowo nahe Gdynia überführt. Dort lag die Freedom rund vier Monate im Trockendock. Ihrem Ruf nach Hilfskräften folgten trotz Pandemie mehrere Dutzend freiwillige Helferinnen und Helfer aus ganz Deutschland. Sie verbrachten ihre Urlaubswochen an Deck mit Rostnageln, Schleifen und Streichen. 

    Beim Schreiben dieser Shownotes erreicht uns die Nachricht von Verschiebung des Saisonstarts 2022 um vier Wochen. Mit rund 40 Tausend Fällen pro Woche ist die  Infektionsrate beim Coronavirus in Schleswig-Holstein unverändert hoch. Auch Mitglieder der Schiffscrew fallen wegen Krankheit aus. Dadurch verzögern sich die noch fälligen Arbeiten an Bord. 

     Kapitel 1
    Begrüßung. Schiffsretter Jens Broschell empfängt uns an Bord. Dieter begrüßt ihn als einzigen Gast dieser Podcastfolge. 

    Kapitel 2
    Kriegsfischkutter. Die an Ereignissen reiche Geschichte des Schiffes beginnt 1945. Jens erzählt, dass die Freedom einst „Gretchen“ hieß und als Fischerreifahrzeug bis 1990 stets um Schleswig-Holstein herum in Nord- und Ostsee unterwegs war. Bei ihrem Werftaufenthalt in Polen entdeckte die Crew im Rumpf des Schiffes eine merkwürdige Aussparung. 

    Kapitel 3
    Vision. Am Anfang stand die Idee, den einzigartigen Hafenplatz vor dem HörnCampus zu beleben. Von den breiten, ab Kaimauer ansteigenden Treppenstufen hat das Publikum eine perfekte Sicht auf das Hafenbecken sowie beide Ufer der Landeshauptstadt. Trotzdem konnte sich dieser besondere Ort bisher nicht dauerhaft als Spielstätte für kulturelle Veranstaltungen etablieren. Das wollen Jens und seine Mitstreiter ändern. 

    Kapitel 4
    Besichtigung. Wo einst der Lagerraum für Fisch war, entsteht bis Herbst 2022 ein Salon. Jens schwärmt von der erstaunlichen Deckenhöhe des Raumes. Ferner berichtet er hier vom Umbau des Kutters zum Segelschulschiff mit Kammern und Kojen für eine vielköpfige Besatzung. 

    Kapitel 5
    Werftaufenthalt. Ein Kapitel über die abenteuerliche Überführung des maroden Kutters zur Werft nach Polen. Dort wurde das Schiff aufgebockt und innerhalb von vier Monaten fit gemacht für die Rückkehr nach Schleswig-Holstein. Dieter erinnert die Erzählung von Jens an die Tres Hombres. Es stellt sich heraus, dass der Frachtsegler tatsächlich ein Schwesterschiff der Freedom ist. 

    Kapitel 6
    Genossenschaft. Warum die Freedom als Sportboot angemeldet ist und warum die Crew als Unternehmensform die Genossenschaft wählte, berichtet Jens in diesem Kapitel. Aktuell besteht das Kollektiv aus 17 Genossinnen und Genossen. Es ist offen für neue Mitglieder. Aufnahmeantrag, Satzung und Geschäftsordnung können von der Webseite heruntergeladen werden. 

    Kapitel 7
    Bistro & Events. Dieter blickt auf das Steuerrad. Es steht abgebaut in der Navi, wo wir aufnehmen. Jens erklärt, dass aus dem Steuerstand ein Bistro wurde. Allerdings ließe sich das mit wenigen Handgriffen zurückbauen. Denn ein Traum eint alle Crewmitglieder: Sie wollen segeln! Dazu fehlt ihnen jedoch nicht nur Tuch zum Segelsetzen, sondern der einzigen Kapitänin an Bord auch noch Erfahrung, den langen Gaffelschoner an Fähren und Kreuzfahrern vorbei aufs offene Meer zu manövrieren. Aktuell entwickelt das Bistro-Team ihr Angebot veganer Speisen sowie die zuletzt sehr erfolgreichen Eiskreationen weiter. 

