Best of SZ: Das Thema und In aller Ruhe

Best of SZ: Das Thema und In aller Ruhe

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Best of SZ: Das Thema und In aller Ruhe episodes

  • Wie Kreuzfahrten klimaschonender werden sollen

    Eine Kreuzfahrt zu machen, das bedeutet in vielen Fällen: Ferien auf einem schwimmenden Hotel-Ressort. Man ist dann, je nachdem, ein paar Tage oder Wochen unterwegs und kann auf „Landbesuchen“ verschiedene Orte ansehen. 2023 haben 3,7 Millionen Menschen aus Deutschland so Urlaub gemacht, so viele wie noch nie zuvor. Weltweit waren sogar über 31 Millionen Menschen auf Kreuzfahrt. Dabei gelten Kreuzfahrten immer noch als klimaschädlich.

    Was tun die Anbieter aktuell dagegen? Wie wirken ihre bisherigen Maßnahmen – und warum ist es so schwer an klare Zahlen zu kommen, die man wirklich von Reise zu Reise und Schiff zu Schiff vergleichen kann? Darüber sprechen in dieser Folge Sonja Salzburger und Lea Hampel, die für die SZ-Wirtschaftsredaktion zu dem Thema recherchieren.

    Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Recherche: Sonja Salzburger und Lea Hampel

    Skript: Maja Goertz

    Produktion: Carolin Lenk

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    35 min
  • Risikogruppe Frau: Was Long Covid für Betroffene bedeutet

    Für viele Menschen hörte das Corona-Virus mit dem Ende der pandemischen Maßnahmen quasi auf zu existieren. Nicht aber für Betroffene von Long Covid. Besonders häufig trifft das, Studien zufolge, Frauen. Doch nicht immer ist die Diagnose einfach gestellt. Für viele Betroffene bedeutete die Suche nach der Ursache für ihre Beschwerden viele Arztbesuche und das über Monate, sogar Jahre. Viele von ihnen berichteten, dass die Diagnosestellung besonders lange dauerte, weil Ärztinnen und Ärzte ihre unspezifischen Symptome nicht ernst genug nahmen.

    Long Covid scheint in Deutschland weiterhin eine unterschätzte Krankheit zu sein. Doch was genau bedeutet die Diagnose Long Covid für Betroffene? Darüber, und was Geschlecht und Gesundheit miteinander zu tun haben, sprechen die SZ-Autorinnen Verena Mayer und Vera Schroeder in dieser Podcast-Folge von „Das Thema“. Sie haben zu Long Covid recherchiert, zu ME/CFS, das sich daraus entwickeln kann, und sie haben mit Expertinnen und Experten gesprochen und Betroffene in ihrem Zuhause besucht.

    Die ganze Recherche über Long Covid können Sie hier nachlesen.

    Fragen und Antworten zu Long Covid hat das SZ-Wissen hier zusammengestellt.

    Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Redaktion: Verena Meyer, Vera Schröder, Thisbe Westermann
    Produktion: Carolin Lenk

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    44 min
  • Fentanyl: Auf den Spuren der tödlichen Droge

    Die Bilder der Opioid-Krise in den USA sind inzwischen weltweit bekannt: In vielen Städten sieht man dort Menschen, die wie Zombies auf der Straße stehen. Vornübergebeugt, keine Körperspannung, leere Blicke. Alleine in San Francisco sterben im Durchschnitt zwei Personen täglich an einer Überdosis. Insgesamt zählen Tode im Zusammenhang mit Opioiden inzwischen zu den häufigsten Todesursachen in den USA, besonders unter jungen Menschen.

    Nun rollt diese Welle auch langsam auf Deutschland zu, warnen Expertinnen und Experten. Gerade Fentanyl, das fünfzigmal stärker ist als Heroin, findet zunehmend Verbreitung. Welche Konsequenzen zieht das nach sich? Woher kommen die Drogen und wer macht damit Geschäfte? Darüber spricht in dieser Folge von „Das Thema“ Florian Müller, SZ-Korrespondent in China.

