Clio auf die Ohren

Clio auf die Ohren

By Andreas FringsEducationHistory
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Clio auf die Ohren episodes

  • Vogelkot und Ammoniak-Synthese: Die Durchbrechung des globalen Stickstoffkreislaufs vom Guano-Abbau bis zum Haber-Bosch-Verfahren

    Die Ernährung der Weltbevölkerung heute ist nur dank der Entwicklung der modernen Ammoniak-Synthese im sogenannten Haber-Bosch-Verfahren möglich; ohne reaktiven Stickstoff und darauf basierenden Dünger wäre etwa die Hälfte der Weltbevölkerung nicht zu ernähren. Statistisch gesehen besteht unser Körper also etwa zur Hälfte aus „Material“, das künstlich hergestelltem Stickstoff zu verdanken ist. Wie konnte es soweit kommen? Dieser Frage geht Aline Ollivier in unserem neuen „Clio-auf-die-Ohren“-Podcast nach. Sie spricht mit Anne Preger über die Entdeckung der stickstoffbasierten Düngung mit Guano und Chile-Salpeter im 19. Jahrhundert und den Durchbruch der industriellen Herstellung von reaktivem Stickstoff mit Hilfe des Haber-Bosch-Verfahrens im 20. Jahrhundert. Mit Gunter Mahlerwein diskutiert sie, welche Rolle diese Entwicklungen für die regionale Agrargeschichte hier in Rheinhessen spielten.

    Wir haben die Interviews mit Anne Preger und Gunter Mahlerwein aus technischen und organisatorischen Gründen getrennt geführt. Da sich dieser Podcast auf zwei Zeitebenen bewegt, wurden die Aussagen beider Interviewpartner einander zugeordnet. Anne Preger lagen die Aussagen von Gunter Mahlerwein in ihrem Interview nicht vor.

    Literaturtipps:

    • Brakensiek, Stefan u. a.: Grundzüge der Agrargeschichte: in drei Bänden, Köln/Weimar/Wien 2016.
    • Gootenberg, Paul: Between Silver and Guano: Commercial Policy and the State in Postindependence Peru (Princeton Legacy Library), Princeton 2014.
    • Preger, Anne: Globale Überdosis, Köln 2022.
    • Rosenthal, Gregory: Beyond Hawai’i. Native labour in the pacific world, Oakland 2018.
    • Schnug, Ewald/Jacobs, Frank/Stöven, Kirsten: Guano: The white Gold of Seabirds, in: Seabirds, hg. von Heimo Mikkola, London 2018, S. 79–100.
    • Smil, Vaclav: Enriching the Earth: Fritz Haber, Carl Bosch, and the Transformation of World Food Production, Boston 2001.
    • Uekötter, Frank: Im Strudel: eine Umweltgeschichte der modernen Welt. Frankfurt 2020, S. 119–132/278–292.
    42 min
  • Kläger oder Angeklagte? Tiere und ihre Rechte vom Mittelalter bis in die Gegenwart

    Tiere vor Gericht? In der europäischen Vormoderne wurden Schweine, Mäuse und sogar Heuschrecken wegen Verbrechen wie Mord oder Diebstahl angeklagt und verurteilt. Welche juristischen Vorstellungen von Rechten und Pflichten von Tieren stecken hinter solchen Tierprozessen? Warum wurden Tiere wie Menschen behandelt, obwohl sie als Sachen galten? In diesem Podcast begibt sich Magdalena Anstett auf eine Recherche zur Geschichte der Tierrechtsfrage; sie spricht mit dem Mediävisten Prof. Dr. Peter Dinzelbacher über die Hintergründe und die Bedeutung dieser vormodernen Praxis und mit der Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Anne Peters, Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, über die aktuellen Debatten um den Rechtsstatus von Tieren und die Herausforderungen, die sich aus einer möglichen Weiterentwicklung der Tierrechte ergeben. Dabei geht sie einer für die moderne Tierrechtsbewegung kritischen Frage nach: Warum fällt es uns heute so schwer, die Binarität von Menschen als Träger von Rechten und Pflichten einerseits und der gesamten belebten Natur, auch von Tieren, als Objekt von Rechten an unsere gegenwärtigen Vorstellungen anzupassen? Stellt uns die eigene Rechtsgeschichte hier vor besondere Herausforderungen?

