Am Mikro

Am Mikro

Download on the App Store

Am Mikro episodes

  • Mit dem irakischen Autor Kadhem Khanjar zwischen Babylons Erbe und Schengen-Visa

    Der irakische Autor und Performer Kadhem Khanjar konnte mit einem Schengen-Visums(Danke, Schengen!) für seine Buchpremiere im Oktober 2019 nach Deutschland kommen. Wir haben das Gespräch mit ihm und seine Lesung in der Galerie fffriedrich in Frankfurt am Main auf Deutsch und Arabisch aus seinem Band Dieses Land gehört euch mitgeschnitten. Sandra Hetzl übersetzt, die Verlegerin stellt Fragen zu Messern. Denn: Messer sind keine Lösung. #dieseslandgehöreuch #claimyourcountry

    Kadhem Khanjar ist Lyriker und Performer und wurde 1990 in der Nähe von Babylon geboren. Er lebt in Bagdad. Sein Gedichtband Picknick mit Sprengstoffgürtel erschien auf Arabisch bei Dar Makhtootat (Niederlande) und auf Französisch bei La Crypte, der Band Wir kämpfen zum Vergnügen erschien auf Französisch bei Pleine Page. Beide Gedichtbände sind 2019 bei mikrotext unter dem Titel Dieses Land gehört euch erschienen. Im Oktober 2019 ist Kadhem Khanjar Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin.

    Sandra Hetzl, geboren 1980 in München, übersetzt literarische Texte aus dem Arabischen, u.a. von Rasha Abbas, Haytham El Wardany, Kadhem Khanjar, Mohammad Al Attar, Bushra al-Maktari, Aref Hamza und Assaf Alassaf. Manchmal schreibt sie auch selbst. Sie ist Gründerin des Literaturkollektivs 10/11 für zeitgenössische arabische Literatur und des Literaturfestivals Downtown Spandau Medina.

    16 min
  • Mit Björn Kuhligk über Abgerocktes, Straßenfotografie und Buntstifte

    „Das Kaputte, Abgerockte, Abgefuckte hat erstmal eine Hässlichkeit an sich“, findet der Lyriker Björn Kuhligk. Aber genau das funktioniert für ihn auch als „Stopper“, als auffälliger Hingucker. Und das ist schön. Er fotografiert in Hinterhöfen, auf Parkplätzen, menschenleere Orte, mit viel Zeit, ist zu Fuß unterwegs. Das Buch mit seiner skurrilen Smartphone-Straßenfotografie Schöne Orte ist im November 2019 erschienen und ein Muss für die LiebhaberInnen von menschenleeren Szenen.

    Björn Kuhligk, 1975 in Berlin geboren, schreibt Gedichte, Glossen und Reiseliteratur. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 2013 begann er, mit seinen Handy #schöneorte zu fotografieren und die Bilder auf Instagram und Facebook zu posten.

    10 min
  • Mit Sarah Khan in der Ostprignitz in ihrem Wundergarten: Schlüsselblumen, Biomasse

    In Brandenburg, auf dem Land, sollte man nicht zu viel mit den Nachbarn sprechen. Das ist nicht so beliebt. Hat Sarah Khan mittlerweile herausgefunden. Aber man leistet Nachbarschaftshilfe und betreibt Tauschhandel: Hühnereier gegen Brombeeren zum Beispiel. Originelle Einblicke in ihre Erfahrungen mit der alten Schule in der Ostprignitz, die sie seit einigen Jahren besitzt und renoviert. Dazu Garten-Philosophie. Biomasse! Ungedüngte Flächen! Die Indianer und die Brennnessel. Mitschnitt einer Lesung und eines Gesprächs in der Blumentischlerei in Moabit, Bremer Str., einem zauberhaften Blumen- und Geschenkeladen und Café, wo das Buch Wochenendhaus nun natürlich auch erhältlich ist.

