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In dieser Folge des Chaos Hacker Talk spreche ich mit Oliver Schacht, dem Geschäftsführer von Life Science Nord und langjährigen CEO börsennotierter Biotech-Unternehmen. Wir beleuchten, warum die deutsche Biotech-Szene besser ist als ihr Ruf und wie man in einem hochregulierten Umfeld agil bleibt, ohne die Bodenhaftung zu verlieren.
Der Standort-Vorteil Europa: Warum der EU-AI-Act und die MDR/IVDR keine Innovationsbremsen sind, sondern verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die uns international abheben.
KI in der Life Science: Ein Blick zurück auf 30 Jahre Machine Learning – von Support Vector Machines 1999 bis hin zu modernen prädiktiven Modellen für Antibiotika-Resistenzen.
FĂĽhrung & Fehlerkultur: Warum das Ausbleiben von Fehlern ein Warnsignal fĂĽr mangelnde Innovation ist und wie man Teams in haftungskritischen Bereichen (PRRC) psychologische Sicherheit gibt.
Kapitalmarkt vs. Regulierung: Der Umgang mit „Moral Hazard“ und warum es im Business keine Abkürzungen (Shortcuts), wohl aber effiziente Wege gibt.
Strategischer Kostenvorteil: Ein überraschender Vergleich – warum High-Tech-Entwicklung in Deutschland bis zu 2,5-mal günstiger sein kann als in den USA.
Ăśber den Gast:
Oliver Schacht ist ein „erfahrener Hase“ der Biotech-Branche. Er begleitete mehrfache Börsengänge (IPOs), ist im Vorstand der Bio Deutschland aktiv und leitet heute das Cluster-Management Life Science Nord.
Empfehlungen:
Buch/Content-Tipp: Podcast-Serie „Willing to Win“ von Christian Rados.
Das Gelassenheitsgebet: Olivers persönlicher Anker für pragmatische Entscheidungen.
Vernetzung: Oliver Schacht auf LinkedIn.
Hast du schon mal versucht, AWS, SAP oder Microsoft wirklich zu auditieren?
Und trotzdem laufen deine kritischen Prozesse genau dort.
In dieser Folge spreche ich mit Robert Geiger-Lebailly, Product Owner für GxP Compliance bei SAP, über eine Frage, die viele IT- und Compliance-Verantwortliche im regulierten Umfeld beschäftigt - aber kaum jemand offen diskutiert:
👉 Wie qualifiziert man große Cloud-Anbieter risikobasiert - ohne regulatorische Scheinsicherheit zu erzeugen?
Wir sprechen ĂĽber:
Warum „kritischer Lieferant“ nicht automatisch „Vor-Ort-Audit“ bedeuten muss
Wieso 30 Jahre alte Regularien moderne Cloud-Architekturen nur unzureichend abbilden
Das Missverständnis rund um Begriffe wie Quality Management oder User Access Management
Warum 85 Prozent aller Supplier Questionnaires identisch sind - und trotzdem am Ziel vorbeigehen
Wie ein SOC 2 Plus GxP-Ansatz echte Transparenz schaffen könnte
Was der Finanzsektor mit DORA vormacht - und was Life Sciences daraus lernen kann
Es geht nicht darum, Compliance abzuschaffen.
Es geht darum, sie intelligent zu gestalten.
Wenn du als CIO, IT-Leiter, QA-Verantwortlicher oder Geschäftsführer mit Cloud-Strategien im regulierten Umfeld unterwegs bist, bekommst du hier Impulse für:
effizientere Lieferantenqualifizierung
belastbarere Risikoabschätzung
weniger Audit-Theater
mehr echte Transparenz
In dieser Episode des Chaos Hacker Talk begrüßt Christof den erfahrenen Life-Science-Leader Daniel Rupprecht (Head of EHSQ, BASF Grenzach). Gemeinsam hacken sie die Herausforderungen der VUCA-Welt im hochregulierten Umfeld. Die Diskussion spannt den Bogen von der notwendigen Psychological Safety in Qualitätsorganisationen über den Unterschied zwischen reiner Compliance und echtem Qualitätsmanagement bis hin zur Integration von EHSQ-Prozessen. Daniel Rupprecht plädiert leidenschaftlich für Intrapreneurship und erklärt, warum Führungskräfte in der Pharma- und Chemieindustrie heute eher „Leader“ als reine „Fachexperten“ sein müssen, um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern.
