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Der amerikanische Kriegsfotograf Robert Capa wusste bereits vor knapp 100 Jahren: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“ Getrieben von dieser Weisheit und der Erkenntnis, dass auf der Terrasse sitzen und dem Mähroboter bei seiner Arbeit zugucken für die nächste Ausgabe Baywatch Berlin vermutlich nicht genug Lebenserfahrung abwirft, durchzuckt es Schmitti noch einmal wie ganz früher.
Zur Überraschung aller im Haushalt Anwesenden verkündet er kämpferisch, dass er sich die diesjährigen Maikrawalle nicht schon wieder einfach so entgehen lassen wird, streckt die rote Faust in den Himmel und nimmt sich vor, all den jungen Revoluzzern da draußen noch ein letztes Mal zu zeigen, dass der alte Wolf das Heulen nicht verlernt hat. Also setzt er sich seinen Pilzkopfhelm auf, hängt sich die Leica um den Hals, ruft ein letztes Mal „Hasta la victoria siempre!“ in die Reihenhaussiedlung und düst mit elektrisch geräuschlosen 46 km/h Richtung Arbeiterfront.
Wer wissen will, ob Schmitti an diesem Tag den Faschismus, das Kapital und das sogenannte „System“ ausgeschaltet hat oder der Tag doch etwas anders verlaufen ist, muss sich die neue Folge namens „Schmitti Gets the Blues“ anhören. Klaas & Jakob haben erfrischend andere Probleme vorzutragen. Der eine hat Ärger mit der Jet-Ski-Mafia und der andere weiß nicht, wie man sich vernünftig und würdevoll von jemandem verabschiedet, den man im Kerker einer alten Burg zurücklassen muss. So hat jeder seinen eigenen Stress, nech?
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Hört ihr die Klagelieder? Seht ihr den Schmerz in den fahlen Gesichtern? Spürt ihr die Verzweiflung, den Schrei auf den Lippen? „Herrgott, jetzt lasst den Wal in Ruhe“ wollen sie gerade brüllen, doch was in der neuen Folge von Baywatch Berlin für Ensetzen sorgt, hat mit Tierwohl nix zu tun. Nein, es ist der dunkle Pfad der Erkenntnis, den Lundt und Klaas betreten haben: Ihnen wird schmerzlich bewusst, was Sie dank Schmitt, dem Mensch gewordenen Handicap, niemals erreichen werden. Die Main Stage der Eitelkeiten auf der „Online Marketing Rockstars“-Messe? Mit Schmitt nicht zu machen. Wenigstens mal einen Abend zu den Coolen gehören, bisschen schnacken, connecten, reichweite aufbauen und von den ganz dicken Schiffen des Business (Gemischtes Hack) lernen? Gestrichen. Borelord Schmitt aus der Grafschaft Whack & Lame will seine Legos bauen. Also bleiben die drei Herren mit ihrem Arsch zuhause, lassen sich von ihrem letzten Fan Pfeife die Reglers aufdrehen und labern wieder genau den Müll, mit dem man garantiert kein Rockstar ist: Klaas hat eine Fortbildung in „Bolzplatzgeschrei“ gemacht und bringt waschechte Amateurfussballatmosphäre in diese Folge. Das passt zumindest intellektuell. Lundt findet seinen Arbeitsplatz mal wieder so scheußlich, dass er aus seiner Wut nicht nur eine neue Rubrik, sondern auch einen neuen Ugly-Contest aus der Taufe gehoben hat - als würde Baywatch da nicht reichen. Und Schmitt, was bietet er denn an, als Ausgleich für den verpassten OMR-Messe-Trip? Naja, eine Checkerfrage, wie man ohne Scham einen Bus anhält. Das ist nicht viel, sagen Sie zurecht, das reicht nicht für die Mainstage. Vor der Bühne von Baywatch Berlin gibts kein Applaus und keine Reichweite. Hier sitzt wieder nur Pfeife - und vielleicht ist das auch besser so.
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Lieber Timmy,
Heute bist du schon in Dänemark. Die Dänen sagen, sie hätten Dich sterben lassen.
