Clever Girls – rebellisch, feministisch, wegweisend

Clever Girls – rebellisch, feministisch, wegweisend

By Rundfunk Berlin-BrandenburgSociety & Culture
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Clever Girls – rebellisch, feministisch, wegweisend episodes

  • Hedwig Rösemann und ihre Schwestern - Hexenverfolgung in Brandenburg
    Niemegk, 6. Juni 1665, an diesem Tag wird Hedwig Rösemann als angebliche Hexe bei lebendigem Leib verbrannt. Die einfache Frau vom Land hatte unter Folter die mehrfache Unzucht, also Sex, mit dem Teufel gestanden. Angeschwärzt wurde sie von einer Nachbarin, der sie ihre blauen Flecken gezeigt hatte. Blaue Flecke? Krankheiten? Missernten? Die Menschen der frühen Neuzeit, so auch diese Nachbarin, suchten nach Erklärungen für erlittenes Unglück jedweder Art und fanden sie in der Hexerei. 350 Jahre, zwischen 1430-1780, wütete die Hexenverfolgung in Europa. Um die 60.000 Menschen, überwiegend Frauen, fielen ihr zum Opfer. Erst mit der Aufklärung endete diese Menschenjagd. Zu Gast: Dr. Silke Kamp, Historikerin und Lehrbeauftragte der Professur Allgemeine Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Potsdam Stefka Ammon, Künstlerin
    40 min
  • Agrarreform im Doppelpack - Die Frauen von Friedland
    Jung, geschieden und alleinerziehend erbt Helene Charlotte von Friedland (geb. von Lestwitz) (1754-1803) die Gutsherrschaft ihres Vaters im Oderbruch. Sie verkauft ihren Schmuck, um in moderne Landwirtschaftsmaschinen zu investieren. Theodor Fontane beschreibt sie Jahre später als "eine seltene und ganz eminente Frau; ein Charakter durch und durch". Die Tochter Henriette Charlotte beschäftigt sich ebenfalls leidenschaftlich mit Ackerbau und Viehzucht. Gleichzeitig macht sie das Gut zum Salon und Künstler-Treffpunkt. Ort: Musenhof, Dorfstr. 1, 16269 Bliesdorf OT Kunersdorf
    Unsere Studiogäste:
    Renèe Frigge, Biohof Basta, https://hof-basta.de/
    Apl. Prof. Dr. Heinrich Kaak, Historiker, u.a. frühneuzeitliche Agrargeschichte und Geschichte Brandenburg-Preußens
    Bücher zum Thema:
    Heide Inhetveen und Heinrich Kaak: "Ich ergreife mit vielen Vergnügen die Feder: Die landwirtschaftlichen Briefe der Henriette Charlotte von Itzenplitz an Albrecht Daniel Thaer um 1800", Findling Verlag 2013
    Eva Hoffmann-Aleith: "Frau von Friedland", 1978, nur noch antiquarisch erhältlich Annegret Braun: "Frauen auf dem Land: Eigenständige Landwirtinnen, stolze Sennerinnen, freiheitssuchende Sommerfrischler und viele andere von damals bis heute" Elisabeth Sandmann Verlag 2014
    27 min
  • Wegweisend - die Hebamme Justine Siegemundin
    Die Verfasserin des ersten deutschen Lehrbuchs für Hebammen war eine Autodidaktin. Schockiert von dem Unwissen und den brutalen Behandlungsmethoden der damaligen Hebammen eignete sich Justine Siegemundin medizinisches Wissen an und veröffentlichte 1690 ihr Lehrbuch „Die Königl. Preußische und Chur-Brandenburgische Hof-Wehemutter“. Obwohl ihr Lehrbuch wegweisend für die Geburtshilfe war, wurde die Verfasserin vergessen, ihr Werk ausgeschlachtet. Erst in jüngster Zeit erinnern Feministinnen an das Leben und Werk diese wichtige Pionierin der Hebammenkunst.
    40 min
  • Stimme des Ostens - Regine Hildebrandt
    Brandenburgs Mutter Courage: Regine Hildebrandt, eine unkonventionelle Politikerin, die nur auf ihr Gewissen hörte. Sie stritt vor allem für soziale Gerechtigkeit, für Arbeitslose, Frauen, Alte und Kinder in Brandenburg. Geboren 1941 in eine christliche Musikerfamilie, erlebt Regine Hildebrandt die Teilung Berlins vor der eigenen Haustür an der Bernauer Straße. Nach ihrem ersten Leben als Pharmakologin in der DDR folgt eine politische Karriere: Engagement in der Bürgerbewegung, Eintritt in die SPD und 1990 die Berufung als "Ministerin für Arbeit und Soziales" in Brandenburg. Die unüberhörbare "Stimme des Ostens" verstummt, als Regine Hildebrandt 2001 an Brustkrebs stirbt.