    Literaturtipps:

    • Mensch und Tier. Themenheft der: Aus Politik und Zeitgeschichte 8-9/2012.
    • Chauvet, David: La personnalité juridique des animaux jugés au Moyen Âge (XIIIe-XVIe siècles). Paris 2012.
    • Dinzelbacher, Peter: Das fremde Mittelalter. Gottesurteil und Tierprozess. Essen 2006.
    • Dinzelbacher, Peter: Tierprozesse und -strafen. Erklärungsversuche der aktuellen Forschung. In: Deutsch, Andreas/König, Peter (Hg.): Das Tier in der Rechtsgeschichte. Heidelberg 2017, S. 413-448.
    • Fischer, Michael: Personifizierung, Objektivierung und die Logik der Kontrolle: zum Subjektstatus von Tieren in Tierstrafen, Tierprozessen und Tierschutz. In: K.-S. Rehberg (Hg.): Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Frankfurt a. M. 2008, S. 5151-5168.
    • Fischer, Michael: Tierstrafen und Tierprozesse: Zur sozialen Konstruktion von Rechtssubjekten, Hamburger Studien zur Kriminologie und Kriminalpolitik 38, Münster 2005.
    • Lubelska-Sazanów, Malgorzata: Animals as specific objects of obligations under Polish and German law. Göttingen 2021.
    • Peters, Anne: Rights of Nature Include Rights of Demosticated Animals. Donath, Philipp u.a.: Der Schutz des Individuums durch das Recht. Berlin 2023, S. 15-30.
    • Peters, Anne: Rechte der menschlichen und nichtmenschlichen Tiere. Eine Ergänzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. In: Ullrich, Jessica (Hg.): Person und Persönlichkeit (Tierstudien 25) Berlin 2024, S. 19-31.
    • Phillips, Patrick: Medieval Animal Trials. Justice for All. Lewingston 2013.
    • Stucki, Saskia: One Rights: Human and Animal Rights in the Anthropocene. Cham 2023.
    • Sykes, Katie: Human Drama, Animal Trials: What the medieval animal trials can teach us about justice for animals. In: Animal Law Review 17 (2011), S. 273-311.
    • Ullrich, Jessica (Hg.): Person und Persönlichkeit (Tierstudien 25). Berlin 2024.
    1 hr 2 min
  • Kartoffelfäule und Brotrevolution: Eine klimahistorische Rekonstruktion der Teuerungskrise 1845-47 in Mainz und Rheinhessen

    Eine der letzten großen Missernten der europäischen Geschichte wurde durch die sogenannte Kartoffelfäule ausgelöst. Diese Pilzkrankheit vernichtete 1845, befördert von den ungewöhnlichen, feuchtkalten Witterungsbedingungen auf dem europäischen Kontinent, bedeutende Teile der Kartoffelernte. Neben Belgien und den Niederlanden war besonders Irland von der „Kartoffelkrankheit“, wie sie im damaligen Volksmund genannt wurde, betroffen.  Etwa eine Million Iren starben, etwa doppelt so viele verließen die Insel und wanderten aus. Aber auch in der Provinz Rheinhessen, heute Mainz und Umgebung, gab es eine Teuerungskrise. In diesem Podcast besprechen wir mit Nicolas Schreckenbach, welche Formen diese Teuerungskrise vor Ort annahm und wie die Obrigkeiten reagierten. Auf dem Weg dorthin klären wir auch die Arbeitsweisen der modernen Klimageschichte und tippen auch die Frage an, ob diese Krise auch das Vertrauen in die legitime Herrschaft so erschütterte, dass die Teuerungen zu den revolutionären Unruhen rund um das Jahr 1848 beitrugen.