    Er war Teil eines SZ-Teams, das genau diese Spuren des Fentanyls verfolgt hat, von China bis nach Deutschland. Er hat mit Händlern von Grundstoffen gechattet, deren Büros aufgesucht und den Zahlungsverkehr in Kryptowährungen recherchiert.

    Zum Weiterlesen: Hier können Sie die Recherche des SZ-Teams zu Fentanyl noch einmal nachlesen.

    Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Redaktion: Florian Müller, Michael Ries
    Produktion: Carolin Lenk

    38 min
  • Wahl in UK: Die Wechselstimmung ist überwältigend

    Am 22. Mai dieses Jahres beendete Rishi Sunak, der britische Premierminister, alle Spekulationen: Großbritannien wird nicht wie von vielen erwartet im Herbst oder Winter neu wählen, sondern bereits am 4. Juli. Überraschend früh, wie sogar erfahrene Politikbeobachter in London direkt festhielten. Sunak hatte selbst seine Ministerinnen und Minister nur kurz zuvor auf die Ankündigung vorbereitet und extra eine falsche Agenda für die außerordentliche Kabinettssitzung verschickt, damit sein Plan nicht nach Außen dringt.

    Doch welches Kalkül steckt wohl hinter diesem Schritt? Was erhofft sich Sunak von dem frühen Wahltermin und konnte er die Opposition wirklich damit überrumpeln?

    Darüber spricht in dieser Podcast-Folge von „Das Thema“ Michael Neudecker, SZ-Korrespondent in London. Er beschreibt, dass die Wechselstimmung in Großbritannien, nach 14 Jahren konservativer Premiers der Tories, überwältigend ist. Die Labour-Partei würde das nun auch sehr clever nutzen: „Der Slogan von Labour besteht aus einem einzigen Wort, das überall steht: Change. Also Wechsel. Das ist das Motto. Man muss gar nicht mehr sagen,“ so Neudecker.

    Zum Weiterlesen:

    Alle aktuellen Texte zur Wahl in Großbritannien finden Sie hier.

    Zeitungen nehmen in Großbritannien schon immer Einfluss auf den Wahlkampf – mit manchmal schrillen Methoden. Doch wie viel Macht bleibt den Blättern noch?

    Sechs Wochen vor der Abstimmung starten Premierminister Sunak und Labour-Chef Starmer in den Wahlkampf. Wer sind die Strategen, die ihnen zum Erfolg verhelfen sollen, und wie gehen sie vor?

    Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Redaktion: Michael Ries
    Produktion: Carolin Lenk

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    40 min
  • „Zweifel werden übersehen“ – Steffen Mau bei Carolin Emcke über Affektpolitik und Spaltung
    In aller Ruhe

    Es gibt wenige Sachbücher, die die Gesellschaft so pointiert analysieren, dass die Welt nach der Lektüre etwas klarer erscheint. „Triggerpunkte“ ist ein solches Buch. Das Forschertrio Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser von der Humboldt-Universität Berlin fächern darin einen Themenkomplex auf, der den öffentlichen Diskurs mitbestimmt: die Spaltung unserer Gesellschaft. Auf 540 Seiten legen die Soziologen die Ergebnisse ihrer empirischen Forschung zu Konfliktdynamiken der Gegenwart dar und kartieren die politischen Einstellungen in vier Arenen der Ungleichheit: Armut und Reichtum; Migration; Diversität und Gender; Klimaschutz. Die Überraschung: Anders als man meinen könnte, herrscht überwiegender Konsens in der Gesellschaft. Die Mehrheit ist sich in den großen Fragen unserer Zeit grundlegend einig, selbst in der Klimapolitik. Aber: Warum spaltet sich dann die Gesellschaft? Darüber spricht Steffen Mau im Gespräch mit Carolin Emcke bei „In aller Ruhe“.

    Steffen Mau, geboren 1968 in Rostock, ist Professor für Makrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Noch vor der Wende machte er im Schiffbau eine Lehre als Elektroniker beim VEB Schiffselektronik Rostock. Als Autor und Soziologe wurde er 2019 mit seinem Buch „Lütten Klein“ bekannt, titelgebend war die Neubausiedlung seiner Kindheit, an deren Beispiel er über das Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft schrieb. 2021 erhielt er den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis, den wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis. Sein neustes Buch „Triggerpunkte“ ist im Oktober 2023 im Suhrkamp-Verlag erschienen und wurde zum Bestseller.