Key Takeaways
Psychologische Sicherheit als Qualitätsfaktor: Eine offene Fehlerkultur ist im GxP-Umfeld essenziell; nur wenn Mitarbeiter keine Angst vor Sanktionen haben, werden Risiken rechtzeitig transparent.
Quality vs. Compliance: Während Compliance die gesetzlichen Leitplanken markiert, bedeutet Qualität, interne Prozesse so zu steuern, dass sie sowohl sicher als auch wettbewerbsfähig sind.
Intrapreneurship im Konzern: Mitarbeiter benötigen echte Entscheidungsfreiheit und ein unternehmerisches Mindset, um agilen Methoden wie Scrum oder agiler Prozessgestaltung Leben einzuhauchen.
Die Falle der Tool-Explosion: Digitalisierung scheitert oft an einer redundanten IT-Landschaft. Echter Mehrwert entsteht nur, wenn Tools Prozesse vereinfachen, statt Mitarbeitern Doppeleingaben in Silo-Systemen abzuverlangen.
Leadership-Shift: In einer komplexen Welt ist die Fähigkeit, diverse Teams zu führen und Verantwortungen zu delegieren, wichtiger als die tiefste fachliche Detailkenntnis des Vorgesetzten.
Frühe Einbindung der Qualität: Um Kosten zu senken, muss Quality bereits in der R&D-Phase integriert sein, anstatt Fehler erst in der Marktphase „gesundbeten“ zu wollen.
Links & Ressourcen aus der Episode
Buch-Empfehlung: Turn the Ship Around! von David Marquet
Daniel Rupprecht
Christof Layher
Cybersecurity endet nicht im Rechenzentrum.
In dieser Folge des ChaosHacker-Talks sprechen wir ĂĽber die Systeme, die wirklich kritisch sind: Produktionsanlagen, Steuerungen und industrielle Automatisierung.
Mein Gast ist Sarah Fluchs, Automatisierungsingenieurin, Security-Expertin fĂĽr industrielle Systeme und Mitglied der Cyber Resilience Act Expert Group der EU-Kommission.
Wir schauen gemeinsam auf eine Realität, die viele Unternehmen unterschätzen:
Während IT-Security inzwischen relativ etabliert ist, stehen viele Produktionsumgebungen erst am Anfang.
Dabei geht es hier nicht nur um Daten.
Es geht um Ventile, Motoren, Produktionslinien – und im Life-Science Umfeld letztlich um Patientensicherheit.
Ein zentraler Teil der Diskussion ist der Cyber Resilience Act (CRA) der EU.
Er verpflichtet Hersteller erstmals dazu, Security bereits im Produktdesign zu berĂĽcksichtigen.
FĂĽr Unternehmen bedeutet das:
Produkte ohne Security-Konzept werden künftig nicht mehr verkäuflich sein
Betreiber müssen stärker verstehen, was in ihren Anlagen wirklich passiert
und Security muss früh im Engineering-Prozess beginnen – nicht kurz vor Go-Live.
Wir sprechen auĂźerdem ĂĽber:
die Unterschiede zwischen IT und OT
warum viele erfolgreiche Angriffe auf banalen Basics beruhen
warum Security oft an der falschen Stelle diskutiert wird
und warum eine saubere Risikoanalyse eines der mächtigsten Werkzeuge überhaupt ist.
Kurz gesagt:
Wenn Digitalisierung Produktion verändert, muss Security mitdenken.
Und zwar von Anfang an.
OT-Security ist nicht gleich IT-Security
Produktionssysteme haben andere Anforderungen – etwa Echtzeitfähigkeit, deterministische Kommunikation und lange Lebenszyklen.