    Literaturtipps:

    • Abel, Wilhelm: Agrarkrisen und Agrarkonjunktur. Eine Geschichte der Land- und Ernährungswirtschaft Mitteleuropas seit dem hohen Mittelalter. Hamburg, 31978.
    • Abel, Wilhelm: Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Deutschland. Göttingen, 31986.
    • Berger, Helge/Spoerer, Mark: Economic Crises and the European Revolutions of 1848. In: The Journal of Economic History 61 (2001), S. 293–326.
    • Bergman, M.: The Potato Blight in the Netherlands and its Social Consequences (1845– 1847). In: International Review of Social History 12 (1967), S. 390–431.
    • Bergmann, Jürgen: Ökonomische Voraussetzungen der Revolution von 1848: Zur Krise von 1845 bis 1848 in Deutschland. In: Geschichte und Gesellschaft. Sonderheft 2: 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung (1976), S. 254–287.
    • Collet, Dominik/Lassen, Thore/Schanbacher, Ansgar (Hg.): Handeln in Hungerkrisen. Neue Perspektiven auf soziale und klimatische Vulnerabilität. Göttingen 2012.
    • Gailus, Manfred: Food Riots in Germany in the Late 1840s. In: Past & Present 145 (1994), S. 157–193.
    • Krus, Horst-D.: Hungersnot und Elend durch den Ausbruch der Kartoffelkrankheit im Vorfeld der Revolution von 1848. In: Eine Region im Aufbruch. Die Revolution von 1848/49 in Ostwestfalen-Lippe. Hg. v. Reinhard Vogelsang und Rolf Westheider. Bielefeld 1998, S. 99–130.
    • Ó Gráda, Cormac/Paping, Richard/Vanhaute, Eric (Hg.): When the Potato Failed. Causes and Effects of the Last European Subsistence Crisis, 1845–1850. Turnhout 2007 (Comparative Rural History of the North Sea Area, Bd. 9).
    • Schanbacher, Ansgar: „The all-absorbing horror of the day“. Wahrnehmung und Deutung der Kartoffelkrankheit in Westeuropa 1845–1847. In: Natur und Gesellschaft. Perspektiven der interdisziplinären Umweltgeschichte. Hg. v. Manfred Jakubowski-Tiessen und Jana Sprenger. Göttingen 2014, S. 219–242.
    • Schmahl, Helmut: „Deutschland liefert uns gegenwärtig eine schlimme Zeit…“ Lebensbedingungen in Rheinhessen in den Jahren vor 1848. In: Mainzer Geschichtsblätter 11 (1999), S. 7–19.
    54 min
  • „Über die schreckliche Eis-fahrt": Das Rheinhochwasser 1784

    Das Extremhochwasser im Winter/Frühjahr 1784, das mit Eisgängen und Überschwemmungen einherging, entfaltete seine Wirkung m Gegensatz zu regionalen Ereignissen (wie dem Erdbeben von Lissabon) überregional. Es führte zu Toten und Verheerungen in West-, Mittel- und Osteuropa. In diesem Podcast widmen wir uns einer Mikroperspektive und schauen uns die Auswirkungen dieses Hochwassers in Neuwied an, einer multikonfessionellen Stadt, die erst im 17. Jahrhundert neu begründet worden war. Dabei diskutieren wir mit Christian Zimmermann, der über diese Geschichte in lokalen Archiven geforscht und darüber auch seine Masterarbeit geschrieben hat, auf welche Art und Weise die Menschen vor Ort mit diesem Extremereignis umgegangen sind.

