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In dieser Folge von „CTO Need to Know“ sprechen Christoph Steinlehner und Jörg Müller darüber, warum Plattformteams nicht als Cost Center, sondern als Produktorganisation gedacht werden sollten. Sie zeigen, wie sich Prinzipien aus dem Produktmanagement auf interne Plattformen übertragen lassen: Von klar definierten Nutzergruppen über echte Mehrwertargumentation bis hin zu Developer Experience. Außerdem geht es darum, wie Plattformteams mit komplexen Stakeholder-Strukturen umgehen, wann Standards sinnvoll sind und welche Rolle KI künftig für Plattformstrategie und interne Toollandschaften spielt.
Plattformteams sind interne Technologieteams, die andere Teams im Unternehmen unterstützen, etwa durch APIs, Tools oder Infrastruktur. Statt sie nur als technische Dienstleister zu sehen, plädiert Christoph Steinlehner dafür, Plattformen konsequent als Produkte zu denken: mit klar definierten Nutzer:innen, Mehrwertversprechen und strategischem Zielbild.
Ein zentrales Problem vieler Plattformteams: Sie werden als Kostenfaktor wahrgenommen. Der Schlüssel liegt darin, ihren Beitrag messbar zu machen. Plattformen schaffen vor allem Skalierungseffekte – sie ermöglichen es mehreren Teams, schneller und effizienter zu arbeiten. Diese Effekte müssen in konkrete KPIs und Business-Nutzen übersetzt werden, statt vage Einsparversprechen zu formulieren.
Auch interne Plattformen brauchen Product Discovery. Statt Anforderungen einfach entgegenzunehmen („Request Taker“), sollten Plattformteams aktiv beobachten, wie ihre Nutzer:innen arbeiten, wo Engpässe liegen und wie sich Prozesse verbessern lassen. Oft liegt der größte Hebel nicht im Tool selbst, sondern im Arbeitskontext der Nutzer:innen.
Gute Plattformen orientieren sich an der Experience externer SaaS-Produkte. Dazu gehören nicht nur funktionierende APIs, sondern auch Dokumentation, Auffindbarkeit, Versionierung und interne Kommunikation. Plattformteams stehen dabei im Wettbewerb, wenn interne Lösungen nicht überzeugen, greifen Teams schnell zu externen Tools.
Plattformteams bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Alignment. Sie setzen Standards, etwa bei Datenbanken oder Identity Management, sollten diese aber so gestalten, dass Teams sie freiwillig nutzen wollen. Der beste Weg dahin: echten Mehrwert liefern, statt Vorgaben durchzudrücken.
Ein starkes Muster erfolgreicher Plattformteams ist das gezielte „Stehlen“: Sie beobachten, welche Lösungen andere Teams auf ihrer Plattform bauen, und integrieren bewährte Ansätze in das zentrale Angebot. So entstehen standardisierte, wiederverwendbare Lösungen, ohne an den Bedürfnissen vorbei zu entwickeln.
Zwei typische Fehlentwicklungen: Plattformteams, die individuelle Speziallösungen für einzelne Teams bauen, und solche, die im Elfenbeinturm ohne echten Nutzerkontakt Architekturpläne entwickeln. Beides verhindert Skalierung und führt dazu, dass Plattformen ihren eigentlichen Zweck verfehlen.
Mit dem Einsatz von KI in der Softwareentwicklung verschieben sich Engpässe: Weg vom Coden hin zu Entscheidungen und Orchestrierung. Plattformteams stehen vor der Herausforderung, neue Guardrails zu definieren, ohne Innovation zu blockieren. Gleichzeitig entstehen neue Risiken wie Shadow IT durch „Vibe Coding“.
Plattformteams sind dann erfolgreich, wenn sie sich als Produktorganisation verstehen: mit klarem Fokus auf Nutzer:innen, messbarem Mehrwert und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Gerade im Kontext von KI wird Produktdenken zur zentralen Fähigkeit, um Geschwindigkeit, Governance und Innovation in Balance zu halten.