    „Wo sind meine Leute, wo muss ich mich zuordnen?“

    Steffen Mau ist selbst über diesen Erfolg seiner Forschung überrascht. Für ein dermaßen ruhiges, analytisches und faktenreiches Buch hat es sich zahlreich verkauft, obwohl differenzierte Stimmen laut seiner eigenen These im Diskurs häufig ausgeblendet werden. Er erklärt den Widerspruch so: „Unser Buch ist weder eine Entwarnung noch eine Hysterisierung, sondern wirklich der Versuch zu ordnen, zu systematisieren und ein Angebot zu schaffen, das über die marktgängigen Polarisierungsthesen hinausgeht.“

    Dem Soziologen zufolge gleicht die Erzählung der voranschreitenden Spaltung teilweise einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Er warnt vor der Situation, „wo gefühlte Polarisierung zu realer Polarisierung werden kann“. In der aktuellen Streitkultur hätten Menschen das Gefühl, es gäbe nur zwei Positionen, auf die sie sich festlegen können. Sie fragen sich: „Wo sind meine Leute, wo muss ich mich zuordnen?“ Die Mehrheit sieht die Lage hingegen weitaus differenzierter, als es in Talkshows und sozialen Medien abgebildet wird, ihre „Zweifel werden übersehen“. Steffen Mau nennt diese Gruppe die „stille Mitte.“

    Diese Gruppe schrumpft Mau zufolge jedoch. Es gebe eine relativ starke „Affektpolitik“, also eine Politik, die auf Emotionalisierung setzt und aktuell vorwiegend durch rechtspopulistische Akteure betrieben wird. Diese Affekte begrenzen sich nicht zwangsläufig auf den rechten Rand, „aber im Moment ist es einfach so, dass doch der Ressentimentvorteil in diesem Bewirtschaften von Gefühlen bei der rechten Seite ganz eindeutig die Oberhand gewonnen hat“. Deshalb blickt er auch mit wenig Hoffnung in die Zukunft: Andere Themen, etwa der Klimawandel oder soziale Ungleichheiten, würden wegen dieser Diskurslogik weniger Aufmerksamkeit bekommen.

    Empfehlung von Steffen Mau

    Steffen Mau empfiehlt „Simone“ von Anja Reich, erschienen im Aufbau-Verlag im August 2023, das aus seiner Sicht „viel zu wenig in den großen Feuilletons“ besprochen wurde. Die Autorin Anja Reich sucht darin nach Ursachen für den Suizid ihrer besten Freundin in den Neunzigerjahren. Steffen Mau sagt über das Buch, man tauche „auf sehr differenzierte und kluge Weise“ in die Geschichte der DDR ein, denn die Biografie von Simone handelt auch von den Schwierigkeiten, in der Bundesrepublik anzukommen. „Es ist sehr berührend und wunderbar erzählt, erinnert mich ein wenig an Joan Didions ‚Das Jahr magischen Denkens‘, ein weiteres Buch, das mich sehr beeindruckt hat.“

    Moderation, Redaktion: Carolin Emcke

    Redaktionelle Betreuung: Léonardo Kahn, Johannes Korsche

    Produktion: Imanuel Pedersen

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    1 hr 23 min
  • Sudan: Der vergessene Krieg

    Etwas ist anders dieses Mal: Der Krieg, der im Sudan im April 2023 ausgebrochen ist, tobt fast überall im Land. Nicht mehr nur in der Peripherie, sondern auch dort, wo die Machtelite sitzt: in den großen Ballungsräumen rund um die Hauptstadt Khartum. Die Hauptstadt wird momentan zu großen Teilen von der Miliz RSF kontrolliert. Ihr gegenüber steht die traditionelle Armee des Landes: die SAF. Der Krieg befindet sich in einem Patt, trotzdem sind beide Kräfte offenbar davon überzeugt, das Land militärisch unter ihre Kontrolle bekommen zu können. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung. Fast neun Millionen Menschen aus dem Sudan sind seit Kriegsbeginn geflohen – die größte Migrationsbewegung der Welt. Und: Internationale Hilfe gelangt nur sehr schwer ins Land. Im Sudan droht eine gewaltige Hungerkrise.

