oder „Der fortschreitende Zerfall der menschlichen und demokratischen Werte“
Ein Kommentar von Bernhard Loyen.
Am heutigen 3. Oktober 2019 jährt sich die Deutsche Einheit zum 29. Mal. Die wirklich großen Reden werden kommendes Jahr zu hören sein. Kann dieses Land mit seinen gesamtdeutschen Bürgern aktuell zufrieden zurückblicken?
Deutschland ist hinsichtlich einer dahingehenden Betrachtung, einer meist emotional geführten Diskussion zerrissener, gespaltener denn je. Sehr schmal betrachtet, wurde vieles angepackt, bewältigt, in die Wege geleitet. Nun sollte aber bei solchen Routine-Jubiläen auch nie außer Acht gelassen werden, was in den letzten knapp dreißig Jahren demontiert, eingerissen und zerstört wurde. Welche Chancen verpasst wurden. Der berüchtigte Blickwinkel bedient auch hier die persönliche Meinung, den subjektiven Blick.
Zum Tag der Deutschen Einheit sieht, vielleicht spürt, ein vermeintlich wichtiger Repräsentant, das sogenannte Gewissen unseres Landes, Frank-Walter Steinmeier, Zitat: Risse in der Gesellschaft. Der Deutschlandfunk ließ gestern wissen, er, Steinmeier, sei persönlich gegen Ost-West-Vergleiche. Zudem vermeide er auch das Aufrechnen regionaler Unterschiede (1).
Zitat des Bundespräsidenten: Der Ton zwischen Arm und Reich, Jung und Alt, Stadt und Land habe sich verändert. Es komme darauf an, die Auseinandersetzung weiter zu führen, aber mit einer Sprache, die nicht sofort abgleite ins Schwarz-Weiße, in die Beschimpfung oder Hass (1).
Rührend, nicht wahr. Auch der schleswig-holsteinische Regierungschef Günther mahnte im SWR, es sei eine gemeinsame Anstrengung nötig, damit kein großer Riss zwischen Ost und West entstehe (2). Risse, wohin man hört. Nun könnte man an diesem Feiertag recht zügig und in größerer Zahl Gründe benennen, warum, anscheinend für viele Politiker, auch Bürger irritierend, sich der Ton speziell in den letzten Jahren „verändert habe“. Dass es Risse quer durch die Gesellschaft gibt, ja auch von Ost nach West. Laut einer Umfrage finden 80 Prozent der Ostdeutschen, dass ihre Leistungen vom Westen seit der Wiedervereinigung nicht ausreichend gewürdigt worden sind. 70 Prozent seien zudem unglücklich darüber, dass zu wenig "auf die Meinung der Menschen in Ostdeutschland" Rücksicht genommen werde, heißt es in einer repräsentativen Studie im Auftrag der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit“ (2).
Die Seite Ratgeber - und Hilfe beantwortet die Frage, warum der Tag der Deutschen Einheit ein Feiertag sei, also eher kein Tag des Rückblicks, der Kritik, Zitat: Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wurde die deutsche Wiedervereinigung vollzogen. Seit dem Einigungsvertrag von 1990 ist dies Deutschlands Nationalfeiertag und gesetzlicher Feiertag. Vor 1990, genauer von 1954 – 1990, war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland im Gedenken an den Volksaufstand in der DDR der gesetzliche Feiertag und ebenfalls Tag der Deutschen Einheit. Wir feiern also diesen Tag seit dem 3. Oktober 1990 vor dem Hintergrund, dass unser Land wieder ein vereinigtes Land ist. Davor gab es zwei Deutschlands: Die BRD (Bundesrepublik Deutschland) und die DDR (Deutsche Demokratische Republik) (3)
Dass es auch in der DDR einen Nationalfeiertag gab, den 7.Oktober (genannt Tag der Republik) , wird einfach weggelassen, nicht erwähnt. Die DDR gibt es nicht mehr, war ein vermeintlicher Fehler, böse Zungen formulieren ein Treppenwitz der Deutschen Geschichte. Es gehe nicht darum gegenüberzustellen, ob es dem Osten oder dem Westen besser oder schlechter gehe, sagte Steinmeier der ARD (1). Ja und nein, Herr Bundespräsident, denn bei der Betrachtung der heut’ gedachten Einheit, zeigen sich bis in die Gegenwart strukturelle, wie auch kulturelle, sowie emotionale Hindernisse, resultierend der Ereignisse unmittelbar nach dem sogenannten Mauerfall 1989. Das entscheidende Stichwort: Treuhandverbrechen, in Verbindung einer zu schnellen, erzwungenen Währungs-,