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Unser Tag beginnt extrem früh: Bereits kurz vor 5:00 Uhr morgens ist unser kleiner Valentin wach. Auch Hündin Mila plagt ein unruhiger Magen – sie hat das gekaufte Hundefutter von Tesco verschmäht und nun Hunger, weshalb ihr Magen laut gluckert und sie fiept. Beim Versuch, Mila draußen etwas Futter zu geben, werden wir schließlich alle wach. Nach ersten Versuchen mit einem anderen Hundefutter von der Marke Butcher, aufgepimpt mit etwas Crème fraîche und Leckerlis, frisst Mila schließlich.
Durch das eingeschaltete Handylicht beim Füttern wird Valentin jedoch endgültig munter. Die Belohnung für unseren frühen Start lässt aber nicht lange auf sich warten: Ein spektakulärer Farbwechsel am Himmel kündigt eine Stunde vor Sonnenaufgang eine wunderschöne Kulisse an den Klippen der Bridges of Ross an. Nach einer Mütze Schlaf am Morgen erwacht der Stellplatz langsam, und gegen 9:00 Uhr sind bereits fast alle anderen Camper abgereist.
Interessante Begegnungen auf dem Stellplatz
Beim anschließenden Frühstück gesellt sich ein älterer Herr – ein pensionierter Lehrer – in einem Bimobil auf Mercedes-Basis mit Allradantrieb zu uns. Er entpuppt sich als absoluter Irland-Veteran, der bereits sieben- oder achtmal auf der Insel unterwegs war. Er verbringt seine Winter in einem Ferienhaus bzw. einer Mietwohnung in der Türkei, reist den Sommer über mit seinem Wohnmobil durch Europa und nutzt den aktuellen Trip vor seinen Arztterminen in Deutschland für eine mehrwöchige Irland-Runde.
Im Gespräch gibt er uns wertvolle Tipps für Freisteh- und Stellplätze entlang des Wild Atlantic Way sowie für Nordirland und erlaubt uns sogar einen Blick in das Innere seines zehn Jahre alten Gefährts.
Parallel lernt meine Partnerin die Besitzerin eines mobilen Kaffeewagens kennen. Die Dame entpuppt sich als Pflegeheim- bzw. Pflegemutter („Foster Mom“), die in Kürze ein erst zehn Tage altes Baby aufnehmen wird, und sammelt morgens ehrenamtlich Müll an den Klippen auf. Sie gibt uns wertvolle lokale Tipps für Spielplätze in der Nähe.
Eigentlich wollten wir am Morgen einen begehrten Campingplatz in Doonbeg (Dunbeg) direkt am Strand buchen. Als der Platz um 9:00 Uhr jedoch bereits ausgebucht ist, weichen wir auf den Nagles Campingplatz in Doolin aus. Der Preis von etwa 40 € pro Nacht beinhaltet Strom, für die Dusche fallen zusätzlich 1 € pro 10 Minuten an.
Nach dem Aufbruch zum nahegelegenen Leuchtturm (Loop Head Lighthouse) fällt meiner Partnerin ein, dass die gefüllten Hundekotbeutel von Milas morgendlichen Geschäften an der vorherigen Haltestelle liegen geblieben sind. Um die Umwelt sauber zu halten, drehen wir mit dem Wohnmobil kurzfristig um, sammeln die Beutel ein und setzen unsere Fahrt fort.
Überraschungshit: Die spektakulären Kilkee Cliffs
Auf Anraten des Bimobil-Fahrers weichen wir von der Hauptstraße ab und folgen der Küstenroute in Richtung Kilkee. Dort steuern wir das Wild Atlantic Way Discovery Point-Ziel an: die Kilkee Cliffs.
Die Kilkee Cliffs erweisen sich als echtes Highlight unserer Etappe:
Keine Gebühren: Im Vergleich zu den berühmten Cliffs of Moher gibt es hier weder Schranken noch Parkgebühren.
Wenig Betrieb: Die Klippen sind kaum besucht; wir haben die atemberaubende Kulisse aus grünem Gras, tosendem Atlantik und faszinierenden Felsformationen fast für uns alleine.
Historische Spuren: Auf den Wiesen ist mit Steinen der Schriftzug „ÉIRE 45“ aus dem Zweiten Weltkrieg als Navigationssignal für Flugzeuge gelegt.
Ankunft und kleine Reparatur am Nagles Campingplatz
Nach der kühlen, aber sonnigen Erkundungstour verstauen wir Valentin schnell im Kindersitz und machen uns auf den Weg zu unserem gebuchten Platz. Am Nagles Campingplatz angekommen nutzen wir die Zeit nach dem Einrichten nicht nur zum Durchschnaufen, sondern legen auch direkt Hand an: Eine anstehende kleine Reparatur am Wohnmobil wird vor Ort erledigt, damit für die nächsten Etappen entlang der Küste wieder alles voll einsatzbereit ist.
In dieser 55. Podcastfolge nehmen wir euch mit auf unsere Reise vom Bahnhofsparkplatz in Limerick zurück an die Atlantikküste entlang des berühmten Wild Atlantic Way.