    Literaturtipps:

    • Börngen, Michael; Tetzlaff, Gerd (Bearb.): Weikinn, Curt: Quellentexte zur Witte-rungsgeschichte Europas von der Zeitenwende bis zum Jahr 1850. Hydrographie – Teil 5 (1751-1800). Berlin, Stuttgart 2000.
    • Brázdil, Rudolf [u. a.]: European floods during the winter 1783/1784: scenarios of an extreme event during the ‘Little Ice Age‘. In: Theoretical and Applied Climatology 100 (2010), S. 163-189.
    • Deutschmann, Frank: Mikrogeschichte in St. Goar – Wer räumt hier eigentlich auf? Die Folgen einer Umweltkatastrophe im Jahre 1784. Gutenberg 2014.
    • Ennen, Edith: Eisgang und Hochwasser 1784 am Niederrhein. In: KÖRNER, Martin (Hrsg.): Stadtzerstörung und Wiederaufbau Band 1. Zerstörungen durch Erdbeben Feuer und Wasser. Bern [u. a.] 1999, S. 303-308.
    • Eßer, Reingard: „Ein sonderlich und erschröcklich Wasserflut“. Desaster-Management in der Frühen Neuzeit. In: Münch, Paul (Hrsg.): "Erfahrung" als Kategorie der Frühneu-zeitgeschichte (= Historische Zeitschrift Beihefte Neue Folge Bd. 31). München 2001, S. 217-227.
    • Fischer, Katrin: Historisch-geowissenschaftliches Wissen und die Möglichkeit der Prävention von Katastrophen. In: Darmstädter Atheneforum (Hrsg.): Katastrophen. Herausforderungen und Chancen. Baden-Baden 2018, S. 109-156.
    • Heuser-Hildebrandt, Birgit: Die Hochwasserkatastrophe von 1784 in Mainz. Ursachen, Auswirkungen, Krisenmanagement. In: Gonsenheimer Heimatbuch 14 (2006), S. 29-45.
    • Kleemann, Katrin: A Mist Connection. An Environmental History of the Laki Eruption of 1783 and its Legacy. Berlin; Boston 2023.
    • Muscheid, Helmut: Blöcke aus Eis rissen die Mauern der Häuser ein. Hochwasserkatastrophe 1784. In: Landkreis Neuwied (Hrsg.): Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1998. Neuwied 1998, S. 125f.
    • Pfister, Christian: Naturkatastrophen und Naturgefahren in geschichtlicher Perspektive. Ein Einstieg. In: Ders. (Hrsg.): Am Tag danach. Zur Bewältigung von Naturkatastrophen in der Schweiz 1500-2000. Bern [u. a.] 2002, S. 11-26.
    • Schmidt, Martin: Hochwasser und Hochwasserschutz in Deutschland vor 1850. Eine Auswertung alter Karten und Quellen. München 2000.
    • Spata, Manfred: Das Jahrtausend-Hochwasser von 1784 in Bonn und Beuel. Beueler Hochwassermarken als Erinnerung an die Eiswasserkatastrophe (= Kleine Beiträge zu Denkmal und Geschichte im rechtsrheinischen Bonn Bd. 4). Bonn 2017.
       
    1 hr 6 min
  • Historische Nachhaltigkeit: Mensch und Umwelt in der historischen Lehre

    Nachhaltigkeit bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Bei dieser „Nachhaltigkeit“ geht es also um eine Art Generationengerechtigkeit, und das ist für Historiker:innen schwierig zu greifen, denn zum einen beschäftigen wir uns normalerweise nicht mit zukünftigen Generationen, und zum anderen denken wir auch nicht gerade täglich über Fragen von Gerechtigkeit nach, denn das ist ein ethisches Geschäft. 
    Im Sommersemester 2024 sind wir in sehr unterschiedlichen Hauptseminaren in verschiedenen Epochen der historischen Nutzung von Ressourcen, der Frage des Umgangs mit Ressourcen und des Umgangs des Menschen mit seiner natürlichen Umwelt nachgegangen. In diesem Podcast darf Andreas Frings Studierenden zu Nachhaltigkeit in der geschichtswissenschaftlichen Lehre interviewen. Wir sprechen über Nutzung von Ressourcen und Umgang mit Ressourcen. Genauer: Wir sprechen über Starkregenereignisse und verheerende Hochwasser im Spätmittelalter, über Wölfe als bedrohliches Stereotyp in der wissenschaftlichen Literatur der Frühen Neuzeit, Landgewinnung für die Landwirtschaft im sowjetischen Zentralasien und umweltpolitische Kontroversen rund um den Baikalsee, den tiefsten und wasserreichsten See der Erde. Und wir unterhalten uns an diesen Beispielen auch über das geschichtswissenschaftliche Studieren, das mit Überraschungen gepflastert sein kann.