    Kapitel 8
    Kooperationen. Aus dem Yooweedoo Ideenwettbewerb 2021 ging das Konzept des Kulturschiffs Freedom als Sieger hervor. Durch die Teilnahme aber auch aus dem Freundeskreis heraus ergab sich ein breites Unterstützernetzwerk. Darunter z.B. eine Kooperation mit dem Umweltschutzamt der Stadt Kiel, das im September die erste Klimawoche an Bord durchführen ließ. Auch das Netzwerk für Revolutionäre Ungeduld verlegte sein Festival aufs Schiff. Zudem berichtet Jens von Solidarität der Eigner anderer Schiffe im Hörnbecken.

    Cover-Foto 
    @Freedom - mit freundlicher Erlaubnis von Sammy Kühne



    59 min
  • Solidarität (Netztour)
    Die polnische Stadt Wejherowo liegt gut 20 Kilometer nordwestlich von Gdynia. Von dort wählt sich Dr. Magdalena Sacha zu uns ins Studio. Wir erreichen sie an ihrem freien Tag. Sie arbeitet als Kulturwissenschaftlerin an der Universität von Gdansk. Wäre sie nicht mit uns zum Gespräch verabredet, hätte sie beim Ausladen einer Hilfslieferung aus Island geholfen. Dazu hatte ihr Rektor seine Angestellten und Studierenden aufgerufen. Zur Zeit unserer Aufnahme am 18. März 2022 sind, Schätzungen zufolge, rund drei Millionen Menschen aus der Ukraine nach Polen geflüchtet. 

    Zum gleichen Zeitpunkt registriert Estland 25.000 Geflüchtete. Das berichtet Martin Schröder aus Tallinn. Seit letztem Frühjahr gehört er unserem Netzwerk von Korrespondenten in Kiels Partnerstädten im Baltikum an. Der Deutsche lebt bereits viele Jahre in Tallinn. Als Historiker bietet er Touristen sein Wissen bei geführten Reisen durch Estland an. In Episode 022 Strompreise berichtete er uns von abstrus gestiegenen Heizkosten sowie dem Boom im Immobilienmarkt. 

    Russland ist direkter Nachbar sowohl Estlands als auch zu Polen durch seine Grenze zum Oblast Kaliningrad. Die Exklave Russlands an der Ostsee umfasst ein Gebiet, dass von der Fläche her etwas kleiner ist als Schleswig-Holstein. Es liegt zwischen Polen und Litauen. Wir wollten von Magdalena und Martin wissen, ob sich die Bevölkerung durch die NATO-Mitgliedschaft ihrer Länder vor einem Einmarsch des russischen Militärs geschützt fühlt.

    Titelfoto: Martin Schröder


    Kapitel 1
    Begrüßung. In seinem Studio heißt Dieter Bethke die ihm zugeschalteten Gäste und Mitmoderatorin Daniela Mett sowie alle Hörerinnen und Hörer willkommen. 

    Kapitel 2
    Danziger Bucht. Das polnische Seebad Sopot bildet mit den Hafenstädten Gdynia und Gdansk die Metropolregion Tricity an der Danziger Bucht. Von dort erreicht uns Dr. Magdalena Sacha. Ihr Wohnort Wejherowo liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich von Gdynia, offizielle Partnerstadt Kiels seit 1985. Die Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrer Promotion 2004 als Dozentin an der Universität Gdansk. Fließend Deutsch zu sprechen, lernte sie während eines einjährigen Aufenthaltes 1999 in der Gedenkstätte Buchenwald nahe Weimar, der damaligen Kulturhauptstadt Europas. Sie berichtet davon, sich am Abend noch als Lehrkraft für Sprachkurse zu melden. 

