Böll.Mitschnitt

Böll.Mitschnitt

By Heinrich-Böll-Stiftung
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Böll.Mitschnitt episodes

  • Willkommen in Deutschland! Die Zukunft der Einwanderungsgesellschaft

    In den letzten Jahren ist in Deutschland sowohl die Zahl der Schutzsuchenden als auch der Einwanderung insgesamt deutlich gestiegen. Deutschland gehört heute neben den Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien zu den wichtigsten Einwanderungsländern der OECD-Staaten. 2014 wanderten etwa 450.000 Menschen in die Bundesrepublik ein. Der weitaus größte Teil der Einwanderer/innen kommt aus europäischen Ländern, meist als Arbeitsmigrant/innen. Auch die Zahl der Flüchtlinge ist in den letzten Jahren stark gestiegen.

    Einwanderung und gesellschaftliche Vielfalt werden die Bundesrepublik auch in Zukunft prägen. Damit gehen Ängste vor unerwünschten Veränderungen einher. Kurzfristig müssen zudem die aktuellen Zuwanderungen bewältigt werden, während der demografische Wandel und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die sozialen Sicherungssysteme eine weitsichtige Zuwanderungspolitik erfordern. Die Fragen, auf die Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gemeinsam eine Antwort finden müssen, lauten: Wie kann Deutschland unter den Bedingungen der aktuellen starken Zuwanderung eine nachhaltige Einwanderungspolitik entwickeln? Und welche Willkommenskultur braucht Deutschland; welches Angebot wird Zuwanderern gemacht, sich ganz selbstverständlich mit Deutschland als ihrer neuen Heimat zu identifizieren?

    Die Heinrich-Böll-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung laden ein, diese Fragen mit Katrin Göring-Eckart und Peter Tauber zu diskutieren.

    - Ralf Fücks - Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung / Dr. Petra Bahr - Leiterin der Hauptabteilung Politik und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung

    - Impulsvortrag I - Migration in Deutschland, Europa, global – Trends und Wirkungen - Dr. Steffen Angenendt - Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)

    - Impulsvortrag II - Auf dem Weg zum Einwanderungsland - Dr. Cornelia Schu - Geschäftsführerin Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR)

    - Podiumsgespräch - Katrin Göring-Eckardt MdB - Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen & Dr. Peter Tauber MdB - Generalsekretär der CDU
    Moderation: Ali Aslan TV-Moderator und Journalist

    2 hr 6 min
  • Ich sehe was, was Du nicht siehst! Krisen früh erkennen, zivile Prävention stärken

    Es mangelt nicht an Hinweisen auf sich anbahnende Krisen. Doch werden sie von den Entscheider/innen oft zu spät wahrgenommen oder werden nicht hinreichend auf zivile, frühzeitige Interventionsmöglichkeiten hin untersucht. Gleichzeitig erfahren lokale und internationale Akteure der Zivilgesellschaft vor Ort häufig nicht die notwendige Unterstützung, um Friedenspotentiale rechtzeitig nutzen zu können. Krisenprävention braucht den systematischen, langfristigen Ausbau von Präventionsinstrumenten über Ressortgrenzen hinweg.

    Über welche zivilen Fähigkeiten zur Konfliktprävention verfügt Deutschland, um wirksam konfliktpräventiv handeln zu können? Welche Krisenfrüherkennungspotentiale bestehen in den Ministerien, wie sind sie vernetzt und wo und wie werden sie auf zivile Interventionsmöglichkeiten hin untersucht? Wie lässt sich die Krisenfrüherkennung ausbauen, um schnell passgenaue zivile Maßnahmen auf Gewaltpotentiale entwickeln und umsetzen, damit aus „early warning“ „civil early action“ wird.

    Die Veranstaltung bietet ein Gegengewicht zur Debatte um Fähigkeiten der Bundeswehr. Sie soll dazu beitragen, die notwendigen zivilen Präventionskapazitäten zu benennen, zu quantifizieren und ihnen somit als realistisches Instrument der Politikgestaltung Gewicht zu verleihen.

