Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive

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Aktuelle Betiräge | cba – cultural broadcasting archive episodes

  • „Wenn Erkrankten Sterbehilfe bewilligt, aber Pflegegeld abgelehnt wird, macht sich der Staat Österreich zum Mittäter“

    Am 15. März fand in Wien anlässlich des Long-COVID-Awareness-Days eine Kundgebung statt. Organisiert von MUT (ME, Unterstützung und Teilhabe) und Long Covid Austria versammelten sich Betroffene, Angehörige und Initiativen vor dem Parlament, um auf Long COVID, Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und andere postakute Infektionssyndrome (PAIS) aufmerksam zu machen.

    Über 1.000 Menschen versammelten sich vor dem Parlament, um auf die Situation von Betroffenen aufmerksam zu machen. Im Fokus standen Long COVID, ME/CFS, das posturale Tachykardiesyndrom (POTS) sowie weitere PAIS. Das sind Erkrankungen, die nach Infektionen auftreten und eine Vielzahl schwerwiegender Symptome verursachen können. Dazu zählen unter anderem extreme Erschöpfung, Atemprobleme, Herzbeschwerden, Kreislaufprobleme, Schmerzen und Schlafstörungen. Schätzungen zufolge sind weltweit 400 Millionen Menschen von Long Covid betroffen, in Österreich allein mehrere hunderttausend.

    Trotz dieser hohen Zahlen gilt das Forschungsfeld weiterhin als unzureichend erschlossen. Für viele Erkrankungen wie ME/CFS oder POTS existieren bis heute keine ursächlichen Therapien. Betroffene berichten zudem von langen und oft schwierigen Diagnosewegen, die sich über Jahre ziehen können. Gründe dafür sind unter anderem fehlendes Wissen in der medizinischen Ausbildung sowie mangelndes Forschungsinteresse.

    Ein zentrales Problem stellt auch die mangelnde Anerkennung der Erkrankungen dar. Viele Patient*innen sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert oder erhalten Fehldiagnosen, häufig im psychischen Bereich. Dieses sogenannte „Medical Gaslighting“ führt dazu, dass Beschwerden nicht ernst genommen oder bagatellisiert werden. Auch nach einer Diagnose bleiben Herausforderungen bestehen: Pflegeeinstufungen und die Anerkennung von Arbeitsunfähigkeit verlaufen häufig schwierig – insbesondere im Zusammenhang mit Gutachten der Pensionsversicherungsanstalt (PVA).

    Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. Neben dem Krankheitsmanagement stellt vor allem der Versuch, Schule oder Ausbildung aufrechtzuerhalten, eine enorme Belastung dar. Viele berichten zudem von emotionalem Druck, sich ständig erklären zu müssen, und von mangelndem Verständnis in ihrem Umfeld.

    PAIS sind schwerwiegende Erkrankungen. Das Leitsymptom von ME/CFS, die Post-Exertional Malaise (PEM), führt dazu, dass schon geringe Überanstrengung den Zustand stark verschlechtern kann. Schwerstbetroffene leben oft isoliert, in reizarmen Räumen, mit kaum Bewegung oder sozialen Kontakten. Diese Situation betrifft nicht nur Erkrankte selbst, sondern auch ihre Angehörigen, die häufig Pflege und Unterstützung übernehmen und dabei an ihre körperlichen, emotionalen und finanziellen Grenzen stoßen.

    Jüngst bekannt wurde der Fall des 21-jährigen Samuel R., der an ME/CFS erkrankte und Ende Jänner dieses Jahres Sterbehilfe in Anspruch nahm. Seine Freundin spricht auf der Kundgebung und teilt seine Worte, um auf die fehlende Versorgung aufmerksam zu machen.