Unruhige Nacht und der Morgen in Limerick
Während die Nacht auf dem Parkplatz für einen Teil von uns sehr ruhig verlief, war die Nacht für die andere Seite alles andere als erholsam: Valentin hielt seine Mama fast die gesamte Nacht auf Trab. Trotz des Schlafmangels ging der Tag los. Auf dem Parkplatz nutzte Valentin direkt seine neueste Entdeckung – den mitgebrachten Klapphocker, auf den er sich vor die Spüle stellt, um perfekt ans Waschbecken zu kommen.
Frühstücks-Schnäppchen & Lidl-Jumbo-Packs
Bevor es weiterging, nutzten wir die App Too Good To Go. Für nur 3,79 € sicherten wir uns eine reichhaltige Portion Frühstücksbuffet aus dem nahegelegenen 4-Sterne Clayton Hotel Limerick (wo eine reguläre Übernachtung aktuell rund 275 € kosten sollte). Das Paket bot ein klassisches Full Irish Breakfast mit Eiern, Tomaten, Tater Tots (Kartoffelstückchen), Pilzen, Black & White Pudding, Würstchen und Bacon. Direkt um die Ecke ging es weiter zum Lidl: Dort deckten wir uns mit günstigem Windeln-Nachschub ein – drei große Jumbo-Pakete für je ca. 10 € (statt regulär 16,50 €), was ein absoluter Top-Deal war!
Besuch von Bunratty Castle & Folk Park
Nach kurzer Fahrt erreichten wir das Bunratty Castle & Folk Park (Freilichtmuseum). An der Kasse zahlten wir 20 € für den regulären Eintritt sowie 14,50 € für den Studententarif, während Valentin und Hund Mila kostenlos mit aufs Gelände durften.
Das imposante Castle selbst erwies sich als echtes Labyrinth:
Geschichte & Wiederaufbau: Die Burg war früher eine Ruine mit eingestürztem Dach, wurde ab 1956 übernommen, restauriert und 1960 für die Öffentlichkeit freigegeben. Später übernahm die Flughafengesellschaft des Shannon Airports den Komplex, bevor er nach Umsatzeinbußen in der Corona-Zeit an das Clare County Council ging.
Erkundung der Burg: Da Hunde in der Burg nicht erlaubt sind (was aufgrund der extrem engen und steilen Wendeltreppen absolut verständlich ist), erkundeten wir das Gebäude nacheinander. Die Räume sind liebevoll mit gesammeltem Mobiliar eingerichtet und vermitteln ein authentisches Gefühl für das frühere Leben. Durch die engen Gänge, steilen Stufen und labyrinthartigen Wege kam es zwar zu kleineren Staus auf den Treppen, aber die Aussicht von den Zinnen und das Entdecken versteckter Räume (wie dem Bankettzimmer) entschädigten für alles!
Weiterreise über Kilrush zu den Bridges of Ross
Nach dem Kulturstopp setzten wir unsere Reise fort und fuhren weiter über Kilrush in Richtung der Küste. Ziel waren die spektakulären Bridges of Ross – beeindruckende natürliche Felsbrücken, die dramatisch in den Atlantik ragen. Ein fantastisches Naturerlebnis und der perfekte Abschluss eines ereignisreichen Tages an der Atlantikküste!
In der 54. Folge nehmen wir euch mit auf unsere Weiterreise durch Irland und berichten von unseren Erlebnissen in Castleisland sowie der historischen Stadt Limerick.
Nacht auf dem hell erleuchteten Parkplatz in Castleisland
Wir starten die Episode mit Rückblicken auf unsere Nacht auf dem Parkplatz bei Castleisland. Unser Stellplatz nahe den örtlichen Sportstätten war nachts durch Flutlicht extrem hell beleuchtet und mit Kameras überwacht, was uns allerdings auch ein hohes Sicherheitsgefühl gab. Trotz des hellen Lichts durch unsere Dachluken hatten wir eine ruhige und ungestörte Nacht.
Morgendliche Handwerksarbeiten am Wohnmobil & Frühstück
Bevor der große Ansturm auf das Freizeitzentrum begann, standen am Morgen einige Reparaturen an unserem Wohnmobil an:
Scheinwerferglühbirne: Der Austausch der defekten Scheinwerferglühbirne kostete uns etwas Mühe. Um an den linken Frontscheinwerfer zu gelangen, mussten wir zunächst das Reserverad ausbauen.
Bremssystem-Check: Direkt unter dem Reserverad befindet sich auch der Bremsflüssigkeitsbehälter, dessen Stand wir kontrolliert haben – alles in bester Ordnung.
Defekt an der Scheibenwaschanlage: Bei den Arbeiten stellten wir fest, dass zwei Kabel der Scheibenwaschanlage gebrochen sind, wodurch unser Wischwasser aktuell ohne Funktion ist.
Parallelprogramm im Wohnmobil: Während draußen gewerkelt wurde, bereiteten wir drinnen Frühstück (Toast und Eier) sowie Kaffee zu und meisterten gemeinsam mit Valentin den Abwasch.
Einkaufstour & kulinarisches Highlight
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Einkaufen nach Castleisland, wo wir Marktangebote bei Aldi und SuperValu nutzten, um unsere Vorräte aufzufüllen. Dabei entdeckten wir an der Frischetheke bei SuperValu das bisher leckerste Scone unserer gesamten Reise – fluffig, leicht und einfach perfekt im Geschmack.