    Mit:
    - Tom Koenigs, MdB Bündnis 90/Die Grünen
    - Dr. Martina Fischer, Friedensforscherin, Programmdirektorin Berghof Foundation,
    - Rüdiger König, Abteilungsleiter Krisenprävention, Auswärtiges Amt
    - Moderation: Oliver Knabe, Geschäftsführer Forum Ziviler Friedensdienst


    Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Forum Ziviler Friedensdienst im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Krisenprävention im Kontext deutscher Außen- und Friedenspolitik“.

    1 hr 57 min
  • Radical Ecological Democracy: Towards Human Well-being with Sustainability and Equity

    Mit Ashish Kothari (Kalpavriksh & Greenpeace, Indien)




    Die wachsende Erkenntnis, dass das aktuelle wirtschaftliche Entwicklungsmodell auf unbegrenztem, nicht-nachhaltigem Wachstum und Ungerechtigkeit angelegt ist, erfordert die Suche nach Alternativen. Bereits existierende Ansätze einer "grünen" Wirtschaft beziehen sich meist auf technische oder organisatorische Lösungen, ohne die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen grundlegend in Frage zu stellen, die das Problem in erster Linie verursacht haben. Und ohne eine Alternative zum "Wachstumsparadigma" als dominanter wirtschaftliche Ideologie von heute zu diskutieren.



    Gibt es alternative Konzepte zu einer wirklich nachhaltigen und gerechten Zukunft? Was muss getan werden, um den Übergang in eine solche Zukunft zu ermöglichen?



    Der Vortrag wird versuchen, diese Fragen zu beantworten und stellt das alternative Konzept „Radikale Ökologische Demokratie“ vor. Es ist aus unzähligen ‚grassroot‘-Initiativen in vielen Teilen der Welt entstanden und setzt sich mit alternativen Formen des Regierens, der Produktion, Verteilung und des Konsumverhaltens auseinander. Die Präsentation wird verschiedene Beispiele für solche Initiativen - vor allem - aus Indien vorstellen.



    Das Konzept „Ökologische Demokratie“ konzentriert sich auf das Wohlbefinden und die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse durch direkte Demokratie und lokal ausgerichtete Wirtschaftsformen, die eingebettet sind in ökologische und kulturell vielfältige Zusammenhänge und die ohne zentralisierte Geldmonopole auskommen. Es geht um die Idee menschlichen „Wohlstands“, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen entspricht und qualitative Werte wie Zufriedenheit und soziale Sicherheit gewährleistet, demokratischen Zugang zu Wissen und Bildung, sowie kulturelle Vielfalt und Austausch ermöglicht. Dieser Ansatz schlägt eine Mischung aus Lokalisierung und Globalisierung vor, wobei sich die Lokalisierung an den früheren Versorgungsgemeinschaften mit der wesentlichen Kontrolle über die Produktionsmittel, Verbrauch, Handel und Lebensunterhalt orientiert und die Globalisierung in diesem Sinne Möglichkeiten zu interkulturellem Austausch und gegenseitigem Lernen meint.



    Mitschnitt der Veranstaltung vom 18. Mai 2015 in der Heinrich-Böll-Stiftung

    1 hr 37 min
  • Feminismus, selbstverständlich! Aus der Praxis lateinamerikanischer Aktivistinnen

    Zweisprachiger Audiomitschnitt (Deutsch-Spanisch) der Veranstaltung vom 13. April in der Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen des Schwepunkts "Lateinamerika gegen den Malestream? Geschlechterdemokratie unter der Lupe" (https://www.boell.de/de/lateinamerika-malestream-gender)




    Ob Gewalt und Unsicherheit, Umweltzerstörung oder Klimawandel, schon lange mischen sich Feministinnen in die gesamtgesellschaftlichen Debatten zu den großen Herausforderungen Lateinamerikas ein. Dabei konzentrieren sie sich nicht allein auf frauenspezifische Themen, sondern suchen nach übergreifenden Analysen und Politikvorschlägen - aus feministischer Perspektive.



    Feministische Aktivistinnen sind aus der politischen und zivilgesellschaftlichen Arena Lateinamerikas nicht mehr wegzudenken. Sie agieren in lesbisch-feministischen Kollektiven, themenorientierten Nichtregierungsorganisationen, in Gewerkschaften, in der Schwarzen oder Indigenen Bewegung, an Universitäten, bei politischen Parteien, im Staatsapparat oder in der Entwicklungszusammenarbeit. Ihre Ansätze, Ziele und Strategien unterscheiden sich - ein feministisches „Wir“ gibt es eigentlich nicht.



    Gemeinsame Kämpfe und Forderungen nach einer anderen, geschlechtergerechten Gesellschaft dieser Akteur/innen und Bewegungen waren jedoch entscheidend, um Menschen- und speziell Frauenrechte auf dem Kontinent zu stärken. Ohne sie stünden die Staaten frauenpolitisch und gesamtgesellschaftlich an einem ganz anderen Punkt. Viele nationale Politikansätze stützen sich heute auf Konzepte und Ideen des Feminismus oder nehmen die Lebensrealitäten der Frauen in den Fokus.



    Das sollte jedoch nicht dazu verleiten, voreilige positive Schlüsse über Frauenrechte, Geschlechter- und soziale Gerechtigkeit auf dem Kontinent des Machismo zu ziehen. Patriarchale, sexistische und rassistische Werte und Normen prägen noch immer den Alltag vieler Lateinamerikaner/innen. Werte, die auch in aktuellen gesellschaftlichen Debatten präsent sind. Gewalt und Sicherheit ist keinesfalls ein „frauenspezifisches Thema“, Diskussionen über Rohstoffausbeutung und Klimawandel sind alles andere als „geschlechterneutral“. Oft reproduzieren diese Debatten - gewollt oder ungewollt - Geschlechterklischees und -stigmatisierungen, die manchmal nur zwischen den Zeilen zu entdecken sind.



    Wie können feministische Perspektiven weiterhin in gesellschaftliche Räume eingebracht werden? Diese Frage stellen wir unseren Referentinnen, die selbst in feministischen Organisationen in Peru und Mexiko arbeiten.



    Wir wollen wissen: Zu welchen Themen arbeiten ihre Organisationen, zu welchen nicht (mehr)? Wie hat sich ihre Arbeit mit den gesellschaftlichen Realitäten gewandelt? Was können feministische Organisationen gut, oder sogar besser als andere soziale Akteur/innen? Welche Bedeutung hat der Feminismus heute für die lateinamerikanische Gesellschaft? Welche Impulse geben lateinamerikanische Feminist/innen ihren internationalen Mitstreiter/innen?



    Mit:

    •Lucía Lagunes Huerta (Comunicación e Información de la Mujer CIMAC, Mexiko)

    •Liz Meléndez (Centro de la Mujer Peruana Flora Tristán, Peru)



    Moderation: Elisabeth Tuider (Uni Kassel)



    Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Brot für die Welt



    Foto: Gaelx, Lizenz: CC-BY-SA (flickr)

    1 hr 38 min
  • Wie geschlechterblind ist das Völkerstrafrecht?

    Zweisprachiger Audiomitschnitt (Deutsch-Spanisch) der Veranstaltung "Wie geschlechterblind ist das Völkerstrafrecht? Zum justiziellen Umgang mit sexualisierter Kriegsgewalt in Kolumbien" vom 4. Mai in der Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen des Schwepunkts "Lateinamerika gegen den Malestream? Geschlechterdemokratie unter der Lupe" (www.boell.de/de/lateinamerika-malestream-gender)

    Alle sechs Tage wurde 2013 eine Frau im bewaffneten Konflikt in Kolumbien vergewaltigt. In den Jahren zwischen 2010 und 2012 waren mehr als die Hälfte der Täter staatliche Akteure. Diese Form der Gewalt und ihr Ausmaß dürfen nicht als „übliche Begleiterscheinung“ in Konflikten verharmlost und abgetan werden: Die sexualisierte Gewalt spiegelt auch die Diskriminierung von Frauen und Mädchen aller Altersgruppen im kolumbianischen Alltag wider und potenziert sich im bewaffneten Konflikt um ein Vielfaches.

    Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind Verbrechen, die die internationale Gemeinschaft als Ganzes berühren und „den Frieden, die Sicherheit und das Wohl der Welt“ gefährden. Zu diesen Verbrechen gehört auch sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt in Konfliktgebieten, über deren Ausmaß und systematischen Einsatz immer häufiger berichtet wird. Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs hat 2002 in seinen Definitionen die verschiedenen Gewaltformen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt als Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit als anerkannten Straftatbestand im Völkerstrafrecht kodifiziert. Auch zahlreiche Dokumentationen und Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (VN) betonen die negativen Auswirkungen solcher Gewalt auf Frieden und Sicherheit. Der Sicherheitsrat verpflichtet alle VN-Mitgliedstaaten ausdrücklich, konfliktbezogene sexualisierte Gewalt strafrechtlich zu verfolgen. Er erkennt damit an, dass ein Ende der Straflosigkeit solcher Taten für dauerhaften Frieden, Gerechtigkeit, Wahrheit und nationale Aussöhnung unerlässlich ist. Und doch werden die wenigsten Täter wegen sexualisierter Gewalt verurteilt.

    Woran liegt das? Fehlen Strategien zur Aufarbeitung sexualisierter Kriegsgewalt oder ermitteln die Behörden nur mangelhaft? Stehen Gerichte und Strafverfolgungsbehörden bei Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht immer vor etlichen Hindernissen, die eine erfolgreiche Verurteilung der Gewalttäter - insbesondere mächtiger staatlicher Akteure – fast unmöglich machen? Reichen die Normen und Regeln des Römischen Statuts aus, um alle Straftäter für alle Taten gleichermaßen zur Verantwortung zu ziehen? Ist es tatsächlich nötig, bei (Vor-) Ermittlungen, Gerichtsverfahren und Entschädigungsverfahren zwischen der Art der Tat zu differenzieren?

    Diese Fragen wollen wir mit Völkerstrafrechtler/innen und Frauenrechtsaktivistinnen aus Lateinamerika und Europa diskutieren. Als konkretes Beispiel dient die juristische Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im bewaffneten Konflikt in Kolumbien.



    Mit:
    •Viviana Rodríguez Peña (SISMA Mujer, Kolumbien)
    •Dr. Annelen Micus (ECCHR, Berlin)
    •Dr. Boris Burghardt (Humboldt Universität zu Berlin)

    Moderation: Bernd Pickert (taz)

    Foto: marie-II / Lizenz:CC-BY-NC-SA (flickr)

    1 hr 35 min
  • Flucht nach Europa: Seenotrettung und Alternativen zu Dublin III

    Im April ertranken innerhalb von acht Tagen schätzungsweise 1.600 Menschen auf dem Weg von Libyen nach Europa im Mittelmeer. Die menschlichen Tragödien riefen erneut die Forderung nach einer humaneren Flüchtlingspolitik auf den Plan: Die EU muss das Sterben an ihren Außengrenzen beenden und legale, gefahrenfreie Wege für Flüchtlinge öffnen.




    In der Kritik steht jetzt auch der beim Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel verabschiedete 10-Punkte-Plan: Dieser bedeutet im Wesentlichen eine Fortsetzung der restriktiven Migrationspolitik der letzten Jahre. Der von der EU verantwortete und neuerlich aufzustockende Frontex-Einsatz „Triton“ bleibt im Einsatzgebiet auf die Küsten Europas und im Charakter vorrangig auf Abwehr von Flüchtlingsbooten beschränkt. Eine zivile und effektive europäische Seenotrettung analog zur italienischen Operation „Mare Nostrum“, die 2014 ca. 160.000 Migrant/innen vor dem Ertrinken rettete, dann aber aus Finanzierungsnot eingestellt wurde, ist damit noch nicht in Sicht.



    Doch auch für die Flüchtlinge und Migrant/innen, die nach Europa gelangen, muss Verantwortung übernommen und geteilt werden. Italien und Griechenland, wohin die meisten über das Mittelmeer gelangen, fordern eine gerechtere Lastenverteilung. Gleichzeitig kommen gerade Länder mit EU-Außengrenzen ihrer Verantwortung für einen angemessenen und den EU Standards entsprechenden Umgang mit den Migrant/innen nicht nach: Schutzsuchende werden systematisch nach ihrer Einreise inhaftiert und unter untragbaren Zuständen in Lagern gehalten. Oder sie werden auf die Straße entlassen, wo sie als illegale Obdachlose leben müssen und häufig Opfer von Gewalt und Übergriffen werden. Schaffen es Flüchtlinge und Migrant/innen, in andere EU-Staaten wie etwa Deutschland weiterzuziehen, droht ihnen die Abschiebung in das Erstaufnahmeland, so wie es die Dublin-Verordnung vorsieht.



    Mit dieser Debatte bietet die Heinrich Böll Stiftung aktuelle Informationen zur Situation im Mittelmeer und eine Debatte über Möglichkeiten einer effizienten und finanzierbaren Seenotrettung sowie Alternativen zum Dublin-System.



    Mit:



    Ska Keller, Stellvertretende Vorsitzende und migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Europäischen Parlament, Brüssel

    Selmin Çalışkan, Generalsekretärin Amnesty International Deutschland



    Moderation: Christian Jakob, die tageszeitung



    Sprache: Deutsch/Italienisch (mit Simultan-Übersetzung)



    Mitschnitt der Veranstaltung vom 7.Mai 2015 in der Heinrich-Böll-Stiftung



    Foto: Kirsten Maas-Albert / CC-BY-SA

    1 hr 43 min
  • Green Lecture zu TTIP und CETA mit Maude Barlow

    In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern schlagen die Wellen der Entrüstung über die geplanten Handelsabkommen mit den USA (TTIP) und Canada (CETA) hoch. Nicht nur finden die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen statt und erfährt die Öffentlichkeit nur Häppchenweise, was zwischen den Vertretern der Staaten abgesprochen wird - auch die Inhalte der Verhandlungen – soweit sie denn Bekannt sind – werden von vielen europäischen Bürgerinnen und Bürgern nicht unterstützt.




    Um die Verhandlungen zu stoppen haben sich mehr als 1.5 Millionen Menschen in verschiedensten europäischen Ländern für eine Europäische Bürgerbewegung ausgesprochen. Der aber wurde im September 2014 die formale Zulassung von der Europäischen Kommission verweigert.



    Doch auch in den USA und Canada wehren sich Menschen gegen TTIP und CETA. Wie sich die sozialen Bewegungen jenseits des Atlantiks aufstellen, wie erfolgreich sie sind und welche großen Themen der Mobilisierung sie aufgreifen präsentiert an diesem Abend Maude Barlow, nationale Vorsitzende der größten Bürgerrechtsorganisation Kanadas „The Council of Canadians“.



    Gemeinsam diskutieren Katharina Dröge, Sprecherin für Wettbewerbspolitik der Grünen Bundestagsfraktion, Maude Barlow vom Council of Canadians und Shefali Sharma von Institute for Agriculture and Trade Policy die Folgen, die TTIP und CETA für die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks haben werden, sowie Formen, Möglichkeiten und Grenzen des gemeinsamem Widerstandes und der Einmischung.



    Die Aktivistin für Handels- und Gerechtigkeitsfragen Maude Barlow ist nationale Vorsitzende von The Council of Canadians, der größten Bürgerrechtsorganisation Kanadas, sowie Mitbegründerin des Blue Planet Projekts. Letzteres arbeitet weltweit daran, Wasser als öffentliches Gut zu erhalten. Mit ihr wollen wir darüber diskutieren, welche Rolle soziale Bewegungen heute spielen. Wie haben sich soziale Bewegungen in Kanada und Nordamerika entwickelt? Wie können sich soziale Bewegungen besser organisieren, um gehört zu werden?