    Sarah Khan, geboren 1971, ist Schriftstellerin und lebt in Berlin. Sie veröffentlichte zwischen 1999 und 2004 die Romane Gogo-Girl, Dein Film, Eine romantische Maßnahme. Bei Suhrkamp erschien 2009 ein Band zeitgenössischer Spukgeschichten, Die Gespenster von Berlin. Unheimliche Geschichten (erweiterte Neuauflage 2013) und 2017 die eBay-Geschichten Das Stammeln der Wahrsagerin. Sie publiziert regelmäßig Reportagen und Essays in Tageszeitungen und Magazinen. 2012 erhielt Sarah Khan den erstmals gestifteten Michael-Althen-Preis für Kritik der FAZ. Neben Wochenendhaus erschienen bei mikrotext 2013 die Novelle Der Horrorpilz und 2018 die Geschichte Weihnachten mit Hüsniye. Mehr auf der Webseite von Sarah Khan.

    24 min
  • Mit Hussein Jinah und Sebastian Christ über Streetwork in Dresden und indisches Erbe von Gandhi bis Ayurveda

    „Schick ihn nicht zu den Russen, da lernt er nur Kommunismus.“ Das sagt der indische Beamte zu Hussein Jinah, als er sich um ein Auslandsstipendium bewirbt. „Schick ihn in die DDR. Die Deutschen werden sich wieder vereinigen.“ Der indische Elektrotechniker und ehemalige Soldat kam Mitte der 1980er nach Sachsen. Er vermutet, dass er der erste war, der sich (wegen eines Missverständnisses) nackt an der Grenze auszog. Er berichtet, wie er sich in Dresden einlebte (Staatsbürgerkunde!), indisch für andere kochte und war der erste Anti-Pegida-Demonstrant. Er verrät, woher er die Energie nimmt, gegen den latenten Rassismus zu kämpfen (Gandhi, Yoga) und gibt einen Restauranttipp für Dresden. Mitschnitt der Buchpremiere von Als Weltbürger zu Hause in Sachsen im Stadtmuseum Dresden im April 2019.

    Hussein Jinah wurde 1958 auf einem britischen Dampfer, der aus Indien kam, kurz vor der Küste von Daressalam geboren. Er wuchs in Tansania und Südafrika auf, schloss in Indien die Schule ab und kam 1985 zum Studium der Elektrotechnik nach Dresden als Zusatzstudent der DDR. Er promovierte in Elektrotechnik an der Uni Dresden, arbeitete später als Sozialarbeiter / Streetworker. Mittlerweile ist er Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirates Dresden, sitzt im Vorstand des Bundesmigrationsausschusses von Ver.di und ist Vorstandsvorsitzender des Landesmigrationsausschusses (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) von Ver.di. Hussein Jinah ist ebenfalls im Vorstand vom Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen und ist ehrenamtlich tätig als Gemeindedolmetscher. Er war der Vorstandsvorsitzende des Sächsischen Flüchtlingsrates e.V.

    Sebastian Christ wurde 1981 in Frankenberg (Nordhessen) geboren und hat an der Freien Universität Berlin den Masterstudiengang Zukunftsforschung absolviert. Seine journalistische Laufbahn begann mit einem Journalistik-Studium in München, verbunden mit einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Erste Reisen nach Osteuropa und in den Orient folgten. Während eines Auslandssemesters in Washington D.C. entdeckte er seine Leidenschaft für den literarischen Journalismus. Ab 2008 arbeitete er zwei Jahre als Parlamentsredakteur für stern.de. Seine jüngsten Recherchereisen führten ihn unter anderem nach Äthiopien, in die Mongolei und in die Ukraine. Er veröffentlichte zuletzt bei Kiepenheuer und Witsch als Ko-Autor Meine falschen Brüder über einen IS-Aussteiger. Bei mikrotext erschienen bisher Mein Brief an die NSA, die Radelprosa Berliner Asphalt und die Ukraine-Reportage Ich bin privat hier und als Ko-Autor Als Weltbürger zu Hause in Sachsen von Hussein Jinah. Für seine Arbeit erhielt er 2005 und 2009 den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Derzeit arbeitet er Digitalredakteur beim Tagesspiegel.

