Iris Yasmine Harms, Money Coach
In dieser Folge ist Iris Yasmine Harms bei mir zu Gast – und wir sprechen über ein Thema, über das viele Menschen nicht besonders gerne sprechen: Geld. Nicht im Sinne von Aktien, ETFs oder der perfekten Anlagestrategie, sondern viel tiefer. Es geht um die Frage, warum wir eigentlich so mit Geld umgehen, wie wir es tun. Warum Geld Stress auslösen kann, Sicherheit geben kann, Freiheit bedeuten kann und warum unser Verhältnis zu Geld manchmal viel weniger mit Zahlen zu tun hat, als wir denken.
Iris ist Money Coach, vor allem für Unternehmerinnen, und sie bringt einen Blick mit, der auf den ersten Moment vielleicht ungewöhnlich klingt, aber im Gespräch ziemlich schnell Sinn ergibt. Denn bei ihr geht es um Geld, Selbstwert, Körperarbeit, Nervensystem, Prägungen, Bewegung – und um die sogenannten heiligen Geldarchetypen. Also nicht einfach: „Mach mal deine Kalkulation sauber“, sondern eher: Was passiert eigentlich in dir, wenn du auf dein Konto schaust? Was macht es mit dir, wenn Ebbe ist? Was macht es mit dir, wenn Fülle da ist? Und bist du Führungskraft deines Geldes – oder lässt du dich vom Geld bestimmen?
Iris nimmt uns mit in ihren eigenen Weg, der alles andere als gerade war. Sie beschreibt sich selbst als Kriegsenkelin und erzählt von der Flucht ihrer Großeltern, davon, dass in ihrer Familie zwar nicht viel Reichtum da war, aber auch nie das Gefühl von Mangel. Liebe war wichtiger als Geld – und gleichzeitig führte ihr eigener Lebensweg sie irgendwann mitten hinein in die Härte des Lebens: als alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, mit Verantwortung, Selbstständigkeit, finanziellen Herausforderungen und der Frage, wie man trotzdem weitergeht.
Ursprünglich kommt Iris aus der Pädagogik. Sie liebt es, Dinge erfahrbar zu machen. Später war sie selbstständig in der Imageberatung, Farbstilberatung, hatte ein eigenes Geschäft, eine Modekollektion, baute einen Vertrieb auf, gehörte in einem Kosmetikvertrieb zu den 40 Besten der Welt, machte Marketing, Unternehmensberatung und landete schließlich in der Versicherungsbranche. Dort beriet sie vor allem Unternehmer und Unternehmerinnen, arbeitete mit betrieblicher Altersversorgung, privater Krankenversicherung und später im Frauenfinanzservice. Und irgendwann wurde aus all diesen Stationen ein rundes Rad an Erfahrungen, wie sie es selbst beschreibt.
Besonders spannend ist, dass Iris irgendwann auch einen alten Traum wieder ausgepackt hat: Sie wollte als Teenager eigentlich Tanzlehrerin werden. Dieser Traum wurde ihr damals ausgeredet, kam aber später wieder hoch. Heute unterrichtet sie seit vielen Jahren 5Rhythmen-Tanz und Bewegungsmeditationen – auf körperlicher und emotionaler Ebene. Und genau diese Verbindung aus Geldthema, Körperarbeit und Coaching ist für sie zu ihrem ganz eigenen Ansatz geworden. Denn Iris sagt klar: Allein über den Kopf und ein paar Affirmationen lassen sich tiefe Geldthemen aus ihrer Erfahrung nicht lösen. Dafür braucht es tiefere Schichten.
Wir sprechen darüber, warum sich gerade Frauen oft schwer mit Geld tun. Iris nennt sich selbst Geldfeministin und macht deutlich: Geld gehört für sie zum Feminismus dazu. Denn viele Frauen stellen sich noch immer hinten an, sorgen erst für andere, kündigen vielleicht eigene Sparverträge, wenn Familie oder Kinder Geld brauchen, und haben oft eine Prägung in sich, die viel mit Fürsorge, Zurückhaltung und gesellschaftlichen Erwartungen zu tun hat. Da geht es um Sätze wie „Über Geld spricht man nicht“, um die Idee, man müsse hart arbeiten, um Geld verdient zu haben, oder um diese alte Abneigung gegenüber Reichtum: Wer viel Geld hat, muss irgendwie dubios drangekommen sein.
Ein starkes Bild im Gespräch ist auch der Begriff „Rabenmutter“. Iris erzählt, dass es diesen Begriff nur im Deutschen gibt und dass andere Kulturen damit teilweise gar nichts anfangen können. Gleichzeitig ist der Rabe eigentlich ein fürsorglicher Vogel, der dafür sorgt, dass die Kleinen flügge werden. Und genau an solchen Stellen wird deutlich, wie sehr Sprache, Kultur und Gesellschaft unser Bild von Frauen, Geld, Selbstständigkeit und Erfolg prägen.