Dein Baywatch Berlin Team
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In dieser Folge Baywatch Berlin geht es vor allem darum, wie wir in Zukunft mit IHNEN umgehen möchten. Sie als unbekannte Masse oder Einzelperson. Hin und wieder treffen wir SIE auch mal auf der Straße und dann ist alles nicht mehr ganz so geheimnisvoll, aber in der Regel bewohnen SIE das große schwarze Loch, in das wir Woche für Woche hineinsenden. Und da geht es ja schon los. Sollen wir siezen oder duzen? Da geht es ja nicht nur um Podcasthörer*innen, sondern grundsätzlich um alle Leute, die wir nicht kennen. Auch welche, die uns im sogenannten Alltag begegnen. Braucht es da überhaupt kumpelige Verniedlichungen oder ist eine derart übergriffige Koseform für Fremde überhaupt nicht nötig? Kann man zu einem Mitarbeiter im Supermarkt sagen, dass er „mein Lieber“ oder gar „mein Großer“ ist? Wie hoch ist die Fettnäpfchengefahr, wenn einem ein „mein Dicker“ rausrutscht? Ist die zulässige Steigerungsform von „mein Guter“ wirklich „mein Gutester“, zu welchem Klaas gegen seinen Willen von einer Bäckereiverkäuferin befördert wurde?
Thomas, Jakob und Klaas können sich am ehesten auf die Anrede „Chef“ einigen. Da freut sich jeder – wer möchte denn nicht mal von irgendwas der Chef sein. Vom Fahrstuhl (Chef, drück mal auf die drei), vom Taxi (Moin Chef, zum Bahnhof bitte) oder von mir aus von der Darmspiegelung (Einmal da reinleuchten bitte, Chef). Klappt immer und man macht sich beliebt.
Dazu taugen die weiteren Themen der Woche eher nicht:
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„Ich kann nicht glauben, wie gut die neue Folge Baywatch Berlin geworden ist!“
Was passiert in ihrem Kopf, wenn sie diesen Satz lesen? Baut ihr Geist die Worte still und leise zu einem sinnvollen Satz zusammen oder hören Sie Ihre eigene Stimme, die ihnen die Worte wie in einem Hörbuch vorliest?
„I glaub’s ja ned, wie guat die Folg Bäiwatsch Berli worda isch!“
Und jetzt? Liest ihnen „die innere Stimme“ diesen Satz auf Schwäbisch vor, ganz so als würden Sie in einem gemütlichen Ohrensessel Teddy Teclebran beim Vorlesen lauschen? Oder signalisiert ihr Gehirn lediglich „Achtung, Mundart“ und hält beim weiterlesen schön vornehm sein Maul?
Ja, jetzt sind sie am überlegen: Gibt es verschiedene Arten zu lesen? Gibt es „die richtige Art“ zu lesen und die falsche Art zu denken? Und was hat dieses esoterische Gefasel hier mit meinem Idioten-Podcast Baywatch Berlin zu tun? Und wie schreibt man eigentlich „esothe- nee -esoterisch“?
„Big things have small beginnings!“ und so wird aus dieser kleinen Verblüffung, das Menschen unterschiedlich lesen, wieder das ganz große Baywatch Berlin-Geschrei. Es fliegen Anschuldigungen durch den Raum, es werden Zeugen geladen, es wird sich sternförmig durchbeleidigt und am Ende geeinigt: Das was die Herren Heufer-Umlauf, Schmitt und Lundt in dieser Folge diskutieren, ist nicht weniger als die kniffligste, philosophischste und größte Checkerfrage aller Zeiten. Für schnöde Scheissthemen bleibt da kaum noch Platz, aber es wäre nicht Baywatch Berlin, wenn sich der Schwachsinn nicht noch reindrängen würde, wie ein verspäteter U-Bahn-Passagier in Tokio. Lundt hat sich „versockt“ (zu kleine Socken) und alle machen so, als wäre es ein diskussionswürdiges Problem. Es wird sich wegen der philosophischen Idee hinter Tik Tok (!) durchbeleidigt, der schlampige Gebrauch des Wortes „ungegoogelt“ angemahnt und die Urlaubsbekanntschaft „Sparkling Jupp“ zum großen Künstler unserer Zeit erklärt. („WEIL ALLE WEGEN TIK TOK VERRÜCKT GEWORDEN SIND“ - „Jaja, Schmitt, und jetzt nimm deine Tropfen“)
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Es ist ja bekanntlich ein „riesiges Problem“, dass viele dumme Menschen leider berühmter sind, als verdiente, kluge Menschen. Deshalb nutzen wir in dieser Woche diesen Text, um Ihnen den „bedeutenden“ Künstler Markus Lüpertz vorzustellen (weil Jakob den im Eurowings Flieger gesehen hat und das „sehr wichtig“‘findet, so auf diesen Missstand aufmerksam zu machen).