    Im Westen des Landes, in der Provinz Darfur, gibt es unterdessen Berichte von Massenmorden durch die RSF, die an den Völkermord erinnern, der dort im letzten Krieg verübt worden ist.

    Wie konnte es so weit kommen? Was sind die Ziele der Kriegsparteien? Und wie könnte ein Frieden aussehen?

    Darüber spricht in dieser Folge Arne Perras. Er war lange Korrespondent der SZ für den afrikanischen Kontinent, war mehrfach im Sudan und berichtet jetzt noch über das Land.

    Redaktion: Leonard Scharfenberg

    Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
    Produktion: Carolin Lenk

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    39 min
  • „Es geht nur europäisch“ – Jean Asselborn bei Carolin Emcke über die Europawahl und die Zukunft der EU

    Vom 6. bis zum 9. Juni wird das Europaparlament neu gewählt – zum zehnten Mal. Wie es sich danach genau zusammensetzen wird, ist schwer abzusehen. Es gibt keine Umfragen für die europäische Ebene, weil die EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich wählen. Doch nationale Umfrageergebnisse prognostizieren einen Rechtsruck. Demnach könnten die Grünen und die Liberalen Sitze einbüßen. Die Rechtskonservativen und die Rechtsnationalisten könnten stark dazugewinnen.

    Was könnte das für die Zukunft der Europäischen Union bedeuten – wenn etwa das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit aus dem Europaparlament heraus angegriffen wird? Und wie sollte sich die EU in der Welt positionieren und ihre eigene Sicherheitsarchitektur aufbauen? Darüber spricht Jean Asselborn in dieser Folge von „In aller Ruhe“ mit Carolin Emcke.

    Jean Asselborn wurde 1949 in Luxemburg geboren. Über viele Jahre engagierte er sich in Gewerkschaften und arbeitete für seine Partei, die luxemburgischen Sozialdemokraten, in der Kommunalpolitik, bevor er ins nationale Parlament gewählt wurde. Ab 2004 war er fast zwanzig Jahre lang Außenminister Luxemburgs. Durch seine klare Sprache und teils humorvollen Auftritte erlangte er dabei auch auf europäischer Ebene Bekanntheit. Gerade zum Ende seiner letzten Amtszeit war er aufgrund seiner Erfahrung ein gefragter Gesprächs- und Verhandlungspartner.

    „Was wären wir ohne Europa?“

    Im Podcast spricht er darüber, wie stark gerade kleine Staaten wie Luxemburg auf die europäische Zusammenarbeit angewiesen sind: „Europa ist unsere Garantie, dass wir als souveränes, freies Land existieren können.“ Historisch habe es allein im 20. Jahrhundert zwei Momente gegeben, an dem es kein souveränes Luxemburg mehr gegeben hätte. „Und heute sitzen wir mit am Tisch, wenn es um die Finanzpolitik in Europa geht. Wir können außenpolitisch mitreden.“ Auch andere Staaten würden so von der EU und ihren Werten profitieren, so Asselborn: „Ich glaube, die Deutschen waren nie so demokratisch wie sie es heute sind. Auch durch Europa.“ Durch den Euro sei Deutschland zudem wirtschaftlich stärker geworden.

    Generell unterstreicht Asselborn immer wieder die zentrale Bedeutung des Prinzips der Rechtsstaatlichkeit, hebt allerdings auch konkrete Errungenschaften für junge Menschen hervor, die von Erasmus-Studienaufenthalten profitieren oder im Schengenraum mit nur einem Pass reisen können. Mit Blick auf die EU-Osterweiterung ab 2004 sagt Asselborn: „Die Löhne in diesen Ländern haben sich verdoppelt. 20 Prozent mehr Menschen aus diesen Ländern haben ein Universitätsstudium.“ Die Länder hätten wirtschaftlich und sozialpolitische profitiert. „Das muss man sagen: Das ist ein Erfolg“, so Asselborn.

