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  • Städtepartnerschaft (Landgang)
    Mit Kiels Partnerstädten im Ostseeraum werden wir uns 2021 eingehend beschäftigen – „wir“ das sind Dieter Bethke als erfahrener Podcast-Producer und Ideengeber sowie die Journalistin Daniela Mett aka panama. Diese Episode ist von uns für euch als Einstieg gedacht. Sie soll einen Überblick bieten. Dass wir sie spontan noch zwischen den Jahren aufnehmen konnten, dafür sorgte Daniela Roth. 
    Im Büro des Stadtpräsidenten koordiniert sie seit gut drei Jahren den Besuch aller Gäste aus der Schar mit Kiel befreundeter Städte zur Kieler Woche. Zudem managt sie Projekte mit Partnerstädten. Daniela Roth ist zuständig für Gdynia in Polen, die beiden türkischen Städte Hatay und Samsun, Moshi Rural in Tansania, Kaliningrad und Sovetsk in Russland sowie Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt dreizehn Partnerschaften unterhält die Landhauptstadt Kiel aktuell, darunter eine deutsche. Diese Partnerschaft wurde zwischen Politikern der BRD und der DDR arrangiert. Alle anderen wuchsen mehr oder weniger graswurzelmäßig heran.

    Daniela Roth griff unsere Idee einer Episode über Kiels Städtepartnerschaften spontan auf und brachte uns im Rathaus mit dem Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar zusammen. Der Jurist, Mediator und Notar ist seit 1986 Jahren ehrenamtlich für die SPD Mitglied der Kieler Ratsversammlung. Als Stadtpräsident leitet er sie seit 2013. Eine Amtszeit beträgt jeweils 5 Jahre. Im Juni 2023 will er sich nicht wieder zur Wahl stellen. 
    Ins Rathaus begleitete uns Dr. Martin Pabst. Hörerinnen und Hörer der ersten Stunde kennen seine Stimme aus Episode 002. Der promovierte Historiker arbeitet bereits zwölf Jahre für das Deutsch-Baltische Jugendwerk, seit 2016 als deren wissenschaftlicher Leiter. Kiels Partnerstadt Tallinn in Estland kennt er. Gäbe es nicht Reisebeschränkungen aufgrund Pandemie, wäre er jetzt irgendwo zwischen Lettland und Litauen unterwegs. Stattdessen baut er an weiteren Folgen seines Podcasts.
    Die ersten offiziellen Städtepartnerschaften wurden aus Gründen der Aussöhnung mit Kriegsgegnern des Zweiten Weltkrieges geschlossen. 1964 verband die Stadt sich mit Brest und 1967 mit Coventry. Beide waren im Zweiten Weltkrieg zu über 85% zerstört worden. Völlig andere Gründungsmotive finden wir bei den jüngsten Vereinbarungen Kiels mit San Francisco 2017, Aarhus 2019 oder Moshi District in Tansania 2013. In den 50 Jahren dazwischen fand ein Wandlungsprozess statt. Er öffnete den Weg für andere Aktionsformen. Im Gespräch zeigt sich, welche neuen Möglichkeiten und Inhalte sich den Kommunen und ihren Bürgerinnen und Bürgern heute durch Städtepartnerschaften bieten.
    Wer uns sprechen, uns Anregungen zusenden oder mal bei einer Aufzeichnung dabei sein möchte, nutzt das Feedback-Formular. Oder kontaktiert uns via facebook, Instagram oder Twitter.

    Doppelspitze [02:58]: Mit dem Bürgermeister und Stadtpräsidenten besitzt die Landeshauptstadt eine Doppelspitze. Das ist eine Besonderheit, die der Erläuterung bedarf. Hans-Werner Tovar beschreibt die Aufgaben, die ihm als Stadtpräsident übertragen wurden.

    Verträge [07:55]: Wie sieht ein Vertrag zwischen den Städtepartnern aus? Was wird darin geregelt und müssen sich die Partner daran halten?

    Engagement [10:10]: Städtepartnerschaften umfassen traditionell alle Ebenen einer Gesellschaft. Sie bleiben stabil durch feste Aktionsformate wie repräsentative Besuche. Zudem leben sie von Ideen Einzelner. Das Büro des Stadtpräsidenten verfügt jährlich über ein Budget in Höhe von 175.000 Euro für die Förderung bürgerschaftlicher Projekte zur Stärkung von Städtepartnerschaften. 

    Kommunikation [20:20]: Wie erfahren Kiels Bürgerinnen und Bürger von den Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaften? Wer kommuniziert Möglichkeiten der Beteiligung an den diversen Projekten?

    Gründungsmotive [24:11]: Die Bundespolitik bzw. die aktuelle Lage internationaler Beziehungen spiegelt sich in der Außenpolitik von Kommunen. Auf die erste Welle von Partnerschaften mit Kriegsgegnern folgte die zweite durch Aussöhnung mit dem Osten. Aktuell sind es eher strategische Ziele und der Wunsch nach fachlichem Austausch, der zur Aufnahme partnerschaftlicher Beziehungen führt.

    Ausblick [44:56]: Aktuell pflegt die Landeshauptstadt zu insgesamt 13 Städten aus 10 Staaten vertraglich besiegelte Partnerschaften. Dazu addiert sich ein Dutzend Städte, die die Landeshauptstadt zu ihren Freunden zählt. Kiel zeigt sich international aufgestellt. Werden weitere hinzu kommen? Mit welchem Ziel werden internationale Partnerschaften angebahnt?