    Kapitel 3
    Tallinn. Estland nahm bisher etwa 25.000 Geflüchtete aus der Ukraine auf. Studierende an seiner Universität hätten sich bereits vor Wochen zusammen getan, um Hilfe zu organisieren, berichtet Martin Schröder. Studierende aus der Ukraine erhielten Sonderstipendien. Aufgrund des Mangels an Lehrkräften sei aber das Angebot an Sprach- und Integrationskursen noch ausbaufähig. 

    Kapitel 4
    Verständigung. Die kaschubische Minderheit nördlich von Gdynia spricht eine westslawische Sprache, erklärt uns Magdalena. Mit der kämen die Geflüchteten zurecht. Ältere Polen hätten Russisch in der Schule gelernt, junge Frauen und Männer könnten sich auf Englisch verständigen. Als Problem sehe sie eher die kyrillische Schrift. Martin erzählt, dass ein Drittel der in Tallinn angekommen Menschen unter 18 Jahren alt sei. Er erinnert zudem daran, dass der Anteil der aus der Ukraine stammenden Menschen bereits vor Kriegsausbruch 1,7% der Bevölkerung Estlands ausgemacht hätte - insgesamt 22.000 Menschen. 

    Kapitel 5
    Arbeit. Geflüchtete aus der Ukraine erhalten in Deutschland eine Arbeitserlaubnis. Arbeitssuchende aus Nicht-EU-Ländern bekommen in Estland keine Arbeitsvisa. Bei Menschen aus der Ukraine mache der Staat zur Zeit aber eine Ausnahme. Magdalena berichtet von der gewaltigen Aufgabe, die vielen Menschen in Polen zu registrieren. Über Social Media würden ukrainische Spezialitäten angeboten. Damit verdienten sich geflüchtete Mütter etwas Geld für sich und ihre Kinder. 

    Kapitel 6
    Propaganda. Magdalena warnt eindringlich vor Medienmanipulation. Dem Kreml nahe anonyme Profile kommentierten hyperaktiv alle Meldungen zum Krieg gegen die Ukraine. Hätten sie vormals Impfgegner unterstützt, säten sie nun Zwietracht zwischen Polen und der Ukraine. Auch die Vorwürfe wegen Rassismus an der polnischen Grenze hält sie für Propaganda. 

    Kapitel 7
    Hilfen. Aus Magdalenas Bericht über eine private Hilfsaktion entspinnt sich ein Dialog über das Für und Wider international agierender Hilfsorganisationen. 

    Kapitel 8
    Russland. Auf Rückendeckung des Westens will Magdalena nicht viel geben. Sie verweist auf Waffenlieferungen Frankreichs und Deutschlands 2015 nach Russland. Aus ihrer Sicht lässt der Westen die Ukraine ebenso im Stich wie 1939 Polen. Martin hätte die Einrichtung einer Flugverbotszone durch die NATO begrüßt. In Estland sei die realpolitische Bedrohung durch das benachbarte Russland stets präsent. Von der Exmatrikulation russischer Gaststudenten hält er nichts. Abgrenzung und Verhärtung seien absolut nicht sinnvoll.

    58 min
  • Strompreise (Netztour)
    Mit seiner Familie wohnt Martin Schröder in Tallinn zur Miete. Das sei die absolute Ausnahme, berichtet er uns. Die Mehrheit der rund 1,3 Millionen Einwohner Estlands besitzt Wohneigentum. Im städtischen Raum dominieren Eigentumswohnungen. Die Entscheidung für einen Stromversorger liegt jedoch nicht in der Hand eines Einzelnen sondern erfolgt auf Basis einer Mehrheitsentscheidung in der Hausversammlung aller Eigentümer. 