    Mit:



    Maude Barlow, Council of Canadians

    Katharina Dröge, Sprecherin für Wettbewerbspolitik der Grünen Bundestagsfraktion

    Shefali Sharma, Institute for Agriculture and Trade Policy

    Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung

    2 hr 1 min
  • Konkrete Utopien: Ist analog das neue Bio?

    Soviel steht fest: Die digitale Revolution hat auf ganzer Linie gesiegt; bis in die letzte Faser durchdringen ihre Errungenschaften das Gewebe unseres Alltags. Allerdings ahnen wir spätestens seit den Enthüllungen Edward Snowdens, dass die digitale Moderne auch Probleme erzeugt: von der totalen Überwachung des Einzelnen durch Geheimdienste und Unternehmen über Cybermobbing bis zum Phänomen des Shitstorms.




    Als Reaktion darauf meiden immer mehr Menschen die Neuen Medien. Sie nutzen kein Smartphone, sie schreiben keine Emails mehr sondern Briefe, zahlen bar statt mit der Kreditkarte, löschen den Facebook-Account und treffen Freunde im Café. Der Politikwissenschaftler Andre Wilkens analysiert für uns die neue Sehnsucht nach dem Analogen.





    Andre Wilkens wurde 1963 in Ostberlin geboren. Der studierte Politikwissenschaftler hat viele Jahre in Brüssel, London, Turin und Genf gelebt und dort für die EU, Stiftungen und die UNO gearbeitet. Nach fast 20 Jahren ist er nach Berlin zurückgekehrt, wo er mit seiner deutsch-englischen Familie lebt und für eine Stiftung arbeitet. Sein Buch „Analog ist das neue Bio“ ist am 9. März 2015 im Metrolit-Verlag erschienen.





    Mit:



    Andre Wilkens, Autor des Buches "Analog ist das neue Bio"

    Michael Knoll, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Berlin



    Moderation: Peter Siller, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin



    Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.







    Über die Reihe:

    Lange Zeit stand der Utopiebegriff für eine zukünftige Tröstung, für eine Art vorwärtsgewandtes Heimweh. Während der letzten Jahrzehnte ist „Utopie“ mehr und mehr zu einem spöttischen Schlagwort für sozialromantische Vorstellungen geworden. Hier setzt die Reihe „Was du nicht siehst. Konkrete Utopien“ an. Wir betrachten Techniken, Ideen und soziale Praxen, die sich noch im Larvenstadium befinden, die aber das Gesicht der Welt radikal verändern könnten.

    1 hr 40 min
  • Projekt Aufarbeitung - Die Grünen und ihr Umgang mit sexualisierter Gewalt - Teil 2

    Die Forderung nach Straffreiheit von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern findet sich in Programmen der Partei "Die Grünen" aus den 1980er Jahren. Diese Erkenntnis schockt die Öffentlichkeit und die „Pädophilie-Debatte“ der Grünen wird zum zentralen Thema der Medien im Sommer 2013. Im November 2014 wird das von der Partei Bündnis90/Die Grünen beauftragte Gutachten „Die Grünen und die Pädosexualität“ unter großem medialem Echo veröffentlicht. Die Studie stellt die o.g. Forderungen in einen zeithistorischen Kontext sexueller Befreiung und Revolution. Auch werden kritische Gegendiskurse von Feminist_innen hervorgehoben. Zeitgleich legt die parteiinterne Arbeitsgruppe Aufarbeitung erste Ergebnisse vor.

    Wie geht es weiter? Welche Schlüsse zieht die Partei für den Umgang mit dem Thema? Wie kann die Bekämpfung sexualisierter Gewalt als gesellschaftspolitische Aufgabe gestaltet werden?