    Literaturtipps:
    Wir verzichten für diesen Podcast auf Literaturverweise. Stattdessen laden wir Sie herzlich ein, selbst über ein Geschichtsstudium nachzudenken. Keine Lektüre kann den Besuch eines geschichtswissenschaftlichen Seminars ersetzen.

    37 min
  • Der Aralsee zwischen imperialer Vermessung und sozialistischer Vision

    Mit dem Aralsee verbinden wir, wenn wir schon einmal davon gehört haben, das Bild verrosteter Schriffswracks in einer Wüste, die lange zuvor einmal ein Meer gewesen sein muss. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg war der Aralsee sogar der viertgrößte Binnensee der Erde; 1950 umfasste er noch 65.000 Quadratkilometer Wasseroberfläche, heute sind es knapp 8.000 Quadratkilometer. Dieses Austrocken des Aralsees ist wohl eine der größten globalen Umweltkatastrophen des 20. Jahrhunderts – und es verdankt sich einer schon weiter zurückreichenden, sowohl zarenzeitlichen als auch sowjetischen Nutzung der wasserzuführenden Ströme Amu-Darja und Syr-Darja für landwirtschaftliche Projekte. Kurzum: In der Geschichte des Aralsees spiegelt sich die Kehrseite der technisch-rationalen Moderne.
    Gemeinsam mit den Osteuropahistorikern Paul Josephson und Jörn Happel rekonstruiert Eneko Mauritz in diesem Podcast die komplexe Geschichte der Erschließung des Aralsees im späten 19. Jahrhundert bis in die Wassernutzung der sowjetischen Landwirtschaft hinein und macht so die Hintergründe dieser Umweltkatastrophe hörbar.

    Literaturtipps:

    • Jörn Happel: Nomadische Lebenswelten und zarische Politik. Der Aufstand in Zentralasien 1916, Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2010.
    • Ders.: Scholarship and Unknown Waters. Humboldt the Scholar, Shevchenko the Painter, and Captain Butakov on the Aral Sea, 1848–49, in: Jörn Happel, Melanie Hussinger, Hajo Raupach (Hg.): Expeditions in the Long Nineteenth Century. Discovering, Surveying, and Ordering, New York; London 2024, S. 50-71.
    • Paul Josephson: “War on Nature as Part of the Cold War: The Strategic and Ideological Roots of Environmental Degradation in the USSR, in: J. R. McNeill, Corinna R. Unger (Hg.): Environmental Histories of the Cold War. New York 2010, S. 21-49.
      Paul Josephson, Nicolai Dronin, Ruben Mnatsakanian, Aleh Cherp, Dmitry Efremenko, Vladislav Larin (Hg.): An Environmental History of Russia. New York 2013.
    • Julia Obertreis: Imperial Desert Dreams. Cotton Growing and Irrigation in Central Asia, 1860–1991, Göttingen 2017.
      Dies.: Baumwollanbau, Bewässerung und ökologische Folgen in Zentralasien, in: Religion & Gesellschaft in Ost und West 49 (2021) 1, S. 22-25.
    • Dies.: Eine „ökologische Katastrophe“ in historischer Perspektive. Die Verlandung des Aralsees und die russländische und sowjetische Bewässerungs- und Baumwollanbaupolitik in Usbekistan und Turkmenistan seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in: Theoralf Klein, Reiner Prass, Susanne Rau, Lars Schladitz (Hg.): Umweltgeschichte in globaler Perspektive (2010), S. 1-26; URL: http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-28241/Obertreis_Verlandung_Aralsee.pdf.
       