    „Der Stimmzettel ist der größte Hebel, den man hat in der Demokratie.“

    Die Europawahl am 9. Juni bereitet ihm dennoch große Sorgen. Sie könne entscheidend sein für den Kurs Europas. Entweder blieben Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Respekt vor Minderheiten bestehen – oder es werde ein Zeichen gesetzt, dass die, die Europa eigentlich kaputt schlagen wollen, stärker werden. „Wenn dieses Resultat herauskäme und wenn dann auch noch im November in den USA ein Präsident gewählt wird, der einen sehr negativen Einfluss hätte – mit falschem Patriotismus anstatt Multilateralismus – dann kann es schon gefährlich werden“, sagt Asselborn mit Blick auf die US-Wahl und einen möglichen Sieg von Ex-Präsident Donald Trump.

    Dieser würde dem russischen Präsidenten Putin wohl große Zugeständnisse machen, mit Blick auf die Krim und den Donbass. Zudem bestehe die Gefahr, dass Trump die Nato zerschlagen könnte. „Dann kommt notgedrungen eine Debatte auf uns zu: Wer schützt uns gegen die nuklearen Angriffe der Russen?“ Wie Asselborn als langjähriger Außenpolitiker die europäische Sicherheitspolitik bewertet, die Debatte um eine eigene europäische Atombombe und wie er den Krieg in Gaza betrachtet, darum geht es im weiteren Gespräch mit Carolin Emcke.

    Er hofft jedenfalls auf eine hohe Wahlbeteiligung und viel Engagement von jungen Menschen. In Deutschland können etwa erstmals die 16- und 17-Jährigen an die Urne, was Asselborn mit einem Appell verbindet: „Der Stimmzettel ist der größte Hebel, den man in der Demokratie hat, um die Weichen zu stellen.“

    Empfehlung von Jean Asselborn

    Jean Asselborn möchte in seiner Empfehlung Luxemburg mit Deutschland verbinden. Er empfiehlt das Theaterstück: „Stahltier – Ein Exorzismus“, geschrieben vom luxemburgischen Theaterregisseur Frank Hoffmann. Hoffmann leitete von 2004 bis 2018 als Intendant die Ruhrfestspiele in Recklinghausen, ein bedeutendes Theaterfestival. Sein Werk „Stahltier“ wird nun am Renaissance-Theater Berlin aufgeführt. Es handelt von Leni Riefenstahl, die auf den nationalsozialistischen Propagandaminister Goebbels trifft. Es wirft, laut dem Theater, „Fragen auf zur Integrität und Menschlichkeit des Künstlers in Zeiten der Diktatur.“

    Moderation: Carolin Emcke

    Produktion: Jakob Arnu

    1 hr 27 min
  • Wahl in Indien: Weiter mit Modis nationalistischem Kurs?

    Indien ist die weltweit größte Demokratie. Das Land hat 1,4 Milliarden Einwohner und fast 987 Millionen davon sind wahlberechtigt. Das ist ein Zehntel der Weltbevölkerung. Vom 19. April bis zum 1. Juni können sie ihre Stimme abgeben. Werden sie Narendra Modi nach zehn Jahren Amtszeit wiederwählen? Und um welche Themen geht es bei der Wahl?

    Fest steht: Das Land hat sich zwar im vergangenen Jahrzehnt zu einer Weltmacht entwickelt, doch Minderheiten wie Muslime werden immer stärker bedrängt. Außerdem nähert sich Indien auch Russland und China an. Die Wahlen sind zwar frei, doch der Wahlkampf lief nicht immer ganz neutral ab.

    Darüber spricht Südostasien-Korrespondenten der SZ, David Pfeiffer, in dieser Podcast-Folge. Er berichtet gerade von Indien aus für die SZ über die Wahlen.