In dieser Episode von „CTO Need to Know" beleuchten Gil Breth und Philipp Beyerlein, Consultant bei INNOQ, den Unterschied zwischen klassischen Multicloud-Ansätzen und einer heterogenen Cloud-Strategie und warum letztere ein wichtiger Schritt in Richtung digitaler Souveränität ist. Sie diskutieren, wie Unternehmen ihre Abhängigkeit von einzelnen (US-)Hyperscalern reduzieren können, ohne dabei auf Performance, Skalierbarkeit oder Entwicklungskomfort verzichten zu müssen. Philipp ordnet außerdem ein, was europäische Cloud-Anbieter heute realistisch leisten können und warum die Frage nach Alternativen zu US-Hyperscalern für viele Unternehmen längst keine theoretische mehr ist.
Multi-Cloud bedeutet oft nur eine parallele Nutzung mehrerer Anbieter, etwa AWS für externe, Azure für interne Systeme. Die heterogene Cloud geht einen Schritt weiter: Anwendungen und Daten werden bewusst nach Unabhängigkeitskriterien verteilt, und verschiedene Anbieter werden aktiv miteinander vernetzt - nicht nur nebeneinandergestellt. Das schafft echte Flexibilität und vermeidet neue Monodependenzen.
Der Haupttreiber hinter dem heterogenen Ansatz ist die digitale Souveränität. Unternehmen, die ausschließlich auf einen US-Hyperscaler setzen, sind politischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt – etwa durch künstliche Preiserhöhungen oder eingeschränkten Zugang. Ein heterogener Ansatz ist keine Panikreaktion, sondern eine bewusste Risikoabwägung.
Die Wahl des Integrationsansatzes hängt von der bestehenden Architektur ab. Wer bereits vertikal geschnittene Systeme (z. B. nach DDD) betreibt, kann ganze Domänen in andere Clouds verschieben und über APIs integrieren. Wer noch horizontal aufgestellt ist, profitiert zunächst vom einfacheren Data-First-Ansatz: Datenbankspiegelungen oder regelmäßige Backups auf europäischen Storage-Diensten schaffen erste Souveränität ohne große Systemeingriffe.
Ein häufiger Fehler: Systeme werden aus technischen Gründen aufgesplittet, obwohl fachliche Domänen intakt bleiben sollten. Wie bei der Einführung von Microservices kann ein unkontrolliertes Aufteilen die Systemkomplexität unnötig erhöhen. Philipp empfiehlt: Domänengrenzen dürfen nicht aus Cloud-Strategie-Gründen aufgebrochen werden.
Ob und wie weit ein Unternehmen in Heterogenität investiert, sollte auf einer klaren Risikoabwägung basieren. Fragen wie „Was passiert, wenn ich den Zugang zu diesem Anbieter verliere?" oder „Wie stark hängt mein Umsatz daran?" helfen bei der Priorisierung. Der Mehraufwand – mehr Verträge, mehr Know-how, mehr Infrastruktur – ist real, muss aber dem konkreten Risiko gegenübergestellt werden.
Kein einzelner europäischer Anbieter deckt aktuell das Gesamtportfolio eines US-Hyperscalers ab. Aber: Grundlegende Services wie Container-Orchestrierung (Kubernetes), relationale Datenbanken, S3-kompatibler Storage und Terraform-Schnittstellen bieten viele europäische Anbieter wie Telekom Cloud oder Ionos bereits an. Für viele Workloads reicht das aus.
Langfristig könnte die heterogene Cloud ein Übergang zu einer föderalen, genossenschaftlich organisierten europäischen Cloud-Infrastruktur sein. Europa hat viele spezialisierte Anbieter – von Netzwerkbetrieb über Datenbankhosting bis Containerorchestrierung. Die Technologien sind vorhanden. Was fehlt, ist die Koordination: ein gemeinsames, standardisiertes Ökosystem, das die Stärken der Einzelanbieter zusammenbringt, ohne neue Monopole zu schaffen.