    1 hr 8 min
  • Russlanddeutsche Spätaussiedlerin: Interview mit Frau Wambolt

    Nach zwei Podcasts, in denen Studierende auf Experten zugegangen sind und Interviews mit Hans-Christian Petersen und Viktor Funk geführt haben, möchten wir in diesem dritten und letzten Podcast der Substaffel über russlanddeutsche Spätaussiedler eine solche Spätaussiedlerin selbst sprechen lassen. Hierfür hat Dennis Wambolt unterstützt von Jenny Babikir seine eigene Großmutter angesprochen - und das Interview, das alle Klischees und Stereotype gleich hinter sich lässt, gewährt einen ganz wunderbaren Einblick in die Perspektive einer Russlanddeutschen.

    48 min
  • Die Repräsentation von Russlanddeutschen im öffentlichen Raum

    Wie und wo werden russlanddeutsche Spätaussiedler heutzutage in öffentlichen medialen Zusammenhängen dargestellt und repräsentiert, wie thematisieren sie sich selbst, und welche Schwierigkeiten wirft es auf, dass es sich eben nicht um eine überschaubare homogene Gruppe handelt? Im zweiten Podcast zu den russlanddeutschen Spätaussiedlern in der zweiten Staffel "Migrationen und Mobilität im 20. Jahrhundert" gehen Kristine Fabert, Niklas Fink, Julian Münch und Philipp Dewes mit Viktor Funk ins Gespräch, einem russlanddeutschen Journalisten, Publizisten und Romanautor, der diese Fragen aus vielen Perspektiven beantworten kann.

    Literaturtipps:

    Viktor Funk: 

    • Mein Leben in Deutschland begann mit einem Stück Bienenstich. Roman. Frankfurt am Main 2017. Überarbeitete Neuausgabe: Bienenstich. Roman. Berlin 2023
    • Wir verstehen nicht, was geschieht. Roman. Berlin 2022.
    31 min
  • Einführung in die Geschichte der Russlanddeutschen

    Russlanddeutsche - wer ist das eigentlich, wer gehört dazu? Im Auftakt zur vorläufig letzten thematischen Einheit unserer zweiten Staffel "Migrationen und Mobilität im 20. Jahrhundert" gehen Arsena Kara, Theresa Jürgens, Jennifer Dinges und Claartje Ille mit einem Experten für russlanddeutsche Geschichte ins Gespräch - mit Hans-Christian Petersen, Osteuropahistoriker am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) mit Sitz in Oldenburg.
    Dieser Podcast wurde im Sommer 2022 begonnen. Der russische Angriff auf die Ukraine hat einige Sachverhalte möglicherweise geändert. Überprüfen können wir das nicht.

    Literaturtipps:

    Hans-Christian Petersen:

    • Osteuropa (Post)Kolonial. Schwerpunkt Copernico. Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa. Hgg. Von Clara Frysztacka, Joachim Tauber und Hans-Christian Petersen.
    • (Ed., with Anna Flack/Jan Musekamp/Jannis Panagiotidis/Hans-Christian Petersen), Russian Germans on Four Continents. Histories of a Global Diaspora, Lanham et al. 2023.
    • (Hg., gem. Kornelius Ens und Jannis Panagiotidis), Diktatur - Mensch - System. Russlanddeutsche Erfahrungen und Erinnerungen, Paderborn 2023 (Interdisziplinäre Beiträge zur Geschichte und Migration der Russlanddeutschen, Bd. 1).
    • (Hg., gem. mit Victor Dönninghaus und Jannis Panagiotidis), Jenseits der „Volksgruppe“. Neue Perspektiven auf die Russlanddeutschen zwischen Russland, Deutschland und Amerika, Berlin, Boston 2018 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Bd. 68).
    • (Hg., gem. mit Matthias Weber), Migration. Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 24 (2016).
    • Weitere Beiträge unter: https://www.bkge.de/personal/hans-christian-petersen.