    58 min
  • Bier (Landgang)
    Auf dem Areal der einzigen Seefestung Deutschlands brauen die Czernys Bier. Wir trafen uns mit Kreativbrauer Jan Czerny und dem Kieler Bierblogger Torge Ulke zum Talk über das deutsche Kulturgut. Im Mittelalter galt Bier als Grundnahrungsmittel. Durchschnittlich 300 bis 400 Liter trank jeder Deutsche pro Jahr − einschließlich der Schwangeren und Kleinkinder. Bis heute ist Bier ein Aushängeschild jeder Region. 

    In Czernys Kieler Küstenbrauerei sowie der Küstendestillerie werden Bio-Produkte erzeugt. Die beiden promovierten Meeresbiologen Jasmin und Jan Czerny verwenden dabei ausschließlich naturreine Zutaten, die sie von regionalen Erzeugern beziehen. Upcycling ist für sie ein Thema, mit dem sie aktuell experimentieren, ebenso wie Zero Waste. Ihr Bier gäbe es zwar in Bügelflaschen zu kaufen, den Achter in der Holzkiste ab Brauerei, aber lieber fährt Jan mit dem Bierwagen vor und verkauft sein Bier direkt und frisch aus dem Faß. 

    Torge Ulke fing bereits während des Abiturs mit ersten Brauversuchen an. Für seine Bachelorthesis begab sich der Kieler auf die Spuren von Heinrich Knaust, dem Verfasser der um 1575 erschienenen „Fünff Bücher Von der Göttlichen und Edlen Gabe der Philosophischen, hochthewren und wunderbaren Kunst, Bier zu brawen“. In einem dieser Bücher beschreibt Knaust rund 150 Biersorten und erwähnt Orte, in denen sie gebraut werden. Torge ging diesen Einträgen nach. Auf Basis der rekonstruierten Daten erstellte er eine Karte des Brauhandwerks. Lübeck finden wir darauf, sonst nix in Schleswig-Holstein.

    Wir wollten wissen, wo die Gründe dafür liegen. Am 25. September trafen wir die beiden Bierexperten im Schiffercafé am Tiessenkai. Gemeinsam werfen wir ein Licht auf die Biergeschichte, den Brauprozess, streifen das Reinheitsgebot und die regionale Brauerszene − deren Akteure längst auf dem nächsten Level angekommen sind und nicht mehr von Craft Beer reden, sondern von „Kreativbieren“. Wir, das sind Dieter Bethke als erfahrener Podcast-Producer und Ideengeber sowie die Journalistin Daniela Mett aka panama, mit ihrem untrüglichen Gespür für Geschichten samt Struktur und Tiefe. 

    Kapitel 1
    Nach kurzer Begrüßung und einer Vorstellungsrunde kündigt Dieter einen Nachtrag zu unserer ersten Episode mit dem Thema Mobilität an. Während Clever Shuttle den gemeinsam mit den Kieler Nachrichten betriebenen Standort Kiel zum 31.10. wieder verlässt, stationierte Tier Mobility Mitte Juli eine Flotte von rund 200 e-Scootern in der Landeshauptstadt. Damit sind die Roller nunmehr in 45 Städten Deutschlands per App buchbar. Bei ersten Touren stieß Dieter auf eine Funktion, die ihn begeisterte. 

    Im Sommer nahm auch das neue Flaggschiff der Kieler Schlepp- und Fährgesellschaft seinen Betrieb auf. Doch so lange an Bord die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes besteht, entwickeln wir weiter neue „Landgänge“. Das Stichwort nutzt Dieter rasch für einen kollegialen Gruß an Gesche und Jörn Schaar, die Macher des Natürlich.SH Podcasts von der Westküste.

    Kapitel 2
    Über die Ägypter steigen wir in die Geschichte des Bierbrauens ein. Zur Sprache kommen traditionelle Brauzutaten wie Malz und Grut, Reinheitsgebot und Reinheitsgesetz, sowie verschiedene Brauverfahren, darunter das Hausbrauen, was einst Frauensache war. Was ein Craft Beer ist, will Daniela wissen, und wie sich Bierstil und Biersorte zueinander verhalten. Jan erklärt auch, warum Fassbier frischer schmeckt als das aus der Dose oder Flasche.

    Kapitel 3
    Christian IV. ließ im 17. Jahrhundert am Westufer der schmalsten Stelle in der Kieler Förde eine Festung errichten. „Christianspries“ sollte Kiel vor einem Überfall der schwedischen Flotte schützen. Heute steht die Anlage geschlossen unter Denkmalschutz. In deren Kasematten zogen Kreative ein, darunter die Czernys mit ihrer Brauerei und Destille. Im Oktober 2017 wurde in der Festung wieder Bier gebraut − wie vor 200 Jahren. 

    Kapitel 4
    Es folgten Spirituosen. Czernys Korn mit Namen Gyldenlöv geht auf den Erbauer der Festung zurück. Jan bringt dazu eine wundervolle Anekdote an. Auch zu seinem Littoral Gin gibt es eine Geschichte, die er später noch erzählt, und zu der wir in der Aufzeichnung ein Video erwähnen, das man auf YouTube sehen kann.

    Kapitel 5
    Neben seiner Begeisterung für das Bierbuch hegt Torge auch Bewunderung für dessen Autor Heinrich Knaust. Er hat einiges über den Gelehrten herausgefunden und erzählt uns davon.

    Kapitel 6
    Als Biogeochemiker, Segler und Vater von zwei Kindern hinterfragt Jan alle Produktionsprozesse vor dem Hintergrund der Agenda 2030. Sein aktuelles Nachhaltigkeitsprojekt ist eine Kooperation mit der Kieler Bäckerei Lyck. Die Czernys sind Mitglied im Feinheimisch Netzwerk und beziehen ihre Zutaten ausschließlich von regionalen Erzeugern.