„Wir sind schon der Hyperscaler in Europa. Wir müssen uns nur zusammentun und eine gemeinsame, gleichwertige Lösung bauen."
Heterogene Cloud-Strategie ist kein Trend, sondern eine strategische Notwendigkeit für Unternehmen, die echte Unabhängigkeit anstreben. Der erste Schritt muss nicht groß sein – ein Datenbank-Backup auf einem europäischen Bucket reicht als Einstieg. Entscheidend ist, bewusst zu handeln statt einfach den Marktstandard zu kopieren.
In dieser Episode von „CTO Need to Know“ spricht Gil Breth mit Jens Schönfeld, Fachanwalt für IT-Recht, darüber, wie der EU Data Act Unternehmen technisch wie organisatorisch herausfordert. Sie beleuchten, warum Datenzugang nicht automatisch Kontrollverlust bedeutet, wie CTOs den Spagat zwischen Transparenz und Schutz von Geschäftsgeheimnissen meistern können und warum Standardlösungen selten ausreichen. Die Folge zeigt, wie technische Architektur, Compliance und strategische Entscheidungen zusammenspielen – und was jetzt wirklich Priorität hat.
Innerhalb von 90 Tagen:
Vergleichsslogan:
„Lösungen von der Stange sind nur für Unternehmen von der Stange.“
„Der Data Act ist kein Innovationsförderungsgesetz, aber er kann Innovation ermöglichen – wenn man ihn richtig umsetzt.“
Nicht in Panik verfallen – strukturiert analysieren & umsetzen. Der EU Data Act ist keine rein juristische Hürde, sondern kann ein Wettbewerbsvorteil sein – mit der richtigen Herangehensweise.
In dieser Episode von "CTO Need to Know" spricht Sven Johann mit Dr. Heinrich Hartmann, Senior Principal Engineer bei Zalando. Gemeinsam werfen sie einen tiefen Blick auf die organisatorische Reise von Zalando im Bereich Site Reliability Engineering (SRE). Heinrich berichtet von seinen Erfahrungen – von den Anfängen mit Grassroots-Bewegungen über SRE Teams bis hin zur heutigen Organisationsstruktur. Sie diskutieren, warum sich das klassische SRE-Modell von Google nicht 1:1 auf Zalando übertragen lässt und wie sie mit Enabling sowie innovativen Community-of-Practice-Ideen neue Wege gehen. Ein Muss für alle, die verstehen wollen, wie man Reliability in größeren Tech-Unternehmen oder IT Abteilungen umsetzen kann.
In dieser Episode des "CTO Need to Know"-Podcasts spricht Jörg Müller, Principal Consultant bei INNOQ, mit Eustach und Karl, den Gründern des Start-ups Movacar, über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung des Projekts Movacar Pro. Movacar ist ein Unternehmen, das sich auf die Überführung von Fahrzeugen spezialisiert hat und dabei sowohl Privatreisende als auch gewerbliche Fahrer unterstützt. Im Fokus des Gesprächs steht die Entwicklung der neuen Plattform Movacar Pro für die Planung und Verwaltung von Touren durch gewerbliche Fahrer.
Wie schafft es ein Traditionsunternehmen wie Breuninger, sich im digitalen Zeitalter neu zu erfinden? Tammo van Lessen spricht mit Dr. Frank Postel, CTO bei Breuninger, und Dr. Michael Wegener, Gründer und CEO von TalentFormation, über Innovationsgeist, strategische Entscheidungen und den Umbau der IT-Archtitektur bei Breuninger. Die Diskussion beleuchtet entscheidende Meilensteine, darunter die Vertikalisierung im E-Commerce, den Ausbau der Logistik und die Implementierung mittels Self-contained Systems. Durch mutige Entscheidungen und den Einsatz moderner Architekturansätze sichert Breuninger nicht nur seine Wettbewerbsfähigkeit, sondern geht auch in Sachen Kundenbindung neue Wege.
In dieser Folge erfahren wir:
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