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Dicht an dicht hat Lovecraft die Ereignisse in seinem Kurzroman Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath gereiht, die sämtlich in einem rein deskriptiven Stil dargeboten werden; der Einsatz von Dialogen fehlt fast völlig. Wunder folgt auf Wunder, Scheußlichkeit auf Scheußlichkeit und nur in gut abgewogenen Dosen sollten die Beschreibungen von urzeitlichen Begebenheiten, unvorstellbar tiefen Grüften und mehreren tausend Meter hohen Kolossal-Statuen genossen werden …
Eine Nacherzählung der Geschichte haben wir mit dem ersten Teil dieser Doppelfolge zur Traumreise veröffentlicht.
Download: Arkham Insiders Folge 152 – The Dream-Quest of Unknown Kadath/2
Dreimal träumt Randolph Carter von einer phantastischen Stadt im Sonnenuntergang. Dieses Traumbild weckt eine unstillbare Sehnsucht in ihm und erinnert ihn an ein verlorenes Glück aus Kindertagen. Doch die Großen Götter, so meint er, verwehren ihm den Zugang zu der Stadt, die er stets nur aus der Entfernung bewundern kann. So beschließt er, die Götter auf ihrem Berg, dem unbekannten Kadath in der Eiswüste, aufzusuchen, um ihre Gunst zu erlangen.
An Lovecrafts The Dream-Quest of Unknown Kadath (Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath), einem der längsten von Lovecrafts fiktionalen Texten, scheiden sich die Geister: Lyon Sprague de Camp verglich ihn wohlwollend mit Lewis Carolls Alice im Wunderland, George MacDonalds Lilith oder Phantastes. S. T. Joshi zufolge aber halten ihn andere Kritiker für „unlesbar“.
In diesem Podcast, dem ersten von insgesamt zwei Teilen zu Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath, erzählen wir die Geschichte nach, – ohne anschließend allzu tief in die Diskussion einzusteigen. Dazu verweisen wir auf den folgenden, zeitgleich veröffentlichten Podcast.
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2020/10/arkhaminsiders-0151.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 151 – The Dream-Quest of Unknown Kadath/1
Bevor es in Bälde mit Lovecrafts längeren Texten losgeht, gönnen wir uns noch einmal eine kurze Verschnaufpause. Aber was heißt das schon! Auch wenn das Fragment The Descendant (Der Sproß) gerade einmal 1500 Wörter lang ist, hat Lovecraft wieder einmal viele Seitenhiebe auf sein bisheriges Werk gelandet. Wir reisen weit in die britische Vergangenheit zurück, als Britannien Teil des Römischen Imperiums war, stoßen auf ein namenloses Volk, dessen Reich im Meer versank, erfahren von den Schrecken des Necronomicon, ferner, wer damals die Stadt ohne Namen (Podcast Nr. 120) aufsuchte … um nur einige Details zu erwähnen. Natürlich steht hinter all dem wieder einmal ein unermüdlicher Sucher, ein Wissbegieriger, der danach trachtet, geistig und körperlich die uns bekannten Grenzen zu überwinden, um hinter die kosmischen Geheimnisse zu gelangen. Wie gesagt: das alles verpackt in 1500 Wörter …
Bei Minute 29:27 erwähnt Axel den Antoniuswall – richtig muss es Antoninuswall heißen, eine große Befestigungsanlage, die Teil des britischen Limes war. Außerdem spielt sich Lovecrafts „Römischer Traum“, der nachher fast wortwörtlich Eingang in Frank Belknap Longs Story „The Horror from the Hills“ fand, nicht in Britannien ab, sondern in einer der spanischen Provinzen.
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2020/09/arkhaminsiders-0150.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 150 – The Descendant
Wir kehren zurück nach Kingsport, jenen uralten Küstenort, den wir bereits in den Podcasts Nr. 108 (The Terrible Old Man) und Nr. 139 (The Festival) besuchten.
Diesmal interessiert uns jedoch weniger der „schreckliche alte Mann“ (der zwar auch vorkommt), sondern der Philosoph und Träumer Thomas Olney. Er kann sich des legendenumrankten Hauses auf der Klippe nicht entziehen – und so macht er sich endlich auf, das Geheimnis des seltsamen hochgelegenen Hauses im Nebel zu ergründen.
Natürlich finden wir auch in The Strange High House in the Mist einige von Lovecrafts persönlichen ästhetischen Ansichten wieder. Die versponnene, traumhafte Atmosphäre macht es einfach, die kurze Story als eine der Traumlande-Erzählungen zu identifizieren. Wobei sich Mirko und Axel uneinig sind, ob die überweltlichen Erfahrungen Olneys wohltuend sind – oder nicht doch einige Schrecken verbergen … Lovecraft selbst hat sich in seinen Andeutungen fein zurückgehalten. Wir sind gespannt, wie unsere HörerInnen die Geschichte einschätzen!
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2020/09/arkhaminsiders-0149.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 149 – The Strange High House in the Mist
Als philosophische Abhandlung oder Traktat bezeichnete Lovecraft-Forscher S. T. Joshi The Silver Key (Der Silberschlüssel). Unrecht hat er damit nicht, denn die Darstellung der ästhetischen Ansichten des Protagonisten Randolph Carter sind unschwer als Lovecrafts eigene Überzeugungen zu erkennen.
Nur verhalten blitzen dagegen imaginative Schauplätze wie die Traumlande oder das verwunschene Arkham auf, ohne jedoch ausgesprochene Handlungsorte zu sein. Wie auch immer: The Silver Key ist ein Plädoyer für die Macht der Träume und für eine von moralischen oder sozialen Gesichtspunkten unbeschwerte Ästhetik.
Download: Arkham Insiders Folge 148 – The Silver Key
Pickman’s Model (Pickmans Modell) ist Lovecrafts Geschichte über Bosten – das alte Boston, wohlgemerkt. Den zentralen Schauplatz der Story, das Bostoner North End, kannte er von wiederholten Besuchen. Die Gegend war und ist freilich dem städtischen Wandel unterworfen: Nur kurz nach der Niederschrift von Pickmans Modell suchte Lovecraft bei einem erneuten Besuch einige der architektonischen und städtebaulichen Vorbilder vergebens.
Pickmans Modell ist aber natürlich auch eine Künstler-Story. Mit der Figur des Richard Upton Pickman artikuliert Lovecraft einige seiner eigenen ästhetischen Ansichten, wie das perfekte Grauen zu erzielen sei. Dabei erweisen sich beide – Pickman und Lovecraft – sowohl als kühl kalkulierende Techniker als auch als kühne Visionäre.
Download: Arkham Insiders Folge 147 – Pickman’s Model
Northend Boston: North End History
Sigma 2 Foxtrot: Jean Ray „Die Gasse der Finsternis“
Lovecrafts Abneigung gegen Kälte ist bekannt. Ob seine Überempfindlichkeit tatsächlich eine Krankheit war, können wir heute nicht bestimmt sagen. Jedenfalls scheint sie ihm das Thema für die heutige Story vorgegeben zu haben. Zudem spielt der New Yorker Schauplatz auf eine Örtlichkeit an, die Lovecraft aus eigener Erfahrung kannt. Doch Cool Air (Kühle Luft) ist nicht nur in biografischer Hinsicht interessant.
Die Grundidee – dass ein Mensch bei lebendigem Leib verwest – ist an E. A. Poes The Facts in the Case of M. Valdemar (Die Tatsachen im Fall Waldemar) und Arthur Machens The Novel of the White Powder (Die Geschichte vom Weißen Pulver) angelehnt. Trotz dieser geradezu klassischen Vorbilder hat Lovecraft, indem er das Geschehen am hellichten Tag in einem New Yorker Mietshaus platziert, ein eigenes, fast schon modernes Element in seine Geschichte gebracht.
Download: Arkham Insiders Folge 146 – Cool Air
Lange angekündigt, haben wir endlich den Podcast zu Lovecrafts Rassismus aufgenommen. Wobei „Rassismus“ hier der Überbegriff für eine Gemengelage ist aus Lovecrafts politischen Ansichten, persönlichen Komplexen, seiner Unzufriedenheit und nicht zuletzt seiner Herkunft. Bekanntlich richtete sich Lovecrafts Abneigung nicht nur gegen Schwarze, sondern auch gegen Juden und gegen alle, die er als „Fremde“ bezeichnete. Auch diese Aversionen sprechen wir an.
Download: Arkham Insiders Folge 145 – Lovecraft und sein Rassismus
In the Vault (In der Gruft) ist sicherlich eine der ungewöhnlichsten Geschichten Lovecrafts. Von den Ansätzen des kosmischen Horrors oder der Dekadenzliteratur – beides Erscheinungen, die Lovecraft zuletzt umgetrieben hatten – ist die Story weit entfernt. Sie hat auch nichts mit einer klassischen Schauergeschichte zu tun und ist, zumindest für unseren heutigen Geschmack, nicht einmal besonders blutrünstig.
Stattdessen – und das ist auch nicht gerade häufig bei Lovecraft – schlägt In the Vault einen schwarzhumorigen Tonfall an, der freilich wegen der umständlichen Erzählweise nicht recht zünden mag. Wie es so unsere Art ist, haben wir die Tugenden und Untugenden der Geschichte beleuchtet. Mal sehen, was ihr, liebe Hörer*innen, von dem makabren Friedhofsgarn haltet …
Download: Arkham Insiders Folge 144 – In the Vault
Auf dem Höhepunkt seiner New-York-Krise entsteht Lovecrafts kurze Erzählung He (Er). Zieht man das phantastische Element ab, so bleibt von der Geschichte eine Mischung aus persönlichem Hilfeschrei und Ressentiments übrig: Lovecraft fühlt sich in der großen Stadt unter den vielen „Fremden“ nicht wohl und sehnt sich nach Neuengland. Interessant, dass ausgerechnet ein horribles Erlebnis mit einem verruchten Schwarzmagier die Lösung des Problems einleitet …
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2020/05/arkhaminsiders-0143.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 143 – He
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