    40 min
  • Mit Roman Israel über Lebensentspannung, Freiheit und eine gefundene Pelzmütze

    Seit über zwei Jahren lebt der Schriftsteller Roman Israel als moderner Nomade und besitzt nur noch einen Koffer und einen Rucksack. Er weiß nun, wie man „Lebensentspannung“ lernen kann: weniger Haben, mehr Sein. Und warum es auf dem Land oft gar nicht so idyllisch ist. Und er verrät, wie er seine besonderen Hüte findet, aktuell: eine russische Pelzmütze. Live hören kann man ihn auch bei drei Lesebühnen: Reformbühne Heim und Welt (Berlin), Sax Royal (Dresden), Book Brothers (Leipzig). Mehr über seinen modernen Minimalismus findet ihr in seinem E-Book Minimal ist besser, mit Tipps für ein aufgeräumteres Leben und Anekdoten aus dem Nomadentum.

    Roman Israel, geboren 1979 in Löbau, studierte Physik, Germanistik und Philosophie in Dresden. Danach arbeitete er als Museumsaufsicht, Garderobenkraft, Texter, Verpacker, Tester für Computerchips, Buchantiquar, Lehrer, Lektor, im Bereich Bühnenaufbau, als Komparse beim Film und in der Grünanlagenpflege. Er lebt bevorzugt in Berlin, Leipzig oder Dresden und genießt sein Vagabundenleben. Sein Romandebüt Caiman und Drache erschien 2014 im Wiener Luftschacht Verlag. 2017 erschien ebenfalls dort sein zweiter Roman Flugobst. Einige Arbeitsstipendien in Polen und Tschechien. Roman Israel ist Mitglied der Lesebühnen Sax Royal in Dresden, Book Brothers in Leipzig und Reformbühne Heim & Welt in Berlin. Alle Termine auf www.romanisrael.de

    16 min
  • With Rasha Abbas

    Es war der erste Herbsttag in Berlin. Die syrische Schriftstellerin Rasha Abbas fand als einzige warme Kleidung nur diesen Sportpullover mit dem Slacker-Slogan WOCHENENDE FÜR IMMER in ihrem Koffer. Eine Situation wie aus einer ihrer Kurzgeschichten. In diesem Podcast erzählt sie von ihren manchmal surrealen und traumhaften, aber auch witzigen und drastischen Kurzgeschichten ihrer Sammlung Eine Zusammenfassung von allem, was war. Sie erinnert sich daran, dass jeder ihrer Generation ein Kafka-Schriftsteller sein wollte. Und sie erzählt uns ein Geheimnis, das sie vorher niemandem erzählt hat…

    Rasha Abbas ist eine syrische Journalistin und Autorin. Sie lebt seit 2015 in Deutschland und in den Niederlanden. 2008 veröffentlichte sie die Kurzgeschichten Adam hasst das Fernsehen und wurde dafür beim Damascus Capital of Arab Culture Festival ausgezeichnet. 2016 erschien bei mikrotext ihr viel beachteter Band Die Erfindung der deutschen Grammatik und ihre Weihnachtsgeschichte Ein einsames rotes Coca-Cola-Glas. Eine Zusammenfassung von allem, was war ist ihr zweiter auf Deutsch vorliegender Kurzgeschichtenband, er erschien im Januar 2018 bei Almutawassit Publications in Italien auf Arabisch.

    24 min
  • Mit Robert Stripling bei Kondensmilch und Kaffee

    Robert Stripling debütiert als Herausgeber von bedeutungslosen Theorien, die es nie zu Weltruhm brachten, obwohl sie gar nicht geschrieben wurden, mit einer Kritischen Theorie kollektiven Wissens: Verpasste Hauptwerke. Er erzählt, ob er mit seinem Zitate-Tumblr, der auch als dickes Hardcover mit Lesezeichen gedruckt erschienen ist, noch immer unter dem Radar läuft, wie er die Zitate findet und wie seine Neueste Frankfurter Schule sich zur Neuen Frankfurter Schule positioniert.

    Robert Stripling, geboren 1989 in Berlin, lebt als Dichter in Frankfurt am Main und hat in dreijähriger Arbeit die wissenschaftlichen Bonmots auf dem Blog verpasstehauptwerke.tumblr.com zusammengestellt. Die Sammlung dessen als Verpasste Hauptwerke ist sein Debüt als Herausgeber.