Markus Lüpertz wurde am 25. April 1941 im damaligen Reichenberg geboren.
Dann hat er immer weiter gemalt.
Er hat auch viel gemalt in Düsseldorf und Berlin. Er hat auch auf Italienisch gemalt in Florenz und ein Fenster von einer Kirche.
Manchmal spielt er auch Jazz und macht jeden Morgen Liegestütze und fährt Fahrrad.
Wenn er im Flugzeug neben Jakob Lundt sitzt wird er leider aber nicht erkannt und um ein Selfie gebeten oder für die Weinmesse gelobt. Das ist traurig (findet Jakob Lundt).
Die aktuelle Folge „Baywatch Berlin“ heißt „Frisuren, die nichts mehr sein wollen“ und geht nur wenig um Markus Lüpertz.
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Diese Folge ist ein Charaktertest. Nicht nur für die drei Podcaster Lundt, Klaas & Schmitt, sondern auch für Sie, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen. Grundsätzlich gilt bei Baywatch Berlin ja immer, erstmal irgendwie durchzukommen. In dieser Woche werden zudem noch Haltungsnoten von unsichtbaren Gagpunktrichtern verteilt. Wer an den falschen Stellen lacht, kriegt Punktabzug, und bei starken Vergehen droht sogar der Entzug des Ausweises für eine unbedenkliche Persönlichkeit. Thematisch gliedert sich der Test in folgende Prüfungsbereiche:
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Es gibt solche Tage.
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Geht man durch die Geschichte der letzten 100 Jahre deutscher Pädagogik, so lernt man schnell auch die Haupterziehungswerkzeuge kennen: Angst und Schrecken.
Wenn der Bub nicht spurte - dann wurden auch mal ganze Grillfeste abgesagt und wieder abgereist. So wurde Schmitti, wer er ist: ein Mann mit Prinzipien, der seine erzieherische Nemesis, den Endgegner, jede Woche mit Heufer-Umlauf und Lundt zum Podcasten trifft.
Ironie, dass seine gute Erziehung jedes Mal auf das Gegenmodell trifft: Schmitt hat die gebügelte Serviette auf dem Schoß, während Klaas von der Cola-Maschine in seinem Kinderzimmer berichtet.
Schmitti sitzt aufrecht und Gentleman-like - während Baywatch-Hörer sich erkundigen, wie lang andere ihre Klöten im Gym föhnen dürfen.
Und so nimmt der wöchentliche Sermon eben seinen Lauf und gipfelt in der nahezu philosophischen Frage, wem in der Firma FloridaTV, die drei ihre Leben beim Fallschirm springen anvertrauen würden? Die Optionen sind übersichtlich. Aber fragen Sie liebe Leser*innen sich doch auch mal genau das: Wem vertrauen Sie wirklich ihr Leben an?
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Sie dachte wohl, es merkt keiner! Es ist zwar schon zwei Bundestagswahlen her, und dennoch ist das Baywatch-Berlin-Trio der Altkanzlerin auf die Schliche gekommen. Während sich die ganze Welt über die bröckelnde Demokratie sorgt, regiert sie einfach heimlich weiter und sendet ihre Botschaften als mysteriöse Schattenkönigin übers Internet und kommuniziert mittlerweile ausschließlich über Instagram Reels. Was wirkt wie ein lieb gemeinter Beautytipp an Journalistin Jagoda Marinić („Wenn Sie die Kopfhörer aufsetzen, sehen Sie nachher nicht so gut aus im Fernsehen“) ist in Wahrheit nur eine codierte Message an ein geheimes Netzwerk und irgendwo in Deutschland ziehen sich zwei Agenten die Jacken an. Ist aber natürlich nur eine Theorie und frei nach Naidoos These über Menschenfleisch in Kartoffelchips, soll auch hier erstmal einer das Gegenteil beweisen – so lange betrachten wir das als Fakt.
Im heiteren Teil der aktuellen Ausgabe dreht es sich natürlich auch um viele leichtere Themen:
Enden wir dann alle wie Thomas Schmitt, der seinen skandinavischen Hyggetraum aus Versehen mit Katzenspielzeug und Legoset zur RTL2-Muffbude runtermöbelt? Oder wie Klaas, der im eigenen Flur zusammenbricht, weil die Beine „einfach nicht mehr wollen“? Jakob ist da besser drauf: Seine Hobbys sind nach wie vor Butter Lindner, Geld und von der Arbeit nach Hause fahren. Wenn Sie sich daran ein Beispiel nehmen, sind Sie auf der sicheren Seite!
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