    Seit letztem Frühjahr gehört Martin unserem Netzwerk von Korrespondenten in Kiels Partnerstädten im Baltikum an. Der Deutsche lebt bereits viele Jahre in Tallinn. Als Historiker bietet er Touristen sein Wissen bei geführten Reisen durch Estland an. In unserer Episode 014 NORDISCHER RAT war er zuletzt zu hören. Martin Schröder berichtete uns darin von der Geburt des Danebrog, der ältesten Staatsflagge der Welt, und vom Verhältnis Estlands zu seinen nordischen Nachbarn.  Am 25. Januar 2022 waren wir mit ihm erneut für eine Stunde via Audiocall verabredet.

    Kapitel 1
    Begrüßung.

    Kapitel 2
    Strompreis. Im Dezember ging der Strompreis weltweit durch die Decke. Bei Martin Schröder in Tallin erreichte er in den Tagesspitze 1.000 Euro pro MWh. Im Vorjahresmonat lag dieser noch bei bis zu 65 Euro/MWh. Während unseres Gesprächs erreicht der Tagespreis in Tallinn durchschnittlich 166,38 Euro/MWh. In Folge des starken Anstieges schalteten Kommunen ihre Straßenbeleuchtung in den Städten ab. Auch Weihnachtsschmuck aus Lichterketten, der traditionell den Winter über bis März die Straßen erhellt, wurde bereits abgehängt. 

    Kapitel 3
    Fossile Brennstoffe. Der Anteil von Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern ist in Estland weitaus geringer als in Deutschland. In Estland abgebauter und verhütteter Ölschiefer dient der Verstromung. Hinzu kommen Gaslieferungen aus Russland. Einen geringen Anteil am Strommix hat die Windkraft. Geothermie und Solarpanele sind erst im Kommen. Als Grund für den Preisanstieg wird die erhöhte Nachfrage genannt. Einzelne Haushalte haben wenig bis keine Entscheidungsfreiheit bei der Wahl des Versorgers, da die Verträge pro Haus abgeschlossen werden. Geheizt wird in Tallinn mit elektrischer Energie. 

    Kapitel 4
    Mikro-Akws. Martin berichtet von einer Initiative in Estland, die sich für den Bau kleiner Atomkraftwerke einsetzt. Dieter verweist auf Aussagen von Experten in der Sendung Hart aber fair vom 24. Januar 2022. Danach gilt in deutschen Konzernen die Erzeugung von Atomstrom mittlerweile als zu teuer - mehr Daten zu Stromerzeugung und Stromhandel in Deutschland auf der Webseite des Bundesnetzagentur. 

    Kapitel 5
    Geothermie. Bei einer Hausbesichtigung sprach Dieter mit dem Besitzer über dessen Erfahrungen aus dem Betrieb einer Wärmepumpe. Mit oberflächennaher Erdwärme lassen sich Privathäuser mit Heizwärme, Kälte und Warmwasser versorgen. 

    Kapitel 6
    Politik. In Relation zu Deutschland ist das Einkommensniveau in Estland niedrig. Der Mindestlohn liegt aktuell bei 3,86 Euro/Stunde. Im Schnitt verdienen Esten mit einer Vollzeitstelle 1.500 Euro brutto im Monat. Die Sozialabgaben betragen ca. 20 Prozent.  Kritisch ist das Wirtschaften für Bezieherinnen und Bezieher von Mindestrente. Sie beträgt 215 Euro/Monat. Rechtsradikale Kräfte in Estland versuchen, aus der Notlage einkommensschwacher Haushalte politisch Kapital zu schlagen. 

    Kapitel 7
    Ökostrom. In Deutschland sind unterschiedliche Stromprodukte auf dem Markt. Dieter berichtet von seinem Ökostromtarif. Weil die Erzeugung von Ökostrom in Kleinanlagen anfangs teurer war als konventionelle Herstellung durch Konzerne, zahlt Dieter seit Jahren mehr dafür. Obwohl sich das Verhältnis längst umgekehrt hat, bleibt sein Tarif für grünen Strom teurer als der für die Grundversorgung. Und das bei sinkender EEG-Umlage und stetig steigenden Preisen für CO2-Zertifikate, die bei Erzeugern von Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie etc. erst gar nicht anfallen. Wer erklärt uns das? 