Der Cyber Resilience Act verändert die Spielregeln
Hersteller mĂĽssen kĂĽnftig Security-Anforderungen erfĂĽllen, um digitale Produkte ĂĽberhaupt verkaufen zu dĂĽrfen.
Security by Design statt Security als Nachgedanke
Sicherheitsanforderungen mĂĽssen bereits in Engineering- und Designprozessen berĂĽcksichtigt werden.
Viele Angriffe nutzen simple Schwachstellen
Offene Ports, fehlende Netzwerksegmentierung oder mangelnde Transparenz sind häufig die eigentlichen Probleme.
Risikoanalyse ist ein Entscheidungswerkzeug
Sie hilft zu priorisieren, wo Security wirklich relevant ist – und wo nicht.
Security darf keine Angstkommunikation sein
Ziel ist nicht, Nutzer einzuschüchtern, sondern Systeme so zu gestalten, dass Menschen sicher arbeiten können.
Ein gutes Systemverständnis ist der Schlüssel
Wer seine Prozesse, Systeme und Abhängigkeiten nicht versteht, kann auch keine wirksame Security aufbauen.
Cyber Resilience Act (EU)
https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/cyber-resilience-act
Konferenz: Security unter Kontrolle
https://security-unter-kontrolle.de
Buch: Countdown to Zero Day – Kim Zetter
https://www.penguinrandomhouse.com/books/318336/countdown-to-zero-day-by-kim-zetter/
Buch: Sandworm – Andy Greenberg
https://www.penguinrandomhouse.com/books/561678/sandworm-by-andy-greenberg/
Norm fĂĽr OT-Security: IEC 62443
Key TakeawaysLinks aus der Episode
Heute probiere ich im ChaosHacker-Talk mal etwas Neues.
Ich habe mir vier Podcasts vorgenommen, die ich in den letzten Wochen selbst gehört habe – und kommentiere sie aus meiner Perspektive als jemand, der täglich mit Digitalisierung, Datenprojekten und Regulierung im Life-Science-Umfeld zu tun hat.
Statt einer klassischen Podcastfolge gibt es diesmal eine Meta-Session: vier spannende Diskussionen aus der Community – plus meine Einordnung, wo ich zustimme, wo ich ergänzen würde und was Unternehmen daraus mitnehmen können.
Die vier Themen:
1. Enterprise Architecture und Business Architecture
Warum Architektur mehr ist als ein Framework – und warum sie besonders wichtig wird, sobald Prozesse, Daten und Organisation zusammenkommen.
https://www.youtube.com/watch?v=FtmtWDVYfoQ&t=2619s
2. Power BI vs. Qlik / ClickView
Ein spannender Blick auf BI-Tools – und die Erkenntnis, dass viele Tools am Ende ähnliche Probleme lösen. Die entscheidende Frage ist oft nicht das Tool, sondern der Kontext.
https://www.youtube.com/watch?v=vd1r02bj9Qk&t=1542s
3. Freelancing im Life-Science-Umfeld
Wann externe Experten sinnvoll sind – und warum Zusammenarbeit nur funktioniert, wenn Unternehmen intern die richtigen Ansprechpartner haben.
https://open.spotify.com/episode/7bkOvfQb9VGkShhZs5AM18?si=BCuzwyxhTdmbdRh47EYUXg
4. Warum KI-Projekte scheitern
Vom berĂĽhmten POC Prison bis zu falschen Problemdefinitionen: Warum viele KI-Initiativen nie aus der Pilotphase herauskommen.
https://www.youtube.com/watch?v=3ddzmntIkJA&t=2173s
Was mich an allen vier Gesprächen fasziniert hat:
Am Ende geht es immer wieder um dieselben Dinge - klare Entscheidungslogik, gute Kommunikation und echte Verantwortung fĂĽr Daten und Systeme.
Oder anders gesagt:
Die meisten Probleme in Daten- und Digitalprojekten sind keine Technologieprobleme.
Self-Service im regulierten Umfeld.
Klingt fĂĽr manche wie ein Widerspruch.