    1 hr 48 min
  • Aquakultur (Bootstour)
    Nachdem in unseren letzten beiden Episoden bereits die Rede von ihr war, wollten wir sehen, wo sie aufwächst: die Kieler Lachsforelle. Seit bald vierzig Jahren besteht in der Förde auf Höhe des Kraftwerks eine kleine Farm mit Becken für die Hälterung von Meeresfisch. Die promovierte Meeresbiologin Yvonne Rößner übernahm den Betrieb 2019 von ihrem Vorgänger Tassilo Jäger-Kleinicke und betreibt ihn zusammen mit ihrer Kollegin Sophie Bodenstein. Sie lud uns ein, die Anlage zu besichtigen. Wir, das sind Dieter Bethke als erfahrener Podcast-Produzent und Ideengeber sowie die Journalistin Daniela Mett alias panama, mit ihrem untrüglichen Gespür für Geschichten samt Struktur und Tiefe. 

    Am Donnerstag in der zweiten Septemberwoche passte es. Gegen Mittag trafen wir Dr. Yvonne Rößner am Tor ihres Betriebes. Für die Verarbeitung ihrer fangfrischen Forellen an Land unterhält sie eine Halle in unmittelbarer Nähe ihres firmeneigenen Bootsanlegers. Hier werden die Fische vorschriftsmäßig ausgenommen und den Wünschen der Kundschaft entsprechend zubereitet. Doch dazu kamen wir erst am Ende der Tour.

    Unsere Aufnahme startet mit einem kurzen Vorgespräch an Land über die Regenbogenforelle, ihre Herkunft und Besonderheiten. Danach stiegen wir zu Yvonne auf das Motorboot, mit dem die Frauen nahezu täglich zu ihren Netzen hinausfahren, um nach dem Rechten zu sehen. Die Überfahrt dauerte wenige Minuten. 

    Sobald der Lärm des Motors verstummte, nahmen wir unseren Gesprächsfaden neu auf. Dieter erblickte Stacheldraht und fragt, gegen wen oder was die Anlage gesichert wurde. Panama entdeckt einen Kormoran. Yvonne zeigt auf Netze, die zum Trocknen auf dem Ponton liegen und berichtet von einem aktuellen Forschungsprojekt aus dem Bereich der Nanotechnologie, an dem sie teilnimmt. Ein Belüfter, der ebenfalls auf dem Ponton liegt, löst Gedanken über den fragilen Zustand der Ostsee aus. 

    Ökologisch wie ökonomisch erfolgreiche Modelle mariner Aquakultur sind rar bei uns. Wir fragen Yvonne aus über mögliche Gründe und stoßen dabei auf einen Wust an Hindernissen. Als Wissenschaftlerin, Entwicklerin eines erfolgreichen StartUps und Unternehmerin vereint sie verschiedene Perspektiven auf dieses schwierige Thema. 

    Wer uns sprechen, uns Anregungen zusenden oder mal bei einer Aufzeichnung dabei 

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    Kapitel 1
    Bei der Kieler Lachsforelle handelt es sich um eine Regenbogenforelle. Sie gehört zu den andronomen Fischen, die sowohl im Süß- als auch im Salzwasser leben. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Oncorhynchus mykiss. Rößner und Bodenstein kaufen Setzfische bei einem Züchter in Dänemark und füttern sie mit Lachsfutter bis zur Schlachtreife. Das nennt sich „Hälterung“. Damit sie rund ums Jahr frische Forellen anbieten können, werden stetig Setzfische nachgeordert. Eine Forelle kann in der Anlage bis zu 4 Kilo schwer werden. Verkauft wird der Fisch fangfrisch oder geräuchert in Kiel und Schleswig über Marktschwärmer sowie auf den Kieler Wochenmärkten Exerzier- und Blücherplatz (nur Do) und nach Voranmeldung an Selbstabholer. 

    Kapitel 2
    Die Anlage wurde vor Jahrzehnten nach Plänen des Aquakulturwissenschaftlers Harald Rosenthal errichtet. Ursprünglich bestand sie aus 9 Fischbecken. Aktuell sind es noch drei, nur eine davon ist mit Rückhaltenetzen bestückt. Diese Netze müssen regelmäßig getauscht und zum Trockenen ausgelegt werden. Sie wachsen rasch zu, werden schwer und könnten reißen. Einen Teil ihrer ungenutzten Netzgehege stellen die Farmbetreiberinnen für das Biofouling-Forschungsprojekt an der CAU unter Leitung von Dr. Martina Baum zur Verfügung. 

    Kapitel 3
    Nach ihrer Ausbildung zur Fotografin wollte Yvonne Rößner studieren. Sie entschied sich für Biologie und landete bei der Aquakultur. In Frankreich lernte sie die Arbeit von Muschelfarmern kennen. Dabei keimte ihre Vision, die vor langer Zeit aufgegebene Kultur der Muschelzucht in der Kieler Förde erneut zu etablieren. Im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelte sie die Idee bis zur Reife. Nach ihrer Promotion über Integrierte Multitrophische Aquakultur (IMTA) zog es sie in die Praxis. Dr. Yvonne Rößner wurde eine von wenigen Unternehmerinnen in der marinen Aquakultur, die einzige in Deutschland. 