    Die Rubrik "Städtepartnerschaft" wird gefördert von



    Kiel. Sailing. City.


    In 2022 produzierten wir eine Reihe von Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus Kiels Partnerstädten im Ostseeraum. Gefördert wurde der Aufbau unseres Netzwerkes aus dem Budget für Städtepartnerschaften der Landeshauptstadt Kiel. 
    47 min
  • DeichArt
    Am Anfang war es das Theater im Werftpark von Kiel-Gaarden. Dort traf Tom Keller  auf die Regisseurin Franziska Steiof. Aus der gemeinsamen Arbeit resultierte 2002 die Idee, in einer Gruppe freier Schauspielerinnen und Schauspieler neue Theaterformen zu erproben. 

    Bis heute entwickelt DeichArt die Stücke meist auf Basis eigener Texte. Ihr Spektrum reicht von Regie- über Dokumentar- bis zum Autorentheater, garniert durch szenische Lesungen und Live-Hörspiele. Gespielt wird von September bis April. Das sind eher dunkle Monate an der Förde. Vor allem freitags und samstags ist dann die Nachfrage nach Unterhaltung in Kiel groß. Ab Mai wird es dünn. So bleibt den dreien wieder mehr Zeit zum Unterrichten, für Workshops, Gastauftritte oder Lesungen. 

    Von einem Auftrag der eher ungewöhnlichen Sorte erzählt Eirik Behrendt in dieser Episode. Während er bereits im Februar 2004 mit DeichArt in Theodor Storms „Der Schimmelreiter“ auf der Bühne stand, entschloss sich Matisek Brockhues erst 2006 für die Selbständigkeit. Er gab seinen Einstand mit  „Schwitzende Männer im Schuhgeschäft“. Dieses Stück ist so etwas wie das Flaggschiff der Theatergruppe. Es wurde 2005 mit Franziska Steiof aus reiner Improvisation entwickelt. 

    Mit einer Vorschau auf die Monate bis zum Ende der Spielzeit 2021/22 schließt diese Aufzeichnung. Dies ist nunmehr die dritte Spielzeit seit Ausbruch der Pandemie mit erschwerten bis unmöglichen Arbeitsbedingungen für darstellende Künstler. DeichArt erhält Institutionelle Förderung durch das Land Schleswig-Holstein.

     Kapitel 1
    Begrüßung.

    Kapitel 2
    Ensemble. Im Weihnachtsstück „Ox und Esel“ von Norbert Ebel führte Matisek Regie. Bei Aufführungen dieses Kammerspiels übernimmt er die Technik, Tom spielt den Esel und Eirik den Ox. Gemeinsam gestalten sie Bühne und Kostüme. Dies sei ihr „kleines Besteck“, erklärt Matisek. Dank Landesförderung verfügt die Gruppe zur Zeit über Mittel für Autorenhonorar, Gastengagements, eigene Technik. Jens Raschke schreibt dem Trio Stücketexte und führt Regie. Sibylle Meyer macht Bühnenbild und Kostüme. Gespielt wird in der Backbord Bar des Hotels Maritim, auf der Studio- sowie der Werftparkbühne des Theaters Kiel, im Kulturzentrum Hansa48 und im KulturForum. Aktuell ist DeichArt auf der Suche nach einem Proberaum. 

    Kapitel 3
    Workshops. Matisek, Tom und Eirik engagieren sich für den künstlerischen Nachwuchs - sei es als Ausbilder an der Kieler Schule für Schauspiel, als Leiter einer Schultheater AG, Theaterpädagogen im Klassenzimmer oder Sparringspartner für Volontäre. Gemeinsam aber auch einzeln geben sie auf Anfrage Workshops. Lesungen oder das Einsprechen von Texten zum Beispiel für Audioguides sowie die Übernahme von Gastrollen runden das Portfolio jedes einzelnen. 