Dann gehen wir in das Thema der heiligen Geldarchetypen. Iris erklärt, dass es acht Archetypen gibt, die unsere Haltung zu Geld mitsteuern können: wie wir Geld zu uns kommen lassen, wie wir es halten, wie wir es vermehren – oder eben auch, wie wir es ablehnen, weggeben oder ausgeben. Diese Archetypen sind kein starres Etikett, sondern eher ein inneres Team, das man verstehen darf. Manche Anteile unterstützen sich, andere reiben sich. Und genau dort wird es spannend.
Live in der Folge schauen wir auf mein eigenes Money Reading. Ich hatte vorher den Test auf Iris’ Website gemacht – und dann durfte ich erfahren, welche Archetypen bei mir vorne stehen. An erster Stelle: der Heiler. Oder, wie Iris es nennt: der innere Wohltäter. Der Anteil, der gerne hilft, großzügig ist, Menschen unterstützt, loyal ist – und manchmal Gefahr läuft, zu viel zu geben, zu wenig Grenzen zu setzen und sich selbst hintenanzustellen. Ja, ich musste an der Stelle schon ziemlich schmunzeln. Meine Buchhalterin würde vermutlich sagen: „Adrian, jetzt hast du schon wieder Mutter Teresa gespielt.“
Mein zweiter Archetyp ist der Optimist – der innere Beziehungsschöpfer. Also der Teil, der Vertrauen ausstrahlt, Beziehungen schafft, Menschen zusammenbringt und daran glaubt, dass Geld schon verfügbar sein wird. Das passt natürlich ziemlich gut zu einem Podcast, in dem Menschen und Geschichten zusammenfinden. Gleichzeitig zeigt Iris auch hier die Herausforderung: Der Optimist darf lernen, sich stärker mit finanziellen Details zu befassen und Wert darauf zu legen, angemessen entlohnt zu werden.
Und dann kam noch der Rebell dazu. Der innere Revolutionär mit einer Mission. Einer, der Risiken eingeht, kreativ mit Geld umgehen kann und daraus gerne ein Spiel macht, das er gewinnen will. Auch da musste ich lachen, weil sich natürlich direkt Kreise geschlossen haben: Ich habe meine Agentur nach elf Jahren hinter mir gelassen und bin voll in die Moderation gegangen – für viele ein ziemliches Risiko. Für mich aber ein Weg, bei dem ich gespürt habe: Da will ich hin.
Iris bringt diese drei Archetypen zusammen und zeigt mir ziemlich klar: Der innere Sponsor will, dass es Menschen gut geht. Der Optimist schafft Beziehungen. Der Rebell will mehr, will Risiko beleuchten und mutiger rausgehen. Und meine Aufgabe? Grenzen setzen, meinen Wert klarer definieren, Standards schaffen, Preise bewusster festlegen und nicht immer unter meinem Wert losgehen, nur weil der Heiler in mir gerne helfen möchte.
Und Iris bringt es auf den Punkt: Wenn der eigene Wert nicht klar ist, kann ihn auch niemand im Außen klar kommunizieren.
Ein weiterer großer Teil der Folge dreht sich um Bewegungsmeditation und das Nervensystem. Iris arbeitet mit fünf Grundgefühlen: Angst, Wut, Trauer, Freude und Mitgefühl. Sie beschreibt, wie Gefühle im Körper sitzen können, wie zum Beispiel Wut, die körperlich in den Eingeweiden spürbar sein kann, oder Trauer, die manchmal nie wirklich betrauert wurde. Bei ihr geht es darum, diese Gefühle nicht nur zu besprechen, sondern sie in Bewegung zu bringen – mit Tanz, Musik, Körperarbeit und bewusster Erfahrung.
Gerade in finanziell oder gesellschaftlich unsicheren Zeiten, so sprechen wir es auch an, hängen viele Menschen im Mangeldenken fest. Wut, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Angst sind spürbar. Iris beschreibt Tanz für sich als lustvollsten Weg, aus dem Kopf herauszukommen. Nicht nur Talking Head sein, sondern den ganzen Körper wieder mitnehmen. Und ich merke im Gespräch, wie sehr ich das aus meinem eigenen Training kenne: Wenn der Kopf voll ist, bringt mich Bewegung wieder zurück in den Körper.
Eine Folge über Geld, aber eigentlich über viel mehr. Über Selbstwert, Prägungen, Frauen und Finanzen, Unternehmertum, Grenzen, Körper, Tanz und die Frage, wie wir unserem Geld ein gutes Zuhause geben können. Und über die Erkenntnis, dass Geld manchmal nicht zuerst auf dem Konto beginnt, sondern in uns selbst.
Hier geht´s zum Test auf Iris Webseite rund um die eigenen heiligen Geld-Archetypen:
www.iris-yasmine-harms.de/archetypen-test-sacred-money-archetypes Ihr Youtube-Kanal: www.youtube.com/@lris1
Zu Ihrem Facebook-Profil: @iris.yasmine.9
LinkedIn-Profil von Iris: www.linkedin.com/in/iris-yasmine-harms-589862b/
Viel Spaß beim Zuhören und Weitertragen!
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