    Online verfügbare Überblickstexte:

    • bpb: (Spät-)Aussiedler. In: kurz und knapp. Soziale Situation in Deutschland. URL: https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61643/spaet-aussiedler/ (20.01.2025).
    • Neufeld, Katharina: Aus der Geschichte der Russlanddeutschen. In: Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte. URL: https://www.russlanddeutsche.de/themen/russlanddeutsche-geschichte/aus-der-geschichte-der-russlanddeutschen.html (20.01.2025).
    • Panagiotidis, Jannis: Wer sind die Russlanddeutschen? In: bpb: Russlanddeutsche und andere postsozialistische Migranten. URL: https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/252535/wer-sind-die-russlanddeutschen/ (20.01.2025).
    34 min
  • Plastikgeschichten Teil 3: Werben für den Kunststoff

    Im Alter von 84 Jahren trat die Umweltaktivistin Jean Hill entschlossen gegen die Plastikflut in der kleinen Stadt Concord in Massachusetts an. In einem Bürgerentscheid (dem ersten hierzu in den USA) wurden Einwegplastikflaschen unter einem Liter in der ganzen Kommune verboten. 

    Im dritten Podcast einer dreiteiligen plastikhistorischen Reihe schauen wir uns die komplexe Welt des Lobbyismus rund um das Thema Plastik an: Wie können Bürgerinitiativen und Umweltschutzorganisationen gegen die Interessen der Plastikindustrie ankämpfen – und wie versuchen diese wiederum, politische Entscheidungen zu beeinflussen? Anhand konkreter Beispiele, darunter der Kleinstadt Concord in den USA, zeigt der Podcast die Spannungsfelder zwischen Umweltbewusstsein, wirtschaftlichen Interessen und politischer Entscheidungsfindung. Dabei werden sowohl die Strategien der Plastiklobby als auch die Bemühungen um nachhaltige Alternativen kritisch hinterfragt.

    Gemeinsam mit Experten wie dem Historiker Roman Köster und der Polymerchemikerin Katharina Landfester gehen wir den vielen Facetten des „Werbens“ für und gegen Plastik und Plastikmüll nach. Dieser Podcast wurde von Nora Sophie Büssow, Samuel Fillmann und Carl Frederic Staudt entwickelt, aufgezeichnet und produziert. 

    Literaturtipps:

    • Raymond Stokes, Roman Köster und Stephen Sambrook (Hg.): The Business of Waste: Great Britain and Germany, 1945 to the Present. New York 2013.
    • Finn Arne Jørgensen: Making a Green Machine: The Infrastructure of Beverage Container Recycling. New Brunswick, NJ 2011
    • Andrea Westermann: When Consumer Citizens Spoke Up: West Germany's Early Dealings with Plastic Waste, in: Contemporary European History 22 (2013) 3, Special Issue: Recycling and Reuse in the Twentieth Century, S. 477-498.
    • Ruth Oldenziel und Heike Weber: Introduction: Reconsidering Recycling, in: Contemporary European History 22 (2013) 3, Special Issue: Recycling and Reuse in the Twentieth Century, S. 347-370.
    • Daniel Seifert: Die Geburtsstunde des Grünen Punktes: Die Verpackungsverordnung von 1991 und die Einführung des Dualen Abfallwirtschaftssystems in Deutschland, in: dms – der moderne staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management 1 (2011), S. 87-106.
    • Kaczor und Regos: "Divide in Concord". 2014, 750 Productions.

    Quellen zu den O-Tönen im Cold Open:

    • How plastic bags were supposed to help the planet - BBC News.
    • Recognizing importance of protecting beautiful shorelines from plastic pollution.
    • Stemming the Plastic Tide in the Arctic | National Geographic.
    • Can plastic roads help save the planet? BBC News.
    • Australia to ban export of plastic waste | Nine News Australia.
    58 min

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„Clio auf die Ohren“ ist der Podcast des Historischen Seminars an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Wir arbeiten aus der geschichtswissenschaftlichen Forschung und Lehre heraus. Manchmal…