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Nachdem wir in den letzten Folgen durchaus schon am typisch lovecraftschen Horror gekratzt haben, geht es diesmal wieder beschaulicher zu. Mit The Quest of Iranon (Iranons Suche) schlägt Lovecraft ruhigere Töne an und erzählt uns eine traurige Künstlergeschichte von mangelnder Anerkennung und grenzenloser Sehnsucht. Motive, Setting und der Ton der Story stehen in der Tradition Lord Dunsanys. Im Bezug auf einige seiner eigenen Fantasien und Schauplätze reiht Lovecraft The Quest of Iranon in den Traumlande-Zyklus ein.
Download: Arkham Insiders Folge 122 – The Quest of Iranon
Die vorliegende Sonderfolge ist wieder einmal ein klein wenig länger ausgefallen als üblich. Das ist allerdings kein Wunder, denn wir widmen uns diesmal einem zentralen Bestandteil des „Cthulhu-Mythos“: Dem verrückten Araber Abdul Alhazred und seinem verderblichen Buch, dem Necronomicon bzw. auf Arabisch „Al Azif“. Über Entstehung und Vorkommen dieses wichtigsten aller magischen Bücher sei u. a. auf den Necronomicon Wikipedia verwiesen (doch Vorsicht, hier werden die Quellen bunt gemischt im Sinne eines einheitlichen Artikels, d. h. Lovecrafts eigene Aussagen sind nicht klar getrennt von denen anderer und nachkommender Autoren).
Da wir den Podcast nicht zu ausufernd machen wollten und ebenso wenig in die unergründlichen Tiefen des posthumen Cthulhu-Mythos hineinsteuern wollten, haben wir uns tatsächlich auf „Lovecraft in his own words“ konzentriert. Wie Lovecraft das Buch selbst ausschmückte, ist nachzulesen in seinem Text „History of the Necronomicon“ (1927). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Lovecraft, nachdem er das Buch bereits wiederholt eingesetzt hatte, den Wunsch hegte, ihm mit einer Entstehungsgeschichte mehr Konsistenz und Plausibilität zu verleihen.
Ausgerechnet mit dem lediglich angedeuteten Buch hat Lovecraft einen Wissensdurst angestachelt, der ihn noch lange überleben sollte. Dieses Phänomen des nicht-existenten aber händeringend gesuchten Necronomicons hat viel zum Ruhm des Autors beigetragen. Auch darüber unterhalten wir uns in diesem Podcast.
Download: Arkham Insiders Folge 121 – Abdul Alhazred und das Necronomicon
„Meine Ängste bezogen sich in Wirklichkeit mehr auf die Vergangenheit, denn auf die Zukunft.“ (Übersetzung: Charlotte Gräfin von Klinckowstroem) – Dieser Satz, den Lovecraft seinem Protagonisten in Die namenlose Stadt (The nameless City) in den Mund legt, bringt das abseitige Grauen der Story auf den Punkt. In bisher unerreichter Weise konzentriert sich der Autor hier erstmals auf eine unvorstellbar lange zurückliegende Vergangenheit und deckt eine Menschheitsgeschichte auf, die allen wissenschaftlich verbrieften Erkenntnissen trotzt: Inmitten der arabischen Wüste hat sich eine reptiloide Rasse erhalten, die bereits über eine hochentwickelte Kultur verfügte, als die Kontinente noch eine zusammenhängende Landmasse bildeten. Kein Wunder, dass der Erzähler an dieser Erkenntnis schier verzweifelt.
Zu Recht feiern die Arkham Insiders diese Geschichte, die unter den bisher besprochenen Werken deutlich herausragt und die schließlich schon überzeugende Ideen für Lovecrafts späteres Meisterwerk At the Mountains of Madness enthält.
Download: Arkham Insiders Folge 120 – The Nameless City
Das Ende 1920/Anfang 1921 verfasste Prosagedicht Ex Oblivione gehört sicherlich zu den unbekanntesten Texten aus Lovecrafts Feder. Es ist zum einen außerordentlich kurz, zum anderen sehr interpretationsfreudig und nicht zuletzt gibt es so gut wie keine Sekundärliteratur dazu. Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns selbst die Köpfe zu zerbrechen. Am Ende ist doch ein 40-minütiger Podcast dabei herausgekommen, mit einigen Antworten … aber auch vielen offenen Fragen.
Download: Arkham Insiders Folge 119 – Ex Oblivione
Mit der im Winter 1920 verfassten Story The Picture in the House (Das Bild im Haus) entwirft Lovecraft erstmals seine eigene, neuenglische Geografie, – auch bekannt als Lovecraft Country. Hier hören wir zuerst vom Tal des Miskatonic und der Stadt Arkham. Ja man kann sagen, er versucht hier erstmals, eine dezidiert nordamerikanische Horrorgeschichte zu Papier zu bringen. Ein zentrales Element ist nämlich der Bezug zu den Puritanern, die die britischen Kolonien in Nordamerika im frühen 17. Jahrhundert zu besiedeln begannen. Von großem Interesse ist auch die Reisebeschreibung des Kongos (Regnum Congo) von Filippo Pigafetta, ein Buch, das verantwortlich für den grausigen Twist in der Story ist.
Es ist kein Geheimnis, dass Lovecraft sich in der Beschreibung und Zuordnung des Regnum Congo in einigen Fällen geirrt hat (da er das Werk nicht im Original konsultieren konnte). Auch für uns lagen diesmal einige Fallstricke aus … was ihr im Podcast nachverfolgen könnt. Eine Berichtigung noch an dieser Stelle: In der Zusammenfassung sagt Axel, das Regnum Congo sei 1558 in Frankfurt gedruckt worden; richtig heißt es in der Story: 1598. In Wahrheit jedoch ist der Titel 1591 erstmals in Rom erschienen.