    Kapitel 4
    Weltweit gehen die Fischbestände zurück. Die Ostsee macht da keine Ausnahme. Auf Veranlassung der EU entstand 2014 ein Nationaler Strategieplan Aquakultur. Darin wird festgestellt, dass in Deutschland „eine marine Aquakultur praktisch nicht existent“ sei. Mit dem Ziel, ökonomisch wie ökologisch nachhaltige Projekte zu fördern, veröffentlichte Schleswig-Holsteins Regierung eine Aquakulturstrategie. Zwei Jahre später folgte ihr ein Genehmigungsleitfaden für Investoren. Fördermittel waren auf zwei Phasen befristet und wurden nicht verlängert. Eine Übersicht zeigt zeitaufwendige Genehmigungsverfahren. Damit verbunden sind kostenpflichtige Gutachten, Gebühren für Prüfung und Zulasssung. Ende 2019 kam das Aus für das Kompetenznetzwerk Aquakultur.

    Kapitel 5
    Als Ideenschmiede hat Yvonne Rößner die Coastal Research & Management GbR am Tiessenkai in Kiel-Holtenau kennengelernt. Nach asiatischem Vorbild entstand an deren Schreibtischen die Vision einer Meeresfarm zur Zucht von Algen und Muscheln in der Förde. Im Eigenverlag gab die CRM 2011 einen Leitfaden für nachhaltige marine Aquakultur heraus. Er enthält Businesspläne für eine 25t und eine 100t Muschelfarm.


    1 hr 34 min
  • Sonne, Strand und Räuchertonne (Strandgang)
    Es war Sommer in der Stadt, einer der heißesten Sonntage im Jahr. Am Nachmittag trafen wir uns bei Marienfelde in der Gemeinde Stohl zu einem „Landgang“. Mit dabei waren unsere frisch erworbenen Funkmikrofone, ein Bollerwagen, darauf zwei wohl genährte Kieler Lachsforellen samt Räuchertonne und allem, was zum Räuchern gehört. Wir, das sind Dieter Bethke als erfahrener Podcast-Producer und Ideengeber sowie die Journalistin Daniela Mett aka panama, mit ihrem untrüglichen Gespür für Geschichten samt Struktur und Tiefe. 

    Das Erscheinen unserer ersten beiden Episoden und die Aufnahme in das iTunes-Verzeichnis wollten wir feiern. Dazu suchten wir uns am Fuß der Steilküste einen Schattenplatz, an dem unser Tun niemanden stören konnte. Dieter richtete die Aufnahmetechnik ein, panama stückelte Holz in die Feuerlade der Räuchertonne. Während die Fische eine Dreiviertelstunde im heißen Rauch hingen, sprachen wir über die verschiedenen Strandkategorien entlang der Ostseeküste. Es gelten dort jeweils lokale Benutzungsregeln. Ansässige Gemeinden legen fest, was Mensch am Strand darf und was nicht. Einige lassen sich aus Kiel per Fördefähre entspannt anfahren. Jedoch kreuzt die letzte recht früh am Abend bereits zurück an ihren Liegeplatz in der Hörn. Den Sonnenuntergang am Meer erlebt man dann nicht. 

    Malte Ranis startete daher eine Online-Petition. Der Student wohnt bei der Fachhochschule in Kiel-Dietrichsdorf. Zum Queren der Förde nimmt er die Schwentine-Fähre – beispielsweise, wenn er die Universitätsbibliothek nutzen muss oder am Training seines Wassersportvereins teilnehmen will. Mitte März kürzte die SFK ihren Fahrplan massiv ein. Dadurch ist abends kein Zurückkommen mehr. Das macht Wohnen auf dem Ostufer für Menschen wie Malte wenig attraktiv. Panama traf sich mit ihm am Anleger Reventlou. Das Gespräch wurde wenige Tage vor dem Landgang aufgenommen. Es bildet den Abschluss der Episode zum Thema Strand.

    Wer uns sprechen, uns Anregungen zusenden oder mal bei einer Aufzeichnung dabei sein möchte, sendet bitte eine Mail an [email protected]. Oder kontaktiert uns via facebook, Instagram oder Twitter.


    Kapitel 1
    Ursprünglich wollten wir nachmittags mit der Fördefähre an den Falckensteiner Strand fahren. Ein Grund, warum wir uns spontan umentschieden haben, ist die für unser Vorhaben viel zu frühe Betriebsruhe der SFK-Schiffe. Am Wochenende legt die letzte Fähre in Falckenstein um 19:03 Uhr Richtung Innenstadt ab. Zwar existiert mit der Linie 503S ein Strandbus. Doch der ist kein Ersatz. Er fährt sonntags noch vor der Fähre um 17:44 Uhr zuletzt vom Strand weg. Dieter wünscht sich mehr Verbindungen in den Abendstunden. In den Investitionen der Stadt für neue Fährschiffe will panama einen Vorstoß für die Belebung dieser Art ÖPNV erkennen. Als erste Plugin-Hybridfähre der Ostsee nahm die MS Gaarden am 13. August ihren Betrieb auf. Der zweite Neubau ist in Arbeit. Moderne Fähren und reparierte Anleger seien das eine, meint Dieter, aber der auf lange Sicht größte Kostenfaktor für die Stadt stelle wohl das Schiffspersonal dar.