Fahrt nach Limerick & Parken am Bahnhof
Unsere Weiterfahrt führte uns über die N21 nach Limerick. Trotz kurzer Staus in kleineren Ortschaften kamen wir entspannt voran, und Valentin nutzte die anderthalb Stunden für ein ausgiebiges Schläfchen. Angekommen in Limerick parkten wir auf dem offiziellen 24-Stunden-Parkplatz direkt am Bahnhof. Die Parkgebühr von 6,50 € zahlten wir online über einen QR-Code, da die lokale Park-App im deutschen Google Play Store nicht verfügbar war.
Erkundungstour durch Limerick: Highlights & Tücken mit Kleinkind
Trotz wechselhaftem Wetter mit immer wieder einsetzendem Regen machten wir uns zu Fuß mit dem Kinderwagen auf den Weg durch die Stadt:
Bahnhofsviertel: Unser erster Eindruck von der Gegend um den Bahnhof war geprägt von typischen „Bahnhofs-Vibes“, verlassenen Gebäuden und erhöhter Sicherheits- und Polizeipräsenz.
Stadtpark am Wasser: Ein Zwischenstopp in einem kleinen Park am Ufer entpuppte sich als etwas tückisch für Kleinkinder, da das Gelände über steile Stufen und Geländekanten verfügt und dort Scherben lagen. Beim Klettern rutschte Valentin leicht ab und holte sich kleine Schürfwunden an der Nase, beruhigte sich aber zum Glück schnell wieder.
Sehenswürdigkeiten: Unsere Route führte uns vorbei am Potato Market (der derzeit als geschlossener Parkplatz dient), der St. Mary’s Church (Limericks ältestem Gebäude aus dem 12. Jahrhundert) sowie King John’s Castle.
Katie Daly’s Pub: Direkt gegenüber des Castles entdeckten wir Katie Daly’s, den ältesten Pub in Limerick.
Three Bridges Walk: Über die Brücken gingen wir am Wasser entlang zurück, wobei das Manövrieren unseres lauffreudigen Kleinkinds über ungesicherte Brückenabschnitte am Ende noch einmal unsere volle Aufmerksamkeit und starke Nerven erforderte.
In der 53. Episode melden wir uns mit frischen Eindrücken von der irischen Atlantikküste zurück! Unser Tag beginnt an einem ruhigen Stellplatz in einer Sackgasse nahe dem Dunquin Pier auf der Dingle-Halbinsel. Das Wetter zeigt sich von seiner typisch irischen Seite: stürmisch, bewölkt und von anhaltendem Regen in der Nacht geprägt. Während wir am Vorabend bei der Ankunft noch Sonnenstrahlen erhaschen konnten, macht der Wild Atlantic Way am Morgen seinem Namen alle Ehre. Dennoch sind wir super dankbar für die vergangenen zwei Wochen, in denen wir außergewöhnlich viel Sonne in Irland genießen durften.
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Haferflocken und frischem Obst geht es gegen 11:00 Uhr los zur ersten Etappe. Bei trockenem, aber kühlem Wetter ziehen wir uns regenfest an – Poncho und Regenkleidung inklusive – und packen unseren Kleinen in den Tragerucksack für die anstehende Wanderung. Über den Dingle Way und vorbei an einem lokalen Friedhof führt uns die Route entlang der R559 zum bekannten Dunmore Head.
Vor Ort fällt uns direkt das Verbot für Wohnmobile und große Fahrzeuggespanne ab einer bestimmten Stelle auf, da die Straßen extrem eng werden und der Slea Head Drive idealerweise nur im Uhrzeigersinn befahren werden sollte. Dunmore Head ist nicht nur als westlichster Punkt des irischen Festlands bekannt, sondern erlangte auch als Filmlocation für Star Wars Berühmtheit.
Da auf den Wiesen rund um die Klippen Schafe frei herumlaufen, gilt auf dem Gelände ein striktes Hundeverbot. Um dennoch beide die spektakuläre Aussicht genießen zu können, teilen wir uns auf: Zuerst geht es mit dem Kind auf dem Rücken los, während mit Hund Mila am Clogher/Cumeenoole Beach gewartet wird. Später wechseln wir, sodass wir beide den Weg zum Aussichtspunkt und dem historischen Beobachtungsposten aus dem Zweiten Weltkrieg (WW2 Lookout Post) erklimmen können. Trotz des nebligen, dunstigen Wetters und des frischen Windes bietet der Ort beeindruckende Ausblicke auf die steil abfallenden Klippen und die vorgelagerten Blasket Islands.
Nach der Wanderung setzen wir unsere Fahrt im Wohnmobil entlang des Slea Head Drive fort. Die Strecke führt uns vorbei an vernebelten Klippen und weiteren bekannten Kulissen. Über den Küstenort Dingle geht es schließlich weiter in Richtung Tralee. Den ursprünglich geplanten Connor Pass müssen wir auslassen, da dieser für Fahrzeuge über 2 Tonnen gesperrt ist – mit unseren 3,1 Tonnen sind wir dafür schlicht zu schwer. Stattdessen wählen wir die entspannte Route über die N86.
Ein ungeplanter Zwischenstopp wird nötig, da wir am Vortag festgestellt haben, dass unser linker Scheinwerfer defekt ist und nur noch das Standlicht funktioniert. Um bei dem schlechter werdenden Wetter sicher unterwegs zu sein, steuern wir den KFZ-Zubehörladen Halfords im Shoppingcenter Manor West in Tralee an. Wir besorgen neue Leuchtmittel sowie Motoröl, entsorgen die alte Ölflasche direkt vor Ort und machen uns wieder startklar.