    In der Sendung zu hören:

    • Jana Winter (Long Covid Austria)
    • Miriam Hohl (MUT)
    • Bettina Wittman (POTS und andere Dysautonomien)
    • Marie Lipphart (Kritische Medizin Wien)
    • Antonia (Betroffene)
    • Nadine Taschler (Betroffene)
    • Enna Erber-Gludowatz (Betroffene)
    • Sara (Betroffene)
    • Margarete Erber-Gludowatz (Mutter einer Betroffenen und ÖG MECFS)
    • Angehörige von Samuel R.
    • Birgit Meinhard-Schiebel (IG pflegende Angehörige)
    • Martin (Bruder einer Betroffenen)
    • Manfred Müller (Vater einer Betroffenen)
    •  

       

      Foto: Aylin Yilmaz

      58 min
    • Wolfgang Pollanz: Ein durch und durch durchschnittliches Leben

      „Bei dieser Revue durch ein außergewöhnliches Leben ohne Besonderheiten stirbt der Erzähler gleich drei Mal, reflektiert über das Schreiben und verschollene Verse, spielt ironisch mit Fußnoten und Kommentaren von Lektoren – und gelangt schließlich zur Erkenntnis, dass allein die Liebe Bestand hat.“ (Quelle: Klingenberg Verlag)

      Der Autor und Musiker Wolfgang Pollanz stellt seinen Roman mit Fußnoten „Ein durch und durch durchschnittliches Leben“ (Klingenberg Verlag) im literadio-Gespräch mit Susanne Peter vor.

      31 min
    • Alfred Komarek: Die Äußerlichkeiten sind also vom Tisch

      Der Mitherausgeber Gerhard Ruiss im Gespräch

      „Der Band „Die Äußerlichkeiten sind also vom Tisch“ versammelt Texte, die Alfred Komarek (1945–2024) in den 1980ern und 1990ern für Magazine, Zeitschriften und Kunstperiodika ver­fasste. Die Auswahl zeigt Komarek in seiner Band­breite als Erzähler vielfältigster Wirklichkeiten: Über Stadt, Land, Straße, Fluss und Meer nimmt er Orte und Menschen in den Blick und berichtet ebenso unauf­geregt wie gewitzt über die schönen Eigenarten des Alltäglichen.“ (Quelle: Literaturedition Niederösterreich)

      „Die Äußerlichkeiten sind also vom Tisch. Texte aus nah und fern“ von Alfred Komarek (Literaturedition Niederösterreich) wurde von Helmut Neundlinger und Gerhard Ruiss herausgegeben. Vorgestellt wird das Buch von Gerhard Ruiss im literadio-Gespräch mit Astrid Nischkauer.

      30 min
    • Gerda Sengstbratl: Ein Ich wächst in mir wie Gras, wie Veilchen, wie Baum, wie Wald

      „“Ein Ich wächst in mir“ ist eine Chronik einer weiblichen Sozialisierung, die mit der 2. Welle des Feminismus einsetzt und alle Aspekte des Frauseins auffächert:

      das Leben, die Bildung, die Körperlichkeit und Spiritualität, die Liebe und das Reisen. Gerda Sengstbratl stellt den Anspruch, dass nicht weniger als alles von Bedeutung ist, wenn eine Frau Mensch werden und bleiben will.“ (Quelle: fabrik.transit)
      Die Autorin Gerda Sengstbratl stellt ihren Roman „Ein Ich wächst in mir wie Gras, wie Veilchen wie Baum, wie Wald“ (fabrik.transit) im literadio-Gespräch mit Erika Preisel vor.

      30 min
    • Manuela Tomić: Franček

      „Frau B. quält seit Monaten der Fratz. Er hockt auf ihren Geschmacksrezeptoren und schlemmt, klopft wie ein Specht ihren Adamsapfel ab und springt ihr ab und an vor die Augen. Seit sie der Fratz martert, hockt sie im Reihenhaus mit Frau Wahl, Wachtmeisterin und Hebamme, der Katzenfrau, dem Arzt und dem Anwalt. Ihre große Liebe, der Weiberheld, will vom Fratz nichts wissen. Doch der Fratz scheint unausweichlich. Er setzt in Frau B. ein bosnisches Familientrauma in Gang, das schon ihren Großvater geplagt hat. Erinnerungen an die Osmanen, die Habsburger und den Krieg fließen mit Kinderwünschen und weiblicher Zerstörungswut ineinander. Frau B. will den Fratz gebären. Eines Abends aber taucht in ihren Träumen der kleine Franček auf und Frau B. findet sich im Gerichtssaal wieder. Franček, der Debütroman von Manuela Tomić, liest sich wie ein fabelhafter Fiebertraum im surrealistischen Gewand und wahnsinnigen Wendungen.“ (Quelle: Wieser Verlag)

      Die Autorin Manuela Tomić stellt ihren Debütroman „Franček“ (Wieser Verlag) im literadio-Gespräch mit Susanne Peter vor.