    Kapitel 4
    Repertoire. Ein Merkmal von DeichArt ist die Lust am Ausprobieren. Die drei nutzen ihre künstlerische Freiheit, um Formen und Kategorien des Theaters zu hinterfragen. Auch die eigene Situation wird stetig reflektiert. Am Beispiel von „Ox und Esel“ erklärt Eirik, wie sich die eigene Lebenserfahrung auf eine Rolle auswirkt. In jedem Stück findet zudem der Bezug zum Norden, zur Landeshauptstadt Kiel und seinem Publikum auf originelle Weise Niederschlag. 

    Kapitel 5
    Live-Hörspiele. Als Reaktion auf die Einschränkungen während der Pandemie kam „Jules Verne und der Unhold von Kiel“ umgearbeitet zum Hörspiel-Thriller auf die Bühne. „Once Upon a Time in Düsternbrook“ hatte gleich als Horror-Live-Hörspiel Premiere und wird es auch bleiben. 

    Kapitel 6
    Rückblick.In diesem Kapitel erfahren wir, was jeden der drei Theatermacher nach Kiel geführt hat. Dreh- und Angelpunkt jeder Geschichte ist Franziska Steiof. Ihr Freitod im Januar 2014 führt die Gruppe in eine schwere Krise. Eirik berichtet von seinem Kampf mit Kleists Michael Kohlhaas, den er auf Basis ihrer Textbearbeitung in dem Jahr spielen sollte. Zu den prägenden Eindrücken zählt Tom auch die Probenarbeit zu Schwitzende Männer im Schuhgeschäft. Während er seine Hände auf Klaviertasten halten musste, durften sich Eirik und Matisek in endlosen Runden beim Lichtschwertkampf austoben. Der Versuch, mit WoyzEck VoiceOver bewusst schlechtes Theater zu produzieren, schaffte es ebenfalls in das Video Schlaflos in Kiel auf YouTube - ein Rückblick auf 20 Jahre DeichArt. Wir sprechen über Theaterkritik und Mundpropaganda. 

    Kapitel 7
    Vorschau. Alleinstellungsmerkmal von DeichArt sind die Theaterstoffe von Jens Raschke. Der mehrfach als Stückschreiber ausgezeichnete Autor und Regisseur schreibt den Schauspielern ihre Rollen quasi auf den Leib. Matisek rät zum Abo des Newsletters. Darin erfährt das Publikum, was wann wo kommt und von Änderungen.



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    Kiel. Sailing. City.


    In 2022 produzierten wir eine Reihe von Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus Kiels Partnerstädten im Ostseeraum. Gefördert wurde der Aufbau unseres Netzwerkes aus dem Budget für Städtepartnerschaften der Landeshauptstadt Kiel. 
    1 hr 10 min
  • Kaviar & Mandarinen (Netztour)
    Am 24. Dezember beginnt der Weihnachtsrausch in Kaliningrad. Dann feiern die Katholiken und Protestanten. Viele weitere schließen sich an, einfach weil Feiern schön ist, es Urlaub gab und Geselligkeit ohnehin großgeschrieben wird in Russland. 

    Wir sind mit unserer Podcast-Kollegin Svetlana Kolbanova zwischen den Jahren zum Call über StudioLink verabredet. Während es bei uns in dieser Phase zum Jahresende eher ruhig zugeht, laufen in Kaliningrad Vorbereitungen für das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest am 6. Januar. Wir sprechen mit Svetlana über traditionelle Speisen und Rituale, den „Nachholtag“ und Lametta-Kontrolle der Weihnachtsbaumpolizei. 