Eine abwechslungsreiche Folge über spektakuläre Küstenstraßen, Star-Wars-Magie, unsere familiäre Etappenplanung und die kleinen spontanen Herausforderungen unseres Wohnmobil-Alltags auf den Straßen Irlands!
Start in Castletownbere & Stau im Nadelöhr
Unser Tag beginnt auf dem kostenlosen Stellplatz in Castletownbere (auch Castletown Berry genannt). Trotz der überschaubaren Größe von knapp 1.000 Einwohnern herrschte im Hafenort ordentlich Trubel und geschäftiges Treiben. Nach einem kurzen Stadtbummel, der Nutzung der öffentlichen Toiletten und einem Spaziergang mit Valentin ging es zurück zum Wohnmobil.
Landschaftstraum R571 & Ausflugstipps
Schließlich schafften wir es auf die R571 entlang der nördlichen Seite der Beara-Halbinsel. Diese Strecke entpuppte sich als absoluter Traum – atemberaubende Blicke, strahlender Sonnenschein und fantastisches Wetter!
Bevor wir uns auf den Weg Richtung Kenmare machten und schließlich auf die N70 abbogen.
Kulinarischer Zwischenstopp: Fish & Chips im „Hungry Knight“
Nach gut anderthalb Stunden Fahrt machte sich der Hunger bemerkbar. In Sneem legten wir einen Stopp ein und steuerten das Restaurant Hungry Knight an. Während der Fisch mit hausgemachter Tartarsauce richtig lecker und frisch war, fielen die Pommes leider durch – sie waren nicht richtig durchgebacken (was auch der Nachbartisch durch volle Teller quittierte).
Vor der Weiterfahrt stöberten wir noch durch einen lokalen Laden. Dort fanden wir für 5 € (statt der ursprünglichen 12,90 £) ein wunderschönes Buch über Irlands Traditionen und Landeskunde. Zudem gab es an diesem Tag noch familiäre Anlässe zu feiern: Per WhatsApp-Videoanruf gratulierten wir den Eltern zum Hochzeitstag.
Rennen gegen die Uhr: Der Weg zu den Cliffs of Kerry
Weiter ging die Fahrt über den berühmten Ring of Kerry. Auf dem Weg machten wir einen kurzen Halt am Kerry Lookout mit genialem Panoramablick auf die Beara-Halbinsel und die Küste.
Doch die Zeit drängte: Google Maps zeigte für unser Tagesziel – die Cliffs of Kerry – eine Ankunftszeit von 17:52 Uhr an. Da die Tore laut Online-Informationen um 18:00 Uhr schließen, hieß es: Gas geben! Mit einem alten Oldtimer-Wohnmobil auf den welligen Straßen Irlands gar nicht so einfach. Zu schnelles Fahren bringt das Fahrzeug schnell zum Schaukeln. Dazu kommt, dass Busse auf der N70 entgegen dem Uhrzeigersinn fahren und Ausweichbuchten (Lay-bys) spärlich gesät sind. Punkt 17:59 Uhr erreichten wir schließlich die Schranke – nur um festzustellen, dass im Sommer tatsächlich bis 18:30 Uhr geöffnet ist!
Exklusiver Sonnenuntergang & Magische Tierbeobachtungen
Die Cliffs of Kerry befinden sich in Privatbesitz. Der Eintritt kostet 5 € pro Person (Kinder frei), für die Übernachtung mit dem Wohnmobil zahlt man 20 € für 24 Stunden ohne feste Checkout-Zeit. Während die meisten Camper unten auf der Rasenfläche standen, fuhren wir den steilen Schotterweg weiter hinauf direkt an die Klippenkante.
Ab 18:30 Uhr schloss das Tor und wir hatten das Areal nahezu für uns allein.
Der Sonnenuntergang um 21:44 Uhr war ein absolut atemberaubendes Erlebnis:
Meeresleben: Neben Robben/Seelöwen spähten wir durch das Fernglas sogar die Rückenflossen von Delphinen im spiegelglatten Atlantik!
Puffin Island: Auf der vorgelagerten Insel hofften wir auf Papageientaucher (Puffins). Da die Brutsaison Ende Juli jedoch ausläuft, waren leider keine Schwärme mehr zu sehen.
Valentins erster Sonnenuntergang: Für den Kleinen war es der allererste bewusst erlebte Sonnenuntergang, den er gemütlich aus der Trage heraus bewunderte.
Weiterfahrt nach Dingle & Slea Head Drive zum Dunquin Pier
Nach dieser unvergesslichen Nacht an den Klippen ging die Reise weiter Richtung Dingle Peninsula. Wir steuerten das charmante Küstenstädtchen Dingle an und folgten von dort aus dem spektakulären Slea Head Drive. Die Panoramastraße schlingt sich eng an den Felsen entlang und bietet fantastische Ausblicke auf die Blasket Islands. Unser Ziel: der berühmte Dunquin Pier mit seinen dramatischen, ins Meer ragenden Felsformationen und dem ikonischen Zickzack-Weg hinab zur Anlegestelle – ein krönender Abschluss dieses Etappenabschnitts!