      31 min
    • Herberts Lieder und Geschichten Folge 10

      Ich – Herbert Weissengruber – darf hier Musik spielen, die nur ein Kriterium erfüllt: sie gefällt mir

      Ich mag Oldies,  guten Rhythmus, jede gute Musik, auch Evergreen, und spiele heute folgende Lieder:
      Seiler und Speer – Ala bin
      Marianne Mendt – Komm, alter Pianospieler
      Marianne Mendt – Wie a Glock’n
      Andre Heller – Und dann bin i ka Liliputaner mehr
      André Heller – Wie mei Herzschlag
      Giulia Falcone singt Voilà
      Giulia Falcone – La Vie En Rose
      Giulia Falcone – Where Do I Begin
      Giulia Falcone – She
      Giulia Falcone – Les Feuilles Mortes – Autumn Leaves
      Diana Krall – Sorry Seems to Be the Hardest Word
      Diana Krall – Just The Way You Are
      Natalie King – Cheek to Cheek

      59 min
    • Gonçalo M. Tavares: Herr Eliot und die Vorträge

      Der Übersetzer Michael Kegler im literadio-Gespräch

      „Im furiosen Finale seiner zehnbändigen Reihe »Das Viertel« macht uns Gonçalo M. Tavares mit einem gewissen Herrn Eliot bekannt, der eine Reihe von Vorträgen über einzelne Verse berühmter Dichter hält.

      Herrn Eliots Erläuterungen sind freilich keine Poesievorlesungen der herkömmlichen Art. Sie stecken voller Überraschungen, sind urkomisch und dermaßen rasant, dass es mitunter besser ist, sich anzuschnallen. Der siebte und letzte Vortrag – über einen Vers von Paul Celan – existiert überhaupt nur als Titel und Versprechen.
      Gonçalo M. Tavares zeigt einmal mehr, dass der Ursprung aller Kreativität im freien Denken liegt, das unsere Sichtweisen spielerisch verändert und damit neue Möglichkeiten des Verstehens schafft, die wir dringend benötigen.“ (Quelle: Edition Korrespondenzen)
      Der Übersetzer Michael Kegler stellt den Band „Herr Eliot und die Vorträge“ von Gonçalo M. Tavares (Edition Korrespondenzen) im literadio-Gespräch mit Astrid Nischkauer vor.

      30 min
    • Beyond the screen: sexualisation and online abuse against young Latina women

      No More Violence Against Women; the podcast of the WAVE Network.

      Beyond the screen: sexualisation and online abuse against young Latina women

      In this episode, we focus on technology-facilitated violence against women and girls (TFVAWG) through an intersectional lens.

      As our lives increasingly move online, so do many forms of violence. From harassment and hate speech to sexualised abuse and stalking, digital spaces have become another arena where violence against women and girls (VAWG) unfolds. According to the European Union Agency for Fundamental Rights, around 10% of the women in the EU and the UK has experienced cyber harassment since the age of fifteen… with even higher rates among young women.[1]

      But online violence does not appear out of nowhere. It reflects deeper inequalities and stereotypes that already exist in society, while the spread of misogynistic and anti-feminist narratives continues to raise VAWG.

      In this episode, we explore one specific manifestation of this violence: the sexualisation and fetishisation of young Latin American women online.

      The discussion is based on the peer research report “Voices of Young Latinas: Peer Research on Online Abuse and the Impact of Fetishisation”, conducted by members of the Young Women’s Advisory Board of the Latin American Women’s Rights Service – LAWRS in London.