    Kapitel 2
    Dieter fragt schelmisch, ob es erlaubt sei, am Strand Bier zu trinken. Sein Wink mit der Dose kommt bei panama erst nicht an. Sie berichtet von der Gemeinde Noer, die für den Freistrand im Ortsteil Lindhöft eigens eine Strandsatzung aufgestellt hat. Daran schließt sich eine kurze Erläuterung verschiedener Kategorien von Stränden an. Barrierefrei sind nur wenige. Eckernförde weist Strandkörbe für Rollstuhlfahrer aus. Sie stehen in unmittelbarer Nähe zur Promenade. Die Eckernförder Bucht ist auch einer von elf Standorten entlang der Ostseeküste für das Strandschlafen. Übernachtet wird in einem vorab gebuchten Schlafstrandkorb oder dem Cube namens Sleeperoo. 

    Kapitel 3
    Grundsätzlich allerdings ist bei uns wildes Lagern oder Campen über Nacht verboten. Wild campen lässt sich nur im Binnenland an rund 20 unter dem Titel „Wildes Schleswig-Holstein“ gelisteten Übernachtungsplätzen. Das Jedermannsrecht unserer skandinavischen Nachbarn gestattet dagegen wesentlich großzügiger die Nutzung wilder Ecken in der Natur.

    Kapitel 4
    Eine Besonderheit Kiels sind stadtnahe Badestellen. panama überrascht Dieter, der zugibt, sehr selten im Meer zu schwimmen, mit der Nachricht, dass die Kiellinie seit letztem Jahr einen offiziellen Schwimmsteg mit Badeaufsicht besitzt. Der Steg soll barrierefrei zugängig sein. Zudem wurden Höhe Segelcamp mehrere kleine Umkleidebuden aufgestellt. 

    Kapitel 5
    Von den Kieler Lachsforellen war in der letzten Episode bereits die Rede, auch wie man sie räuchert. Am Ende dieser Episode bricht panama auf, um per Fingerprobe zu testen, ob die beiden in der Tonne geräucherten Exemplare gar sind.

    Kapitel 6
    Eine bessere Fähranbindung für das Kieler Ostufer wünscht sich Malte Ranis. Anfang August startete er eine Online-Petition. 500 Unterstützerinnen und Unterstützer braucht seine Initiative, die sich an das Stadtteilbüro Ost richtet. panama traf sich mit dem Studenten am Anleger Reventlou. Das Gespräch wurde separat aufgezeichnet und dieser Episode als Bonusmaterial beigefügt.


    50 min
  • Wasser (KI-LA-KI)
    Ausgehend von dem Oberthema Wasser entspinnt sich der Gesprächsfaden von Janas Auftritt auf der Jungen Bühne zur Kieler Woche und emotionale Lyrics über Regenbogenforellen, Miesmuscheln und dem Seefischmarkt hin zur Werft mit ihren U-Booten sowie den Netzsperren, die diese fernhalten sollen. 

    Unsere knapp zweistündige Aufnahme ist reich an Details über das Leben am Wasser - wie es in Kiel einst war, aber auch was uns Kieler heute bereichert. Jana und Kurt geben ihre Lieblingsplätze preis. Wir erfahren etwas über Zeit, die in Romanen keine Rolle spielt, über das Kieler Krimi Kartell und wagen einen Exkurs zum Kieler Literaturtelefon, seinen Anfängen und dem aktuellen Angebot.

    Kontakt:
    Jane Doe auf facebook
    Kurt Geisler auf facebook

    Shownotes

    Kapitel 1
    Die Kieler Woche wurde von Juni auf September 2020 verschoben. Gewöhnlich präsentieren sich dort Junge Bands aus Schleswig-Holstein einem großen Publikum. Wer im Ratsdienergarten auftreten darf, bestimmt das Publikum zusammen mit einer Fachjury. Jana de Vries erzählt, wie sie es geschafft hat, als Jane Doe einen der begehrten Plätze im Programm der Jungen Bühne zu bekommen, und wie enttäuschend deren Absage für sie war. Denn während die internationalen Segelwettbewerbe stattfinden können, fällt das Volksfest zur Kieler Woche in seiner bisherigen Form komplett aus. 

    Kapitel 2
    Die Förde als Tatort. Kurt Geisler wuchs in Gaarden auf. Das ist ein traditioneller Werftarbeiterstadtteil am Ostufer der Kieler Förde. Er berichtet davon, wie er als Kind den Stapellauf eines riesigen Tankers der Reederei von Aristoteles Onassis erlebte. Der Anfang seines neuesten Krimis spielt auf Werftgelände. Aber nicht nur dort kennt Kurt sich aus – ein Gespräch über Kneipen, Fischkutter und die Gründung des Kieler Krimi Kartells im Mai 2019.

    Kapitel 3
    Seit Ende der Siebziger Jahre läuft in Kiel das Literaturtelefon als kulturelles Angebot für Literaturinteressierte. Es war das erste seiner Art in Deutschland. Im 14-tägigen Rhythmus wechseln dort die Beiträge der Autorinnen und Autoren. Ihre jeweils rund zehnminütigen Audioaufnahmen sind unter der Rufnummer 0431/901-8888 sowie zusätzlich im Internet abrufbar. Im Archiv auf der Webseite wurden alle Lesungen seit 2007 abgespeichert. Einzelne Autorinnen und Autoren wie Kurt Geisler lassen sich per Suchfunktion herausfiltern. Für das Literaturtelefon las er u.a. das Anfangskapitel von „Endstation Öresund“. 

    Kapitel 4
    Im Luftbild von der Kieler Förde kann man sie erkennen: die Netzgehege einer Fischaufzucht. Unter der Obhut von zwei Meeresbiologinnen wachsen dort Regenbogenforellen heran. Panama holt sich frisch geschlachtete Kieler Lachsforellen direkt von der Anlage in Dietrichsdorf, um sie selbst heiß zu räuchern. Wie sie das macht, erzählt die Journalistin in diesem Kapitel.