Ein vertrauter Nachbar & morgendlicher Stress
Ein bekannter Wohnmobil-Nachbar taucht erneut auf und versperrt den beiden wieder die Sicht – ein altbekanntes Szenario vom Vorabend. Obwohl er sehr nett ist, sorgt die Situation für Schmunzeln.
Eigentlich war ein sehr früher Aufbruch geplant, um den schmalen Zufahrtsstraßen und dem entgegenkommenden Verkehr zum Besucherzentrum zuvorzukommen. Dieser Plan scheitert jedoch: Valentin schläft unerwartet lange (fast 14 Stunden!), und als er wach wird, ist der Parkplatz bereits gut gefüllt. Nach Telefonaten, Datensicherung und Kaffee zeigt Valentin wenig Lust auf den Spielplatz. Stattdessen erkundet er das Restaurant und das Besucherzentrum, wo eine alte Boje und Drohnenvideos auf Großleinwand zu sehen sind.
Kleine Wohnmobil-Missgeschicke & die Fahrt entlang der Küste
Im Wohnmobil richtet Valentin außerdem eine kleine Unordnung an: Er reißt ein kleines Anbauregal ab, das er als Kletterhilfe zum Winken aus dem Fenster genutzt hat.
Gegen 11:30 Uhr geht es schließlich nach einem kurzen Snack los. Die Befürchtungen bezüglich des Verkehrs bewahrheiten sich kaum: Dank Ausweichbuchten und fantastischem Wetter verläuft die Fahrt über die schmalen Straßen reibungslos.
Zwischenstopp am Barleycove Beach & malerische Nebenrouten
Unterwegs geht es vorbei am beeindruckenden, riesigen Barleycove Beach. Auf der anderen Seite der Bucht entdecken die beiden einen Hügel-Parkplatz mit anderen Wohnmobilen und beschließen, dort spontan für ein Frühstück mit Haferflocken zu halten. Die Drohne wird gestartet, was sogar das Interesse eines einheimischen Opas weckt, der fasziniert zuschaut und mit ihnen plaudert.
Statt umzukehren, führt die Route auf einer malerischen, ruhigen Nebenstrecke um den Hügel herum am Lackavaun / Leacanabuaile / Leacanaglinka-Bereich vorbei. Ziel der weiteren Etappe ist Bantry. Bei einem kurzen Halt in Durrus steht die Entscheidung an, ob auch die Sheep’s Head-Halbinsel angefahren wird. Sie entscheiden sich jedoch dagegen, um Zeit für den weiteren Norden zu sparen. In Bantry folgt ein kurzer Öl-Check, bevor es weitergeht.
Ankunft in Castletownbere & Fazit des Tages
Die Fahrt führt über die teilweise recht holprige N71 und schließlich weiter über gut ausgebaute Regionalstraßen auf der Beara-Halbinsel. Unterwegs beobachten die beiden noch die Trümmer eines Alleinunfalls in einer Kurve.
Schließlich erreichen sie Castletownbere. Auf dem von der Gemeinde angelegten, kostenlosen Stellplatz (für bis zu 6 Wohnmobile und max. 48 Stunden Aufenthalt) ergattern sie glücklich einen der Plätze.
Nach einer kurzen Pause, einem Tee und einem Besuch auf dem örtlichen Spielplatz – wo Valentin schnell Anschluss an andere Kinder findet – geht es mit Hund Mila durch den bunten, idyllischen Küstenort. Castletownbere begeistert sie mit seinen farbenfrohen Häusern, Wimpeln in den Straßen, gemütlichen Pubs und echtem Fischerdorf-Charme. Insgesamte Fahrzeit des Tages: knapp zwei Stunden für rund 100 Kilometer.
Unrufiger Morgen in Baltimore & Stopp in Skibbereen
Der Tag beginnt in Baltimore schon kurz vor 8:00 Uhr unruhig: Ein kleiner Bagger und ein Trecker mit laufenden Motoren direkt neben dem Wohnmobil verhindern das Ausschlafen. Sie warten auf die kleine Fähre zu einer der vorgelagerten Inseln. Trotz des frühen Lärms schläft Valentin endlich einmal wieder länger durch – fast 12 Stunden am Stück. Nach dem üblichen Morgenritual aus Abspülen und Kaffeekochen geht es gegen 10:00 Uhr los.
Der erste Zwischenstopp führt die Familie über den Wild Atlantic Way nach Skibbereen zu Aldi, um frische Vorräte und Wasser aufzufüllen. Anschließend orientieren sie sich an der N71.
Der „Altar Beach“ & unwegsame Straßen
Über die N71 geht es weiter Richtung Altar Beach – ein Zwischenstopp von etwa 35 bis 40 Minuten. Die Anfahrt gestaltet sich holprig: Die Straßen sind in einem denkbar schlechten Zustand, voller Buckel und Unebenheiten. Geduld auf den engen Wegen ist gefragt, auch wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht immer viel Nachsicht zeigen.
Der Parkplatz am Altar Beach bietet nur Platz für etwa zehn Fahrzeuge, ist bei der Ankunft aber noch recht leer. Während die Drohne trotz aufziehender Bewölkung für erste Luftaufnahmen steigt, wird der Ort erkundet:
Historischer Hintergrund: Der Name geht auf eine historische Formation zurück – Steine in Form eines mittelalterlichen Altars („Kirche der Armen“).