    Natürlich darf auch ein Ausblick auf 2022 nicht fehlen. Welche Themen liegen uns am Herzen? Darauf geben Svetlana und die beiden Produzenten dieses Podcasts, Daniela Mett und Dieter Bethke jeweils eine Antwort. Wer diese Zeilen bis hierhin gelesen hat und selbst einen Wunsch äußern möchte, der darf die Kommentarfunktion nutzen und ihn uns direkt anvertrauen. 

     Kapitel 1
    Begrüßung.

    Kapitel 2
    Wintermärchen. Kaliningrad ist aktuell tief verschneit. Das entspricht zwar unserem Klischee von Russland, für die Enklave an der Ostsee ist das aber eher ungewöhnlich.  Svetlana berichtet von Autofahrern, die vielfach noch mit Sommerreifen unterwegs sind. 

    Kapitel 3
    Weihnachtsmärchen. Kaliningrad feiert zur Weihnachtszeit das Märchen-Ballett „Der Nußknacker“ in allen Variationen. Es wurde 1892 in St. Petersburg uraufgeführt. Die  Musik stammt von Peter Tschaikowski, die Geschichte von dem in Kaliningrad geborenen Dichter E.T.A. Hoffmann. 

    Kapitel 4
    Geschmack von Neujahr. Svetlana verbindet Mandarinen damit und erzählt uns warum. In ihrem Kühlschrank stehen bereits mehrere Dosen Kaviar bereit für das erste Frühstück des neuen Jahres. Dazu gibt es Sekt. Zu den Klassikern zählt in Russland auch Hering im Pelzmantel. 

    Kapitel 5
    Vorschau auf 2022. Die freie Kieler Theatergruppe DeichArt feiert ihre Gründung vor 20 Jahren. Wir sind mit Matisek Brockhues bereits im Gespräch über einen Aufnahmetermin. Svetlana verweist auf die deutsch-russischen Dokumentarfilmtage im Herbst. Sie werden von Schleswig-Holstein gefördert. Full Metal Village wurde dort gezeigt. Dem gehen wir auf die Spur. Ebenso den Festivals für Multivisionsshows, nach denen sich Dieter sehnt.


    Die Rubrik "Städtepartnerschaft" wird gefördert von



    Kiel. Sailing. City.


    In 2021 produzierten wir eine Reihe von Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus Kiels Partnerstädten im Ostseeraum. Gefördert wurde der Aufbau unseres Netzwerkes aus dem Budget für Städtepartnerschaften der Landeshauptstadt Kiel. 
    54 min
  • Gorch Fock (Netztour)
    Als wir mit Stefan Suckow im Sommer über das Thema Markenzeichen sprachen, klang es bereits an: Mit der Dreimastbark Gorch Fock haben unsere Städte ein gemeinsames Wahrzeichen. Darüber wollten wir mit ihm ausführlicher sprechen und vereinbarten dafür eine längere Aufnahme. Erstmals seit dem Start einer Serie mit kurzen Berichten aus Kiels Partnerstädten im Ostseeraum produzieren wir, Dieter Bethke als eloquenter Moderator und Podcaster und die Journalistin Daniela Mett, eine eigenständige „Twin Cities“ Episode. Wir danken damit der Stadt Kiel für die Förderung beim Aufbau eines Netzwerkes aus Mediapartnerinnen und -partnern. 

     Dipl. Ing. Stefan Suckow ist Gründer und Geschäftsführer des Personaldienstleisters Axiom Nord und Vorstandsvorsitzender der Stralsunder Mittelstandsvereinigung. Er fiel uns auf durch seinen Podcast Stefan Suckow fragt, in dem er regelmäßig Interviews führt mit Personen, die Ideen für die Stadt Stralsund und ihre Region entwickeln und vorantreiben. Überdies wurde Stefan Suckow im Sommer zum Präsident des Rotary Clubs Stralsund gewählt. 

     Kapitel 1
    Begrüßung. 

    Kapitel 2
    Gorch Fock I.  Die Dreimastbark wurde 1933 in der Hamburger Werft Blohm + Voss nach nur 100 Tagen Bauzeit fertig. Bis Kriegsende diente sie der Reichsmarine zu Ausbildungsfahrten im Ostseeraum. Sie ist mit 82 Metern Länge etwas kürzer als das 1958 ebenfalls bei Blohm + Voss in Hamburg gebaute Schwesterschiff. Während die Gorch Fock II nach sechs Jahren Umbau demnächst wieder als „Schwimmende Friedensbotschafterin“ auf See unterwegs sein wird, liegt ihre ältere Schwester als Museumsschiff stationär im Hafen Stralsunds. Sie ist täglich für Besucher geöffnet und zeigt, wie die maritime Seemannschaft in vergangenen Zeiten an Bord gelebt und gearbeitet hat. 

    Kapitel 3
    Tall-Ship Friends. Eigner der Gorch Fock I ist ein Verein. Er hat dafür gesorgt, dass der nicht mehr seetüchtige Oldtimer 2003 aus der Ukraine zurückgeholt und zum  Touristenmagnet der Stadt Stralsund wurde. Im Rahmen der DLF-Sendereihe „Sonntagsspaziergang“ berichtet dessen Vereinsvorsitzender Wulf Marquard am 18. Juli 2021 im Gespräch mit dem Reporter Andreas Stopp über die Arbeit, die darin steckt, das Schiff instand zu halten, sowie über Betriebs- und Erhaltungskosten. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Schiff in Fahrt zu setzen - jedoch erst nach 2026. 

    Kapitel 4
    Stralsund Hafen. Auf Befehl der Wehrmacht wurde die Gorch Fock I am 30. April 1945 von Pionieren im Strelasund versenkt. Den Russen verdankt die Stadt, dass die Bark gehoben, wieder seetüchtig gemacht und in Dienst gestellt wurde. Heute ist sie ein Wahrzeichen der Stadt und für die Region. Jährlich gehen ca. 60 Tausend Besucher an Bord. Neben dem Ozeaneum ist sie eine der markantesten Attraktionen Stralsunds und Anziehungspunkt für Urlauber wie Einheimische. 

    Kapitel 5
    Gorch Fock II. Sie ist Aushängeschild der Bundeswehr. Die Marine nutzt den unbewaffneten Dreimaster zur Ausbildung seiner Offiziere. Oberstes Ziel ist Teambildung. Mehr zur Bordkameradschaft liefert eine private Internetseite. Daniela erinnert daran, dass vor 60 Jahren Dampfer und Motorschiffe noch nicht schneller waren als ein Großsegler, und dass Technik nicht alles sei. Stefan stimmt ihr zu, die Art der Hilfsmittel habe sich geändert, mehr nicht. Die mehrwöchige seemännische Ausbildung an Bord eines Großseglers diene dazu, die Jahrtausende alten Fähigkeiten im Umgang mit den Elementen weiter zu geben. 

    Kapitel 6
    Patenschaft. Parlamentarier des Schleswig-Holsteinischen Landtags stimmten 1982 mehrheitlich dafür, die Patenschaft für die Gorch Fock II zu übernehmen. Zum Dank erhielten sie die erste Unterwant zum Besteigen des Großmastes und einen Fockanker von der Marine. Beides ist bis heute auf dem Gelände an der Nordseite des Landtages öffentlich ausgestellt. Dieter bringt zum Schluss die Frage auf, was wäre, wenn sich  Gorch Fock I + II irgendwann einmal bei der Windjammer-Parade zur Kieler Woche begegnen würden. 


    Die Rubrik "Städtepartnerschaft" wird gefördert von



    Kiel. Sailing. City.
    37 min

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Wir legen in Kiel ab. Zum Start des Podcasts kreuzten wir noch mit der Personenfähre über die Kieler Förde, nach Laboe und zurück. Inzwischen machen wir diese Fährfahrten leider nicht mehr. Aber eins…

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