    53 min
  • Käthe Kruse - Puppenmutter und Unternehmerin
    Puppen, die wie Kinder aussehen, sich weich und warm anfühlen, das war die große Sensation, mit der Käthe Kruse den Durchbruch schaffte und einen Weltkonzern schuf. Im allerkleinsten Kreis fing alles an. Ihre Töchter wünschten sich Puppen, aber es gab keine, die den Eltern gefielen. Käthe Kruse griff also zu Nadel, Stoff und Schere, der Rest ist Geschichte. Über Nacht wurde sie berühmt, als sie ihre Puppen im Berliner Kaufhaus Hermann Tietz präsentierte und dann auch noch die Amerikaner immer größere Bestellungen bei ihr in Auftrag gaben. Mit der Nachfrage wuchs die Firma und Käthe Kruse entwickelte sich zu einer erfolgreichen Unternehmerin, aber auch zu einer Kämpferin, denn sie musste ihre Puppen schon bald gegen Nachahmer und Patentdiebe verteidigen. Die Puppe als pädagogisches Spielzeug - was bedeutet das für die heutige Zeit und für die Gleichheit der Geschlechter?
    Darüber sprechen mit Franziska Walser Prof. em. Dr. Uta Brandes, Design-Expertin und Gender-Forscherin und Prof. Dr. Karin Falkenberg, Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg
    52 min
  • Bücher sind Lebensmittel - lesend durch den Lockdown
    Die zwei großen Buchmessen mussten im Jahr 2020 abgesagt werden. Die beiden Lockdowns im Frühjahr und zu Weihnachten beeinträchtigen die inhabergeführten Buchhandlungen, denn die Laufkundschaft fehlt und die Lesungen müssen ausfallen. Der Gigant Amazon profitierte von der Krise. Wie geht es weiter in der Buchbranche? Läßt sich der Gewinnausfall ausgleichen? Wie gehen die Buchhandlungen mit der Krise um? Mit welchen Titeln werben die Buchhändler zu Weihnachten um ihre Kunden?
    Zu Gast im Studio sind die Buchhändlerin Daniela Weiß und die Verlagsvertreterin Regina-Maria Vogel.
    Buchempfehlungen: Kirsten Fuchs: Der Miesepups auf dem Mond || Manfred Hammes: Durch den Süden Frankreichs || Sylvia Townsend Warner: Lolly Willows oder der liebevolle Jägersmann || Vita Sackville-West, Laelia Goehr: Gesichter. Portraits einiger Hunde. || Margaret Goldsmith (Autorin), Eckhard Gruber (Hrsg.): Patience geht vorüber || Britt Bennett: Die verschwindende Hälfte || Madge Jenison: SUNWISE TURN - Zwei Buchhändlerinnen in New York
    Hörbuch: Jane Austen: Verstand und Gefühl, Hörspiel mit Johanna Gastdorf, Birte Schnöink, Leonie Rainer, Patrick Güldenberg, Franziska Troegner
    39 min
  • Künstlerin im "Eigenkleid" - Anna Muthesius
    Die Frauenmode zur Zeit von Anna Muthesius schnürte ihren Trägerinnen buchstäblich die Luft ab. „Schnürleber“ und „Schnürfurchen“ waren gängige gesundheitliche Folgen des Korsetts. An sportliche Betätigung war nicht zu denken. Die ausgebildete Konzertsängerin Anna Muthesius war in Sachen Mode eine Autodidaktin, aber sie hatte die richtigen Ideen zur richtigen Zeit. Mit schönen Stoffen und künstlerischem Anspruch befreite sie den Frauenkörper vom Modediktat des Korsetts. Inspiriert von der englischen „Arts and Crafts“-Bewegung schlossen sich Anna Muthesius und ihr Ehemann, der Architekt Hermann Muthesius, der deutschen Reformbewegung an. Während ihr Mann Landhäuser entwarf, machte sich Anna Muthesius daran, das weit geschnittene „Reformkleid“ - im Volksmund als Sack verspottet – salonfähig zu machen. Die Entwürfe aus Seide und Baumwolle, verziert mit Jugendstilmustern, sollten die Individualität der Trägerin betonen. Eine sehr moderne Vorstellung von Selbstermächtigung durch Mode.
    Gäste in der Sendung: Prof. Dr. Antonella Giannone, Professorin für Modetheorie, Modegeschichte und Bekleidungssoziologie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Dr. Ina Ewers-Schultz, Kuratorin bei den Kunstmuseen Krefeld Anna Muthesius hat ihre Entwürfe stets selbst gemodelt.