Der Strand: Kein klassischer Feinsandstrand, sondern eine faszinierende Mischung aus Muschel- und Steinabrieb, die dem Wasser eine türkisene Farbe verleiht.
Begegnungen: Neben Picknickbänken und einer traumhaften Kulisse gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Bekannten aus Recklinghausen.
Anfahrt nach Mizen Head & Herausforderungen unterwegs
Weiter geht die Fahrt entlang der schmalen Single-Lane-Straßen Richtung Mizen Head. Valentin, der die erste Strecke verschlafen hatte, wacht auf und zahnt spürbar. Die Kombination aus Müdigkeit, Schmerzen und den engen, holprigen Straßen ohne Ausweichmöglichkeiten führt zu einer anstrengenden Viertelstunde für die Familie.
Am großen Parkplatz von Mizen Head angekommen, entspannt sich die Lage sofort.
Spektakuläre Eindrücke an der Südwestspitze Irlands
Vor dem Aufbruch wird sich mit getoastetem Reste-Brot gestärkt. Eintritt und Informationen auf einen Blick:
Eintritt & Ausstattung: 7,50 € pro Person (Kinder unter 5 Jahren frei). Hunde sind erlaubt, und am Besucherzentrum gibt es kostenfreies Gäste-WLAN sowie ein Café.
Erster Streckenabschnitt: Da ein Teilabschnitt wegen der Gezeiten/Sicherheit bereits um 17:00 Uhr schließt (das Gesamtgut schließt um 18:00 Uhr), führt der Weg zuerst steil nach unten. Valentin lernt aktuell das Treppensteigen am Geländer und möchte auf dem Rücken der Trage das Geländer nicht loslassen – eine sportliche Challenge auf den engen Stufen.
Natur & Tierwelt: Der Ausblick auf die Klippen ist atemberaubend. Neben mysteriösen Geräuschen aus den Felsen (vermutlich von einer Robbe) werden weiter draußen Seehunde gesichtet. Sogar Wal- und Delfinbeobachtungen sind an diesem Ort regelmäßig möglich.
Die berühmte Brücke von Mizen Head & das Museum
Ein absolutes Highlight ist die historische Brücke, die eine tief abfallende Schlucht überspannt.
Geschichte: Ursprünglich 1909 erbaut (in Anlehnung an das Gründungsjahr des BVB leicht zu merken), wurde sie 2009/2010 komplett demontiert und originalgetreu neu aufgebaut. Der Blick von der Brücke hinab in die Brandung ist schlicht spektakulär.
Das Leuchtturmwärter-Museum: Auf der anderen Felsformation bieten die historischen Gebäude Einblicke in das frühere Leben und die harte Arbeit der Leuchtturmwärter.
Herzliche Begegnungen: Auf dem Rundweg kommt es zu netten Gesprächen mit anderen Reisenden – unter anderem mit den „O’Brians“, einer US-amerikanischen Familie mit irischen Wurzeln. Der 80-jährige Urgroßvater beeindruckt alle mit seiner erstaunlichen Fitness.
Ein erlebnisreicher Tag an einem der imposantesten Zipfel Irlands geht zu Ende!
Nach einer zweitägigen Podcast-Pause – geschuldet der Erschöpfung, dem Familienalltag und dem EM-Finale (Spanien schlägt Argentinien 1:0) – melden sich die beiden mit geballter Reise-Energie zurück!
Ruhige Nacht am Stadion & ein stilvolles Kompliment
Die Reise führte zunächst nach Cork, wo die kleine Familie eine wunderbar ruhige Nacht auf dem Stellplatz direkt hinter dem SuperValue Park Stadium verbrachte. Am Morgen gab es im angrenzenden Park direkt ein charmantes Kompliment von einer Passantin: Valentin und sein Vater waren modisch so perfekt aufeinander abgestimmt, dass die Dame das Outfit als „aesthetically pleasing“ adelte und prompt ein Foto der beiden schoss.
Historischer Charme & Pub-Besuch in Cobh
Weiter ging
nach Cobh (gesprochen wie „Cove“). Auf dem perfekt ausgestatteten Wohnmobilstellplatz (10 € / 24 Std. inkl. Ver- und Entsorgung) ergatterten sie am frühen Nachmittag einen der begehrten Plätze, bevor alles ausgebucht war.
Zu Fuß ging es auf historische Erkundungstour durch die bunten Gassen der Hafenstadt, die einst der letzte Anlaufpunkt der Titanic war:
St. Colman’s Cathedral: Die gewaltige Kathedrale thront über der Stadt und beeindruckte im Inneren mit wunderschönem Buntglas.
Deck of Cards & Spy Hill: Vom berühmten Aussichtspunkt „Spy Hill“ bot sich der ikonische Blick auf die bunt gestaffelten Häuserreihen mit dem alten Titanic-Pier im Hintergrund. Ein findiger Nachbar öffnete hier sogar seinen Garten gegen eine 2-Euro-Spende („für einen Ferrari“) für das perfekte Foto.