In dieser Folge spreche ich mit Artur König darüber, warum genau das Gegenteil stimmt.
Wir reden ĂĽber:
Warum Self-Service in Pharma und MedTech reflexartig als Risiko gesehen wird
Wie Schatten-IT entsteht - und warum sie fast immer ein Symptom ist
Warum zusätzliche Regeln selten bessere Daten liefern
Wann eine Fachbereichslösung professionalisiert werden muss
Warum Governance als Service deutlich besser funktioniert als Governance als Kontrolle
Und weshalb Data Literacy die eigentliche Stellschraube ist
Ein zentrales Thema:
Die Frage, wann Bottom-Up Innovation sinnvoll ist - und ab welchem Punkt Top-Down-Strukturen greifen mĂĽssen.
Wir diskutieren:
Eventbasierte Skalierung statt starrer Freigabeprozesse
CI/CD und Versionierung im Datenumfeld
Daten-Tagging fĂĽr regulatorische Einordnung
Den Kultur-Clash zwischen IT, Fachbereichen und Compliance
Warum „Move fast and break things“ im GxP-Umfeld keine Strategie ist - aber Dauer-Bremse eben auch nicht
Und ja - wir sprechen auch ĂĽber das, was viele nicht offen aussprechen:
Wie Bürokratie wächst.
Wie Angst Prozesse verlangsamt.
Und warum Unternehmen sich manchmal selbst ausbremsen.
Wenn du IT-Verantwortung trägst oder im regulierten Umfeld digitale Initiativen führst, ist diese Folge Pflicht.
Denn am Ende geht es nicht um Tools.
Es geht um Entscheidungen.
Artur König @ Linkedin: https://www.linkedin.com/in/arthur-koenig/
Daten-WG: https://www.daten-wg.com/
TDWI: https://tdwi.org/home.aspx
Wenn wir an IT-Architektur denken, dann oft an Kabel und Boxen.
Das ist aber nicht alles, was sich hinter diesem Begriff versteckt!
Darüber diskutiert Christof Layher, Host vom ChaosHacker-Talk, mit Roland Woldt. Er hat über 25 Jahre Transformationserfahrung mit dem Hintergrund Process Management, Process Mining und Enterprise Architecture, außerdem ist er Host des Podcasts „Whats Your Baseline“.
In Organisationen gibt es wenige Menschen, die verstehen, wie diese überhaupt zusammengebaut ist. Viel wächst historisch und die Verbindungen, die irgendwann entstanden sind, sind nicht mehr übersichtlich. Sich die Enterprise Architecture in Zusammenhang mit Themen wie beispielsweise Data Governance oder AI mal anzuschauen, ist also der erste Tipp von Roland.
Dabei wird Architektur oft als IT-Thema betrachtet und auf Systemdiagramme heruntergebrochen. Allerdings gehören hierzu auch Prozesse, Daten, Governance Strategie und Verantwortlichkeiten, sodass Digitalisierungsprojekte nicht isoliert bleiben.
Wichtig ist es somit, die verschiedenen Blickwinkel zu betrachten.
Roland betrachtet Content, Governance und Adoption wie einen dreibeinigen Hocker, den man ausbalancieren muss.
Der wichtigste Teil ist die Adoption, also die Menschen mitzunehmen. Wenn die Mitarbeitenden die Lösungen nicht akzeptieren oder verstehen, wird keine Transformation stattfinden.
Die beiden machen sich ein wenig über Agile Methoden lustig. Viele Unternehmen möchten sprintbasiert arbeiten, es wird allerdings kein Zielbild formuliert. Das ist allerdings die Basis für eine erfolgreiche Transformation.
Auch Projekte innerhalb des Unternehmens sollten nicht einzeln, sondern immer in Kombination mit dem Zielbild des Unternehmens und der Architektur betrachtet werden. Die Architektur sollte dabei streng in der Strategie aufgehangen sein – wenn man ein Haus baut, dann fragt man doch auch erst einen Architekten für die Planung und zieht diese Person nicht erst am Ende mit in die Planung ein.
Im regulierten Life-Science und Pharma-Umfeld nehmen viele Regulatorik oft als Transformations-Hemmer wahr. Christof ist da anderer Meinung, denn diese Regulatorik schafft Rahmenbedingungen.
Ein weiteres Thema, das viele bewegt, sind Hype-Themen. Aktuell ist es die KI, die unsere Welt völlig drehen soll, doch eigentlich ist es nur ein Werkzeug. Ohne die Adoption (das „Menschen mitnehmen“) entsteht nicht mehr Wertschöpfung als in der Vor-AI-Zeit.
Zum Schluss diskutieren die beiden noch darĂĽber, wie die Gen Z und Alpha in Zukunft arbeiten werden und ob GrĂĽndungen immer auf fehlendenOpportunities beruhen.
Kapitel:
00:00:00 Vorstellung Roland
00:02:21 Enterprise Architecture
00:09:15 Menschen mitnehmen
00:19:40 Systeme
00:28:20 Ziele definieren
00:37:39 Den Wandel beschreiben
00:45:17 Hype-Themen
00:56:59 Positive Zukunft?
00:59:25 Zwei Fragen an Roland
Wenn die Life Science-Welt eins kann, dann ist es, linear Projekte und Prozesse abzubilden.
Doch die Welt ist nicht mehr linear, sie ist komplex.
Umdenken ist angesagt.
DarĂĽber diskutiert Christof Layher, Host des Podcasts ChaosHacker-Talk diesmal mit Julia Werra. Sie ist AI Innovation Lead bei der Syncwork AG mit einem Fokus auf Business Value. Dabei sitzt sie an derSchnittstelle zwischen IT, Menschen und Entscheidungen.
Christof geht gleich rein:
Was sind notwendige Entscheidungen?
Für Julia ist es wichtig, dass es immer einen Weg nach vorne gibt. Dabei muss zunächst ein Fokus gesetzt und der Scope klar abgesteckt werden. Außerdem müssen Mitarbeitende auch die Zeit bekommen, um Projektarbeit zu machen – das kann man nicht „nebenbei“ noch mitmachen.
Der Fokus, also der Intended Use, muss definiert werden, inDigitalisierungsprojekten klappt das aber leider nicht immer.
Julia betont, dass Digitalisierungsprojekte nur interdisziplinärerfolgreich sein können. Menschen müssen an einem Tisch sitzen, um dort Informationen auszutauschen und Entscheidungen zu treffen.
Die Teams haben aufgrund ihrer Aufgabe im Unternehmen eine unterschiedliche Kultur. Oft wird unterschätzt, dass diese Kulturen für Projekte dann zusammengebracht werden müssen.
Christof erklärt nochmal den Begriff „Komplexität“: Das beschreibt einSystem, das wir nur von außen beobachten können und bei dem wir oft nicht wissen, wie es im Inneren funktioniert.
Julia beschreibt lieber die Reaktion, die Menschen auf komplexe Systeme haben: Ohmacht und damit Stillstand. Es müssen also Fragen geklärt werden und dafür müssen die Strategiestränge in Actionable Items übersetzt werden.
Durch die Einführung von KI geht Julia davon aus, dass sich der klassische Ablauf von Projekten komplett verändern wird. Dazu gehört auch, dass nach dem Go-Life eine große Aufgabe bei Maintenance und Monitoring liegt, dadurch können Projekte gar nicht richtig „fertig“ sein.
KI ist für Laura wie ein digitales System, das mit der Organisation selbst vernetzt sein muss. Sie erzählt von einem „KI-Blaming“, wobei öfter die Daten als die KI das Problem sind.
Man muss sich mit den Daten auseinandersetzen. Wenn man keine Kapazitäten dafür hat – dann muss man sich Expert:innen einkaufen, die einen Wissenstransfer herstellen.
Wenn Anbieter keinen Wissenstransfer anbieten, ist das fĂĽr Christof eine Red Flag.
Die beiden diskutieren ĂĽber Tools, Tool-Agnostik und darĂĽber, wann und wie Tools ausgetauscht werden sollten. Zudem gibt es ja noch Plattformen, die als Vendor Login die Tools zusammenbringen.