    In dieser Fotogalerie ist sie mit einigen ihrer Kleider zu sehen: https://rbburl.de/annamuthesius Buch: Ina Ewers-Schultz, Magdalena Holzhey (Hrsg.): "Auf Freiheit zugeschnitten - Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft" Hirmer Verlag, 2018, 288 Seiten, 45 Euro
    27 min
  • Die erste Rabbinerin - Regina Jonas
    In den großen Weltreligionen wird Frauen eine untergeordnete Rolle zugewiesen. Als Helferinnen und Gemeindemitglieder sind sie hoch willkommen, hohe und einflussreiche Ämter bleiben ihnen allerdings meist verwehrt. Im Judentum war das lange auch so. Und dann kam Regina Jonas. Schon als junges Mädchen wünschte sie sich nichts mehr als den Beruf der Rabbinerin. In ihrer Ausbildung an der Berliner „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums“ fand sie Unterstützung. 1935 war sie am Ziel ihrer Träume, sie wurde zur weltweit ersten Rabbinerin ordiniert. In den nächsten Jahren reist sie kreuz und quer durch Deutschland zu jüdischen Gemeinden, deren Rabbis deportiert worden waren. Dann wird sie selbst verhaftet und in Auschwitz ermordet. Mit: Ulrike Bieritz, Redaktionsleiterin Gesellschaft & Religion beim Rundfunk Berlin-Brandenburg und Elisa Klapheck, Rabbinerin in Frankfurt am Main und Professorin am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften, Universität Paderborn Bücher: Elisa Klapheck: "Regina Jonas - Die weltweit erste Rabbinerin" Hentrich & Hentrich, 64 Seiten, Broschur, 16 Abbildungen, 8,90 Euro Elisa Klapheck: "Fräulein Rabbiner Jonas - Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?" Hentrich & Hentrich, 325 Seiten, Hardcover, 10 Abbildungen, 20 Euro
    44 min
  • Frauenrollen im Kopfstand - Die Turnerin Els Schröder
    Die Turnerbewegung – und Bewegung überhaupt - war Anfang des 20. Jahrhunderts reine Männersache. Frauen durften nur einen kleinen Teil der Übungen mitmachen: auf keinen Fall Kopfstand oder Sprünge mit gespreizten Beinen! Els Schröder war 1929 der erste weibliche Turnwart und gewann 1936 als Trainerin beim Damenturnen die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin. Bis heute ist Els Schröder ein Vorbild für emanzipierte Frauen im Sport. Wir stellen diese Ausnahmesportlerin vor, deren Karrieredurch den Nationalsozialismus jäh beendet wurde. Und wir sprechen über die Diskriminierung von Frauen im Sport, die bis heute andauert: Warum dürfen Männer zum Zehnkampf antreten, Frauen aber nur zum Siebenkampf? Und wie wäre es, wenn die Fußballnationalmannschaft der Männer auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet, damit die Frauenfußballerin gleich bezahlt werden können?
    Im Gespräch zu Gast: Dr. Petra Tzschoppe – Sportsoziologin und Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung des Deutschen Olympischen Sportbundes Prof. Dr. Annette Hofmann – Sporthistorikerin und Vize-Präsidentin des Deutschen Turner-Bund
    Links: Els Schröder Preis des Deutschen Turnerbundes: https://rbburl.de/elsschroederpreis
    Broschüre "100 Jahre Frauensport" vom DOSB: https://rbburl.de/100jahrefrauensport
    Buch: Gabriela Wesp: "Frisch, fromm, fröhlich, Frau: Frauen und Sport zur Zeit der Weimarer Republik" Ulrike Helmer Verlag
    43 min
  • Gewalt gegen Frauen in Coronazeiten - wie funktionieren die Hilfsangebote?
    Seit 1999 ist der 25. November der "Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen". Der Hintergrund ist nach wie vor brisant, denn jeden 3. Tag stirbt allein in Deutschland eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Die Frauenhäuser sind seit Jahren überbelegt. Während der Coronakrise beobachten die Beratungsstellen noch eine Zunahme der sowieso schon dramatischen Zahlen. Gleichzeitig sind Betroffene von Hilfsangeboten abgeschnitten. Wo liegen die Ursachen für die sogenannte häusliche Gewalt? Warum scheint die Gesellschaft diese verheerenden Zahlen zu akzeptieren? Wie könnte eine bessere Prävention aussehen? Im Gespräch zu Gast: Christina Clemm, Fachanwältin für Straf- und Familienrecht Heike Herold, Geschäftsführerin Frauenhauskoordinierung e.V. - BIG HOTLINE IST TÄGLICH ERREICHBAR VON 8:00 BIS 23:00 UHR UNTER DER TELEFONNUMMER (030) 611 03 00. - Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000116016 www.hilfetelefon.de - www.frauenhauskoordinierung.de Christina Clemm Akteneinsicht: Geschichten von Frauen und Gewalt Verlag Antje Kunstmann, 2020 Preis: 20,00 € Link zu Feature "Wenn die Gewalt nicht aufhört" von Jana Göbel und Ansgar Hocke https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/gott_und_die_welt/archiv/20200816_0904.html
    40 min

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Berühmte Brandenburgerinnen – Einmal pro Woche stellen wir hier Brandenburgerinnen vor, die das Zeug zum Role Model haben. Spannende - aber weitgehend vergessene - feministische Vorbilder wie: