Auf der Liste der Staaten, die auf Kernenergie setzen, hält Frankreich Platz 3, hinter den Vereinigten Staaten und China. Gut 65 Prozent des heute im Land erzeugten Stroms stammt aus Atomreaktoren.
Die schwere Havarie des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima, im März 2011, sorgte auch in der französischen Atomindustrie für Flaute und Krisenstimmung. Als ein Jahr später der Sozialist François Hollande Staatspräsident wurde, gab er an, bis 2050 den Anteil der Kernenergie am Strommix auf 50 Prozent reduzieren zu wollen. Das hätte das Aus für bis zu 20 der 58 Meiler des Atomstromparks bedeutet. Abgeschaltet wurden de facto lediglich die zwei Reaktoren im elsässischen Fessenheim. Und vor vier Jahren kündigte Hollandes Nachfolger, Emmanuel Macron, den Bau neuer Reaktoren an. Gefördert werden nun auch 'innovative' Anlagen, sogenannte SMR - small modular reactor. Ein Appell an Start-ups. Ein Bruch mit der bisherigen Politik im Bereich Kernenergie-Produktion, der bislang in der Hand staatlicher Unternehmen liegt. Das Programm läuft unter dem Titel 'le nouveau nucléaire' – 'die neue Kernkraft'. Suzanne Krause hat recherchiert, wie es um die Umsetzung bestellt ist und welche Fragen der potenzielle Einstieg privater Anbieter in die Atomstromproduktion aufwirft.