    Zum Weiterlesen: Mahua Moitra ist geschieden, trinkt Champagner, geht auf Partys. Und: Sie macht Politik gegen Narendra Modi. Das ist ziemlich verwegen für eine Frau in Indien. David Pfeiffer war mit ihr unterwegs im Wahlkampf.

    Moderation, Redaktion: Léonardo Kahn

    Redaktion: Léonardo Kahn, Vinzent-Vitus Leitgeb

    Produktion: Carolin Lenk

    Zitiertes Audiomaterial über Tagesschau und BJP

    32 min
  • „Verschieben ist verschärfen“ – Hedwig Richter bei Carolin Emcke über die Demokratie in der Klimakrise

    Anfang des Jahres war es erstmals so weit: An zwölf aufeinander folgende Monaten war es mehr als 1,5 Grad wärmer als im vorindustriellen Zeitalter. Forscher des „Global Carbon Project“ haben berechnet, wie viel Zeit beim aktuellen Ausstoß von Treibhausgasen noch bliebe, bis das CO₂-Budget für das 1,5-Grad-Ziel restlos aufgebraucht wäre: sieben Jahre. Viel Zeit bleibt laut den Forschern also nicht, um die Gesellschaft klimaneutral umzubauen. Aber: Politische Willensbildung, Wahlen, Gesetzgebungsprozesse – bis aus einer Idee politisches Handeln wird, dauert es lange. Es scheint, es sei ein Widerspruch zwischen Klimaschutz und Demokratie entstanden. Wie ist es möglich, beides zu erhalten: Klima und liberale Demokratie? Darüber spricht Carolin Emcke in dieser Folge von „In aller Ruhe“ mit der Historikerin und Buchautorin Hedwig Richter.

    Hedwig Richter, 1973 geboren, ist seit 2019 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Sie hat Geschichte, Germanistik und Philosophie in Heidelberg, an der Queen’s University Belfast und an der Freien Universität Berlin studiert. 2008 hat sie an der Universität zu Köln promoviert, 2016 folgte die Habilitation an der Universität Greifswald. Ihre Dissertationsschrift „Pietismus im Sozialismus. Die Herrnhuter Brüdergemeine in der DDR“ wurde mit dem Offermann-Hergarten-Preis der Universität zu Köln ausgezeichnet. Richters Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Demokratie- und Diktaturforschung. Gemeinsam mit dem Journalisten Bernd Ulrich hat sie 2024 „Demokratie und Revolution – Wege aus der selbstverschuldeten ökologischen Unmündigkeit“ publiziert.

    Demokratie in der Krise? „Das gehört dazu“

    In ihrer bisherigen Demokratieforschung habe die Entwarnung immer dazu gehört, sagt Richter. Zum Beispiel beim Thema Polarisierung: „Man muss sich nur daran erinnern, dass es in den 1950er-Jahren fast undenkbar war für ganz viele, dass eine Katholikin einen Protestanten heiratet.“ Viele der Probleme und Krisen, die in einer Demokratie immer wieder neu entdeckt würden, seien vorher auch schon da gewesen. „Ich würde sagen: Demokratien sollen sich immer ein bisschen in der Krise fühlen – das gehört mit dazu.“

    Durch die Beschäftigung mit der Klimakrise habe sich ihr Blick auf das Jetzt allerdings verändert: „Wir sind tatsächlich in einer völlig neuen Situation“, sagt Richter. Mit Blick auf die erheblichen Umwälzungen, die die Klimakrise auslösen könnte – Massenmigration, ökologische Kipppunkte, Extremwetter: „Das finde ich verstörend.“ Durch die Beschäftigung mit der Klimakrise habe sich auch in ihrem Alltag viel geändert: „Meine Normalität hat sich in eine andere Normalität gewandelt.“ Denn die Krisen und Ängste der Vergangenheit seien nicht vergleichbar mit der Klimakrise. War im Kalten Krieg ein Tag, an dem nichts passierte, ein guter Tag, sei das jetzt anders: „Jeden Tag, an dem wir nichts machen, wird es schlimmer. Verschieben ist verschärfen.“ Deshalb schmerze die jahrzehntelange Untätigkeit: „Wenn wir in den Neunzigerjahren angefangen hätten, müssten wir heute nicht so viel und so radikal umstellen“, sagt Richter.