    Kapitel 5
    Allein auf der Bühne zu stehen, das trauen sich Frauen seltener zu als Männer. Jana de Vries berichtet davon, wie es ist, als Solistin mit der Gitarre in der Hand vor Kneipenpublikum zu stehen. Sie gesteht, dass sie gern mal mit einer Rockband auftreten würde. Vor dem Shutdown entstanden mit My funny Valentine und Sad coast, den wir hier als Outro nutzen dürfen, noch eine neue Serie von Indie Songs. Seit April greift sie wieder zur Gitarre, um von daheim auf Instagram für ihr Publikum zu musizieren. 

    Kapitel 6
    Beim G7-Gipfel in Heiligendamm kamen Netzsperren zum Einsatz. Kurt berichtet über deren militärische Nutzung im Baltikum. Auslöser ist erneut sein Krimi „Endstation Öresund“. Danach schwenken wir zu seiner Kur(t)sgeschichte „Kapitäne“, um festzustellen, dass im poetischen Raum die Zeit aufgehoben ist.

    Kapitel 7
    Panama nutzt Kurts Romanfigur Jenny Muschelfang zur Überleitung auf das Thema Miesmuscheln. Eigentlich war Dieter durch damit. Doch eines Tages entdeckte er auf dem Markt die von der Kieler Meeresfarm und wurde Fan dieser speziellen Ostseeart.


    1 hr 48 min
  • KunstTalk (Landgang)
    Normalerweise trefft Ihr uns ja auf dem Oberdeck einer SFK-Fähre an. Kieler Fördeschiffe sind unser Podcast-Studio. Diese Episode ist anders. Am Tag der Wiederaufnahme des Fährdienstes auf der Linie 1 vom Kieler Hauptbahnhof nach Laboe wollten wir wieder an Bord gehen. Doch dann kam das SARS-CoV-2 Virus im Norden an. Rasant schnell verbreitete es die Atemwegserkrankung COVID-19. Daher beschloss die Bundesregierung am 18. März den landesweiten Lockdown. Anders als geplant wurde die Fährverbindung nicht wieder aufgenommen. Das brachte uns auf die Idee, aus einer brach liegenden Audio-Datei einen „Landgang“ für den Podcast zu produzieren. 

    Die Aufzeichnung enthält einen Diskurs mit Bernhard Schwichtenberg. Das Treffen mit ihm fand Ende Februar 2019 statt. Impulsgeber war ein Essay von Jochen Gerz über die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Den hatte Gerz anlässlich seiner Duisburger Ausstellung mit dem Titel „The Walk – Keine Retrospektive“ verfasst. Eine Kopie dieses Textes ging zusammen mit Fragen an Bernhard Schwichtenberg. Der in Kiel lebende Bildende Künstler ist rund ein halbes Jahr älter als Gerz. Beide wurden in Berlin geboren, im Krieg evakuiert und wuchsen im Rheinland auf. Wie Gerz nahm Schwichtenberg eine Professur an. Bis 2004 lehrte er Grafikdesign in Kiel. Um zu ergründen, ob die Übereinstimmung weiter reicht, trafen wir ihn zum Gespräch. 

    Es beginnt mit der Frage: „Was ist Kunst?“. Nach Eingrenzung des Begriffes schwenkt das Gespräch zur Kultur- oder Kreativwirtschaft. Deren stetig steigender Beitrag zum Wohlstand zeigt, dass Deutschland Menschen mit Ideen für weiteres Wachstum braucht. Doch unter welchen Voraussetzungen werden Menschen kreativ? Wie wichtig ist eine umfassende ästhetische Bildung in Kindheit und Jugend? Prof. Bernhard Schwichtenberg geht auf all diese Fragen mit einem reichen Schatz aus Erfahrungen und kleinen Lebensgeschichten ein. Diesen unvergleichlichen Mix bezeichnet er selbst augenzwinkernd als „Infotainment“.


    Kapitel 1
    Kunst in der Kultur. Zu Beginn befassen wir uns mit den Begriffen. Was ist Kunst, was sind die Künste? Wie verhalten sich beide zur Kultur? Am Beispiel des Kultur- und Wissenschaftspreises der Stadt Kiel macht Bernhard Schwichtenberg deutlich, wie unsachliche Differenzierung Schieflagen erzeugt. 

    Kapitel 2
    Jochen Gerz entwirft in seinem Essay die Vorstellung von einer „Öffentlichen Autorschaft“. Er will Kreativität nicht auf einen exklusiven Kreis von Menschen beschränkt wissen, sondern fordert mehr Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen. Das bringt Bernhard Schwichtenberg auf den Franzosen Jean Monnet, der 1955 mit der Gründung eines Aktionskomitees den Grundstein legte für die heutige EU. Statt die Länder über den gemeinsamen Markt zu vereinen, so Monnets Erkenntnis in der Rückschau, hätte man sie über kulturelle Werte einen sollen. 

    Kapitel 3
    Die Kultur- bzw. Kreativwirtschaft ist einer der am schnellsten wachsenden Sektoren der globalen Wirtschaft. Als Creator bezeichnet wird jemand, der Einfälle hat. Dazu zählen nicht nur die Künstler, mahnt Schwichtenberg. Wer Menschen ausreichend Freiraum zum Ausprobieren lasse, erhalte von denen die besten Sachen.

    Kapitel 4
    Kunst und Kommunikation. Über 90 % der Informationen nehmen Menschen heute audiovisuell auf. Bernhard Schwichtenberg ruft zur Wiederbelebung der anderen Sinnesorgane auf, damit diese nicht in Vergessenheit geraten. Gibt es noch mehr Fähigkeiten, die trainiert werden müssen?

    Kapitel 5
    Spielen sei das Wichtigste. Bernhard Schwichtenberg hält ein Plädoyer gegen Perfektion. Dazu zieht eine Postkarte mit dem Spruch von Nam June Paik aus seiner Tasche. Da steht drauf: „When too perfect, lieber Gott böse“. 

    Kapitel 6
    Ästhetische Bildung tue dringend Not. Fragt man Bernhard Schwichtenberg, kann deren Angebot kann gar nicht groß genug sein. In Fragen des Geschmacks müsse jeder mitreden können. Das bringt ihn auf die Thesen der Bauhaus Künstler.

    Kapitel 7
    Er kenne viele Menschen, die verzweifeln, weil aktuell Vieles falsch laufe. Daher appelliert Bernhard Schwichtenberg an Künstlerinnen und Künstler sich der globalen Verantwortung zu stellen. Sie seien Problemlöser, hätten gelernt, fachübergreifend zu arbeiten. Ein starkes Schlusswort mit Beispielen für Kunst im öffentlichen Raum.

    1 hr 14 min
  • Saisonende 2019 (KI-LA-KI)
    Ihr trefft uns hier auf dem Oberdeck einer SFK-Fähre an. Die Fördeschiffe sind unser Studio. Jede Episode dauert so lange wie eine Fahrt auf der Linie 1 − vom Kieler Hauptbahnhof bis hinaus nach Laboe und wieder zurück. Jeweils im Oktober wechselt der Fährdienst auf den Winterfahrplan. Angefahren wir dann nur noch das sogenannte Winterdreieck. Das sind allein die Anleger an der Außenförde. 

    Diese Aufzeichnung fand während der allerletzten Fahrt der Saison 2019 statt. Kapitän und Mannschaft sorgten für Abschiedsstimmung. Über Bordlautsprecher erschall Musik. Im Blick zurück auf die hell erleuchtete Landeshauptstadt unterhielten wir uns zu dritt über die dort aktuell noch laufende Bürgermeisterwahl. Kurz vor Ende der Fahrt waren die ersten Wahllokale ausgezählt und ein vorläufiges Ergebnis zu vermelden. Zudem musste die in der Nacht erfolgte Zeitumstellung kommentiert werden. Ebenso wie der Generalsteik der Berliner Schiedsrichter im Amateurfußball. Ein Licht auf Kommendes wirft unser Gespräch über Müllvermeidung. Dass Kiel sich um Aufnahme in den internationalen Verbund der „Zero Waste Cities“ bemüht, wussten wir Ende Oktober 2019 noch nicht.

    Am Mikrofon wieder dabei waren die Journalistin und der Brüsseler, jetzt Referent bei den Grünen im Kieler Rathaus. Beide Stimmen werden Hörer:innen der ersten Aufnahme wieder erkennen. Ein Doktor begleitete uns über dunkles Fahrwasser. Das war ein seltenes Glück, denn er ist zwar in Kiel zu Haus, aber mehr unterwegs als dort anwesend − vorzugsweise in Estland oder Lettland, Länder, die ihm als wissenschaftlichem Leiter des deutsch-baltischen Kulturwerks vertraut sind. 

    Wer uns sprechen, uns Anregungen zusenden oder mal bei einer Aufzeichnung dabei sein möchte, sendet bitte eine Mail an [email protected].

    Shownotes
    Zeitumstellung
    In der Nacht zu Sonntag erfolgte die Zeitumstellung. Nach einer Entscheidung im EU-Parlament soll das am 28. März 2021 zum letzten Mal geschehen. Jeder in unserer Runde würde das begrüßen. Doch keiner glaubt daran. Denn die EU-Verkehrsminister müssten sich auf eine gemeinsame Linie einigen. Alex wünscht sich, dass die Logistik-Branche Druck macht. Martin erinnert sich an den Ersten Weltkrieg und Panama an Landwirte, die ihre Milchkühe stets auf die neue Melkzeit hin trainieren müssen.

    Müllvermeidung
    Müllvermeidung ist eines der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Bei Recherchen stieß panama auf Zahlen im Indikatorenset der Landesregierung, die belegen, dass Schleswig-Holstein seinen Siedlungsabfall reduzieren muss. Während der  Europäischen Müllvermeidungswoche besucht sie deshalb den Zero Waste Workshop des Kieler Umweltschutzamtes. Ein Gespräch über Hygienevorschriften, Recyclingquoten, Müllexporte und das Duale System, was seit 1991 in Deutschland und 1997 europaweit eingeführt wurde. Auf eine geheime Einkommensquelle durch den Export von Flaschenpfand weist Alex hin. Martin stört sich an der Unsitte, abgenutzten Hausrat als „Geschenk“ am Straßenrand zu entsorgen.

    Schiedsrichterstreik
    Beim Berliner Fußballverband fallen an diesem Wochenende durch einen Generalstreik der Schiedsrichter alle 1.600 Amateurspiele aus. Angeblich hätten ohnehin 500 Schiris gefehlt. Keiner will mehr pfeifen. Nachwuchs gibt es nicht. Denn der Fussball hat ein Gewaltproblem. Wir erinnern uns an die ersten Hooligans, das Aufkommen der Pyrotechnik und gewaltbereite Trainer. Bleibt dieser Streik ein Strohfeuer oder ist er Signal zur Wende?