Pub-Besuch mit Hindernissen: Im Biergarten des urigen Pubs The Roaring Donkey gab es lokales Beamish-Stout für faire 5,30 €, während das alkoholfreie Cider stolze 6,40 € kostete. Weil Valentin aufwachte, es im rauchigen Biergarten recht eng wurde und die Hitze drückte, ging es nach dem schnellen Pint direkt zurück zum Camper.
Der große Waschtag
Nach den Erlebnissen in Cobh stand am nächsten Tag ein absoluter Vanlife-Klassiker auf dem Programm: Großer Waschtag! Während die Maschinen liefen, wurde die Zeit intensiv genutzt, um Vorräte aufzustocken (inklusive des großen WLAN-Checks bei Aldi und Lidl), Fotos zu sichern, das digitale Archiv aufzuräumen und die nächsten Routenabschnitte zu planen.
Am Abend haben wir uns mit einem Stellplatz oberhalb des Long Beachs an den Klippen belohnt.
Der krönende Abschluss: Der Baltimore Beacon
Frisch gewaschen zog es die Crew weiter an die Küste zum spektakulären Baltimore Beacon. Der markante, weiß getünchte Steinturm – auch liebevoll „Lot’s Wife“ genannt – wacht hoch oben auf den Klippen über die Einfahrt zum Hafen von Baltimore. Der Fußweg hinauf forderte zwar etwas Puste, belohnte aber mit einem atemberaubenden Panorama über den rauen Atlantik und die vorgelagerten Inseln. Ein absolut würdiger und bildgewaltiger Abschluss für diesen vollgepackten Roadtrip-Abschnitt!
Am Morgen zieht es uns noch einmal kurz zum Distillery-Park, wo Valentin auf der neu eröffneten Baby Walk Bridge stolz seine Runden dreht. Pünktlich um 10:00 Uhr startet dort die erste Tour, bei der die Besucher bereits morgens drei Whiskeys und ein weiteres Getränk an der Bar verkosten können – in dieser historischen Brennerei wurde früher der berühmte Jameson abgefüllt, heute dient sie in Midleton allerdings primär als Show-Objekt für Touristen.
Vor der Abfahrt wird noch die Entleerung der Toilette direkt am Parkplatz erledigt. Ein Auffüllen des Frischwassertanks wird jedoch bewusst gecancelt: Da es vor Ort nur einen einzigen Wasserhahn gibt, liegt der Verdacht nahe, dass dieser von vielen Reisenden auch zum Ausspülen der Toilettenkassetten genutzt wird. Da im Wohnmobil noch genügend Wasser vorhanden ist und am nächsten geplanten Stellplatz eine sicherere Quelle vermutet wird, bleibt der Tank vorerst unberührt.
Zu Besuch bei Sam: Gasflaschen-Auffüllung mit Hindernissen
Das Hauptziel des Vormittags ist eine Gas-Raffinerie, um die leere Gasflasche aufzufüllen. Gegen 10:30 Uhr klappt es im zweiten Anlauf. Sie werden überschwänglich von Sam, dem dortigen Security-Mitarbeiter, mit offenen Armen empfangen. Er freut sich riesig über die Rückkehr, outet sich als absolut kinder- und hundelieb und plaudert über seine Heimatstadt Midleton.
Der geheime Klippenweg im Militärgebiet
Um die Wartezeit von einigen Minuten zu überbrücken, empfiehlt Sam der Familie einen Spaziergang auf einem nahegelegenen Klippen-Aussichtsweg direkt an der Raffinerie vorbei.
Mila kommt an die Leine, Valentin wandert in die Seitentrage. Der asphaltierte Weg führt bergauf, vorbei an Warnschildern, die vor Schießübungen mit scharfer Munition bei gehisster roter Fahne warnen.
Vom Aussichtspunkt bietet sich ein grandioser Blick auf das Städtchen Cobh (auch Cove genannt). Ebenfalls im Blickfeld liegt Spike Island, eine ehemals berüchtigte Gefängnisinsel, die man heute von Cobh aus per Fähre besichtigen kann.
Zurück am Wohnmobil wartet eine echte Überraschung: Die gefüllte Flasche wurde von den Mitarbeitern bereits bis vor die Wohnmobiltür geliefert.
Der gesamte Service bei Calor Limited kostet 41,90 € – teurer als in Deutschland, aber mangels Alternativen in Irland vollkommen fair. Zum Abschied hat Sam dem kleinen Valentin sogar noch eine Schokorolle der Marke Wispa geschenkt, die aufgrund der extremen Hitze allerdings sofort im Kühlschrank deponiert werden muss.
Aufbruch nach Cork: Die Parkplatzsuche & der Marina Market
Nach einer kurzen Debatte über die schwierige Parkplatzsituation für Wohnmobile in Cork fällt die Wahl gegen den weit entfernten Stadion-Parkplatz (von dem aus man 40 Minuten laufen oder den Bus nehmen müsste). Stattdessen steuern sie den Parkplatz am Marina Market an. Der offizielle Parkplatz ist zwar komplett mit PKWs überfüllt und überall herrscht Parkverbot, doch mit viel Glück ergattern sie in einer Sekunde des Wendens genau in dem Moment eine Parklücke, als ein Lieferwagen wegfährt. Das Wohnmobil steht perfekt: mit Blick auf den Markt und den Fluss direkt im Rücken.