    15 min
  • With the Romanian writer Lavinia Braniste about Bukarest and shyness

    Die rumänische Spezialität Sarmale, ein rumänischer Spitzenkoch, der bei der Erstürmung des rumänischen Rundfunks 1989 dabei war, die rumänische Bescheidenheit …

    Die rumänische Autorin Lavinia Braniște war zur Leipziger Buchmesse 2018 angereist und wir sprechen über ihren preisgekrönten traurig-komischen Roman Null Komma Irgendwas. Er handelt von drei Frauen, Mutter, Tochter, Chefin in der Baubranche und im Turbokapitalismus und auch von der Stadt Bukarest. Diesmal ein Podcast auf Englisch, während im Hintergrund vietnamesischer Bambus rauscht. Von der Autorin auch in unserem Programm: die Kurzgeschichten über Dating-Misserfolge Planet Romeo und der Roman Sonia meldet sich über die Spurensuche zum Systemwandel 1989 aus weiblicher Sicht.

    Lavinia Branişte, geboren 1983 in Brăila, im Südosten Rumäniens, arbeitet als Autorin und Literaturübersetzerin. Sie veröffentlichte zwei Sammlungen mit Kurzgeschichten, zwei Romane und drei Kinderbücher. Ihr erster Roman Interior zero wurde mit dem Preis „Nepotul lui Thoreau“ („Thoreau’s Neffe“) als der beste rumänische Roman im Jahr 2016 ausgezeichnet. 2019 war Lavinia Branişte Stipendiatin im International Writers‘ House in Graz und im Hessischen Literaturforum. Ihr zweiter Roman Sonia ridică mâna (2019) wurde für fünf nationale Literaturpreise nominiert und mit zwei Preisen, darunter dem wichtigen Sofia-Nădejde-Preis, ausgezeichnet.

    22 min
  • Mit Stefanie Sargnagel und Puneh Ansari backstage im Schokoladen Berlin

    Zwei österreichische Autorinnen auf Tour! Stefanie Sargnagel, meinungsstarke und komische Schriftstellerin und Zeichnerin, erzählt etwa davon, wie es ist, in den Algorhithmus von Rechten hineinzukommen und wie sich ihr Online-Schreiben durch ihre Bekanntheit verändert hat. Puneh Ansari findet Frankfurt flashig und fühlt sich auf Facebook, wo auch sie vor allem schreibt, manchmal wie im Krieg, auf Lesungen dagegen wie auf Autopilot.

    Puneh Ansari, geboren 1983 in Wien, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Sie wohnt als Autorin und Künstlerin in Wien. Bei mikrotext erschienen bisher ihre Bücher Hoffnun‘ und Hallo Everybody.

    Stefanie Sargnagel wurde 1986 in den „Slums von Wien“ geboren, studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste bei Daniel Richter und arbeitete bis Anfang 2016 im Callcenter. Das Mädchen mit der roten Baskenmütze, das gerne ins Wirtshaus geht und Kette raucht, veröffentlichte ihr Debüt mit gesammelten Facebook-Statusmeldungen Binge Living. Call-Center-Monologe 2013 in der redelsteiner dahimène edition, einem unabhängigen Wiener Verlag. Binge Drinking bedeutet: Komasaufen. Ende 2015 erschien ihr zweites Buch Fitness. In der Zukunft sind wir alle tot erschien dazwischen digital als Intermezzo und 2016 erweitert in Buchform bei mikrotext, 2017 erschien Statusmeldungen bei Rowohlt. Sargnagel zeichnet Cartoons für den Falter, schreibt für die VICE und die Süddeutsche Zeitung und hat 2016 die Burschenschaft Hysteria mitgegründet. 2016 erhielt sie den BKS-Bank-Publikumspreis beim Wettbewerb zum Ingeborg-Bachmann-Preis.

    21 min

About Am Mikro

From the publisher's feed

Hinter jedem Buch stecken Geschichten. Verlegerin Nikola Richter lädt Autorinnen und Autoren ihres Verlags mikrotext zum Gespräch ein.