    Bürgermeisterwahl in Kiel
    Kurz nach 18 Uhr schlossen in Kiel die Wahllokale. Erste Hochrechnungen sagen den deutlichen Wahlsieg des Amtsinhabers voraus. Ein Gespräch über den eher ruhigen Wahlkampf, Parteien und ein Ritt von der Kommunal- zur Bundespolitik und wieder zurück. Alex fühlt sich erinnert an die TV-Serie „Hurra Deutschland“.

    1 hr 58 min
  • Kreuz, quer und raus aus Kiel (KI-LA-KI)


    Wir berichten vom Oberdeck einer SFK-Fähre. Die Fördeschiffe sind unser Studio. Jede Episode dauert so lange wie eine Fahrt vom Hauptbahnhof bis hinaus nach Laboe und wieder zurück. 

    Die Themen ebenso wie der Kreis aus Sprecherinnen und Sprechern wird variieren. Auf dieser, unserer ersten Fahrt war Hauptthema die Mobilität. Das liegt an Bord einer Fähre irgendwie nahe. Außerdem hat Kiel im letzten halben Jahr so einiges an Neuerungen in Sachen Verkehr dazu bekommen, dass es sich lohnt, die Details im lockeren Gespräch auszuloten.



    Am Mikrofon dabei war eine Ratsfrau der Grünen, die selbst gern Podcasts hört und als ehemalige Radiomoderatorin Spaß daran hat, diverse Audibles zu bespielen. Sie ist es auch, die den Podcast Tag während der Digitalen Woche Kiel organisiert. Dort entstand die Idee hierzu. 

    Als weiteren Routinier in Sachen Podcast hatten wir einen Herausgeber diverser Audio-Folgen mit Tipps zum Fotografieren an Bord. Er trat beim zweiten Podcast Tag mit der Idee auf, die Schiffe als Workspace zu nutzen. Doch erst im Jahr darauf gelang es einem Informatiker und West Coast Swing Tänzer, die erste Runde tatsächlich an Bord zu vereinen.

    Neben einer Print- und Online Journalistin, die noch nie eine Sendung gemacht hat, verpflichteten die Profis einen ehemaligen Piraten. Der kaperte sich zuletzt einen Posten im Rathaus. Dort macht er Werbung für die Politik der Grünen. Hier hält er sich damit zurück.

    Gast bei dieser Episode war eine unerschrockene Schottin. Und, nein, wir haben sie nicht zum Brexit befragt. Aber: hört selbst! 

    Wer uns sprechen, uns Anregungen zusenden oder mal bei einer Aufzeichnung dabei sein möchte, sendet bitte eine Mail an [email protected].



    Shownotes

    Kapitel 10
    Für Fernfahrten lohne sich für sie die Suche nach einer Fahrgemeinschaft, berichtet panama. Sie nutzt dafür BlaBlaCar. Bei diesem Anbieter gibt es die Option „Ladies only“. Das sind Mitfahrgelegenheiten von Frauen für Frauen. Sie werden nur eingeloggten Nutzerinnen angezeigt. Link: https://www.blablacar.de/.

    Kapitel 13
    Sich ein Auto mit anderen zu teilen, ist eine Variante für Kieler, die mittendrin wohnen. Allein im Ortsteil Ravensberg/Düsternbrook/Brunswik besitzt der Carsharing-Anbieter StattAuto elf Stellplätze mit 23 unterschiedlich großen Pkws, darunter einige Elektrofahrzeuge. Dazu kommen diverse Autos, die bei StattAuto unter dem Label „Car los!“ als car to go via Mitgliedskarte spontan nutzbar sind. Link: https://www.stattauto-hl.de/.

    Kapitel 14
    RidePooling ist seit kurzem in Kiel per App buchbar. CleverShuttle fährt ab Nachmittag mit Elektro- und Wasserstoffautos durch die Stadt, um Leute von A nach B zu bringen. Unterwegs teilen sich mehrere Menschen diesen Shuttle und den Fahrpreis. Link: https://www.clevershuttle.de/.

    Kapitel 15
    Die SprottenFlotte von nextbike hat über Kiel verteilt 30 Stationen eingerichtet, an denen Menschen Fahrräder leihen können. Die ersten 30 Minuten pro Buchung sind kostenlos; der Tag kostet 9 Euro. Link: https://www.nextbike.de/de/kielregion/

    Kapitel 17
    Nonstop durchradeln stimmt nicht ganz, wie Alex festgestellt hat, aber die Veloroute 10 ist dennoch eine echte Premiumroute. Die Fahrradstraße auf dem ehemaligen Industriegleis durchquert Kiel von Hassee bis zum Holstein-Stadion. Link: https://www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/fahrrad/velorouten.php.

    Kapitel 19
    Unser Gast in der ersten Episode ist Lily. Die Schottin zog zum Semesterbeginn nach Kiel und wohnt nun in einer Wohngemeinschaft mit Florian. Das gab den Anlass zu einem Erfahrungsaustausch. In diesem Kapitel berichten er und Daniela über ganz unterschiedliche Erlebnisse in ihren WGs.

    Kapitel 23
    Ob als Host oder als Surfer, Couchsurfing sei etwas für mutige Menschen, meint Florian. Warum er diese spezielle Community so schätzt, erzählt er hier. Link: https://www.couchsurfing.com/

    1 hr 22 min

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Wir legen in Kiel ab. Zum Start des Podcasts kreuzten wir noch mit der Personenfähre über die Kieler Förde, nach Laboe und zurück. Inzwischen machen wir diese Fährfahrten leider nicht mehr. Aber eins…

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