      Drawing on their own experiences and those of their peers, the young researchers explore the circulation of harmful stereotypes on social media, their roots in longer histories of racism and colonialism, and their impact on the everyday lives of young Latin American women.

      Hosted by Tamina, WAVE Youth Ambassador representing England, this conversation brings together Júlia Dantas, Malena Campillay and Amélie Romano Gonzalez from the Young Women’s Advisory Board, and Melissa Munz, Young Women’s Project Coordinator at LAWRS.

      References:

      Latin American Women’s Rights Service (LAWRS). (2026). Voices of young Latinas: Peer research on online abuse and the impact of fetishisation. London: LAWRS : https://lawrs.org.uk/wp-content/uploads/2026/03/YWAB-Peer-research-report-2025.pdf

      WAVE Network (2025) WAVE Country Report 2025: The status and value of women’s specialist services in tackling gender-based violence against women. Vienna: Women Against Violence Europe. https://wave-network.org/wp-content/uploads/2026/03/WAVE-Country-Report-2025.pdf

      Credits: 

      Created and developed by 4th generation WAVE Youth Ambassadors, Tamina Summersgill (England)

      Produced and edited by Branislava Arađan, WAVE Project and Youth Ambassador Coordinator & Julie Chauvin, WAVE Intern

      Voice over: Julie Chauvin, WAVE Intern

      The views and opinions expressed in this podcast are those of the speaker(s) and do not necessarily reflect the official policy or opinion/position of Women Against Violence Europe (WAVE).

      [1] European Union Agency for Fundamental Rights. (2014). Violence against women: An EU-wide survey. Main results report. Publications Office of the European Union.

      37 min
    • Sophia Boddenberg: Revolution der Frauen

      „Dieses Buch erzählt von der Wirkmächtigkeit eines Feminismus, der nicht für individuelle Rechte kämpft, sondern für die radikale Transformation des Lebens von allen, die in einem patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen Ausbeutungssystem unterdrückt werden. Feminismus wächst »von unten«: aus den Körpern, aus den Geschichten, aus der alltäglichen Erfahrung von Gewalt und Widerstand. Und genau darin liegt die Kraft des lateinamerikanischen Feminismus: in der Vielfalt, in der kollektiven Organisierung, in der Verbindung von Kämpfen.“ (Quelle: Mandelbaum Verlag)

      Die Autorin Sophia Boddenberg stellt ihr Buch „Revolution der Frauen“ (Mandelbaum Verlag) im literadio-Gespräch mit Erika Preisel vor.

      31 min
    • Gerhard Ruiss: Literatur und Menschenrechte

      Die ungeschriebenen Gedichte der Renee Nicole Good

      In Zeiten zunehmender Eskalationen werden Begriffe wie Zensur, Freiheit oder Frieden gerne in ihr Gegenteil verkehrt: Friedensbemühungen und den Friedensnobelpreis reklamieren Leute für sich, die das Verteidigungsministerium in „Kriegsministerium“ umbenennen und bei Kriegseinsätzen vor den Bildschirm sitzen, um ein spannendes Fernsehprogramm zu sehen; Zensur übt aus, wer die ungehinderte Verbreitung von Propaganda nicht zulassen will und Freiheit bedeutet die Ausweitung der Befugnisse und Rechtfertigung polizeilicher Gewalt zur Beschränkung der Bürger- und Menschenrechte. Demgegenüber nehmen sich die Bemühungen um den Erhalt der Grund- und Freiheitsrechte als alt und schwach geworden aus. Die IG Autorinnen Autoren hat vor vier Jahren die Literaturreihe „Stimmen gegen den Krieg“ ins Leben gerufen und vor zwei Jahren die Plattform „Der Wert der Demokratie“. Beide Initiativen haben nichts von ihrer aktuellen Notwendigkeit eingebüßt. Ebenso wenig wie die internationalen Initiativen und österreichischen Ableger von „Writers in Prison“ und „Writers in Exile“. Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Gerhard Ruiss, über geänderte Voraussetzungen und aktuelle Pläne.

      Über diese Themen spricht Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, im literadio-Gespräch mit Astrid Nischkauer.

      30 min

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