    In der Veranstaltung werden Grüne Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und Expert_innen aus der praktischen Arbeit diese Fragen diskutieren und Antworten geben.

    u.a. mit:

    Dr. Simone Peter (Bundesvorsitzende Bündnis90/Die Grünen)
    Alexander Hensel (Göttinger Institut für Demokratieforschung)
    Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauches)
    Dr. Milena Noll (Goethe Universität Frankfurt/M.)
    Dagmar Freudenberg (Deutscher Juristinnenbund)
    Katja Dörner (Bündnis90/Die Grünen NRW)
    Iris Hölling (Wildwasser, Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. )
    Volker Beck (MdB, Bündnis90/Die Grünen)

    19.00 - Panel
    Historische Verantwortung nutzen - was ist zu tun?
    Politik kann gestalten und gesellschaftliche Räume und Strukturen beeinflussen. Daher kommen im zweiten Panel Expert_innen aus der praktischen Arbeit mit Betroffenen zu Wort: Wie funktionieren Hilfestrukturen für Betroffene sexualisierter Gewalt und Angebote präventiver Arbeit in Deutschland? Wo gibt es Lücken und weitere Bedarfe? Ist die Gesetzeslage ausreichend?

    Input zur rechtlichen Situation:

    Dagmar Freudenberg (Juristinnenbund e.V.) b

    Gesprächsrunde mit:

    Dagmar Freudenberg (Staatsanwältin, Juristinnenbund e.V.)
    Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs)
    Katja Dörner (MdB, Bündnis90/Die Grünen)
    Iris Hölling (Wildwasser e.V.)
    Angelika Oetken (Sprecherin des Betroffenenbeirates des EHS, Ergänzendes Hilfesystem für Betroffene sexuellen Missbrauchs)

    Moderation:
    Dr. Christine Schwarz, Leibniz Universität Hannover

    0 min
  • Projekt Aufarbeitung - Die Grünen und ihr Umgang mit sexualisierter Gewalt - Teil 1

    Die Forderung nach Straffreiheit von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern findet sich in Programmen der Partei "Die Grünen" aus den 1980er Jahren. Diese Erkenntnis schockt die Öffentlichkeit und die „Pädophilie-Debatte“ der Grünen wird zum zentralen Thema der Medien im Sommer 2013. Im November 2014 wird das von der Partei Bündnis90/Die Grünen beauftragte Gutachten „Die Grünen und die Pädosexualität“ unter großem medialem Echo veröffentlicht. Die Studie stellt die o.g. Forderungen in einen zeithistorischen Kontext sexueller Befreiung und Revolution. Auch werden kritische Gegendiskurse von Feminist_innen hervorgehoben. Zeitgleich legt die parteiinterne Arbeitsgruppe Aufarbeitung erste Ergebnisse vor.




    Wie geht es weiter? Welche Schlüsse zieht die Partei für den Umgang mit dem Thema? Wie kann die Bekämpfung sexualisierter Gewalt als gesellschaftspolitische Aufgabe gestaltet werden?



    In der Veranstaltung werden Grüne Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und Expert_innen aus der praktischen Arbeit diese Fragen diskutieren und Antworten geben.



    u.a. mit:



    Dr. Simone Peter (Bundesvorsitzende Bündnis90/Die Grünen)

    Alexander Hensel (Göttinger Institut für Demokratieforschung)

    Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauches)

    Dr. Milena Noll (Goethe Universität Frankfurt/M.)

    Dagmar Freudenberg (Deutscher Juristinnenbund)

    Katja Dörner (Bündnis90/Die Grünen NRW)

    Iris Hölling (Wildwasser, Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. )

    Volker Beck (MdB, Bündnis90/Die Grünen)



    16:30 - Begrüßung und Einführung

    Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung



    16.40 - Panel

    Die Frage nach dem Warum? und nach den Konsequenzen

    Besonders jüngere Menschen fragen: Wie konnte es jemals zu diesen aus heutiger Sicht völlig abwegigen pädosexuellen Forderungen kommen? Warum waren die Grünen offen dafür? Weshalb stand die Perspektive der Betroffenen nicht im Zentrum? Welche feministischen und frauenpolitischen Gegendiskurse gab es?

    Und: Wie hat die Grüne Partei das Thema aufgearbeitet und welche Konsequenzen zieht sie daraus?

    2 hr 3 min