Während Valentin im Fahrzeug schläft, wird die Lage gecheckt. Der Marina Market entpuppt sich als eine riesige, alte Großmarkthalle im industriellen Stil. Entgegen der Google-Rezensionen, die besagten, man solle sich warm anziehen, steht die Hitze in der Halle standesgemäß – bedingt durch die offenen Tore und die vielen brutzelnden Food-Stalls.
In der Halle gibt es neben rund 30 Streetfood-Ständen auch kleine Bekleidungsläden und einen Bioladen Schließlich wird beim Griechen ein Lamm-Kebab im Pitabrot mit Pommes, Tzatziki und Salat für 12,00 € geholt. Der dazugehörige Abhol-Buzzer signalisiert schnell, dass das Essen fertig ist. Das Gericht schmeckt zwar lecker, ist für den Preis jedoch ein absolutes Leichtgewicht.
Nach einer zweitägigen Podcast-Pause melden wir uns endlich wieder zurück.
Wir nehmen euch mit nach Waterford, wo unser Tag mit einem echten Abenteuer begann. Auf der Suche nach einem deftigen „Irish Breakfast“ hat uns die Reise in eine ziemlich skurrile, etwas abgerockte und „schmockige“ Hafenhalle hinter einer Tankstelle verschlagen. Trotz des gewöhnungsbedürftigen Ambientes und eines nicht ganz sauberen Kinderhochstuhls für Valentin, war das Personal super nett. Valentin hat das Essen geliebt, auch wenn das Ei für unseren Geschmack etwas zu trocken und die Saucenflaschen klebrig waren – für insgesamt 21 € inklusive Tee war es zumindest ein Erlebnis!
Gut gesättigt ging es weiter in die Innenstadt von Waterford, die uns mit fantastischer Street Art an jeder Ecke, dem Wikinger-Viertel und dem kulturellen Viertel absolut begeistert hat. Ein echtes Highlight war ein von außen unscheinbarer Buchladen: Drinnen offenbarte sich uns ein wunderschönes, riesiges Geschäft mit hohen Decken und einem integrierten Café im Obergeschoss, in dem wir uns stundenlang hätten aufhalten können. Hier haben wir auch das Buch The Names gekauft.
Direkt nebenan stießen wir auf das preisgekrönte Olive Café. Beim Blick auf die Karte ärgerten wir uns ein bisschen: Für fast denselben Preis hätten wir hier ein viel schöneres, gesünderes und auch für Vegetarier besseres Frühstück im gemütlichen Schatten auf dem Marktplatz bekommen.
Nach dem Stadtbummel ging es für Valentin zum Austoben in den People's Park hinter dem Wohnmobil. Der dortige Fontänenbrunnen war sein absolutes Highlight.
Am Nachmittag fuhren wir zur SETU Arena (South Eastern Technology University) außerhalb der Stadt. Dort fanden die gälischen Weltspiele (World Games) mit über 2.000 Athleten aus 100 Nationen statt. Auf dem Parkplatz konnten wir das Wohnmobil glücklicherweise im Schatten abstellen. Wir wollten unbedingt die deutschen Damen im „Gaelic Football“ unterstützen. Bei dieser rasanten Sportart darf der Ball mit der Hand gespielt werden, muss aber zwischendurch immer wieder mit dem Fuß angetippt werden. Tore zählen unterschiedlich, je nachdem, ob man ins Netz oder über die Querlatte trifft. Nach einer verletzungsbedingten Spielverlegung auf ein anderes Feld ohne Schatten und Verzögerungen im Zeitplan wurde es uns mit Valentin in der prallen Sonne jedoch zu heiß, sodass wir das Spiel vorzeitig verließen. Auch in die schnellste Mannschaftssportart der Welt, das Hurling, haben wir kurz reingeschnuppert.
Zum Abschluss des Tages wollten wir unsere Hündin Mila im Maxi Zoo (dem irischen Fressnapf-Äquivalent) wiegen, um zu sehen, ob sie auf der Reise abgenommen hat – leider gab es dort jedoch keine Waage. Unser letzter Weg führte uns zu Harvey Norman, um unsere leere CO2-Flasche für den Soda-Stream zu tauschen. Während der Tausch in Deutschland fast an jedem Kiosk für 5 bis 7 € klappt, mussten wir hier erst die preislichen Grenzen ausloten.
Atemberaubende Küstenstraße & die Suche nach Gas
Nach den ereignisreichen Stunden in Waterford hieß es für uns wieder "On the Road". Wir fuhren zur traumhaften Copper Coast.
Unseren Stellplatz für die Nacht steuerten wir im historischen Küstenort Youghal an. Nach einer ruhigen und erholsamen Übernachtung stand am nächsten Morgen eine wichtige Erledigung auf dem Zettel: Unser Gasvorrat neigte sich dem Ende zu. Da man in Irland nicht mal eben so deutsche Gasflaschen tauschen kann, machten wir uns auf den Weg zu einer speziellen Calor Gasabfüllung.
Nun sind wir in Midleton angekommen – bekannt für seine berühmte Whiskey-Destillerie und den charmanten irischen Kleinstadt-Flair. Wie es uns hier ergeht und was wir als Nächstes planen, erfahrt ihr in der nächsten Folge!
Eine vollgepackte Episode mit ehrlicher Food-Kritik, spannenden Sport-Einblicken, nützlichen Camper-Tipps und der unberührten Schönheit der irischen Südküste. Hört rein!
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