Download: Arkham Insiders Folge 118 – The Picture in the House
Eine Weihnachtsfolge 2018 war uns nicht genug. Für dieses Jahr haben wir uns daher etwas Besonderes einfallen lassen. Wir haben Johannes (mit dem wir im Gespräch den offiziellen Weihnachtspodcast, Folge 116, bestreiten) gebeten, einen Text von Mirko einzulesen: Wie Howard Phillips Lovecraft Weihnachten feierte. So hat dieser Essay, der interessante Einblicke in Lovecrafts Privatleben gewährt, eine würdige Umsetzung gefunden! Dafür ein herzliches Dankeschön an Johannes/johliest. Frohe Weihnachten allen Arkham Insiders!
Download: Arkham Insiders Folge 117 – Wie Lovecraft Weihnachten feierte
Johannes‘ Lesung auf seinem YouTube-Kanal johliest: Wie Howard Phillips Lovecraft Weihnachten feierte.
Wir haben ihn schon häufig erwähnt, sind selbst große Fans seiner Lesungen – und haben ihn nun im Podcast: johliest. Unter diesem Namen betreibt Johannes, so sein richtiger Name, seit 2013 einen YouTube-Kanal. Dort hat er sich vor allem mit atmosphärischen, teils dezent inszenierten, Lovecraft-Lesungen bzw. Lovecraft-Hörbüchern einen Namen gemacht. Nicht nur diese legen wir allen Arkham Insiders ans Herz. Auch seine eigenen Geschichten, häufig mit Bezug zu seiner niedersächsischen Heimat, wissen durch die Bank weg zu gefallen. Und als ob das nicht reichte, glänzt Johannes auch noch mit gelungenen Interpretationen deutscher Rockbands bzw. Singer/Songwriter.
Mit dieser, mittlerweile schon 6 Weihnachtsfolge verabschieden sich Mirko und Axel für das Jahr 2018: Herzlichen Dank an alle, die uns zuhören, die Treue halten, uns finanziell unterstützen und uns Lob + Kritik spenden. Euch allen ein frohes Fest, – wir hören uns 2019!
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2018/12/arkhaminsiders-116.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 116 – Merry Christmas, Mr. Lovecraft. Weihnachtsfolge 2018
YouTube: johliest
From Beyond, geschrieben im November 1920, verdeutlicht exemplarisch, wie Lovecraft seine wissenschaftliche Lektüre als Basis für seine Erzählungen ausnutzte. In Zentrum der Auseinandersetzung steht das Buch Modern science and materialism des englischen Autors Hugh S. R. Elliot (1881 – 1930) von 1919. Doch werden wir uns in diesem Podcast auch mit René Descartes und seiner Erforschung der Zirbeldrüse beschäftigen. Wer sich noch einmal mit Lovecrafts Philosophie vertraut machen möchte, kann das in unseren Podcasts Nr. 28, 29 und 30.
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2018/12/arkhaminsiders-115.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 115 – From Beyond
Mit Celephaïs nehmen wir uns wieder eine Story vor, die in der Tradition von Lord Dunsany steht bzw. eine Story, die zum Traumland-Kreis gehört. Doch ist die Geschichte auch ein gutes Beispiel dafür, wie Lovecraft mehr und mehr auf Themen und Motive setzt, die später zu seinen ganz eigenen Merkmalen zählen werden. So reisen wir in Celephaïs in den entferntesten Weltraum, wo es keine Formen, sondern nur Gase gibt – und wo der Mensch für eben diese Gase einen absoluter Fremdkörper darstellt. Auch stoßen wir auf vormenschliche Bauwerke, die zu entsetzlich sind, um sie beschreiben zu können … und schließlich reist Kuranes, der Held unserer Geschichte, mitsamt einer mittelalterlich anmutenden Reiterschar zurück in die Zeit.
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2018/11/arkhaminsiders-114.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 114 – Celephaïs
Mit diesem Podcast kratzen wir erstmals an dem allgegenwärtigen Cthulhu-Mythos. Damit ist das posthume Phänomen gemeint, das Lovecrafts Werk – vor allem im Rollenspiel – erleben sollte. Inmitten des Pantheons dieses sogenannten Mythos ist Nyarlathotep freilich eine der bekanntesten Gestalten (oder Götter). Tatsächlich tritt er uns jedoch in dem gleichnamigen Prosagedicht von 1920 als ein Wanderprediger entgegen, der mittels kinematografischer und elektrischer Tricks sein Publikum unheimlich beeinflusst.
Nyarlathotep ist einem Traum Lovecrafts entsprungen, und so wie wir den Text kennen, so hat er ihn (bis auf geringfügige Änderungen) auch zu Papier gebracht: eine atmosphärisch starke, suggestive Vignette, die auch einen Einblick in den Seelenzustand ihres Autors offenbart; darüberhinaus ein programmatisches Statement zum Konzept des Kosmischen Horrors.
Korrektur: Axel sagt, der Verlag Chaosium habe 1969 eine Anthologie namens The Nyarlathotep Cycle veröffentlicht. Klassischer Zahlendreher: Das korrekte Jahr ist natürlich 1996.
https://arkhaminsiders.com/wp-content/uploads/2018/11/arkhaminsiders-113.mp3
Download: Arkham Insiders Folge 113 – Nyarlathotep
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