    „Wir brauchen eine neue Radikalität“

    Doch diese nun geforderte Radikalität widerspreche dem, „was wir aus dem 20. Jahrhundert gelernt haben.“ Denn gesellschaftlich habe man sich auf ein demokratisches Selbstverständnis verabredet, dass sich so zusammenfassen lässt: „Wir wollen keine Radikalität mehr, wir brauchen Kompromisse.“ Um aber die Klimakrise zu bewältigen, „brauchen wir eine ganz neue Zeitlichkeit, eine völlig neue Radikalität“. Wichtig sei dabei, dass diese Radikalität vor allem von den „oberen Zweidritteln“ der Gesellschaft komme. Das untere Drittel lebe – bezogen auf den CO₂-Ausstoß – ohnehin so, dass es mit dem Pariser Klimaabkommen im Einklang sei.

    Wie stellt sich Hedwig Richter diese neue Radikalität vor – und was wünscht sie sich von Politik und Bürgern? Was hat die Klimakrise mit Diagnosen amerikanischer Psychotherapeuten zu tun? Das hören Sie in der neuen Folge von „In aller Ruhe“.

    Hedwig Richter empfiehlt:

    Hedwig Richter empfiehlt den Film: „Morgen ist auch noch ein Tag“. Der Film begleitet 1946 eine Frau in Rom, die ihre Rolle in ihrer Familie und der Gesellschaft findet und definiert. Für Hedwig Richter ein „unfassbar interessanter“ Film. Die Historikerin beschäftige sich in ihrer Forschung auch mit der Rolle und Bedeutung der „Hausfrau“. Der Film zeige die Ambivalenz „von der Unterdrückung dieser Frauen, von der Machtlosigkeit, aber auch von der Agency, die sie sich zuschreiben.“

    Moderation, Redaktion: Carolin Emcke

    Redaktionelle Betreuung: Johannes Korsche, Léonardo Kahn

    Produktion: Imanuel Pedersen

    1 hr 13 min
  • Gaming-Plattform Steam: Ein Safe Space für Rechtsextreme?

    2016 tötet ein 18-Jähriger im Münchner Norden neun Menschen. Fast alle von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Kurze Zeit später stellt sich heraus: Der Täter war in rechten Gruppen auf der Gaming-Plattform Steam aktiv und hatte sich dort mit anderen Rechtsextremen vernetzt. Kein Einzelfall.

    Eine SZ-Datenrecherche ist der Frage nachgegangen, was sich seitdem auf und rund um Steam verändert hat. Noch immer sind rechtsextreme Gruppen und Beiträge leicht zu finden. Warum also moderiert Valve, das Unternehmen hinter der Plattform, seine Foren nicht besser? Und warum gelten für Steam nicht dieselben Vorschriften wie für Facebook und Instagram?

    Darüber spricht Vinzent-Vitus Leitgeb mit Leonard Scharfenberg und Alexandra Ketterer, die in den letzten Monaten für die SZ sehr viel Zeit auf Steam verbracht haben.

    Hinweis der Redaktion: Nach der Veröffentlichung dieser Folge haben wir auf Bitte einiger Angehöriger der Opfer des Terroranschlags am OEZ eine Antwort wieder entfernt, weil sie missverständlich war. Steam spielt aus Sicht der Familien eine sehr große Rolle in dem Komplex. Besonders bei den Ermittlungen. Die Familien kritisieren, dass die Behörden die Rolle von Steam nicht ernst genug genommen haben und forderten mehrfach den Rücktritt des bayerischen Innenministers. Eine Frage sei, ob sich der Anschlag in New Mexico verhindern hätte lassen, wenn die bayerische Polizei und das bayerische Innenministerium den Kontakten von David S. auf Steam konsequenter nachgegangen wären und die Tat als früher als rechten Terror eingestuft hätten.

    Die ganze Recherche zu Steam können Sie hier nachlesen.

    Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb

    Redaktion: Alexandra Ketterer, Leonard Scharfenberg

    Produktion: Carolin Lenk

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    37 min

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