Auch Führung ist ein wichtiges Thema, sowie die Zusammenarbeit der Fachbereiche. Eine „geht nicht“-Aussage oder sogar das Ignorieren von Problemen kann dazu führen, dass Mitarbeitende sich nicht trauen, Lösungen an den Tisch zu bringen. Mal wieder ein klares Kultur-Problem!
00:00:00 Vorstellung Julia Werra
00:02:28 Entscheidungen treffen
00:06:19 Intended Use in Digitalisierungsprojekten
00:11:34 Begriff „Komplexität“
00:17:04 Untraditionelle Projekte
00:24:47 Tool-Agnostik
00:28:08 Arbeit mit Externen
00:39:26 Own the stack
00:49:42 Zusammenarbeit und FĂĽhrung
00:56:14 Zwei Fragen an Julia
Warum scheitern so viele Digitalisierungsinitiativen - obwohl erfahrene Menschen, etablierte Frameworks und moderne Technologien im Spiel sind?
In dieser Solo-Folge von ChaosHacker Talk geht Christof Layher einer unbequemen Frage nach:
Vielleicht liegt das Problem nicht bei Tools, Kultur oder Change.
Vielleicht liegt es viel frĂĽher.
Viele Organisationen entscheiden zu frĂĽh.
Oft unter Druck.
Oft ohne belastbare Grundlage.
Und häufig in Systemen, die bessere Entscheidungen gar nicht zulassen.
Statt das eigentliche Problem sauber zu klären, wird eine Tool- oder Plattformentscheidung getroffen. Nicht aus Inkompetenz - sondern weil das organisatorische System genau dieses Verhalten begünstigt.
In dieser Folge geht es nicht um Schuld, Methoden oder neue Frameworks.
Sondern um Entscheidungsreife.
Christof zeigt, warum Digitalisierung nicht an Technologie scheitert, sondern an Entscheidungen ohne Fundament - und warum stabile digitale Transformation nur dann möglich ist, wenn Organisationen lernen, wann sie welche Entscheidungen treffen sollten.
Warum falsche Toolentscheidungen meist nur Symptome sind
Wie Entscheidungsdruck zu Instabilität und Mehrkosten führt
Warum viele Organisationen entscheidungsaktiv, aber nicht entscheidungsfähig sind
Die Rolle von Governance, Mandaten und Systemreife
Warum Reihenfolge mehr ist als ein methodisches Detail
Wie Stabilität, Entwicklung und Preparedness Entscheidungsqualität beeinflussen
IT-Leitung und IT-Management
Geschäftsführung und obere Führungsebene
Quality-, Compliance- und Governance-Verantwortliche
Entscheider im regulierten Umfeld (Pharma, Biotech, MedTech)
Alle, die digitale Transformation verantworten - oder dafĂĽr geradestehen mĂĽssen
Digitalisierung scheitert selten an Tools oder Technologie.
Sie scheitert daran, dass Organisationen Entscheidungen treffen, bevor sie strukturell dazu bereit sind.
Was ist deine Erfahrung?
Treffen wir zu frĂĽh Entscheidungen - oder reden wir zu lange darĂĽber?
Teile deine Perspektive in den Kommentaren oder vernetze dich mit Christof auf LinkedIn.
Du weiĂźt ja:
Chaos bevorzugt die Vorbereiteten.
In dieser Folge geht es unter anderem um:FĂĽr wen ist diese Folge relevant?Kernaussage der FolgeFeedback und Diskussion
Christofhat ein Experiment gemacht: Alle Namen der Mitarbeitenden in ChatGPTgeladen, um sich daraus eine Urlaubsplanung zu machen!
Keinegute Idee, ehrlich gesagt.
Dochwie kann man ChatGPT und Datenschutz im Unternehmen vereinen?
DarĂĽber spricht Christof Layher, Host des Podcasts ChaosHacker-Talk mit Steffen LĂĽning. Er verbindet Datenschutz mit Comedy. Denn fĂĽr ihn ist es wichtig, Datenschutz nicht nur trocken zu vermitteln, sondern anfassbar und mit Humor.
Die erste Datenschutz-Schulung hat Christof übrigens im Jahr 2007 gemacht – damals hat sich die Welt für das Thema noch kaum interessiert.
Doch wie startet man im Unternehmen mit Datenschutz?
Der Datenschutzbeauftragte ist meist ein rotes Tuch bei vielen, vor allem, wenn derjenige von extern kommt. Schwieriger Start also.
Doch wenn man bisher noch gar nix hat, dann startet Steffen erstmal mit einem Muster für technisch organisatorische Maßnahmen und dem Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, außerdem gibt’s ein paar Checklisten für die externen Dienstleister.
Der nächste Schritt ist dann, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren, dass sie keinen groben Unfug machen.
Das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten ist eineProzessdokumentation mit der ergänzenden Info, welchepersonenbezogenen Daten darin verarbeitet werden. Die Herausforderung ist, dass man sich selbst überlegen muss, wie kleinteilig man das aufbauen will.
Optimalerweise schaut nochmal jemand drüber, der sich damit auskennt – und so hat man schonmal einen guten Start.
Die beiden sind sich einig: Lieber ein bisschen machen und dabei Fehler, als das Thema zu ignorieren.
Selbst wenn dann eine Behörde kommt und sich den Datenschutz im Unternehmen anschauen will, kann man dann viel besser argumentieren. Steffen erzählt aus seinem Praxisumfeld, dass Behörden sehr kulant sind und dann nur auf Veränderungen hinweisen – ohne riesiges Theater.
Bevor eine Beschwerde kommt, gibt’s allerdings oft erstmal den Wunsch nach einer Auskunft. Denn jede natürliche Person hat ein Recht auf Auskunft.
Steffen erklärt, wie der Ablauf hierzu aussieht. Es gibt zwei Probleme:Menschen machen das, weil sie einem Arbeit machen wollen oder weil sie darauf abzielen, dass man eben nicht antwortet, um das dann bei einer Behörde zu melden.
Wichtig ist: Wir dürfen nur personenbezogene Daten speichern, wenn es tatsächlich einen Grund dafür gibt.
Christof war auf einer Konferenz zum Thema Datenintegrität. Dort gab es einen Vortrag zum Thema Dokumentation von Tests. Dürfen wir das nun auch mit Video machen?
Die beiden diskutieren diese Frage auf und wie immer ist klar: Es kommt drauf an!
Ein weiterer Tipp: Wenn die Fristen der Pharma-Gesetzgebung rum sind, dann greift der Datenschutz und wir müssen Daten wieder löschen.
Was wir aktuell alle gern verwenden, sind Sprachmodelle wie ChatGPT.
Sobald ich personenbezogene Daten bei ChatGPT eingebe, sind die nicht mehr nur in meinem Netzwerk. Wenn es sich hier nicht um ein EU-Tool handelt, das somit auch auf der DSGVO basiert, wird es also kritisch.
Man kann diese Tools nutzen, darf aber wirklich keine personenbezogenen Dateien reinladen. Beispiel: Schreib mir eine Muster-KĂĽndigung -> Okay!
Schreib mir eine KĂĽndigung fĂĽr Susanne Musterfrau ausCastrop-Rauxel -> Nicht okay!
Es gibt aber auch Unternehmen, die DSGVO-konforme GPTs fĂĽr die Unternehmen bauen.
Disclaimer: Das Experiment hat so nie statt gefunden.
00:00:00 Vorstellung Steffen LĂĽning
00:05:52 Entwickler und Datenschutz
00:09:34 Start mit Datenschutz
00:15:00 Verfahrensverzeichnis
00:24:57 Umgang mit Behörden
00:29:38 Auskunft und Beschwerden
00:36:13 Dokumentation von Tests
00:43:46 Datenlöschung
00:46:48 DSGVO und ChatGPT
00:54:23 DSGVO-konforme GPTs
00:56:39 Zwei Fragen an Steffen
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